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bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 311

    Was tun gegen Rückfälle?

    Hi Zusammen

    momentan leide ich ein wenig unter dem Problem, dass ich irgendwie wieder mehr und mehr Schwierigkeiten habe, den Haushalt zu packen.
    Als ich letzten August (zu meiner ersten eigenen Wohnung) umgezogen bin, hab ich fast ein halbes Jahr gebraucht, bis ich mir ein paar Rituale antrainiert hatte, also Morgens vor der Arbeit schnell den Abwasch machen, zwischendurch unter die Woche Wäsche waschen und aufhängen, ect.... Bis es soweit war hatte ich vieles vor mir her geschoben und alles auf die lange Bank gedrückt... dann hatte ich mich gefangen und für ein paar Monate hatte ich einen mehr oder weniger geregelten Haushalt. Dann fing es an, dass ich wieder Schwierigkeiten hatte, mich zu motivieren und immer mehr Dinge hab ich wieder auf die lange bank gedrückt...Im Moment erlebe ich einen totalen Rückfall :-((

    Leider merke ich, dass ich auf der Arbeit auch ziemlich nachlasse. Bin soweit froh, dass ich jetzt 2 Wochen Urlaub hab um mich wieder zu sortieren...

    Das ist jedenfalls ziemlich frustrierend. Ich dachte ich hätte endlich die Kurve gekriegt aber leider ist wieder alles in sich zusammen gefallen...
    Ich habs schon ein wenig mit Zeitmanagement und ToDo-Listen versucht, hab zwar immer tolle Ideen aber ich kriege es irgendwie nicht gebacken das wirklich umzusetzen... Momentan laufe ich mehr oder weniger planlos durch die Wohnung und weiß nicht so recht wo ich anfangen soll, obwohl das eigentlich gar nicht mal so viel ist... Mache dann hier und da was und springe quasi von einer Ecke zur anderen, ohne wirklich was zu schaffen...

    Ich hatte vorher mich ein wenig mit lauter Musik motiviert, hatte auch gut geklappt. Aber irgendwie wirkt das nicht mehr so wie vorher... Hab zwar dann nen kurzen Motivationsschub aber dann flautet das ziemlich ab...

    Noch weitere Ideen? Danke schon mal...

    LG Strader

  2. #2
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Was tun gegen Rückfälle?

    Hallo stranger,

    zunächst mal: Vorsicht! Jetzt kommt wieder eine meiner "wilden" Theorien, die durch nichts belegbar sind.


    Ich kenne diese Schwankungen in der Leistungsfähigkeit auch... wie so Vieles, dass hier geschrieben wird.
    Ich glaube es liegt an 2 Faktoren... aber vllt hauptsächlich an einem von beiden und zwar an der Fähigkeit sich selbst zu motivieren. Die haben wir kaum bis gar nicht (ich verallgemeinere hier mal frech).

    Du bist umgezogen und alles liegt im Chaos vor dir. Das ist schon ziemlich demotivierend. Dann hast du nach und nach geschafft alles in Ordnung zu bringen und das motiviert zum "Ordnung halten" ... also hast du dir überlegt, wie du die Ordnung aufrecht erhältst... in dem du Rituale- in dem Fall Haushaltsrituale eingeführt hast... Und siehe da, es klappt! Wieder motivierend... bis es "normal" wird!
    Wenn du es über Monate geschafft hast eine "Grundordnung" bei zu behalten, dann ist es plötzlich selbstverständlich... keine große Sache mehr... und es wird laaaangweilig. Es ist ja auch so schrecklich endlos, der ganze Mist... und man sieht dann was noch alles im Argen liegt...

    Die Motivation weiterzumachen ist im Eimer. Das ist mE einer der Hauptgründe für "funktionelle" Rückfälle! Wenn man jetzt nix findet, was neue Motivation schafft, breitet sich die Demotivation aus... auf andere funktionelle Bereiche, wie den Job und evt. auch auf psychische Bereiche, wie Antriebslosigkeit, Frust, Depri-Simmung usw.


    Ich halte auch dieses Defizit- dass man sich nicht selbst motivieren kann und Erfolge nur so lange motivieren, bis sie selbstverständlich werden-, für eines der übelsten "Mängel" überhaupt! Die Motivation ist das Schwungrad. Wenn sie anhält ist das Leben wie 1,50m tiefer Morast, der durchwatet werden muss... die Motivation ist quasi wie diese Schneeschuhe, mit denen man nicht so einsinkt....

    UND ich behaupte, wir können auch nicht lernen uns dauerhaft zu motivieren. Wir sind immer wieder darauf angewiesen, dass jemand oder etwas unser Schwungrad anwirft... wenn es sich erst dreht, geht es ne Weile wie von selbst... bis es von unserer Eigenart wieder gebremst wird.
    Zu dieser Eigenart kann zB gehören, dass wir unser Leistung nicht anerkennen und deshalb äussere Anerkennung brauchen oder dass wir die Routine die wir brauchen eigentlich öde finden und somit hassen was uns eigentlich gut tut -ein Dilemma!
    Können aber noch zig andere Eigenarten sein,... die vllt recht individuell sind.

    Und der Mist ist, dass dann, wie bei Drogen, die Motivationsdosis gesteigert werden muss. Es wird dir vermutlich nicht reichen, den Kram, der geklappt hat, wieder hin zu kriegen... da muss mehr kommen... Die Frage ist nur: Was?
    Ich behaupte mal :zB was Neues! ... ich weiß nur leider nicht, was. Antrieb gibt ja oft, wenn man es für Andere tut (mehr oder weniger) und sei es nur "für" Besucher... Allerdings ist es auch (je nach Veranlagung) eine Zumutung andauernd irgendwen einzuladen, damit man motiviert ist... Und man muss auch erstmal jemanden haben, den man einladen will...
    Alles sehr schwierig.


    Naja, mein Geschwafel ist ja ganz nett... nur leider fehlt wie immer der Schluss: der gute Tipp, wie es (wieder) besser geht


    Was hältst du von meiner Theorie?

    LG
    happy

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 311

    AW: Was tun gegen Rückfälle?

    happypill schreibt:
    Hallo stranger,

    zunächst mal: Vorsicht! Jetzt kommt wieder eine meiner "wilden" Theorien, die durch nichts belegbar sind.

    [...]

    Naja, mein Geschwafel ist ja ganz nett... nur leider fehlt wie immer der Schluss: der gute Tipp, wie es (wieder) besser geht
    Hi Happypill,

    Na trotzdem danke für deine Ausführung. Beschreibt genau die Problematik in der ich stecke :-)

    Aber hast recht, müsste mal wirklich regelmäßigen Besuch einladen. Dann wäre das auch ein Anreiz sich zu motivieren :-)
    Vielleicht war tatsächlich die einkehrende Routine, die das ganze wieder zu Fall brachte und die fehlende Fähigkeit, sich selber zu motivieren...

    Aber ewie du schon sagst, optimal ist es wenn man jemanden hat, der einen motiviert. Durch Bestätigung von außen bekommt man schon eine Menge Energie, sich selbst zu organisieren... Vielleicht sollte ich in der Hinsicht mir mal was überlegen und Hilfe holen...
    Das erinnert mich an meiner Schulzeit in der Sek1. Ich hatte wirklich nach jeder Stunde mit meinen Lehrern gequaselt und Bestätigung für meine Arbeit eingeholt. Glaube ich konnte nur deswegen damals zumindest 80% der Schulzeit relativ gut bestehen, nur um am Ende durch die obige Problematik kurz vorm Abschluss mit den Leistungen abzustürzen...

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 84

    AW: Was tun gegen Rückfälle?

    Heyho!

    Bin auch ein "Eventaufräumer", dennoch passiert es mir, dass das Chaos ausbricht...Vorallem Wäsche & putzen sind meine Schwachstellen ^^

    Seit einem Jahr spare ich jeden Monat ein paar Euro und leiste mir davon vierteljährlich eine Putzfrau, mit der ich dann im 5 Stunden Akt die ganze Wohnung auf plitzeplank bringe. sie putzt, ich kümmere mich um das restliche Chaos und räum halt alles rum, damit sie auch putzen kann^^
    Zudem sammeln sich bei mir schnell irgendwelche Sache an...ein Karton hier, ein Kasten da, ein pc dort, usw. Alle paar Wochen schmeis ich ALLES ins geräumige Auto und fahre es zur Mülldeponie (die schauen schon ganz blöd^^) kostet zwar ne Kleinigkeit, aber dafür schnell & einfach.

    Was mir auch hilft "Ordnung" zu halten ist eine reizarme Umgebung. Ich "versuche" wirklich nur dass zu haben, was ich wirklich brauche. Schreibtisch zum Besipiel nur Monitor, Tastatur, Maus...sonst nichts... dass geht schnell, alles was sich dort ansammelt gehört entweder ans Ladekabel, in den Leergutkasten, oder in den müll
    im Endeffekt, steh ich alle paar Wochen, wenn michs mal reist an in irgendeinem Schrank o.Ä und bin am ausmisten weil das die beste Methode ist Ordnung zu halten...wenig zu haben!

    Und die Sachen, die man hat, müssen ihren festen platz haben, nichts improvisiertes irgendwo drauf gelegt, dazwischen geschoben...
    Ich hab mal gelesen, man soll nichts auf dem Kleiderschrank lagern und nichts unterm Bett...habs gemacht...und es ist wirklich angenehmer ins Schlafzimmer zu latschen


    Also mit den Eckpunkten halte ich mich ganz gut über Wasser...
    Ordnung im Haushalt zu machen, hat bei mir auch viel mit Ordnung im Kopf machen zu tun.
    Während ich aufräum, hab ich andere Gedanken als sonst.

    lg, p

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.392

    AW: Was tun gegen Rückfälle?

    Hallo strader, kenn ich auch alles mit dem Hin- und Herspringen, früher hatte ich das ganz schlimm. Seit ich diagnostiziert bin, hat mir meine Mama (die kein ADS hat) sehr geholfen, meine Wohnung in Schuss zu halten und eine Grund-Ordnung herzustellen, mit der ich ganz gut klarkomme und jetzt klappt es meistens soweit ganz gut. Sie hat mir einen Wochenplan gemacht, auf dem alle anstehenden Arbeiten auf die Tage Montag bis Freitag verteilt sind. Also: Montag Wäsche waschen, Küche putzen. Dienstag: Bad putzen, Wäsche abhängen, Mittwoch: staubsaugen, evtl. bügeln, Bett beziehen. Donnerstag: einkaufen. Freitag: Altpapier runter. Und jeden tag morgens nach dem Frühstück: abspülen, Bett machen, Sofa freiräumen. Bei größerer Unordnung (zettelchaos, Ablage) hat sie das mit mir zusammen in Ordnung gebracht, bzw. ich habs sogar unter Aufsicht selber geschafft. Also sindjetzt alle rechungen etc. in beschrifteten Ordnern verstaut. Für den Schreibtisch hat sie mir eine Ablage mit drei Fächern gekauft und die Beschriftet: Uni / Rechungen und Bank / Sonstiges. Das hat mir seither prima geholfen, meinen Papierkram in Ordnung zu halten. Ansonsten finde ich, dass so ein Wochenplan gut ist, wenn man es mal geschafft hat, an einer Sache zu bleiben udn die fertig zu machen, und alles eine feste Zeit hat, geht Dir das irgendwann in Fleisch und Blut über und dann stellt sich die Motivationsfrage nicht mehr so. Ich jedenfalls genieße es Ordnung zu haben, ich finde das motivierend genug, weiß jetzt aber auch, wie ich in einzelnen Schritten etwas mache, ich bin früher nur gesprungen und hatte meist hinterher noch mehr Chaos als vorher... wie gesagt, eine Grundordnung muss her, und dabei kannst du dir auch von jemandem helfen lassen, der kein ADS hat. Dann ist es halb so schwierig, die Ordnung beizubehalten. Aber du musst dich eben zwingen, wirklich nur bei einer Sache zu bleiben, bis die gemacht ist, kannst auch Pausen machen, aber am schluss muss das bad geputzt sein. Etc. Also mir hat das superviel gebracht, und jetzt geht es einigermaßen. Und wenn mal wieder Chaos ist, kann ich jetzt besser und schneller Ordnung schaffen als früher.Stimme auch dem obigen Beitrag zu, jen weniger man hat, desto besser. Ich persönlich liebe auch eine reizarme Umgebung, also alles in weiß und puristisch. je weniger Krempel, umso besser, dann ist auch schneller wieder Ordnung. Also auch immer wieder gezielt ausmisten. Dabei hat mir meine Mama auch geholfen, weil ich das auch nicht so gut kann. Ist aber echt wirksam. Also, ich drück Dir die Daumen! You can do it, too!!!

  6. #6
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Was tun gegen Rückfälle?

    Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah ! Ich hab dich umbenannt.... wie peeeeiiiinlich!! Gnaaa.
    Sorry strader... da haben die Augen wieder nur das Gesamtbild eingescannt und das Hirn hat schnell ein bekanntes Wort gesucht, mit möglichst vielen Buchstabenübereinstimmungen. Ätzend, so was könnte mich aufregen. Sorry!
    Normal kontrolliere ich das immer noch mind. 3 Mal, aber ich war wohl zu motiviert meine gedanken aufzuschreiben

    Also strader, ich möchte noch sagen, dass ich nicht meinte, dass wir der Art demotivierbar sind, dass wir nach einem Rückfall nicht mehr vorwärtskommen. Denn irgendetwas kommt und motiviert uns... mich zB manchmal die Wut auf mich selbst... oder sehr bekannt ist ja dieser wunderbare Spruch: Ich habe solange ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe!
    Korrekt

    Eine kleine Sache ist mir eingefallen... aber einen guten Tipp würde ich es nicht nennen.
    Die Häkchen auf der Liste sind im Moment meine "Anerkennung" ...also schreibe ich alles auf, was ich tun muss (ich sag mal "müsste", denn immer klappt das nicht). Aber wichtig ist bei mir, es müssen kleine Häppchen sein.
    Beispiel: wenn ich ne Stunde lang Wäsche zusammen gelegt habe und dann nur ein Häkchen machen kann, finde ich das unbefriedigend. Deshalb teile ich diesen Punkt in Unterpunkte wie zB Kinderwäsche, meine, Wäsche meines Mannes, Handtücher... In dem Fall kann ich dann 4 Häkchen machen, das ist schon besser. Ein weiterer Vorteil ist, selbst wenn ich zwischendrin aufgebe (Lust verloren oä) dann kann ich immerhin ein oder zwei Häkchen machen.
    Das geht auch beim Fensterputzen oder Papierkram machen.

    Das ist jetzt mal kein blöder Witz, sondern ernst gemeint...


    Aber ich bleibe dabei, egal wie gut geplant und strukturiert wird, vor den Rückfällen schützt es uns nicht! Für meinen Geschmack gehören sie zum Leben, wie das Essen. In sich zwar variabel aber nicht eliminierbar!

    LG
    happy

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Was tun gegen Rückfälle?

    Happy, das mit den Unterpunkten damit man mehr abzuhaken hat mach ich genauso

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Was tun gegen Rückfälle?

    happypill schreibt:
    Ich halte auch dieses Defizit- dass man sich nicht selbst motivieren kann und Erfolge nur so lange motivieren, bis sie selbstverständlich werden-, für eines der übelsten "Mängel" überhaupt! Die Motivation ist das Schwungrad. Wenn sie anhält ist das Leben wie 1,50m tiefer Morast, der durchwatet werden muss... die Motivation ist quasi wie diese Schneeschuhe, mit denen man nicht so einsinkt....

    UND ich behaupte, wir können auch nicht lernen uns dauerhaft zu motivieren. Wir sind immer wieder darauf angewiesen, dass jemand oder etwas unser Schwungrad anwirft... wenn es sich erst dreht, geht es ne Weile wie von selbst... bis es von unserer Eigenart wieder gebremst wird.
    Ich kann das nicht bestätigen.
    In den letzten 12 Monaten (ungefähr) habe ich durchaus gelernt mich selber zu motivieren und auch diese Motivation und diverse Routinen beizubehalten.
    Mein Problem ist, dass ich meine Ziele schnell aus dem Auge verliere und dann wieder in den alten Trott zurückfalle. Dagegen hilft primär erstmal keine Motivation. Mir hilft es, dass ich verschiedene Strategien ausprobiert und entwickelt habe, die mir meine Ziele ins Bewusstsein rufen.
    Wenn ich z.B. eine Phase habe, in der es mir schwer fällt, abends rechtzeitig ins Bett zu gehen, dann schreibe ich mir am Tag, wenn ich fix und alle bin, weil ich zu wenig geschlafen habe, einen Brief, in dem ich genau aufschreibe wie schlecht es mir gerade geht und wie müde ich bin. Diesen Brief lege ich mir dann abends neben meinen Laptop. Das Internet ist leider der Hauptgrund, warum ich später ins Bett gehe. Den Brief lese ich mir dann durch und mir wird wieder bewusst, warum ich früh ins Bett möchte. Und dann gehe ich auch früher ins Bett.
    Eine andere Alternative wäre es, wenn man sich abends anrufen lässt.

    @ strader:

    Momentan laufe ich mehr oder weniger planlos durch die Wohnung und weiß nicht so recht wo ich anfangen soll, obwohl das eigentlich gar nicht mal so viel ist... Mache dann hier und da was und springe quasi von einer Ecke zur anderen, ohne wirklich was zu schaffen...
    In aller Regel ist es vollkommen unerheblich, wo du anfängst. Nimm dir am Besten eine Ecke vor, oder ein Möbelstück oder sowas. Z.B. den Wohnzimmertisch. Und dann definierst du eine Zeit, in der du die Sachen vom Tisch räumst. Ich mache das mit einer Eieruhr. Wichtig ist, dass du in der Zeit wirklich nur den Tisch abräumst und die Sachen NICHT wegräumst. Das wegräumen der Sachen ist erst der nächste Schritt. Ich nehme dazu eine Kiste und eine Mülltüte. In die Kiste kommt alles, was ich wegräumen muss und in den Müllbeutel kommt der Müll. Sobald ich zwischendrin anfange die Sachen vom Tisch in andere Zimmer zu räumen, laufe ich Gefahr, dass ich vergesse, was ich eigentlich machen wollte und dann kann es passieren, dass ich anfange das bad zu puzen oder sowas.
    Daher trenne ich die einzelnen Aufgaben bewusst voneinander.

    Für die Haushaltsabläufe habe ich mir Pläne gemacht. Ich habe kleine Karteikarten genommen, auf die ich geschrieben habe, was erledigt werden muss. Da steht dann immer eine Aufgabe drauf, z.B. Staubsaugen im Wohnzimmer oder Spüle putzen. Dann habe ich so eine Art Pinnwand, auf die ich die Zettel klebe. Bei mir ist es so, dass ich verschiedene Kategorien habe: Aufräumen der einzelnen Zimmer, putzen der Zimmer (Im Wohnzimmer und in der Küche habe ich das Putzen in weitere Einzelschritte unterteilt), Saugen der Zimmer und Wischen. Diese Kategorien sind in Spalten angeordnet. Die Zimmer sind in Zeilen angeordnet.

    Zum Beginn der Woche klebe ich die Zettel auf meine Pinnwand. Da schaue ich dann vorher, was ich überhaupt machen muss bzw. möchte. Die Böden wische ich nur, wenn die dreckig sind. Und wenn es nichts aufzuräumen gibt, dann klebe ich den Zettel nicht hin.
    Da kann ich dann ganz genau sehen, was zu tun ist.
    Je nachdem, wie mein Zeitplan ist, erledige ich alles aufeinmal oder ich mache jeden Tag etwas. dabei habe ich verschiedene Möglichkeiten: Ich kann die einzelnen Zimmer nacheinander erledigen oder eben die einzelnen Kategorien. Z.B. kann ich die Wohnung komplett saugen oder wischen.
    Dadurch habe ich sehr viel Freiraum und keine festgelegte Routine, aber ich habe eine Strategie, die immer gleich bleibt. So muss ich nicht jede Woche aufs neue nachdenken, was ich wie mache und wo ich anfangen.
    Wenn ich eine Aufgabe erledigt habe, dann darf der Zettel runter von der Pinwand. So sehe ich dann auch, was noch erledigt werden muss.

    Die Aufgaben auf den einzelnen Zetteln nehmen 5-15 Minuten in Anspruch. Wenn eine Aufgabe länger dauert, dann teile ich sie auf zwei Zettel auf.

    Zusätzlich ist auf meiner Pinwand noch Platz für zusätzliche Aufgaben. Zum einen Routineaufgaben, die jede Woche dran sind: Wäsche waschen, einkaufen etc. und dann Aufgaben, die einmalig sind oder in größeren Abständen anfallen wie Fenster putzen oder zum Baumarkt fahren.

    Die Pinwand hängt in meinem Wohnzimmer und ich sehe sie, wenn ich auf der Couch sitze. Da bekomme ich dann sehr schnell ein schlechtes Gewissen, wenn ich nur im Internet surfe und nix von der Pinwand erledige.

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