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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    Verdrehte Fronten

    Im Rahmen eines Semesterpraktikums arbeite ich in einem Kinderhort. Wir haben ein Kind mit ADHS der Paul. Aber mir erscheint, die Sache sehr merkwürdig. Er ist Hyperaktiv, er trietzt ständig die anderen Kinder, aber kann sich angeblich nicht daran errinern!Laut Eltern und Psychologen. Das Kinder mit ADHS provozieren ist mir bekannt, aber sich nicht daran erriern ? Ich glaube, er hat noch mehr als ADHS. Ich konnte nicht jeden Mist erkären, den ich gemacht habe, aber ich konnte mich an ihn errinern! Wie gehtes euch . Es ist schon seltsam, von den Betreuern, bin ich der, der am wenigsten auf Pauls Seite steht.Ich beschütze ihn schon, wenn man ihn mal wieder verprügeln will, aber laut den übrigen Kindern, bin ich der " Gerechteste Betreuer" Paul gegenüber, ich nehme ihn auch etwas in Schutz, aber nicht so übermäßig. Ich habe den Kindern versucht zu erklären, warum Paul so ist, wie er ist, aber kommt natürlich nicht bei ihnn an.Seltsame Situation und seltsame Vertauschte Rollen

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 230

    AW: Verdrehte Fronten

    Inwiefern soll er Hyperaktiv sein (erst wenn was ist oder auch so)?

    Natürlich gehört das "nicht erinnern" dazu. Man erlebt es nur in der Situation und nach paar Minuten kann das verflogen sein, weil man sich schon was ganz neuem widmet.
    Naja, andere Kinder ärgern gehört eigentlich nicht zu AD(H)S. Ich weiß nur von mir, dass wenn mir was nicht passte ich ausflippte. Wenn mich jemand ärgerte dann ging bei mir die Schraube locker und drehte vollends ab (wurde auch mal weggesperrt von den Betreuern), weil 1.) das Ungerechtigkeit nicht sein darf und 2.) die Betreuer (damals Erwachsene generell) für mich total lahmarschig reagierten (meine Frustrationstoleranz war ziemlich gering).
    Das sind 2 Dinge, mit den konnte ich nicht umgehen.
    Je langsamer und je weniger man auf mein Abdrehen reagierte, wenn so ein *********skind mir etwas weggenommen hatte (denn ich wurde so erzogen, dass man nichts wegnehmen durfte), was mir gehörte, desto heftiger meine Wutausbrüche. Dann bezog ich im Grunde alle anderen Kinder mit ein, weil sie mir nicht halfen. Dann hatte also jeder Schuld!
    In Schutz nehmen braucht man nicht...wichtig ist nur, dass man halt nicht von woanders genervt wird (so war das wohl bei mir, glaube ich). Die Betreuer ließen mich also oftmals einfach so spielen wie ich lustig war (ich wollte ja gar nicht mit anderen Kindern spielen außer mit meinen Freunden), weil die Gefahr bestand, dass ich sonst abdrehte, wenn man mich zwanghaft davon abbringen wollte. Basteln war immer ein Graus für mich. Solange es nichts mit Schere zu tun hatte, ging es aber.

    Anderen Kindern zu erklären wie er ist ... hmm ... das klingt doof, weil das so rüberkommt: "Guck mal her! Er ist anders und sowas von anders, dass er zu euch nicht gehört."
    Also ich als Kind mochte das überhaupt nicht, wenn man mich vorstellte oder sonst was sagte wie "er hat sich nun abreagiert, also lasst ihn BITTE in Ruhe". Ich wollte einfach nur meine Ruhe und mit meinen Freunden (1-2 Kinder) dort spielen. Die meisten interessierten mich auch nicht, da ich viele einfach als dumm empfand.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Verdrehte Fronten

    Paul in "schutz" zu nehmen - sendet ihm die falschen "Signale" - sorry, dazu muss man kein Psychologe sein....
    (meine Meinung als nicht Fachperson)

    Wenn Paul für das "Leben" lernen will - braucht er authentisches Feedback - keine Extrawurst - je mehr er als "Extra"
    behandelt wird - desdo mehr wird er aus der Gruppe ausgeschlossen.

    Ich finde es wichtiger - ihm klar zu machen - was sein Tun für Folgen hat.... wenn er dazu gehören möchte -
    führt kein Weg vorbei ihn die "Kosequenzen" spüren zu lassen - auch wenn er bei seinen "Ausrastern" Rot sieht -
    so muss er selbst lernen, diese zu managen - dies wird er erst tun - wenn er einen Grund dazu hat.

    Nur meine Meinung.

    Sorry, ich bin etwas streng - doch als "Mutter" ich will das es meinen Kindern gut geht - und das geht
    nur indem ich nicht die Umgebung versuche zu verändern (das geht auf lange Sicht nämlich nicht) - sondern
    dass sie einen Weg finden - sich in dieser zu recht zu finden.

    lg

  4. #4
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Verdrehte Fronten

    Es ist eine schwierige Situation. MIt andere Kinder ärgern meinte ich eben so sachen, das man sehr impulsiv ist mit Adhs und es schnell zu missverständnisen so kommen kann. und ich versehe dich Smile, ist auch meine Meinung, ich greife auch nur wirklich ein, wenn man ihn mal wieder zusammen schlagen will...ich kann es schwer zulassen, das man hn vor meinen augen zusammen schlägt...

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Verdrehte Fronten

    @Tetrian

    Ne, sowas darf man auch nicht zu lassen. Erwachsen bedeutet auch hier "Grenzen zu setzen". Kinder haben noch nicht das "Vermögen" - Konflikte "verbal" zu lösen.
    Gibt es etwas was Paul sehr gut kann? Ev. kann man in einem Wettkampf - es so beeinflussen, dass Paul für die anderen im Team als sehr "Wertvoll" empfunden wird.

    Aber eben - bin kein Fachmann - für die Kinder, so habe ich das Gefühl - ist es wichtig dass die Gruppe sich als "Ganzes" sieht - und dies kann man
    sehr gut, so glaube ich, im Wettkampf fördern. Jeder braucht jeden um zu Gewinnen - nur Zusammen funktioniert es.

    Aber eben - eigentlich habe ich gar keine Ahnung.
    (ev. sich an einem Fussball-Plauschturnier anmelden ? - wo man als Team - gegen "andere" - als Gruppe zusammenwächst?)

    lg

  6. #6
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Verdrehte Fronten

    In Konfliktsituationen würde ich mit den unmittelbar beteiligten Kindern in einen gesonderten Raum gehen und mit ihnen die Situation aufklären.

    jeder erzählt "seine Variante" der Situation (nacheinander, und nicht ins Wort fallen ..Du bist gleich dran, lass ihn/sie erstmal erzählen), dadurch lernen die Kids auch die "gegnerische Sichtweise" kennen. Dann kann man den Kindern die Sicht des jeweils anderen nochmal verdeutlichen.. Wie hättest Du Dich in der Situation gefühlt?....

    Und gemeinsam den Kern der Wahrheit finden... (Also Du sagst jetzt das und der andere das, irgendwie passt das nicht zusammen, überlegt doch beide nochmal, wie es gewesen ist.)

    Wichtig ist dabei, dass keines der Kinder vorverurteilt wird und alle zu Wort kommen können...

    So habe ich das immer mit meinen Kindern geregelt, wenn es Streit gab und beide (Mädchen 9 mit ADHS und Junge 6 ohne ADHS) haben daraus viel gelernt. Auch an anderen Kindern, die manchmal Streit mit meinen haben, merke ich oft, dass das gut funktioniert, selbst wenn das Kind als schwierig gilt...

    LG Tanja

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