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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 112

    Neuste Erkenntnisse

    Hatte diese Woche ein spannendes Gespräch mit einem Psychiater welcher spezialisiert auf AD(H)S besonders bei Erwachsenen ist.

    Er war letzte Woche an einer Konferenz über AD(H)S mit Fachpersonen aus der ganzen Welt. Fakt ist also, dass AD(H)S ganz klar eine Diagnose ist. Die Problematik welche sich stellt ist aber, dass es eine klinische Diagnose ist. Es also schwierig ist, wenn man nicht das Ganze mit einbezieht. Es müssen viele Aspekte beachtet werden und es ist wichtig, dass der behandelnde Arzt den Patienten in seinem kompletten Erscheinen wahrnimmt und eben nicht nur einzelne Fakten nimmt und diese dann auswertet.
    Genau aus diesem Grund werden bei vielen AD(H)S kranken Menschen falsche Diagnosen gestellt und die Patienten leiden teilweise Jahre oder Jahrzehnte unter falschen Diagnosen und Behandlungen, was etliche "Nebenwirkungen" mit sich bringt, wie: Depressionen, Schlafstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Angsterkrankungen, etc..

    AD(H)S ist eine sehr komplexe Erkrankung, welche sich bei den verschiedenen Menschen auch total unterschiedlich manifestiert. Die meisten Betroffenen lernen mit Strategien einige der Probleme zu kaschieren und zu überspielen. Damit können sie teilweise Jahre oder eben auch Jahrzehnte "durchkommen"... die AD(H)Sler werden dann zwar vom Umfeld als komisch oder anders wahrgenommen aber mit den richtigen Strategien (Arbeitswechsel, Krankschreiben, etc.) können sie sich auch hier durchmogeln.

    Leider klappt dies nur bis zu einem gewissen Grad und irgendwann kommt der grosse Knall. Dann geht nichts mehr. Alles holt die Kranken ein und meistens endet dies in einem persönlichen Desaster.

    Genau deshalb ist es so wichtig, dass eine AD(H)S-Erkrankung frühzeitig erkannt und richtig behandelt wird.
    Laut den neuesten Studien sind Medikamente auf der Basis von Methylphenidat (Ritalin, Concerta, etc.) nach wie vor die Mittel der Wahl und wirken bei den meisten Patienten gut und sogar meist OHNE schlimme Nebenwirkungen. Auch können einige Antidepressiva als zusätzliche Mittel eingesetzt werden.

    Eine kombinierte Therapie aus Medikamenten und Psychotherapie mit einem "Coaching" des Patienten können den Kranken helfen, sich wieder im Leben zu recht zu finden und bewahren teilweise vor einem regelrechten Sozialen-Absturz.


    Ebenfalls wurde an diesem Treffen die Problematik der "AD(H)S-Gegner" aus dem Fachbereich aber auch aus der Esoterik eingehend besprochen und diskutiert.


    Es ist also leider im Jahr 2008 immer noch so, dass einige Ärzte, besonders aber auch Psychologen, AD(H)S als nicht existent ansehen. Für die Betroffenen ist dies extrem belastend und kann die Krankheit bei falscher Behandlung auch verschlimmern bzw. zermürbende Begleiterkrankungen auslösen.
    Eine falsch oder nicht behandelte AD(H)S-Erkrankung kann im schlimmsten Fall zum beruflichen wie sozialen Abstieg führen und im totalen Chaos enden.

    Warum es so schwierig ist und warum einige Fachpersonen AD(H)S als existente Erkrankung immer noch ablehnen liegt ja wohl auf der Hand.
    Zum einen ist es enorm schwierig für viele Ärzte und Psychologen, eine Diagnose zu stellen welche so vielfältig ist und bei welcher die Patienten die unterschiedlichsten Nebenerscheinung aufweisen. Zum anderen aber ist es trotzdem schwierig zu verstehen, denn von der wissenschaftlichen Seite her konnten schon einige "Beweise" erbracht werden, bis hin zu bildgebenden Untersuchungen, welche eine klare Unterfunktion, ja teilweise sogar kleiner ausgebildete Hirnareale zeigen konnten.

    Zu dem ist es sehr interessant, dass trotz der vielfältigen Auswirkungen, die meisten Patienten paradox auf viele Medikamente reagieren. Die Medikamente der Methylphenidat-Gruppe sind das beste Beispiel. Während gesunde Menschen, bzw. nicht an AD(H)S erkrankte, auf Ritalin eher mit Nervosität und "Aufgeputschtheit" reagieren, macht es AD(H)Sler ruhig und konzentriert. Sie können sich auf eine Arbeit oder eine Aufgabe konzentrieren und wandern mit den Gedanken viel weniger umher. Die Ablenkbarkeit ist viel geringer.
    Viele AD(H)sler berichten auch, dass ihr Umfeld erstaunt und sehr positiv reagierte, ja einige Kranke sogar wie ausgewechselt erschienen.


    Quintessenz:

    Grundsätzlich ist man auf einem guten Weg was die Diagnose und Behandlung der AD(H)S-Erkrankung angeht. Es kann und muss noch viel getan werden, besonders auch in der Aufklärung. Fachpersonen, vor allem aber auch die "normale" Bevölkerung müssen auf diese Erkrankung sensibilisiert werden.

    Mit einer frühzeitigen Erkennung und Behandlung könnte man viel Leid und Kosten einsparen. Eine richtig behandelte AD(H)S erspart auch der Gesellschaft einiges an Kosten und Aufwand, nicht zu denken welches Leid bei den Betroffenen verhindert werden kann.

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: Neuste Erkenntnisse

    Xiao Long schreibt:
    Grundsätzlich ist man auf einem guten Weg was die Diagnose und Behandlung der AD(H)S-Erkrankung angeht.
    Leider aber immer noch zu wenig.

    Vor allem werden bei den ganzen Testungen die vorhandenen Stärken und Kompensationsstrategien, die der ADHSler bereits entwickelt hat, oft nicht berücksichtigt.

    "Schwächen" sind messbar, bei den Stärken ist es schon etwas komplizierter. Hierzu zwei Zitate, die mich zum Nachdenken angeregt haben:

    Die Laborsituation einer Praxis oder eines Krankenhauses ersetzt die "Freilandbeobachtung" nicht. Kann jemand, der eingesperrt ist, seine Stärken zeigen? Nicht einmal bei Zootieren geht das! Wie viel weniger funktioniert es bei den komplexen Fertigkeiten eines Menschen.
    Walter Beerwerth, ADS - das kreative Chaos, S. 210

    .... eine nicht auf die Stärken des Einzelnen bezogene Therapie mit Standardprotokollen endet schnell im Fiasko ...... Der Schlüssel zur Hilfe liegt im Respekt vor den jeweiligen persönlichen Kräften und Stärken ......
    Walter Beerwerth, ADS - das kreative Chaos, S. 210 /211

    Bleibt zu hoffen, dass sich in dieser Richtung was bewegt. Gerade ein Coaching auf Augenhöhe wäre denke ich der richtige Weg....

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 72

    AW: Neuste Erkenntnisse

    Komisch - ich hatte hier etwas geschrieben, jetzt ist es weg.

    Außerdem kam eine E-Mail, dass Alex in diesem Thread etwas geschrieben hat, aber auch von einer Antwirt von ihm keine Spur...

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1

    AW: Neuste Erkenntnisse

    Salut Xiao Long

    Ich (36) bin selbst seit langem von ADS betroffen. Meine Diagnose wurde vor etlichen Jahren im Unispital in der Psychiatrischen Klinik gestellt. Seither habe ich alle möglichen Kombinationen von Ritalin versucht. Die erste Zeit hat eine eher geringe Dosis von 20-30 mg (Ritalin und Ritalin SR) relativ gut gewirkt.
    Mit der Zeit hab ich dann aber Schlafstörungen bekommen, die bis heute Anhalten, ich kann heute kaum je mehr als 6 Stunden schlafen und wache immer zu früh auf. Das Einschlafen ist nie ein Problem. Später hab ich dann noch 20 mg LA versucht. Die Nebenwirkungen wurden aber auch da nicht besser. Vor einem Jahr kam dann auch noch weitere Störungen hinzu. (Libidoverlust)

    Das Problem ist einfach, ich dass ich kaum einen Psychiater finde, der sich wirklich mit ADS auskennt resp. darauf spezialisiert ist, mein Hausarzt konnte mir da auch nicht weiterhelfen.
    Kennst du im Raum Zürich vielleicht einen Psychiater, der noch Patienten aufnehmen könnte.

    Wenn ich nicht langsam mal einen guten Coach finde droht mir nicht nur der Abstieg im geschäftlichen sondern auch im sozialen Bereich.

    Sorry, falls ich dich da etwas überfahre.

    Grüss dich

    Nico

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 93

    AW: Neuste Erkenntnisse

    ... na dann hoffen wir mal, dass sich die Lage bezüglich der Behandlungsmethoden verbessern wird.

    gruß

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