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Diskutiere im Thema AD(H)S: vererbbar oder "es kommt einfach" ? im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Allanon

    Gast

    AD(H)S: vererbbar oder "es kommt einfach" ?

    Hi@ll,


    ist ADHS nun vererbbar oder nicht ?
    Eine Psychologin (Kinderpsychologe) die den Verdacht bei mir gesehen hat sagte, es sei vererbbar.

    Die Sprechstundenhelferin von der Kinderarztpraxis sagte, dass es nicht vererbbar ist, sondern dass es "einfach so kommt" oder nicht.

    Was denn nun ?

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.101

    AW: AD(H)S: vererbbar oder "es kommt einfach" ?

    Es kann vererbbar sein muss es aber nicht, So hat es mir die Kinderärztin erklärt die meinen Großen diagnostiziert hat.

    Hat man selber AD(H)S muss das Kind es nicht zwangsläufig auch bekommen , genauso: das Kind kann es haben ohne dass ein Elternteil davon betroffen ist.

    Allerdings soll die Wahrscheinlichkeit sehr hoch sein wenn bei einem kind AD(H)S diagnostiziert wurde es auch einer der Eltern hat.

  3. #3
    Allanon

    Gast

    AW: AD(H)S: vererbbar oder "es kommt einfach" ?

    Oh also Beides ?

    Hm, ich habe Heute ja die Sprechstundenhelferin gefragt, ob man ADHS bei meinen Kleinen (jetzt 3 und 2) vorbeugen koennte, da ich (noch Verdachtsdiagnose) ADHS habe.
    Daraufhin sagte sie, dass es einfach so kommt - oder auch nicht.

    wirklich hilfreich war das nicht. Meiner Kinder wuerde ich den Leid die ich in der Schule durchlebt habe eben ersparen.

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: AD(H)S: vererbbar oder "es kommt einfach" ?

    ADHS tritt familiär gehäuft auf, d.h. dass die Wahrscheinlichkeit höher ist ADHS zu bekommen, wenn ein Familienmitglied ADHS hat.

    Allerdings muss es nicht zwangsweise sein, dass jedes Kind oder überhaupt ein Kind Adhs hat, wenn die Mutter ADHS hat.
    Außerdem können Eltern durch die Erziehung bzw. durch die Gestaltung des Umfelds teilweise ADSH bedingte Schwierigkeiten ihrer Kinder kompensieren und den Kindern damit helfen, dass das ADHS gar nicht erst voll durchbricht bzw. dass die Kinder besser damit klarkommen.
    Das heißt nicht, dass eine falsche Erziehung schuld am ADHS ist.
    Selbst die besten Eltern können Kinder mit ADHS haben.
    Und Kinder, die in absolut chaotischen Verhältnissen aufwachsen, können vom ADHS verschont bleiben.

    Deine Kinder sind noch klein. Du weißt, worauf du achten musst und wenn du merkst, dass eines ADHS haben könnte, dann kannst du eine Diagnose veranlassen.
    Soweit ich weiß, gibt es Elterntrainings, die speziell für Eltern sind, die ADHS haben. Das könnte dir eventuell bei der Erziehung der Kinder helfen.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: AD(H)S: vererbbar oder "es kommt einfach" ?

    Die allgemeine Lehrmeinung ist: ADHS ist genetisch determiniert, allerdings spielen mindestens (!) 21 Gene eine Rolle. Das heißt: man kann einen Teil dieser Gene tragen ohne ADHS-Symptome zu haben.

    Die Erziehung und die Umstände können ADHS niemals auslösen aber die Symptomatik verschlimmern. Außerdem können bestimmte Symptome unabhängig von ADHS durch schlechte Umstände ausgelöst werden - so kann ein Kind aggressiv oder unkonzentriert sein weil sich die Eltern streiten, das hat dann nichts mit ADHS zu tun und muss auch anders behandelt werden.

    Anderseits: Ein sowieso impulsives ADHS-Kind unter den gleichen ungünstigen Umgebung bekommt dann natürlich massivere Probleme, die Symptomatik wird also verstärkt. Jetzt rat mal welche Fälle als erste und er Arztpraxis aufschlagen und wie das dann aussieht...

    Das schönste Beispiel ist unser Familie: Meine Mutter ist stark betroffen, meine Schwester und ich auch, mein Vater -nun ja, wahrscheinlich leicht, der lässt keine Arzt ran. Meine Frau hat definitiv kein ADHS. Von meinen Kindern ist eines 100% ADHS frei, eines leicht betroffen.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 187

    AW: AD(H)S: vererbbar oder "es kommt einfach" ?

    Hi,

    Ich hab mich nach dem Verdacht logischerweise auch viel mit ADS im allgemeinen beschäftigt und mir das Ganze auch von meiner Therapeutin die sich damit recht gut auskennt und von meinem Psychiater der es bei mir diagnostiziert hat erklären lassen (also quasi direkt von der Quelle, nicht nur Meinungen aus dem Internet eingeholt). Beide meinten, dass es laut aktuellem Stand eine absolut reine Erbkrankheit ist, da beißt die Maus keinen Faden ab.

    Allerdings kann man die Erblinie nicht vorhersagen. Soll heißen, wenn jemand ADS hat, egal ob Mutter oder Vater, dann bedeutet das nicht, dass das Kind es auch haben muss. Haben beide ADS ist die Chance denke ich mal deutlich höher als wenn es nur ein Elternteil hat. Ein Kind eines ADSlers kann also auch total "gesund" auf die Welt kommen, und wenn nicht, dann weiß der ADSler ja worauf er achten muss um es so früh wie möglich feststellen zu können.

    Auf der anderen Seite ist es so, dass ein Kind das ADS hat, sehr sicher jemanden in der Erblinie hat, der es auch hat, da ADS eigentlich nicht spontan auftritt, oder nur sehr sehr selten. Also bei ADS-Kindern kann man davon ausgehen, dass ein Elternteil es auch hat, aber ob Mutter oder Vater lässt sich nicht von außen bestimmen. Auch müssen die Eltern nicht die gleichen Symptome haben. Das Kind kann, wenn es ADS hat, eine andere Form davon haben, also Symptome zeigen, die die Eltern nicht haben und die Intensitäten können sich total unterscheiden. Angeblich hat meine Therapeutin auch 2 Söhne, einer hat ADS, der andere ADHS. Und da sie den gleichen Eltern entsprungen sind, ist das ja schonmal ein Zeichen dafür, dass es sich nicht total linear vererbt.

    Ich habe recht starkes ADS, aber keine feste Diagnose meiner Familie. Aber ich habe es ganz bestimmt von meinem Vater, der es in einer schwächeren Form haben dürfte (meine Mutter hat es mit Sicherheit nicht, aber er zeigt durchaus mehrere Kernsymptome, wenn auch bei weitem nicht so stark wie ich). Mein Opa ist leider am Tag vor meinem 10. Geburtstag gestorben, daher erinnere ich mich nicht mehr wirklich an ihn, aber wenn ich mir meine Oma väterlicherseits anschaue, dann bin ich mir sicher, dass sie es auch hat, etwas stärker als mein Vater. Da ist die Erblinie für mich klar. Oma vererbt an Vater, Vater vererbt an mich. Oma hat aber fleißig verteilt, wenn ich mir die Familientreffen väterlicherseits ansehe, dann geht es da zu wie im Affenzirkus, wohingegen die mütterlicherseits so ablaufen, dass ich da entspannt sitzen kann und mir denke "endlich normale Leute" *gg*

    Erziehung hat wirklich nichts damit zu tun, ein Kind hat ADS oder es hat es nicht. Meine Therapeutin meinte auch, dass die Eltern da absolut machtlos sind und das einzige was sie erzieherisch daran herumdoktorn können ist eigentlich ein paar Komorbiditäten vorzubeugen, soll heißen bei Problemen so zu reagieren, dass das Selbstwertgefühl des Kindes nicht in den Keller rutscht oder ihm ein Umfeld bieten, das depressionen nicht unbedingt fördert. Man kann ein Kind mit ADS nicht so erziehen, dass es gesund wird, man kann aber auch durch Fehler in der Erziehung nicht dafür sorgen, dass das Kind auf einmal ADS bekommt.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 45

    AW: AD(H)S: vererbbar oder "es kommt einfach" ?

    Es spricht vieles dafür, dass es vererbbar ist. Wie stark es sich dann auswirkt, ist aber auch sicher eine Frage der Entwicklung und Betreuung in der Kinderzeit.
    Ich kenne eine Familie, wo es gehäuft vorkommt. Dort hat es der Vater als auch seine Tochter. Der Bruder vom Vater hat es nicht, allerdings der Sohn vom Bruder umso prägnanter. Beim Vater vom Vater wird es vermutet.

  8. #8
    Allanon

    Gast

    AW: AD(H)S: vererbbar oder "es kommt einfach" ?

    Hi@ll,

    als ich letzte Woche meine ADHS Diagnose in einer Klinik bekommen habe (und bei mir ist es sogar ganz ganz schlimm ! Hyper ohne Ende !) und mich der Arzt gefragt hat wie so meine Kinder denn waere sagte ich: "die ganz kleine ist zur zeit in der Trotzphase, was ja normal ist in dem alter,aber bei ihr ist es EXTREEEEEEM ausgepraegt und sie ist sehr sehr zornig" - habe dann gefragt ob ich angst haben muss dass sie es auch hat.
    Der Arzt sagte "JA - das ist vererbbar" - er ist sich ziemlich sicher dass die Kleine betroffen ist so wie er mich nun kennt.

    So die Frage ist nun, wie geht es nun weiter ?
    Sie ist erst 2. Also schon fast 2.5 und geht in den Kindergarten (Montessori - Altersgemischt von 2-6) und die Erzieherinnen haben keine Probleme mit ihr.
    Sie sei gruppenfaehig, hat keine Probleme mit anderen Kindern und laesst sich schnell ablenken und beruhigen wenn sie mal schreien sollte.
    Sie spricht da sehr viel.

    Zuhause ist es aber anders - sie ist schon sehr zornig und reagiert aggressiv ihr Schwester gegenueber (ok, sie provoziert die Kleine auch - Geschweisterpaerchen wie Hund und Katze)
    Sie ist auf jedenfall extreeem temperamentvoll ganz die Mama


    Zork schreibt:

    Erziehung hat wirklich nichts damit zu tun, ein Kind hat ADS oder es hat es nicht. Meine Therapeutin meinte auch, dass die Eltern da absolut machtlos sind und das einzige was sie erzieherisch daran herumdoktorn können ist eigentlich ein paar Komorbiditäten vorzubeugen, soll heißen bei Problemen so zu reagieren, dass das Selbstwertgefühl des Kindes nicht in den Keller rutscht oder ihm ein Umfeld bieten, das depressionen nicht unbedingt fördert. Man kann ein Kind mit ADS nicht so erziehen, dass es gesund wird, man kann aber auch durch Fehler in der Erziehung nicht dafür sorgen, dass das Kind auf einmal ADS bekommt.

    So sehe ich das auch, und auch meine Therapeutin ist der Meinung dass die Kleine auch betroffen sei.

  9. #9
    Spasslernen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.331

    AW: AD(H)S: vererbbar oder "es kommt einfach" ?

    Ich freue mich heute, das ich schon mit 21 mich gegen eigene Zwerge entschieden habe, die Auskunft von meinem Diabetologen im Februar 2011 nach einigen

    Facharztkonkreßbesuch von Ihm seit Mai 2009 ... der war auf der Suche nach Fachärzten, die Patienten mit ´nem vergleichenbaren Krankheitsbild wie ich,???!!? haben

    dem haben auch sehr viele Kollegen nicht geglaubt, das es so ´ne Spaßnase wie mich, gibt .. war ´ne Gemeinsamkeit mit Ihm, wir wissen und wußten es besser ...

    immerhin bin ich einer von weiteren 37 Jecken Europa weit .. sind seit 1975 weitere 37 dazu gekommen

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