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Diskutiere im Thema AD(H)S - aus der Sicht eines Lehrers im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 328

    AW: AD(H)S - aus der Sicht eines Lehrers

    Liebe Rose,

    ich danke Dir ganz herzlich für Deinen Beitrag!

    Du gibst genau das Gefühl wieder, das ich auch im Gespräch mit dieser Lehrerin hatte. Nur dass ich gelernt habe, diesen Impuls überzukompensieren und erstmal meine eigenen Motive total in Frage zu stellen... Daher die Zweifel.

    An alle:
    Andererseits haben WbD, Rose im 2.Teil und andere mit ihrer Meinung natürlich auch recht (merks Dir endlich, isteddu: Es gibt noch GAAAANZ viele Farbtöne ZWISCHEN Schwarz und Weiß...! ). Für die hier geschilderte Situation zieh ich jetzt mal folgendes Resümee:

    Wenn man eine 9. Klasse Gymnasium hat und drei ADHS'ler mit ausgeprägtem H drin hat (gefährliche Gruppendynamik?!), darf man sich sogar nach fünf Jahren Berufserfahrung ruhig überfordert fühlen. Sie hat insofern richtig gehandelt, als dass sie die drei extra in die erste Reihe platziert hat. Nur war der Effekt wohl immer noch nicht zufriedenstellend, und deswegen wurde ihr Wunsch nach einer anständigen Medikation für die drei übermäßig.
    Ich denke, wenn ich sie das nächste Mal sehe, werde ich ihr den Vorschlag mit dem Pausenhof machen (da müssen sich die drei halt ggf. abwechseln...).

    Was haltet ihr eigentlich davon, (in einer Regelschule mit vorgegebenen Klassengrößen, knallvollen Lehrplänen etc.) auf eine gleichmäßigere Verteilung von AD(H)S'lern auf alle Parallelklassen zu plädieren? Wäre das eine Erleichterung für alle Beteiligten, oder haben AD(H)S'ler das Recht - und das Bedürfnis -, mit ihresgleichen zusammenzusein?
    (jetzt mal die Fälle, in denen die Klassen nach Wahlpflichtfächern aufgeteilt werden, außen vor gelassen... NATÜRLICH sollen alle AD(H)S'ler ihre Wahlpflichtfächer frei wählen dürfen!!)

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 328

    AW: AD(H)S - aus der Sicht eines Lehrers

    Nachschlag:

    Die von mir beschriebene Person hat sich grad von ner Veranstaltung abgemeldet, weil sie sie Jahre zuvor schonmal besucht und auch einen Schein dafür erhalten hatte.

    Es tut soooo gut zu wissen, dass solche Dinge auch Stinos passieren!

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AD(H)S - aus der Sicht eines Lehrers

    Auch Stinos sind mal verpeilt aber nicht in dem Maß. Das ist ja der Ansatz für die ADHS-Verleugner: "Mensch, reiß dich halt zusammen".


    ---
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  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AD(H)S - aus der Sicht eines Lehrers

    isteddu schreibt:
    Was haltet ihr eigentlich davon, (in einer Regelschule mit vorgegebenen Klassengrößen, knallvollen Lehrplänen etc.) auf eine gleichmäßigere Verteilung von AD(H)S'lern auf alle Parallelklassen zu plädieren? Wäre das eine Erleichterung für alle Beteiligten, oder haben AD(H)S'ler das Recht - und das Bedürfnis -, mit ihresgleichen zusammenzusein?
    Ich hab die Erfahrung gemacht dass sich ADHS- Kinder selber als normal begreifen und solche Maßnahmen eine weiter Kränkung sind. Weg von den Freunden, irgendwie strafversetzt ...

    Nein, ich glaube frei nach Neuhaus: Sehr früh sehr scharf aber möglichst gerecht durchgreifen, bei allen für Ruhe sorgen ist angesagt. Schadet such den anderen nicht.






    ---
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  5. #25
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: AD(H)S - aus der Sicht eines Lehrers

    mj71 schreibt:
    Hallo rose,

    Sonst noch wegen medis: Soll ein kind medis nehmen wegen der lehrer oder ehe weil es selber an seine problemen leidet und der ganz umfeld (eltern auch!) damit?

    lg
    Ich hätte und HABE meinem Sohn keine Medikamente gegeben weil das ein LEHRER verlang!

    Mein Sohn hat das 1. Schuljahr begonnen damals OHNE Medikamente. Wir haben uns dann FÜR Medikamente nach ca 3 Monaten entschieden weil klar wurde, dass es einfach nicht geht... das hatte nicht nur mit der Schule zu tun, sondern damit, dass er frustriert und depremiert war, weil er es wegen der Konzentrationsschwäche nicht geschafft hat Dinge zu leisten die andere leisteten und das natürlich auch gesehen und gespürt hat. Daraus erfolgten Depressionen, autoaggressives Verhalten etc.... und DA war der Punkt da wo ich gesagt habe "ok wir versuchen es"!
    Mein Sohn hat die 1. Klasse an einer anderen Schule wiederholt ... er nimmt seine Medikamente jeden Morgen freiwillig ein. Sie liegen neben seinem Teller beim Frühstück und er nimmt sie vorm Essen, ich frage ihn zwar ob er dran gedacht hat, aber wenn er sagen würde "will ich nicht mehr", dann würde ich das auch annehmen und es mir ihm und dem Arzt besprechen, aber er merkt ja selbst was es ihm bringt !

    Natürlich macht es mir das Leben leichter, natürlich macht es den Lehrern das Leben leichter, aber vor allem hat es dazu geführt, dass mein Kind wieder ein Kind sein kann und lachen kann. Dadurch ist er kein anderer Mensch, er ist immer noch schwierig, kompliziert, denkt mehr und schneller als andere und redet viel und manchmal wirr.... er ist immer noch "der verrückte kleine Professor" der sich für Sachkunde und Astronomie interessiert und er ist immer noch "anders" als viele andere... aber darum geht es auch nicht. Ich bin eine Mutter und will das Beste für mein Kind, so wie wohl jede Mutter. Wenn das Umfeld und ich davon profitieren umso besser !


    isteddu schreibt:
    Liebe Rose,

    ich danke Dir ganz herzlich für Deinen Beitrag!

    Du gibst genau das Gefühl wieder, das ich auch im Gespräch mit dieser Lehrerin hatte. Nur dass ich gelernt habe, diesen Impuls überzukompensieren und erstmal meine eigenen Motive total in Frage zu stellen... Daher die Zweifel.

    An alle:
    Andererseits haben WbD, Rose im 2.Teil und andere mit ihrer Meinung natürlich auch recht (merks Dir endlich, isteddu: Es gibt noch GAAAANZ viele Farbtöne ZWISCHEN Schwarz und Weiß...! ). Für die hier geschilderte Situation zieh ich jetzt mal folgendes Resümee:

    Wenn man eine 9. Klasse Gymnasium hat und drei ADHS'ler mit ausgeprägtem H drin hat (gefährliche Gruppendynamik?!), darf man sich sogar nach fünf Jahren Berufserfahrung ruhig überfordert fühlen. Sie hat insofern richtig gehandelt, als dass sie die drei extra in die erste Reihe platziert hat. Nur war der Effekt wohl immer noch nicht zufriedenstellend, und deswegen wurde ihr Wunsch nach einer anständigen Medikation für die drei übermäßig.
    Ich denke, wenn ich sie das nächste Mal sehe, werde ich ihr den Vorschlag mit dem Pausenhof machen (da müssen sich die drei halt ggf. abwechseln...).

    Was haltet ihr eigentlich davon, (in einer Regelschule mit vorgegebenen Klassengrößen, knallvollen Lehrplänen etc.) auf eine gleichmäßigere Verteilung von AD(H)S'lern auf alle Parallelklassen zu plädieren? Wäre das eine Erleichterung für alle Beteiligten, oder haben AD(H)S'ler das Recht - und das Bedürfnis -, mit ihresgleichen zusammenzusein?
    (jetzt mal die Fälle, in denen die Klassen nach Wahlpflichtfächern aufgeteilt werden, außen vor gelassen... NATÜRLICH sollen alle AD(H)S'ler ihre Wahlpflichtfächer frei wählen dürfen!!)
    isteddu ich stelle mir das mehr als schwierig vor und ich bin als Mutter auch jemand der Lehrern gegenüber viel Verständnis zeigt, aber es kommt eben auch total darauf an wie ein Lehrer einem gegenüber tritt. Bei uns ist es so, dass mein Sohn als "mega Problem" dargestellt wird und das ist in unserem Fall meiner Ansicht nach einfach übertrieben. Sowas macht mich wütend, vor allem wenn kein gutes Haar an ihm gelassen wird und er somit total runtergezogen wird und auch den Spaß an Schule und Lernen zu verlieren droht!
    Ich denke solange ein Lehrer sich bemüht und sich noch Gedanken macht und Gesprächsbereit ist, solange ist alles gut und solange kann man Mittel und Wege finden!!! VIelleicht auch manchmal ungewöhnliche...das geht nur als Team Eltern+Lehrer+Schüler!

    In der 9. Klasse kann ich halt auch von einem Kind mehr erwarten als in der Grundschule und kann auch andere Hilfe anbieten denke ich.
    Trotzdem graut mir vor der weiterführenden Schule und ich bin wirklich am Grübeln ob eine "normale" Regelschule für uns in Frage kommt.... ich möchte nicht, dass mein Rocker durchmachen muss was ich durchgemacht habe.... ich möchte ihm vieles ersparen, da er auch schon für seine wenigen Schulerfahrungen zu viele schlechte gemacht hat. Naja er ist in der 2. jetzt wir haben noch etwas Zeit, aber ich mache mir doch schon Gedanken wie das weiter geht, weil ich einfach denke und auch sehe, dass ein Lehrer manche Dinge in einer Regelschule einfach nicht leisten kann, wenn es dann in der Weiterführenden Schule ans Eingemachte geht. Da bin ich realistisch und weiß einfach auch, dass unser Schulsystem Schwächen nach wie vor nicht wirklich berücksichtigt!
    Die Frage ist was man für Alternativen hat.... *seuftz*, aber das ist ein anderes Thema....ich schweife ab.....

    LG

    Rose

  6. #26
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.101

    AW: AD(H)S - aus der Sicht eines Lehrers

    mit der hibbeligkeit und Konzentrationsschwäche meines großen kommen die lehrer und Erzieher bei ihm in der Schule auch gut klar aber was gar nicht geht und ich auch völlig verstehen kann ist seine Impulsivität.

    Es geht den lehrern dor nicht darum dass sich ADHS Kinder anpassen, jedes Kind braucht eben eine andere lernstrategioe und diese raus zu finden ist Aufgabe der lehrer. nur wenn ein kind wegen nichts an die Deke geht, beleidigt und mit Sachen um sich wirft das geht gar nicht, den wichtig ist in der Klassengemeinschaft der respektvolle Umgang miteinander, den meiner dann einfach nicht an den tag legt. Deswegen und auch nur deswegen musste mein Mann ihn schon mal aus der Schule abholen weil er sich von lehrern und Erzieher einfach nicht mehr bruhigen lies.

    natürlich freuen sich die lehrer auch darüber dass durch das Medikament seine schulichen leistungen besser werden und er das Klassenziel somit einfacher schafft.
    Nur wie gesagt dass ist bei meinem großen an der Schule nicht das was behandlungsbedarf weckt.

  7. #27
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: AD(H)S - aus der Sicht eines Lehrers

    Ich habe den Thread jetzt zwar nicht komplett gelesen und es war auch nicht die zu Beginn gestellte Frage, aber der Aspekt der Fähigkeiten der Lehrer einen gewissen Einfluss auf ihre Schüler auszuüben, hat mich sofort angesprochen.

    Ich habe da an meine Schulzeit als Kind noch die ein oder andere Erinnerung, vor allem aber habe ich als Erwachsene nochmals die Schulbank gedrückt. Da war ich noch ohne Diagnose geschweige denn Verdacht auf ADS, meine Probleme und Unterschiede im Vergleich zu anderen sind mir allerdings aufgefallen. Und so auch, wie die verschiedenen Lerher damit umgehen. Und manche von ihnen haben das vorzüglich gemacht. :-) Denn dass "sich zusammenreißen" nicht immer klappt, muss ich Euch hier ja nicht sagen.

    Die waren in der Lage, mich zurück in den Unterricht zu holen, wenn ich geträumt habe.
    Habe ich mit der Sitznachbarin getuschelt, wurde HÖFLICH gefragt ob es zum Stoff gehört und aufgefordert, es dann laut zu sagen und ansonsten bitte ruhig zu sein. Manche Lehrer haben wenn irgendwo getuschelt wurde auch einfach aufgehört zu reden und einen angesehen. Das reicht als Hinweis doch auch schon aus.
    Habe ich bei Fragestellungen vor mich hin geflüstert (mich zu melden war nie wirklich mein Ding), hörten sie es und forderten wiederum dazu auf, es laut zu sagen oder haben das Gesagte einfach so aufgegriffen, als hätte ich mich zuvor gemeldet und es laut gesagt. Da war ich auch immer wieder überrascht, was Lehrer da vorne alles hören. :-) Das hat mich dann auch darin bestärkt, dass meine Gedankengänge dazu schon ganz richtig sind und dazu geführt, dass ich mich irgendwann von selbst mehr gemeldet habe, als nur laut zu denken.

    Es liegt also auch ein ganzes Stück am Lehrer. Er kann solche Verhaltenweisen als mangelndes Interesse und Stören des Unterrichts auffassen und entsprechend reagieren. Oder dem Schüler wohlwollend gegenübertreten, konstruktiv mit diesen Verhaltensweisen umgehen und ihn so letztlich auch in positivere Bahnen lenken. So war es dort, wie in meiner gesamten Schulzeit. Meine Noten in einem Fach waren sehr davon beeinflusst, welcher Lehrer es unterrichtete.
    Die genannten Beobachtungen waren mir damals auch schon sehr bewusst, nur die Ursache nicht...

  8. #28
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: AD(H)S - aus der Sicht eines Lehrers

    Smile schreibt:

    kurz mal etwas aus (meiner logik) der mathematik und wahrscheinlichkeit..... es kann und ist unrealistisch, dass der anteil an störenden kindern
    bei dieser lp... höher ist als in einer anderen klasse mit anderer lp....
    da täuscht dich deine logik.
    Bei den berühmten 3 - 6 % ads "befallenen" in der bevölkerung kommt man auf den berühmten "etwa ein schüler pro Klasse".
    Das verteilt sich aber statistisch. Da gibt es dann immer wieder klassen ganz ohne, und eben auch welche mit 2, 3 oder noch mehr.

    Klar ist das dann in einer betroffenen Jahrgangsstufe subjektiv so, dass das sonderbar anmutet, und sofor wird wieder nach "erklärungen" gesucht. Es ist aber statistisch völlig unausweichlich, dass es diese fälle gibt.

    Und für einen Lehrer einer solchen Klasse ist das natürlich hart.

    Trotzdem: die begründung der Lehrererin finde ich ziemlich daneben. Grade diese Haltung hilft den Kindern halt nicht weiter und zeugt von keinerlei respekt vor ihrem anders-sein. Der Grund, dass die Kinder behandelt werden, muss deren wohl sein.

    Haben wir AD(H)S-ler wirklich die Verantwortung vor unserer Umwelt, sich ihr anzupassen..? Oder ist eine "gewisse" Anpassung ein Muss, und alles drüber Hinausgehende eine persönliche Entscheidung...?
    eindeutiges jein
    Wir sind nicht dafür verantwortlich, dass wir ads haben, und haben auch einen respekt für unser anders-sein verdient.
    Aber wir stehen nun mal in dieser Welt und haben schon eine verantwortung, wie jeder andere, am gelingen des zusammenlebens.
    Die kann aber nicht darin bestehen, dass wir unser ads-dasein mit stumpf und steil austreiben müssen.
    Den problematischen Teilen des ads daseins müssen wir ins auge sehen und einen verantwortlichen umgang damit finden, jeder für sich.
    Ich habe nicht den eindruck, hier auch nur einen in diesem Forum zu finden, der das auf seine Weise nicht versuchen würde.

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: AD(H)S - aus der Sicht eines Lehrers

    @iontichy

    du hast recht :-) .....

    aaaaber (auch so ein wort, dass mir mehr eingebrockt hat, als es geholfen hat.... ich kann einfach meinen senf nicht, nicht dazu geben... bei lehrern / erziehern sehr unbeliebt)

    keine aktion ohne reaktion - ich behaupte es gibt lehrpersonen, die besser mit den symthomen der adhs umgehen können -
    rein intuitiv richtig agieren.

    gruss

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 241

    AW: AD(H)S - aus der Sicht eines Lehrers

    Ich hab jetzt gerade viele der Antworten, Meinungen durchgelesen und mir ist zum Thema Schule schon immer viel eingefallen.
    Von meinen 4 Kindern haben 3 die ADHs - Diagnose. Einer davon erst im Nachhinein,
    da es noch keine solche Diagnosen im Kinderpsychiatrischen-Dienst der Stadt ZH gab, als er dort abgeklärt wurde (Jg.1973).
    Seine Geschwister aus der 1990/91 Generation haben eine klar ADHS - Diagnose.
    Die Schulzeit war für den älteren einfach nur ein Katastrophe: er war das schwarze Schaf.
    Die LehrerInnen habe entweder aufgegeben, gedroht bis er eingenässt hat oder sie sind selber fast kaputt gegangen.
    Nur in einer Klasse: eine Sonderklasse für Verhaltensauffällige war er glücklich und konnte lernen.
    Später war er in Privatschule und Institut... aber eher, um die Schulzeit abzusitzen. Gelernt hat er dabei nicht viel.

    Vor einigen Jahren hat er - der in der Oberstufe noch auf dem Stand eines 4.Klässlers war - von der IV bezahlt eine
    Umschulung, KV gemacht mit einer Abschluss-Durchschnitts-Note von 5 (in der CH ist 6 die beste Note).

    Mir tun oft die LehrerInnen leid. Aber die können sich ja wenigstens für sich einsetzen: wer macht das aber für die Kinder?
    Was, wenn es darauf hinaus läuft: könnte, wenn es wollte.... oder mit genug Disziplin geht es auch bei diesem Kind...
    Dabei ist es keine Frage des Wollens!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !
    Und wenn die Lehrperson oder Eltern dem Kind nicht Hilfen beim Umgang mit sich selber
    geben können und seine Not nicht erkennen, ist es in unserem Schulsystem verlohren.
    Ich könnte bei dem Thema immer wieder losheulen.
    Ich konnte mir (Jg.1953) in der Schule dank genügend Intelligenz noch einigermassen
    selber helfen. Aber meine Kinder und viele Andere können das nicht!

    Es ist bei ADHS nicht eine Frage des Wollens. "Impulsgesteuert" kann vom Kind nicht selbst
    reguliert werden. Aber vielleicht kann es von der Lehrperson Hilfestellung kriegen.
    zB. Schreib alles auf, was Du gerne mitteilen möchtest. Und dann kannst Du es später, wenn
    Du dran kommst alles erzählen. Da gibts sicher noch bessere Hilfen.

    Aber ehrlich: ich möchte nicht Lehrerin sein. Ich würde nach eine Tag aufgeben.

    Aber ich würde sofort dabei sein, das Schulsystem gründlich anzupassen, so dass die Lehrpersonen
    und die Schüler es wieder als ein Ort gemeinsamen Lernens erleben könnten.

    Mein Wunsch ans Institut, in das meine beiden jüngeren Kinder aufnahm
    (Kleinklassen und pädagogisch besser geschulte Lehrpersonen) war: "..dass sie die Freude am Lernen nicht verlieren"

    Meiner Meinung nach macht das CH-Schulsystem dies Freude bei den Kindern meist kaputt. Leider!

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