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Diskutiere im Thema Arbeitswelt - Was soll und kann ich jetzt tun? im Forum ADS ADHS Allgemeines
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3

    Frage Arbeitswelt - Was soll und kann ich jetzt tun?

    Hallo zusammen,

    ich hoffe Ihr könnt mir zu meinen folgenden geschilderten Problem, ein paar Tips geben. Um die gesamt Situation zu verstehen, werde ich einwenig weiter ausholen müssen...ich versuche mich aber kurz zufassen

    In den letzten 6 Jahren habe ich eine sehr steile Karriere gemacht. Bis vor 2 Jahren habe ich auch immer meine Leidenschaft "Tanzen" (Funkemariechen im Kölner Karneval) als Ausgleich zur Arbeit gehabt. Bis ich dann 2010 zwei schwere Knieoperationen hatte und ich mein Hobby schweren Herzens an den Nagel hängen musste. Die Heilung verlief sehr sehr langsam und an sportliche Bewegungen war nicht zudenken. Meine Physiotherapeuten haben Ihr bestes gegeben, aber die Schmerzen wurden nur schlimmer. In dieser Zeit wurde dann mein Beruf zum Leben, ich habe nur noch für die Arbeit gelebt. 12- 14 Stunden am Tag gearbeitet, sowie am Wochenende. In dieser Zeit habe ich natürlich auch sehr viel Anerkennung vom meinen Chef und Geschäftsführer erhalten und das war auch irgendwie mein Ziel! "Ich wollte die BESTE sein!

    Mann hat es nur noch anderen recht gemacht und "Null" an sich selber gedacht. Hinzu kam dann auch das ich immer mehr anspruchvollere Aufgaben neben meiner eigentlichen Führungsposition übernehmen musste. Ich wollte immer mehr und mein Körper zeigte mir dann letztes Jahr im April die ersten anzeichen der Erschöpfung. (Kopfschmerzen, Übelkeit, Tunnelblick beim Autofahren, kribbeln und taubheit im Arm, extremere Stimmungsschwankungen, Wut - und Weinausbrüche usw.) Viele Anzeichen kannte ich bereits seit der Kindheit von mir, aber diese wurden immer schlimmer. Ich habe mir dann gesagt, du kannst jetzt nicht aufgeben, du bist kein Versager und habe immer weiter gemacht. Mein Partner und meine Mutter waren die einzigen an den ich alles raus gelassen habe und die die Anzeichen wussten und erlebt haben. Auf der Arbeit habe ich keinem was davon erzählt und so getan als wäre alle in Ordnung. Mein Lichtblick war der Urlaub im Juni und dachte das es danach alles wieder gut ist. Im Urlaub ging es mir auch super und konnte entspannen. Dann kamm der knall, ich war noch keine 24 Stunden wieder im Lande und mein Chef rief an und gab mir zuverstehen das es brennt und ich am besten am nächsten Tag wieder arbeiten komme. Dies habe ich nicht getan und bin erst wie geplant, darauf die Woche arbeiten gegangen. Aber meine Kraft und Energie waren nach dem Telefonat sofort wieder weg und ich fühlte mich wie vor dem Urlaub. Meine Knieschmerzen entwickelten sich zu chronischen Schmerzen und musste aufgrund dessen nochmal in die Kernspin, ich habe gehofft das wieder was am Knie ist und habe an dem Gedanken einer dritten Knie-OP festgehalten, damit ich 6 Wochen ruhe vor der Arbeit hatte. Ich weiß, das hört sich sehr krank und verrückt an, aber das war meine einzige Hoffnung um den ganzen zu entfliehen! Der Arzt sagt mir das alles in Ordnung ist und ich keine OP benötige. Er meinte ich hätte chronische Schmerzen und das es alles von der Psyche kommt. Ich habe die Welt nicht mehr verstanden und gedacht es will mir keiner helfen.
    Im Oktober dann letztes Jahr hatte ich dann einen kompletten Zusammenbruch bei meiner Mutter zuhause und sie hat mich dann sofort zum Arzt gebracht und ich wurde bis auf weiteres Krank geschrieben. Die Rhea wurde dann auch direkt beantragt und ich bin einmal die Woche zu meiner Therapeutin gegangen.
    Nach zwei Monaten zuhause, waren meine chronischen Schmerzen, plötzlich komplett verschwunden und ich konnte zusammen mit meiner Physiotherapeutin beginnen die Muskeln und stabisilation des Knies aufzubauen.
    Im Januar habe ich dann den Bescheid für die Rhea im April bekommen. In der Zeit zuhause ging es mir einwenig besser, aber ehrlich gesagt baut man sich dort auch eine Fasade auf und fühlt sich unnützig. Ich wusste zwar warum, weshalb, wieso das alles so gekommen ist und mir war auch bewusst das es so nicht mehr weiter geht, aber wie soll ich es ändern!? Ich wollte nur noch in die Rhea und sagte mir, die können mir bestimmt helfen

    Die Diagnose ADHS wurde dann nach 2 Wochen in der Rhea festgestellt und ich musste dann schnell feststellen, das die Arbeit (Burnout) nur die Spitze des Eisberges war. Es gab aufeinmal für viele Dinge in meinem Leben eine Erklärung.
    In der Rhea-Zeit erfolgte dann auch medikamentöse Einstellung mit MPH.
    Vieles hat sich seitdem zum Positiven verändert und ich habe meine Lebensfreude wieder zurück.

    Aber seit drei Tagen gehe ich wieder arbeiten (Eingliederung) und muss feststellen das es sehr schwierig ist, mit meinem Chef normal umzugehen!
    Die Diagnose habe ich Ihm noch nicht gesagt, aber ich fühle mich nicht mehr verstanden und weiß nicht wie ich mich verhalten soll.
    Er denkt natürlich das dass "Burnout" mein Problem ist/war und will weiterhin das ich die Karriereleiter hoch klettere und seinen Posten übernehme, aber anders herum will er mich schützen und das ich nicht wieder mit dem Ergeiz/Perfektionismus in mein altes Schema falle.
    Ich habe mich vor der Rhea schon mit Ihm zusammen gesetzt und mit Ihm besprochen das ich eine anderen Posten bekomme und wieder bei "Null" anfange. Der Posten ist zwar eine höhere Funktion aber ich brauche mich nur noch um bestimmte Aufgaben kümmern.

    Ich fühle mich ratlos und möchte meine bisherige Karriere eigentlich nicht mehr so wie früher ausleben. Ich möchte die Aufgaben mit besten gewissen erledigen aber in meinem jetzigen Tempo und keine 200% mehr. Ich glaube das ist der Punkt den er auch nicht versteht, ich will nicht mehr die "Beste" sein.
    Ich hatte eigentlich immer ein super Verhältnis zu meinem Chef und konnte mit Ihm überalles reden und er hat mir auch gesagt das er meine Situation nachvollziehen kann und selber kurz vorm Ende ist.
    In den letzten Tagen gibt er mir aber einfach mit seinen Aussagen das Gefühl, das er es doch nicht versteht und das ich mich nicht geändert habe.
    Ich habe mich aber verändert und setzte andere Prioritäten und verhalte mich auch anders. Den Mitarbeitern ist es ja auch schon aufgefallen und die sehen es super positiv.
    In der Situation möchte ich Ihm nicht die Diagnose sagen, da er sonst alles darauf schiebt und denkt, das es mir ja doch nicht alles zuviel war!
    Ich finde es aber andersherum auch wichtig wenn er es weiß, allein weil ich auch MPH nehme.

    Meine Therapeutin meinte, das ich abwarten soll und ich einen Behindertenantrag wegen den mehreren Diagnosen stellen soll und erst dann meinem Arbeitgeber davon erzählen soll! Was meint Ihr dazu?

    Ich mache mir gerade auch die gedanken, ob es nicht wirklich besser ist, mir einen ganz neune Job zu suchen, damit ich einfach von vorne anfangen kann.

    Ich danke Euch schonmal im voraus für Eure Beiträge und hoffe das ich mein Problem so einiger maßen nachvollziehbar schildern konnte.

    Liebe Grüße

    Anke

  2. #2
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Arbeitswelt - Was soll und kann ich jetzt tun?

    Ich habe das alles gelesen. Ein typischer Werdegang ins Abseits.
    Ausgebrannt, leer. Eine Hülse. Alles gegeben und alles verloren.
    Burnout. Das ist wie das Knistern im Äther eines alten Radios. Keine Musik mehr,
    lediglich dieses undefinierte Knistern im verschwommenen Raum. Stille.
    Kraftlosigkeit wechselt mit Hoffnungslosigkeit.
    Ich hab dann alles aufgegeben. Wirklich alles. Einen hochdotierten Job und all die
    'wir sind unsterblich-Typen', die ihre vermeintlich sozialen Eskapaden mit einem Sektfrühstück
    gekrönt haben.
    Dann sind sie vorgefahren mit ihrem dicken Benz und wollten den Clown wieder. Wieder ermuntern.
    Denn alles war ja so dermaßen lustig und ich bin ja auch wirklich 'unersetzlich'...ehrlich.
    Aber ich hab sie ziehen lassen, ohne Wenn und Aber.
    Ich habe mich ständig daran erinnert, daß mich dieses Leben beinahe mein Leben gekostet hätte.
    Der Preis war mir zu hoch.
    Mein Leben war danach auch nicht viel besser und ein ständiger Kampf.
    Aber es hat sich doch gelohnt NEIN! zu sagen.
    Ich weiß nicht, was du machen willst, Anke. Aber ich hoffe für dich, daß du die richtige Entscheidung triffst.
    Ich für mich höre jetzt wieder die leisen Töne der Zufriedenheit, eine wohltuende Synphonie des Friedens.

    LG --hirnbeiß--

  3. #3
    Spasslernen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.331

    AW: Arbeitswelt - Was soll und kann ich jetzt tun?

    Hey Anke Schade ,

    Du bist mit Deiner Leistung zu frieden und Dein Chef braucht eben mehr Zeit, Deine Veränderung zu akzeptieren, dann gebe ihm diese Zeit. Die Anregung Deiner Therapeutin

    erst mal nichts über Deine Diagnose zu erzählen, finde ich in Ordnung .. falls Du ´nen Antrag nach dem Schwerbehindertengesetz stellst, warte die Rückmeldung des

    zuständigen Amtes ab, in dem unter anderem drin steht, das die Bearbeitung Deines Antrages noch etwas Zeit in Anspruch nimmt .. und trage in den Antrag ein, das Dein

    Antrag ab Diagnosestellung läuft, also rückwirkend. Erst mit dem Bescheid des zuständigen Amtes bist Du Deinem Chef gegenüber verpflichtet .. Ihn über Deine anerkannte

    Schwerbehinderung zu informieren, nicht über die verschiedenen Diagnosen.

    Tschüß Anke Schade

    Dein Zoppotrump

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Arbeitswelt - Was soll und kann ich jetzt tun?

    Widerspruch:

    Den Arbeitgeber muss sie nicht informieren. Allenfalls dann, wenn sie unbedingt dort weiter arbeiten will und vielleicht ein paar notwendige Änderungen im Arbeitsvertrag ausgehandelt werden müssen oder sollten.

    Wenn der GdB aber entsprechend hoch ausfällt, dann lohnt es sich, den Arbeitgeber zu informieren wg Kündigungsschutz und dem ganzen anderen Gespraddel. Aber auch da gilt, dass sie nur informieren muss, wenn sie den Job unbedingt behalten und ihre Rechte auch wahrnehmen will.

    Wenn der GdB ohnehin relativ niedrig ist, dann kann sie es auch sein lassen und nur die Steuerermäßigungen mitnehmen.

    LG
    Waldsteinie

  5. #5
    Spasslernen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.331

    AW: Arbeitswelt - Was soll und kann ich jetzt tun?

    Da widerspreche ich, Waldsteinie, mittlerweile ist das nicht angeben einer anerkannten Schwerbehinderung ein Grund für ´ne fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber, weil ein

    Teil von Arbeitgebern für jeden Nichtbesetzten Arbeitsplatz mit einem Schwerbehinderten eine Ausgleichsabgabe zahlen muß, für welches Krankheitsbild ich die Schwerbehinderung

    bekommen habe, muß ich natürlich nicht nennen.

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