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Diskutiere im Thema Leben im betreuten Wohnen oder psychiatrischem Wohnheim bei "reinem" ADHS? im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 172

    Leben im betreuten Wohnen oder psychiatrischem Wohnheim bei "reinem" ADHS?

    Obwohl es ein paar Threads zum betreuten Wohnen gibt, wollte ich trotzdem nochmal nach Erfahrungen zu diesem Thema fragen:

    Gibt es jemanden hier, der besonders wegen seinem ADHS (d.h. nicht in erster Linie wegen der Komorbiditäten) dauerhaft im betreuten Wohnen oder einem Wohnheim/ stationär in der Psychiatrie leben muss?? Der also so massive exekutive Defizite hat (also beim Organisieren, Entscheidungen treffen, Tag planen, Tätigkeiten initiieren usw.), dass dann auch alltägliche Sachen wie Einkaufen und Kochen überhaupt nicht mehr selbstständig funktionieren?

    Kennt da jemand vielleicht eine bundesweite Liste mit Einrichtungen, die besonders ADHS abgestimmt sind und wo evtl. auch viele ADHS-Betroffene wohnen??

    Ich frage auch deshalb, weil ich plane für längere Zeit in ein Wohnheim zu ziehen, da es alleine bzw. ambulant überhaupt garnicht mehr geht.
    Dabei muss ich aber dazusagen, dass ich in meine Fall leider mehr und mehr das Gefühl habe, dass bei mir evtl. doch noch zusätzlich irgendwas in Richtung Schwangerschaftskomplikationen/Hirnschädigung (siehe Thread dazu) oder sowas vorliegen könnte und übersehen wurde (trotz 10 Jahre alter ADHS-Diagnose)...

    Daher würde ich gerne euere Eindrücke dazu hören: Kennt ihr jemanden oder habt ihr schon mal irgendwo gehört, dass jemand "nur" aufgrund seiner ADHS im Wohnheim leben muss? Oder ist das für "reines" ADHS zu schwer - sodass es dann (noch) was anderes sein muss wie Schizophrenie, Schädel-Hirn-Trauma o.ä.?

    (Komischerweise habe ich dazu hier irgendwo auch mal gelesen, dass die allerschwersten ADHS-Fälle meistens auch nicht in den Foren zu finden sein würden, stimmt das wirklich?)

    EDIT: Kann mir jemand noch sagen, wie ich die Threadüberschrift fetter mache? Will das endlich auch mal hinkriegen ...
    Geändert von Addler86 (18.08.2014 um 20:23 Uhr) Grund: Formulierung

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: Leben im betreuten Wohnen oder psychiatrischem Wohnheim bei "reinem" ADHS?

    Hat wirklich gar keiner Erfahrung mit diesem Thema? Bin schon etwas enttäuscht, dass trotz über 50 Hits keiner was dazu schreibt (zumal ich mich bei diesem doch oft so stigmatisierten Thema auch persönlich rausgewagt und angreifbar gemacht habe)...

  3. #3
    ellipirelli

    Gast

    AW: Leben im betreuten Wohnen oder psychiatrischem Wohnheim bei "reinem" ADHS?

    Ich hab selbst auch keine Erfahrungen.
    Habe aber viel in psych. Wohngruppen gearbeitet, wo etliche Bewohner waren, bei denen m.M. nach eine (heftige,unerkannte) ADHS vorlag, die dann zu (erheblichen) Komorbiditäten und dadurch in eine Wohngruppe geführt hatte.
    Ob allein ADHS zur Überleitung "reicht", wird von deiner Problematik und deinem Hilfebedarf abhängen.
    Ob sich nun ein Mensch mit Psychose nicht selbst versorgen kann, oder einer mit ADHS wird (?) keinen Unterschied machen.

    Wenn du so brisanteThemen nicht ganz so öffentlich darstellen möchtest, wäre es evtl schlau, wenn du dich vorstellen und nach Freischaltung dann auch in den "internen" Bereichen schreiben könntest...

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Leben im betreuten Wohnen oder psychiatrischem Wohnheim bei "reinem" ADHS?

    Ich kann dir leider zu deiner Frage mangels Wissens hierzu nicht sagen. Aber das deine Überschrift fett ist, dass wollt ich schnell schreiben, falls du es noch nicht gesehen hast - du scheinst also diesbezüglich alles richtig zu machen.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: Leben im betreuten Wohnen oder psychiatrischem Wohnheim bei "reinem" ADHS?

    Danke für eure Rückmeldung!

    ellipirelli schreibt:
    Ich hab selbst auch keine Erfahrungen.
    Habe aber viel in psych. Wohngruppen gearbeitet, wo etliche Bewohner waren, bei denen m.M. nach eine (heftige,unerkannte) ADHS vorlag, die dann zu (erheblichen) Komorbiditäten und dadurch in eine Wohngruppe geführt hatte.
    Ob allein ADHS zur Überleitung "reicht", wird von deiner Problematik und deinem Hilfebedarf abhängen.
    Ob sich nun ein Mensch mit Psychose nicht selbst versorgen kann, oder einer mit ADHS wird (?) keinen Unterschied machen.

    Wenn du so brisanteThemen nicht ganz so öffentlich darstellen möchtest, wäre es evtl schlau, wenn du dich vorstellen und nach Freischaltung dann auch in den "internen" Bereichen schreiben könntest...
    Es stimmt natürlich, dass nicht die Diagnose, sondern der "Hilfebedarf" das wichtigste ist bei der Entscheidung, ob betreutes Wohnen/Wohheim ja oder nein. Aber ich zumindest würde gerne in eine Wohngruppe oder Einrichtung, wo die Probleme möglichst ähnlich sind, wie bei mir mir - und da würde ich dann doch schon sehr große Unterschiede zwischen z.B. hypoaktivem ADHS und den "typischen" Psychose-Patienten, die man oft in der Psychatrie trifft, sehen.
    Andererseits könnte es (zumindest in meinem Fall) vielleicht schon Ähnlichkeiten zu den Schizophreniearten mit reiner Negativsymptomatik geben (d.h. ohne "Positivsymptomatik" wie z.B. Halluzinationen, Wahn usw.).

    Negativsymptome sind z.B Sachen wie.:

    - Apathie (Mangel an Energie und Interesse, Antriebslosigkeit)
    - Anhedonie (Freud- und Lustlosigkeit)
    - Abulie (Entscheidungsunfähigkeit und Willensschwäche)
    - Alogie (Sprachverarmung)
    - Asozialität (Störung der sozialen Kontaktfähigkeit)

    usw....

    Dabei kommen Negativsymtome vor allem, aber nicht nur, bei Schizophrenie vor.

    Das Video hier ist das beste und anschaulichste, was ich zum Thema negative Symptome gefunden habe (leider englisch):
    https://www.youtube.com/watch?v=pzkj-0rnB9g

    Bei mir (habe keine Psychose) jedenfalls trifft beängstigenderweise fast alles zu, was da geschildert wird , das scheint dann doch irgendwie deutlich über ADHS hinauszugehen...

    Zur öffentlichen Zugänglichkeit dieses Threads: Ja, ich war auch hin- und hergerissen bei der Frage, ob ich dieses heikle Thema nicht lieber im internen Bereich posten sollte. Einerseits habe ich es bei dem Thema gescheut, mich mit diesen entwürdigenden Defiziten, die ein BW nötig machen, der Öffentlichkeit aussetzen; andererseits möchte ich aber auch, dass das dieses Thema endlich mehr beachtet/besprochen wird und möglichst viele darauf aufmerksam werden - selbst wenn ich persönlich dafür aus meiner Deckung kommen muss...


    Wintertag schreibt:
    Ich kann dir leider zu deiner Frage mangels Wissens hierzu nicht sagen. Aber das deine Überschrift fett ist, dass wollt ich schnell schreiben, falls du es noch nicht gesehen hast - du scheinst also diesbezüglich alles richtig zu machen.
    Ich danke dir für die aufbauenden Worte - tut gut zu wissen, dass ich doch noch was richtig machen kann und wenigstens die Forenbedienung richtig hinbekomme ...
    Geändert von Addler86 ( 1.09.2014 um 23:57 Uhr)

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.692

    AW: Leben im betreuten Wohnen oder psychiatrischem Wohnheim bei "reinem" ADHS?

    Vielleicht ist es sinnvoll, wenn du bei vereinen nach (ambulanter) wohnbetreuung fragst, ob sie "ad(h)s-kompetent" sind. Für den kostenträger bzw. Für die beantragung der Kostenübernahme ist der hilfebedarf von unterschiedlichen seiten maßgeblich
    Deine eigene bedarfsformulierungen und Beschreibung wo du Unterstützung benötigst.
    Die der behandelnden psychiaterInnen/neurologInnen, in form von gutachten und (dringender) empfehlung für amb. Betreutes wohnen, entlassberichte nach stationären klinikaufenthalten.
    Der hilfe-/unterstützungsbedarf muss daraus hervorgehen.
    Bereiche sind:
    Wohnen,
    Arbeit, alltagsbewältigung,
    Gesundheit,
    Beziehungen,
    Lebenspraktische fertigkeiten (behördliche und finanzielle Angelegenheiten, aufstehen und schlafen gehen)
    Bedarf im.sozialen und kommunikativen bereich und besonderer hilfebedarf bzgl. Orientierungsfähigkeit, mögliche Störungen mit sich selbst...selbstwert, körpererleben etc...)
    Psychische Auffälligkeiten (komorbiditäten...depressione n, ängste etc.) Realitätsbezug, suchtverhalten,
    Sonstiger bedarf ...
    Das ad(h)s ja selten allein kommt...ist wichtig die begleiterkrankungen und die damit einhergehenden Schwierigkeiten zu benennen und sich diese am besten auch attestieren zu lassen!

    Ich hoffe, ich konnte dir ein paar fragen beantworten. Ansonsten schreibe mir gerne eine PN....
    Lieben Gruß,
    Sumasu

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.692

    AW: Leben im betreuten Wohnen oder psychiatrischem Wohnheim bei "reinem" ADHS?

    Was mir noch einfällt:
    Die beantragten stunden für ambulante wohnbetreuung fallen leider eher gering aus...so um die 2 maximal 3 stunden wöchentlich. Bei der Beantragung daher lieber hochpokern, mehr stunden beantragen.
    Wenn das clearing mit dem kostenträger dann stattfindet, wo entschieden wird ob oder ob nicht bewilligt wird und wenn ja wie viele stunden, gut vorbereitet sein...da geht der oder die zukünftige wohnbetreuung des vereins die mit dir den antrag stellt mit.
    Das alles bezieht sich auf amb. Betreute wohnformen...
    Man kann auch bei teil-stationären wohnformen eine wohnbetrwuung beantragen...
    Genehmigt werden lieber ambulante "Maßnahmen", weil kostengünstiger...
    Aber es gibt ja auch WG's.

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