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Diskutiere im Thema Anderes Erziehungsverhalten bei ADHS-Kindern und oppositionelle Störung im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 52

    Anderes Erziehungsverhalten bei ADHS-Kindern und oppositionelle Störung

    Ich hatte vor ein paar Tagen eine Situation in meiner Familie, die mir zu denken gegeben hat.

    Mein Bruder (12, ADHS) hat auch eine Warhnehmungsstörung und mein Vater interessiert sich weder für seine Diagnose noch kann er schon bei normalen Menschen und Situationen die Befürfnisse erkennen...
    Von fehlender Fähigkeit zur konstruktiven Kommunikation mal ganz abgesehen.
    Kommt ein Kind freudig an und erzählt z.B., dass es einen neuen besten Freund hat, antwortet mein Vater - bist du SChwul - und grinst hämisch...

    Bedürfnis völlig ignoriert und das Kind abgewertet - Note 6 --> Setzen...

    Er ignoriert ADHS völlig. "Mit mir" "hatten meine Eltern" schon schlimme Probleme in der Jugendzeit und mit ist klar geworden, dass sie nicht draus gelernt haben...

    Also zur Situation:

    Mein Bruder sitzt vertieft vor dem Fernseher und meine Mutter ruft ihn zum Essen.
    Er hört es nicht und kommt nicht. Mein Vater kommmt zum Essen und da das Verhältnis meiner Eltern schwer gestört ist, wird meine Mutter von meinem Vater angpflaumt.

    Sie ruft meinen Bruder wieder schon böse durch die blöden Bemerkungen meines Vaters und er hört wieder nicht. Ruft ihn wieder (mein Vater gibt wie immer ständig abwertende Bemerkungen über meine Mutter ab und meckert rum), mein Bruder kriegt es mit, kommt und wird erstmal angeschnauzt obwohl er glaubhaft gemacht hat, dass er es nicht gehört hat.

    Dann sage ich zu meinem Vater, dass das am ADHS liegt und eine Wahrnehmungsstörung ist weswegen er es manchmal nicht hört
    - um meinen Bruder zu verteidigen.

    Aber mein Vater sieht nur meinen Bruder an und sagt:

    ---> und wenn ich dir ein paar hinter die Ohren haue, hast du keine Wahrnehmungsstörung mehr. Und grinst nur hämisch...

    Boahhh... mir ist die Galle hoch gekommen...

    Mal ganz abgesehen davon, dass ich das Gespräch geführt habe und er sich meinem Bruder zugewandt hat weil er ihm keine richtige Antwort dagegen geben konnte, so wie ich es hätte getan.... zeigt mir das mal wieder, dass ich sicher nicht die Hauptschuld an den Problemen mit meinen Eltern hatte.

    Sie erziehen sich die schlimmen Kinder mit ihrer Unfähigkeit...
    Und ich bin nicht das letzte Kind, das sie so versauen...
    Denn die Kinder haben nicht die Macht sich wirklich dagegen zu wehren.

    Irgendwann kommt große Knall in Form von Verweigerung und Autoritätsproblemen der Kinder doch zwangsläufig. Wenn normale Kommunikation nicht möglich ist, ist das der einzige Weg seine Rechte und Bedürfnisse durch zu setzten.

    Was natürlich zu einem schwerwiegenden Problem wird wenn man diese Art der Problembewältigung verallgemeinert und bis ins Erwachsenenalter hinein verschleppt weil man keine anderen Lösungsstrategien kennengelernt hat und den Respekt vor den so genannten "Autoritäten" sofort verliert weil man gleich wieder an die Kindheit denkt (getriggert wird).

    Ich habe im Internet eine tolle Arbeit (vorsicht lang) über dieses Thema gefunden... Falls sich Jemand für das Thema interessiert.

    "Das Erziehungsverhalten der Eltern aus der Sicht von Kindern mit und ohne
    Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung"

    http://scidok.sulb.uni-saarland.de/v...._Ekundayo.pdf


    Für mich ist das definitiv Kindesmisshandlung. Denn wenn er sich mit dem Thema ADHS beschäftigen würde, könnte er darauf richtig reagieren.

    Jemandem mit Gipsbein haut man doch auch keine rüber weil er beim 100-Meter-Lauf nicht 1. wird.

    Die Ignoranz führt zum Problem. Aber für ihn gibt es (durch Ignoranz) kein Problem.
    Denn Schuld haben die Kinder - sprich damals ich und jetzt mein Bruder.

    Sein Spruch zum Thema ADHS, das ich angschnitten hatte:

    --> Mach keine Probleme, wo keine sind - im Weggehen mit abwertender Miene.

    Wie seht ihr die Sache?

    Reagiere ich über weil es bei mir schon so schlecht gelaufen ist oder hab ich recht damit?

  2. #2
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Anderes Erziehungsverhalten bei ADHS-Kindern und oppositionelle Störung

    Hi Sylver !!!

    Ich bin selbst betroffener der ADHS und ich habe einen Sohn mit 3 Jahren, der in die gleichen Bahnen gelenkt wird, wie ich damals, bezüglich seiner Botenstoffe, also ADHS.
    Für mich als ADHS`ler ist es auch nicht einfach und von keiner 100 % tigen Erfolgschance behaftet, meinen Sohn richtig zu behandeln und so zu erziehen, daß er in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Dein Papa hat es sicherlich nicht einfach darauf richtig zu reagieren, wenn er keinen Durchblick hat, selbst wenn er viel über ADS & ADHS gelesen hat. Ich bin 38 J. alt und habe mit meiner Frau dieselbe Problematik, das sie oftmals etwas zu mir sagt, mich anspricht ohne das sie eine typische Reaktion darauf erhält. Stressssssss...,mitlerweile hat sie das nötige Verständnis dazu erlangt, das es keine Absicht von mir ist.
    Diese Situationen finden wir alltäglich bei unserem Sohn und meine Frau an mir wieder. Ein Erfolgsrezept habe ich zur Abhilfe noch nicht gefunden.
    Jedoch hilft es, in Bezug zu meiner Person erst etwas lauter meinen Namen zu nennen gefolgt von einer Pause mit darauf folgendem Inhalt der Ansprache.
    In Bezug auf euren Vater fehlt anscheinend das nötige Interesse sich mit der akuten Problematik vertraut zu machen und vorallem sich damit auseinander zu setzen.
    Er ist in diesem Forum sicherlich ein wünschenswerter Betrachter und Kritiker um sich selbst ein wenig näher zu kommen, um seine nötige Liebe und Erziehung an seine Nachkommen zu vermitteln. Es ist nun offen woran es tatsächlich liegt, an einem Desinteresse, der Mangel an Zeit, Fachwissen etc.............
    Er, der Papa sollte die richtigen Hinweise erhalten, um vorhandenes geistiges Potenzial in die notwendige richtige Richtung zu konzentrieren und wenn notwendig seinen inneren Schweinehund zu überwinden, um den Schritt zu wagen, die vorhandene Problematik mit neuem intusiasmus und respekt zu bewerten, betrachten und zu meistern.
    Auf gut deutsch gesagt:
    "Er sollte den Arsch in der Hose haben, um sich der Problematik mit der nötigen Energie zu stellen und so gut es machbar sein wird, seine Vorbildfunktion zu meistern" .
    Dies ist nicht persönlich gemeint, auch als selbst Betroffener mit einer 10 jährigen dyplom psychologischen Erziehung fällt es schwer, die Kraft aufzubringen und die richtigen Entscheidungen bezüglich der mangellosen Erziehung des eigenen Sohnes zu treffen.
    Nur wer nicht wagt, der wird nicht siegen und schon gar nicht etwas erreichen, denn es gibt keine Erfolgsformel zur Erziehung, deshalb sollte man als Papa auch nie aufgeben und keinen Versuch unberührt belassen.
    Vielleicht konnte Dir die weiter helfen, bin auf Dein Feedback gespannt,

    Mfg. ,
    ADEHS

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 52

    AW: Anderes Erziehungsverhalten bei ADHS-Kindern und oppositionelle Störung

    Hallo ADEHS

    mein Vater IGNORIERT die Diagnose.

    Er würde sich nie dazu bringen lassen sich sowas durch zu lesen... ich habe es schon 4 mal versucht. Schläge funktionieren doch wenn "Autorität" nicht hilft.... Und seine Macht kennt er.
    Mich wollten sie auch brechen. Ich durfte nicht ins Heim. Dafür gab es jahrelang Psychoterror weil meine Eltern schon mit sich selbst nicht klar kamen.

    So weit ist es zwar mit meinen Geschwistern noch nicht aber die Pubertät fängt ja erst an.... Ich habe Angst... Angst davor, dass es sich wiederholt...

    Zwar würde die Rolle meiner Mutter bei mir weg fallen (sie hat gemerkt, dass es falsch war, was bei mir gelaufen ist), unzumutbar für eine gesunde Entwicklung ist es allerdings weiterhin.
    Sicher ist nicht 100 % Schlecht, die meisten Grundbedürnisse werde erfüllt.

    Aber was ist mit Respekt, Anerkennung, Lob und Kommunikation? Klare Regeln fehlen!
    Bestraft werden die Kinder für die Kommunikationsprobleme der Eltern / Familie.

    @ ADEHS Hast du die Dissertation gelesen?

    Und wie gesagt, um seine eigenen Unzulänglichkeiten auszumerzen richtet er sich an die Schwachen mit Antworten auf Fragen von Personen, die ihm Paroli bieten würden - wenn es ihnen selbst gut gehen würde...
    Kommunikation gibt es nicht (es sei denn lächerlich machen, abwerten, meckern, abwiegeln)

    Ich selbst leide seit meiner Jugend an schweren immer wiederkehrenden Depressionen, die aus meiner Kindheit / Erziehung resultieren + Autoritätsproblemen...

    Ich werde so wütend wenn ich das sehe....
    Diese Familienverhältnisse sind auch ein Grund warum es mir jetzt wieder so schlecht geht.

    Um es mal auf den Punkt zu bringen:

    Meine Familie war und bleibt mein Untergang. Und ich möchte nicht, dass es meinen Geschwistern ergeht wie mir.

    Erziehungsmaßnahmen sind Erpressung und völlige "Autorität" (Macht, durch herabwürdigen der kindlichen Bedürnisse) durch den Vater und inkonsequenz und übersteigerte Liebe und nachlässigkeit durch die Mutter (aufgrund fehlender Liebe in der Beziehung zum Vater).

    Also...Einer sagt nein, einer sagt ja (0 Kommunikation zwischen den Eltern).
    Und wenn beide nein sagen, sagt Oma ja. (oder eine andere Konstellation)
    Und das Kind kriegt immer den Ärger weil es ja gegen eine Ansage / Regel verstoßen hat.

    Es wird nicht gefragt was zum Streit führt sondern sofort bestraft.
    Verbote werden nicht begründet. Über Ängste wird sich vom Vater und der Oma lustig gemacht, von der Mutter zu sehr beschützend eingegriffen.

    Ich muss dazu sagen, dass ich vermute, dass die Mutter meines Vaters eine Narzisstin ist... wahrscheinlich hat sie das bei ihm auch nicht hin bekommen.
    Sie wohnt mit im Haushalt und hat ihn "unter Kontrolle". Sie lässt ihn ihre Intrigen und Machtkämpfe gegen ihre Widersacher (Mich oder meine Mutter) führen wenn man sich aus ihrem Wirkungsgebiet entfernt.... Aber das ist noch eine andere Geschichte...

    Ignoranz ist für mich in Verbindung mit solchen Verhaltensweisen Kindesmisshandlung.... Denn es gibt andere Wege, die der Arzt durch Broschüren aufzeigen wollte (die vom Vater nicht gelesen wurden) und ich versucht habe anzusprechen. Die aber sofort bei Beginn abgeschmettert wurden.

    Ich hab doch auch gesehen, dass sowas nicht gut ist.
    Wie können Menschen, die sich erwachsen nennen so ignorant / blind? sein?

    Da war ich mit 13 Jahren schon weiter!!!

    Die eigene Familie beim Jugendamt anzeigen ist aber auch eine Sache, die man nicht so einfach macht... Ich habe ja sogar schon Gewissensbisse bei den Hunden. Noch nicht mal da kriegt er es auf die Reihe die Bedürfnisse zu erkennnen.

    Immer Öl ins Feuer schütten weil er Unfähig ist - die Ursachen der Verhaltensweisen nicht einmal ansatzweise erkennt oder erkennen will.... Und dann schwere "erzieherische Maßnahmen" ergreift
    weil die Kinder / Hunde ja so böse sind.

    Meistens kommen die "erzieherischen" Ratschläge von Oma... Die ja eine Göttin für ihn zu sein scheint... Egal was sie für eine Scheiße vom Stapel lässt - er pariert...Schrecklich...

    Wenn man versucht Hilfestellung zu geben wird es nicht angenommen. Denn es gibt ja keine Probleme.
    Zwar ist meine Mutter offen für das Thema aber sie hat keine Entscheidungsgewalt da Oma sie seit 25 Jahren bekämpft und untergräbt und mein Vater ihr folgt...

    Ich weiß echt nicht was ich da machen soll. Kommunikation ist ja nicht möglich.

    Vielleicht habe ja ja ne PTBS davon getragen - wer weiß. Ich muss da immer an meine Kindheit denken.
    Jedenfalls reagiere ich auf sowas allergisch! Ich weiß nicht ob es übertrieben ist denn ich bin depressiv und denke sehr negativ. Aber ich sehe die Reaktionen meines Bruders und kann mir lebhaft vorstellen wie er sich dabei fühlt.

    Ich weiß nur, dass es 100 %ig nicht gesund ist, wie es läuft.
    Geändert von Sylver ( 7.10.2009 um 12:47 Uhr) Grund: Ergänzungen

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Anderes Erziehungsverhalten bei ADHS-Kindern und oppositionelle Störung

    Hallo Sylver !!!

    Eure Problematik innerhalb der Familie ist anscheinend so schwierig und komplex durcheinander geraten, daß ich Dir leider kein passendes Erfolgsrezept dazu präsentieren kann, dies selbst zu ändern.
    Die sogenannte Hirachie ist von ganz unten her, die Stelle, an der ihr als Kinder zu stehen scheint, ohne professionelle Hilfe nicht erreichbar.
    Ein Lösungsansatz dazu wäre, sich einem Facharzt aus dem Bereich der Neurologie & Psychologie anzuvertrauen, ihm die bestehende Problematik zu schildern und gemeinsam einen Lösungsweg zu erarbeiten.
    Damit werden Deine Eltern nicht hintergangen oder "angeschwärzt", sondern, da es Dir nicht gut geht, gehst Du zum Arzt, wie es jeder tun würde.
    Der Facharzt kann Dir sicherlich weitere Anlaufstellen nennen, die euch weiterhelfen können.

    Viel Erfolg,
    ich hoffe das es euch bald besser gehen wird, ...
    ... der erste Schritt in diese Richtung, muß allerdings von Dir gemacht werden, denn das Glück klingelt nicht an der Haustür.

    Mfg,
    ADEHS

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 52

    AW: Anderes Erziehungsverhalten bei ADHS-Kindern und oppositionelle Störung

    Ich muss dazu sagen, dass ich 26 Jahre bin

    Wie sollen ein Arzt und ich denn etwas daran ändern, dass meine Familie sich nicht helfen lässt?

    Mein anderer Psychologe meinte, dass ich sie nicht ändern könnte und es halt so ist. Sie seien festgefahren.

    Ich hab meine Mutter jetzt so weit bearbeitet, dass sie vor hat nochmal mit meinem Bruder zum Psy geht. Um zumindest einmal Medikamente aus zu probieren.

    Und damit mein Bruder auch eine Anlaufstelle hat.
    Ob und wann sie es macht kann ich aber auch nicht 100%ig beeinflussen.

    Mich macht es so traurig, dass immer die Menschen zum Doc gehen müssen, die unter den Anderen leiden.

    Die Verursacher machen munter weiter und stempeln die, die duch sie Schaden genommen haben dann erst recht als gestört ab.

    Man fühlt sich dabei so hilflos...

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.120

    AW: Anderes Erziehungsverhalten bei ADHS-Kindern und oppositionelle Störung

    Hallo sylver

    kann ich dir zustimmen , es ist traurig und oft ungerecht wie manches abläuft

    Ich finde es prima , das du dich so für deinen Bruder einsetzt, nur deine Position ist nunmal die der Schwester und nicht die der Erziehungsberechtigten .

    Deinen Zorn und deinen Ärger kann ich gut nachvollziehen und auch die Ohnmacht, daneben zu stehen und so hilflos zu sein.

    Deine Mutter zu bearbeiten , finde ich eine zweischneidige Sache und ob es deinem Bruder dann wirklich hilft ????
    Ein Kind liebt immer beide Elternteile , auch wenn sie nicht gerade fürsorglich umgehen.
    Ich hätte da die Befürchtung ,das dein Bruder dann zwischen den Stühlen sitzt,gib ihm bitte nicht das Gefühl sich für oder gegen was entscheiden zu müssen ,was du ihm sein kannst , ist eine Schwester , die für ihn ein offenes Ohr hat , ihm zuhört, hinter ihm steht .... mach bitte nicht in seiner Gegenwart die Eltern schlecht (ich weiß , das fällt sehr schwer)

    Jo, deine Eltern kannst du nicht ändern , wenn dein Bruder zu einem Psychologen sollte, wäre schon wichtig , das sie dahinter stehen ,weil Kinder spüren das sehr schnell ob man dahinter steht oder nicht.

    Laß dich mal drücken , ist ja echt ne sch.... Situation in der du dich befindest.

    Will dir nicht zu nahe treten und schon gar nicht verletzen, sondern dir ein Feedback geben von außen und wenn es Mist ist, vergeß es ganz schnell.

    LG Dori

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 52

    AW: Anderes Erziehungsverhalten bei ADHS-Kindern und oppositionelle Störung

    @ Dori Danke für dein Verständnis

    Die Bearbeitung meiner Mutter zielt ja nur darauf hinaus, dass sie ihm die Hilfe zuführt, die er baucht oder brauchen wird, in naher Zukunft.

    Denn sein Kumpel hat mir vor einiger Zeit erzählt, dass er starke Konzentrationsprobleme in der Schule hat.

    Es ist mir wichtig, dass er auch unabhängige Gesprächspartner hat.
    Meine Mutter ist eh der Elternteil, der sich um sowas kümmert. Meinen Vater ineressiert es nicht zu welchem Arzt sie mit den Kindern geht.
    Und der Arzt meinte ja, dass sie ihn wieder vorstellen soll falls es Probleme gibt.

    Nun ja... das mit dem "Schlechtmachen" ist so eine Sache...
    Ich muss mich wirklich schwer zurückhalten...

    Ich sage ihm, dass es nicht normal ist wie mein Vater das handhabt.

    Und ich bin die einzige, die ihm die Ursachen für das Verhalten, das nun mal anders ist bei ihm, nahe legt. Meine Eltern haben ihn nicht darüber aufgeklärt.

    Ich versuche ihm auch Hilfestellung zu geben wie er bestimmte Dinge in der Schule, mit den Mädchen usw. meistern kann.

    Ich zeige ihm z.B. Selbstverteidigung (Selbstbewusstsein) oder kaufe ihm Knetbälle damit er - wenn ihm der Unterricht zu langweilig wird und er dann den Clown raushängen lässt - eine Alternative zu seinem (für Andere störenden) Verhalten hat. Oder weise meine Mutter darauf hin, dass niemand ihn stören soll bei den Hausaufgaben oder er ruhig runlaufen kann während er ein Lied oder Gedicht übt.

    Ich sage ihm was nicht angebracht ist z.B. ständiges dazwischenreden, jemandem zu nah auf die Pelle rücken usw. und erkläre ihm WARUM es so ist.

    Aber ich habe ihn auch aufgeklärt was positiv ist am ADHS.
    Solche Hilfestellungen bekommt er von meinen Eltern nicht.

    Was mich nur beunruhigt ist die Tatsache, dass die Kinder irgendwann die Verhältnisse erwachsen sehen. Die Eltern, ihr Verhalten und ihre Hintergründe werden hinterfragt.

    Die Frage ist dann - wie reagieren sie auf so ein erlterliches Verhalten? In wieweit sind sie Schuld dran, dass ihnen die nötigen Verhaltensweisen fehlen die Konflikte konstruktiv zu lösen? Wenn Kommmunikation nichts hilft sind doch Trotz und Schlimmeres die einzige Chance sich und seinen Unmut bemerkbar zu machen. Wenn man bedenkt, dass ADSler auch noch emotionaler sind, weiß man, dass diese Gefühle irgendwann alles bestimmend werden können.

    Der entstehende Konflikt ist doch voraus programmiert. Und z.B. für mich mit Folgen bis ins Erwachsenenalter.

  8. #8
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: Anderes Erziehungsverhalten bei ADHS-Kindern und oppositionelle Störung

    Ach Du meine Güte, Sylver! Und ich dachte, solche Zustände wären nur bei uns zu Hause an der Tagesordnung gewesen....

    Du hast absolut Recht: Das IST Kindesmisshandlung, und zwar ganz offiziell.

    Problem: tu´ mal was dagegen...

    Ich finde es wichtig, dass Du professionelle Unterstützung hast. Du kannst als Tochter leider nur Dir selbst in erster Linie helfen, wie auch schon Dori geschrieben hat, und für Deinen Bruder dasein - als Schwester. Mehr geht leider nicht.

    Die Aussage Deines Psychologen, dass Du Deine Eltern nicht ändern kannst, finde ich ebenfalls richtig. Mein Problem, dass ich an dieser Stelle habe, ist, dass ganz offensichtlich mindestens ein Kind hier eine potenziell gesundheitschädigende Behandlung erfährt. Eltern sind auch für das seelische Wohl ihrer Kinder verantwortlich, denn diese können sich leider noch nicht selbst helfen. Ich sehe leider auch nicht unbedingt die für Kinder erforderlichen Grundbedürfnisse bei und durch Deine Eltern erfüllt.

    http://www.kindergerechtigkeitspruef...duerfnisse.pdf

    Es ist absoluter Mist, ja. Das tut mir ebenso sehr leid für Dich, wie die Hilflosigkeit, die Du dabei empfindest. Ich kenne es ähnlich, leider, sowohl direkt als auch indirekt. Und auch ich musste leider akzeptieren, dass ich zum Einen meine Eltern nicht ändern kann - zum Anderen, der Kontakt zu ihnen für mich im wahrsten Sinne des Wortes tödlich ist.

    Wenn es Dir so sehr zusetzt, wäre dann vielleicht eine rigorose Kontakteinschränkung oder vielleicht sogar ein Kontaktabbruch für Dich zunächst mal eine Lösung, oder zumindest Besserung? Wäre das für Dich überhaupt denkbar?

    Drück´ Dich auch mal.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Anderes Erziehungsverhalten bei ADHS-Kindern und oppositionelle Störung

    ADS und ADHS ist ja aus schulmedizinischer Sicht ein genetischer Defekt...ich bin da anderer Meinung. Ich denke, dass die Liebe und die Zuwendung der Eltern und Bezugspersonen in den ersten drei Jahren eine sehr große Rolle spielen...und darüber entscheiden, wie sich die Symptomatik in späteren Jahren zeigt. Fakt ist, dass das psychosomatische Netzwerk in den ersten drei Jahren aufgebaut wird. Wenn ich mir meine eigene Geschichte vor Augen halte, habe ich ein ziemlich großes Defizit von seiten meiner Eltern erlebt. Diese mangelnde Aufmerksamkeit ließ mich an mir zweifeln...und ich machte mich bemerkbar....
    Liebe Sylver, ich finde es bemerkenswert, wie sehr Du Dich um Deinen Bruder bemühst...ich denke, Du kannst damit sehr viel positives bewirken. Deine Eltern wirst Du nicht ändern können, denn sie sind viel zu festgefahren...nimm es so wie es ist und mach so weiter...das ist, glaube ich das einzige, was Du machen kannst....und das ist für Deinen Bruder eine große Hilfe.

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 3.146

    AW: Anderes Erziehungsverhalten bei ADHS-Kindern und oppositionelle Störung

    Mir fehlen fast die Worte wenn ich das lese, was in Deiner Familie abläuft.

    Am liebsten würde ich sagen, nimm den Kleinen zu Dir, aber das steht mir nicht zu. Ich gebe den anderen Recht, wenn sie sagen, Du kannst Deine Eltern nicht ändern, weil sie zu festgefahren sind. Deinen Vater nicht, weil er bei allem, was er tut, der Meinung ist, er wäre im Recht und er ist "der Herr im Haus", Deine Mutter nicht, weil sie ihm wahrscheinlich immer zustimmt, selbst wenn sie ganz tief drinnen spürt, dass er im Unrecht ist.

    Was Du tun kannst, ist für Deinen Bruder da sein, so viel Zeit, wie nur möglich mit ihm verbringen, ihm zeigen, dass er nicht falsch ist, sondern dass nicht anders sein kann, weil er diese Lebensumstände vorfindet. Gib ihm das, was er zu Hause nicht bekommt, Zuspruch, Liebe und das Gefühl, dass er besonders ist. Du brauchst ihm nicht sagen, wie Du über Deine Eltern denkst, weil ADS-Kinder sehr feinfühlig sind und er macht sich längst sein eigenes Bild. Vielleicht kannst Du erreichen, dass er ein Hobby findet (z.B. Sport), was ihm Spaß macht, was ihm Selbstbewusstsein gibt, wo er richtig gut ist und Erfolgserlebnisse hat. Mein Soh macht Taekwondo, das macht er gerne und er geht darin förmlich auf, wenn keiner mit ihm da hin geht, tu Du es, er wird stolz seine Schwester vorzeigen.
    Wenn Du Deiner Mutter noch mal in einer ruhigen Minute (bitte nicht im Zorn, appelier an ihre Muttergefühle) erklärst, dass Dein Bruder Hilfe braucht , vielleicht eine Therapie, versuch sie als Deine Verbündete zu gewinnen, vielleicht lenkt sie dann ein.

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