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Diskutiere im Thema ADHS'ler bekommen Medis, Depressive nicht im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #31
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: ADHS'ler bekommen Medis, Depressive nicht

    Wenn jemand erheblich starke Nebenwirkungen hat sollte kein MPH nehmen!
    Dafür gibt es venlafaxin die man immer erster probieren sollte!

  2. #32
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 74

    AW: ADHS'ler bekommen Medis, Depressive nicht

    Das ist ja mal ein richtiges Reizthema, weil ich mich genaugenommen auch gleich angegriffen gefühlt habe beim Erst-Beitrag.

    Fakt ist, es gibt etliche Substanzen in mindestens ebenso vielen Dosierungen gegen Depressionen.
    Hier mal meine relativ geringen Erfahrungen:
    Das angepriesene Reboxetin (in Deutschland unter dem Namen Edronax bekannt) durfte ich mal nehmen und meine Depression hat sich darunter ganz toll stark verschlechtert - und das unter ärztlicher Aufsicht! Dann habe ich ein tetrazyklisches AD dazubekommen - nix außer stetigem Hunger mit vorprogrammierter Gewichtszunahme. (In der Klinik hatte ich das Glück gleich drei Oberärzte mit unterschiedlichen Kompetenzen in 7 Wochen zu haben - auf der selben Station) Der zweite OA hatte dann die glorreiche Idee, das Edronax abzusetzen und durch Citalopram (SSRI) zu ersetzen und schon ging's aufwärts. Das Mirtazapin (tetrazyklisches AD) hab ich dann später in Absprache mit meiner Psychiaterin abgesetzt. Meine Argumentation dazu war: Da nehme ich ein Medikament um wieder normal zu sein, nehme zu und kriege wieder Depressionen, weil ich jetzt 20 kg schwerer bin als vor 8 Wochen.
    Ein paar Wochen später wurde mir dann (weil ich wieder nicht schlafen konnte) ein Neuroleptikum verschrieben - da war ich grad auf ner Therapiestation (mit Schwerpunkt Borderline). Dummerweise hatte ich dann wieder unstillbaren Hunger und, weil ich die retardierte Variante mit Elefantendosierung bekommen habe und dauerhaftes Schlafen (ein halbes Jahr nach der Therapiestation hab ich dann 16h geschlafen und die restlichen 8h des Tages mit Nahrungsaufnahme verbracht) - bester Kommentar meines behandelnden Arztes auf Station: Sie müssen weniger essen, mehr Sport machen und stellen Sie sich um Himmels Willen einen Wecker, damit Sie nicht immer zu spät aufstehen und dann die Mahlzeit (ich hab locker alle Mahlzeiten auf Station verpennt) verpassen! - War ne ganz tolle Ansage vom Doc, weil der die Nebenwirkungen mal glatt ignoriert hat.

    Mein persönliches Resumee zu AD's ist: nicht alles wirkt auch bei jedem gleich, aber bei Citalopram bin ich dann bis vor einem viertel Jahr hängen geblieben, weil's mir wirklich geholfen hat aus der Depression rauszukommen und stabil zu bleiben. Abgesetzt hab ich's auch nur, weil ich in die ADHS-Diagnostik gegangen bin und weil es vom Zeitpunkt her genau richtig war (keine Absetzprobleme gehabt).

    Und ich glaube auch nicht, dass man das MPH einfach hinterhergeworfen bekommt. Die Nachbarskinder mit ADHS (hab drei davon) kriegen alle keine Medis und alles was ich inzwischen zur Kompensation nutze, habe ich mir hart erarbeitet in verschiedenen Therapien. Psychopharmaka und MPH sind keine Allheilmittel und auch keine Allein-Therapien.
    Mein Arzt auf der Depri-Station hat mir zur Entlassung noch ein paar sehr weise Worte mit auf den Weg gegeben:
    Medis, Ärzte und Therapeuten bauen dir eine Brücke über den Abgrund, aber gehen mußt du den Weg trotzdem selber.


    PS: von EKT halte ich wenig, die so Behandelten sind dann immer stundenlang wie Zombies auf der Station rumgelatscht und wußten nicht mal mehr ihren eigenen Namen...

  3. #33
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 129

    AW: ADHS'ler bekommen Medis, Depressive nicht

    Hallo!

    Vielleicht ist ja der Thread-Start etwas unglücklich formuliert Ich für mich kann nur sagen, dass ich schon diverse SSRIs, Trizyklische ADs, SSNRI , Elontril und Strattera hinter mir habe. Ebenso Atypische Neuroleptika und Neuroleptika. Und auch Lamotrigin...

    Über 6 Jahre haben die Fachärzte kein Problem gehabt, mich immer wieder zu vertrösten: das braucht halt 6-8 Wochen, bis es wirkt… Und dann kam das nächste und das nächste. Präparate die oft ein Heidengeld (Die Krankenkassen) gekostet haben. Geholfen hat es nicht, außer der Depression - dieses kleine Monster hat sich gut umsorgt gefühlt.

    Und ja, es war ein Krampf (18 Monate, 3 Testungen), bis ich endlich die Diagnose ADS hatte.(Ist jetzt 9 Monate her) Wobei nur der letzte Test auch umfangreich war. Und auch nur durch mein hartnäckiges Forschen nach einem kompetenten FA möglich. Die es wirklich nur seeeeeehr selten in meiner Gegend gibt.

    Und ein Stück weit (wenn es auch auf Unerfahrenheit und mangelndem Forschungsgeist der FA beruht) finde ich doch auch die "Laissez Faire" Verschriebungsmentaltät der FA im Bereich ADs atemberaubend. Und das meine ich wortwörtlich.

    Medikinet ist billiger, es wirkt stabilisierend und auch auf die Ängste (bei mir). Natürlich nicht so, dass ich keine mehr hätte. Aber ich kann durch Medikinet endlich mal erkennen, was überhaupt los ist und kann endlich konkret nach Lösungen suchen... Leider nicht bei PMS und die dauert bei mir leider 7 Tage. Deshalb werde ich weiter nach ADs suchen müssen...

    Was die Erfahrung mit Schmerzmittel betrifft ( Menstruationsbeschwerden): Es gab da mal was, das hieß Parsal SL. Und ich fühlte mich immer auf Wolke 7. Nix mit Depri.

    Ist leider schon lange vom Markt. Ich weiß auch nicht, was das chemisch gesehen war. Aber ich Trauer dem Zeugs schon auch hin und wieder hinter her.

    Es wirkt halt auch nicht alles gleich - ist bei jedem anders...

    So, vielleicht ist ja meine Erfahrung ähnlich wie das, was Du ausdrücken wolltest...

    LG, Artischocke

  4. #34
    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: ADHS'ler bekommen Medis, Depressive nicht

    cruelmoth schreibt:
    Ich meinte das mir gegen die Symptome keinerlei Antidepressiva geholfen haben.

    Es wäre schön wenn Stimulantien auch rein Depressive erhalten könnten. Ich habe im Krankenhaus Menschen gesehen die schwer depressiv sind... Die nicht am Computer hocken können und was weiß ich. Ihnen sollten gute Medikamente nicht vorenthalten werden.
    Das dürfte nicht zu verantworten sein vermute ich.

    Ein Psychologieprofessor hat mal behauptet, man dürfe einem Depressiven nicht übertrieben ständig aufmuntern mit Sprüchen wie "mach doch mal was". Mancher, der dann nämlich "endlich mal was macht", macht dann Selbstmord.

    Von daher kann ich mir vorstellen, dass für rein Depressive Stimulanzien sogar kontraindiziert sein könnten.
    Und was soll erst werden, wenn die Wirkung nachlässt, und die Symptome noch geballter wiederkommen???

  5. #35
    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: ADHS'ler bekommen Medis, Depressive nicht

    P.S.: Dir ist aber schon klar, dass MPH auf AD(H)Sler paradox wirkt?

    von daher scheint es mir noch einleuchtender, dass ein Stimulanz einem rein Depressiven eher helfen könnte, ein passendes Fenster oder Seil zu finden, als seinen Zustand zu verbessern.
    Auch Stimulanzien machen nicht Lust, etwas zu tun, wozu man vorher schon rein gar keine Lust hatte.

  6. #36
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    Forum-Beiträge: 359

    AW: ADHS'ler bekommen Medis, Depressive nicht

    zammel schreibt:
    Das dürfte nicht zu verantworten sein vermute ich.

    ....?
    @zammel: kannst du das näher ausführen, warum es nicht zu verantworten ist? Ich will nur sicher gehen, dass ich dich richtig verstanden habe. Ist es nicht zu verantworten, weil Depressive nicht aktiviert werden sollten (2. Absatz) oder wegen der Nebenwirkungen von MPH? Danke im Voraus!

  7. #37
    Ist öfter hier

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    Forum-Beiträge: 129

    AW: ADHS'ler bekommen Medis, Depressive nicht

    Interessante Frage…hat mich auch stutzig gemacht..in den oberen Beiträgen klingt es ja leider so, dass jeder Depressive quasi vorn Suizid steht. Stand ich auch, quasi, weil ich immer nur ADs bekam Vor allem frag ich mich, wie ihr des so schön per Ferndiagnose wissen könnt?? Gab es da schon einmal eine klinische Testreihe drüber?? Wenn ja, dann her damit. Würde mich interessieren

  8. #38
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: ADHS'ler bekommen Medis, Depressive nicht

    Im oberen Beitrag hatte ich "Mancher" geschrieben.

    Ganz sicher wollte ich nicht behaupten, dass jeder Depressive selbstmordgefährdet ist.
    Dass aber die meisten Selbstmörder vorher depressiv gewesen sein sollen - ist das ein Geheimnis?

    Slippyamelia, nein kann ich nicht näher ausführen, höchstens nochmal erklären.
    Also der Professor war kein junger, also fern davon, etwa grün hinter den Ohren zu sein.
    Und er sagte einfach (im Unterricht), dass man es grundsätzlich nicht übertreiben sollte mit der Aktivierung Depressiver - ja. ((edit: ) Ich könnte noch mal gucken, ob in dem Ordner noch mehr dazu steht, (glaube ich aber nicht, war eben kurz und knackig erklärt worden) wenn er aber bei denen im Keller steht, weiß ich nicht...(hüstel)
    Denn mancher ist selbst zu depressiv, seinen ersehnten Selbstmord auf die Reihe zu kriegen. Immerhin muss man evtl aktiv werden - z.B. um "Hilfsmittel" zu besorgen.
    Es besteht eben die Gefahr, dass jemand, der dauernd ermuntert wird "tu doch mal was" sich irgendwnn getrieben fühlt - oder auch den Drive kriegt - "ja, ok jetzt mache ich was" - oder vielleicht auch "jaaaa, ich mach ja schon was". Und eben durchzieht, was er bisher nicht gebacken gekriegt hat - weil es genau das war, was er schön länger wollte oder/ und auch, das Einzige, was ihm einfällt, das er tun tun könnte.

    Noch mal für Artischocke - natürlich ist nur ein gewisser Prozentsatz von Depressionen betroffener selbstmordgefährdet.
    Aber sieht man es ihnen an?
    Und antwortet jeder wahrheitsgemäß auf die etwaige Frage eines Arztes "Sind sie selbstmordgefährdet, oder kann ich Ihnen was Aktivierendes geben?"??

    Für Studien müsste ich schon forschen, ob der Dozent noch an der Uni ist und Dir per PN seine dortige öfrentliche Telefonnummer geben, damit Du ihn selber fragen kannst, wenn Du möchtest. Vor 7 Jahren war er schon gehobenen Alters, aber noch nicht steinalt, vielleicht ist er also noch da.

    LG
    Geändert von zammel (23.03.2014 um 10:46 Uhr) Grund: ach ja, Doppelpunkt + Klammer = Smiley

  9. #39
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    AW: ADHS'ler bekommen Medis, Depressive nicht

    Spätestens seit mir eingefallen ist, dass Stimulanzien bei AD(H)Slern paradox wirken, weiß ich nicht mehr, wie man deren Anwendung auf Depressionen ohne AD(H)S übertragen können soll.
    Erwartet man, dass sie ähnlich oder genauso wirken? Wie sollten sie das können, wenn sie beim AD(H)Sler paradox wirken, beim ausschließlich Depressiven dann aber nicht? Die Wirkung kann nicht dieselbe sein.
    .....
    .....

    Die ganzen Überlegungen dazwischen spare ich uns jetzt mal, aber im Fazit vermute ich, dass Depressive irgendetwas anderes brauchen, als etwas, was nur aktivieren soll. Das Nervensystem aktivierende Stoffe lösen ja nicht so etwas wie "gefühlsmäßige Lähmungen". (bitte nicht hauen, gibt bestimmt bessere Ausdrücke, ich weiß)
    Noch mal: kein AD(H)Sler, und möglicherweise auch kein Missbrauchender werden durch Stimulanzien zu etwas aktiviert, wozu sie vorher bereits nicht bereit waren - vielleicht ausgenommen, es liegt eine Anlage zur Manie vor. AD(H)Sler werden nicht aktiviert, endlich mal zu spülen, sondern sie können sich besser drauf einlassen und leiden nicht so darunter, ans Spülbecken "gefesselt" zu sein. (Wage ich mal zu behaupten, lasse mich gern eines Besseren belehren, empfindet ja nicht jeder gleich)

    Stimulanzien mögen antreibend wirken (tun sie das wirklich, oder sorgen sie nur für mehr Adrenalin, Dopamin, oder was sonst noch?), aber sie spenden weder Kraft, noch Mut, noch Hoffnung, auch nicht, indem sie evtl. den Dopaminspiegel künstlich in übernatürliche Höhen treiben.
    (glaube ich mal so ganz unwissenschaftlich)

  10. #40
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 58

    AW: ADHS'ler bekommen Medis, Depressive nicht

    ich bin nicht arzt aber bin sicher, dass es auch für depressive diagnose geeignete medis gibt.

    mir hat man auch temesta verschrieben da ich depression hatte. das habe ich aber nicht genommen da ich den verdacht auf adhs hatte und nun korrekte medis, also mph, nehme.

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