Seite 1 von 2 12 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 13

Diskutiere im Thema HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun? im Forum ADS ADHS Allgemeines
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 135

    HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun?

    Warnungen vorweg:
    1. Dies wird wohl ein etwas längerer Heul-Post mit relativ wenigen, direkten Fragen, vielleicht kommt am ende ein "tl;dr"-Absatz, ansonsten mögen alle, die sowas nicht interessiert/die sich auf uninteressantes mangels Medikament nicht konzentrieren können, gleich runterscrollen oder den Thread verlassen

    2. Liebe Mods, ich schreibe dies im Allgemeinen Forum, da es sowohl etwas Blogartiges, jedoch auch thematische Übereinstimmungen mit "Depression" "Studium und Ausbildung" und so ziemlich allen anderen Bereichen hat. Also im Zweifel ruhig verschieben. Danke =)


    So, nun zum Thema:
    Puh, ich weiß gar nicht wo ich anfangen sollte, muss jetzt aber einfach mal was in der anonymität des Internets loswerden, was ich aus irgendeinem Grund weder meiner Arzt, ja noch nicht einmal meiner Familie oder gar meiner Freundin erzählen kann. Hoffentlich reicht meine Ausdauer und Konzentration, Medikament wollte ich erst später nehmen, vielleicht finde ich ja dan selbst sinnvolle antworten, kam aber bisher nicht vor und diese Sachen belasten mich schon seit gut äh 13 Jahren.

    Ich versuche mal einen chronologischen Ansatz.
    Vor gut 15(16?) Jahren kam ich in die Schule.
    Meine Erinnerung und meine Zeugnisse bestätigen mir, dass es schon damals starke Probleme mit Mitschülern, Aufmerksamkeit und Lernverhalten gab.
    So habe ich die Meinungen anderer nie akzeptieren können(haben ja auch immer unrecht...), des öfteren Streit provoziert und im Unterricht lieber anderes getan, als aufzupassen. Hausaufgaben fertigte ich zwar auf Drängen meiner Eltern an, jedoch kann ich mich noch an so manch gequälte Stunden erinnern, weil ich einfach nicht wollte. Ein Blatt mit Schreibschrift-s voll"malen", immer schön auf die Linien achten und den "Übergang" mit einem geraden Strich, der mit hartem Winkel in den Bogen mündet? Ging 3 Buchstaben lang gut, danach musste man mich dazu zwingen. inzwischen sieht mein s aus wie ein o mit 2 Strichen an der Seite.
    Ohnehin konnte ich mir nie vorstellen, wie es Leute schaffen, 5x8 Stunden pro Woche an einem Platz zu sitzen und dabei jeden Tag dasselbe zu tun.
    Wie dem auch sei, schon in der Grundschule war ich äußerst unbeliebt, hatte ganze 2 Freunde und maximal 3 Personen, die man als "Kumpel" bezeichnen könnte.
    Nachdem ich dann mit viel Glück noch die Gymnasialempfehlung bekam, ging der äh- psychische Abstieg erst so richtig los.

    In einer Klasse mit 30 Fremden Menschen, von denen mich 28 nach dem ersten Tag nicht leiden konnten.
    Eine Person wollte sich scheinbar mit mir anfreunden, aber irgendwie mochte sie mich auch sehr rasch nicht mehr.
    So quälte ich mich mit stets schlechter werdenden Noten und immer mehr, jedoch latenten Anfeindungen(Modewort "Mobbing") durch die ersten 4 weiterführenden Klassen.
    Letztlich endete mein Aufenthalt in dieser Stufe damit, dass ich in der 8. Klasse aufgrund sämtlicher Umstände von 11 Noten ~7 5en hatte.

    Nun gut, vielleicht wird die neue Stufe ja besser.
    PUSTEKUCHEN.
    Natürlich nicht.
    Immer noch suchte ich die Schuld natürlich nicht bei mir, und es gibt aus dieser Zeit eine lange Liste von Leuten, denen ich, die Mods mögen mir diesen Satz verzeihen, von tiefstem Herzen eine Begegnung mit einem gewissen Tim K. oder Anders Behring B. wünsche.
    Aber gut, warum sollte ich die Schuld bei mir suchen, wenn ich mich stets zurückhalte und niemals jemanden offen beleidige oder angreife(man sagte mir überzeugend, wenn ich die "Mobber" ignoriere, verlieren sie das Interesse) und dennoch massiv psychisch und physisch angegriffen werde?
    So wurden die Jahre 8(2)-10 nochmals um einiges unerträglicher, als ohnehin schon.
    Scheiß Noten, scheiß Mitschüler- ein Wunder, dass ich weder depressiv noch suizidal wurde.
    Privat zog ich mich noch viel mehr zurück als ohnehin schon, mit den 2 Freunde von damals und bis heute, hatte ich so gut wie keinen Kontakt mehr.
    Vollkommene soziale Isolation.
    Passend dazu suchte ich mir einen Sport, bei dem man herrlich wenig sozial interagieren muss- Bogenschießen.
    Dort hatte ich, endlich und zum ersten sowie letzten Mal in meinem Leben, anfangs immerhin Erfolgserlebnise. Doch sobald sich Routine und Automatismen(im Grunde vorteilhft) einschlichen, wurde meine Leistung und Konzentration auch dort immer schlechter. War ja auch nichts neues mehr, und wenn man nicht mehr alle paar Einheiten eine neue, verbesserte Technik erklärt bekommt, wandert das Interesse ab.

    Im Grunde habe ich dann meine gesamte Jugend damit verbracht, nichts zu tun. Während andere glücklich und ausgelassen feierten oder was auch immer, war ich einsam zuhause, quasi gefangen durch die äußeren Umstände.

    Schulisch wurde ich nicht besser, meine Zensuren dümpelten stets im Bereich von 3-4, aber scheinbar auch nur, weil ich wohl ein recht gutes Gedächtnis habe. Zwar wusste ich im Unterricht NIE, worum es geht, aber immerhin konnte ich meine Klausuren "retten", weil ich mal irgendwie irgendwas irgendwo im Unterricht halbherzig mitbekommen hatte.

    Natürlich könnte man mir vorwerfen, ich hätte, aufgrund meiner Verweigerung zu lernen oder auch nur aufzupassen, mal zum Doc gehen sollen, aber warum, wenn einem der Vater stets erzählt, im ging es genauso, das wäre ganz normal? Wahrscheinlich ist er selber nicht ganz "normal", sowas veerbt sich schließlich.
    Sicherlich hätte ich für mein Seelenheil auch mal die Schule wechseln können, aber darin sah ich nichts sinnvolles- Ich war im Kindergarten undbeliebt, in der Grundschule, in meiner alten Klasse und meiner neuen- warum sollte es auf einer anderen Schule anders sein? Und wenn selbst die strengsten bzw engagiertesten Lehrer nichts tun können, um "mobbing" zu stoppen(Ja, man nenne mich "Petze" -.-), wäre es auf einer anderen Schule ja auch nicht besser. Zumal haben diese Unterm- sorry, diese Vollidioten den Triumph, mich kaputt zu hänseln, garantiert nicht verdient.

    Am Anfang der 11. Klasse wurd es dann sozial ein wenig besser. Ich dachte eigentlich, die Leute würden vielleicht endlich erwachsen werden, wie sich später herausstellte, blieben sie aber geistig verkümmert.
    Wie dem auch sei, ich hatte damals einige "Kollegen", war ein paar mal am Wochenende weg, aber irgendwie konnte ich diese Kontakte nicht halten, ging den Leuten auf den Sack oder was auch immer, sodass 3/4 dieser Personen mit Beginn der 12. Klasse anfingen, mich erneut psychisch zu drangsalieren.
    Das letzte Viertel verlor ich dann am Ende der Schule aus den Augen. Auch nicht allzu schade, wenn ich seh, was sie so bei Facebook tun, sind auch sie kognitiv auf dem "absteigen Ast"...

    Immerhin kam ich in der 11. Klasse mit meiner Immernoch-Freundin zusammen(ein hoch auf das Internet =/ ), welche mich seither vorm psychischen Totalausfall bewahrt Später soll sie noch eine "entscheidende" Rolle spielen, siehe weiter unten.


    Letztlich bekam ich dann, entgegen aller Widerstände, irgendwie noch mein Abitur mit einem Schnitt schlechter als 3.


    Dann kam, ein paar Monate darauf, der Zivildienst- Juhu, fremde Stadt, neue Leute; ein "Neubeginn"?
    Ebenfalls getäuscht. Auch diesen Leuten ging ich tierisch auf die Nerven und nun fragte ich mich auch, ob ich nicht vielleicht auch Mitschuld an meiner Misere trage.
    Da man mir während der Dienstzeit Diabetes diagnostizierte war es wohl um einen großen Teil meiner seelischen Schutzmauer geschehen, sodass ich nicht mehr der Meinung war, ich wäre wenigsten gesund, intelligent und nicht psychotisch- sprich "Vollkommen"
    Im Gegenteil, scheinbar baut sich mein Körper schon seit Jahren massiv selbst ab.
    Gallensteine seit 15, wollte mir keiner glauben, Tonsillithen und daher dauernd Mundgeruch, bis meine Mandeln entfernt werden, Plattfüße, Gelenke und Rücken knacken dauerhaft und schmerzen ab und an, Diabetes halt und vielleicht kommt nun noch eine Hashimoto-Thyreodits dazu.

    Wie dem auch sei, ich machte eine Liste meiner "Probleme" und ging zur Hausärztin, welche sich fast schon weigern wollte, mir eine Überweisung zum Psychiater zu geben.
    Stark demoralisiert zog ich mich dadurch wieder zurück und es brauchte 7 Monate, bis meine Freundin genug Druck machte, damit ich zum Psychater gehe.

    Danach ging dann alles eher "geschmiert", erst niedergelassener Psychiater, einen Monat darauf dann zum Psychdoc in der Klinik, wieder einen Monat später dann die Diagnose.


    Aber was ändert sich jetzt?
    Meine Wohnung sieht meist aufgeräumt aus.
    Meine Freundin ist nicht mehr so oft genervt.
    Ich tue Dinge, die ich seit Jahren nur halbherzig, weil eher "langweilig", verfolgte. "Wargaming" z.B.- also Minaturenspiele. Diese Miniaturen zu bemalen macht zwar Spaß, ist aber nicht allzu spannend, konnte also nie lange meine Konzentration darauf richten.
    Beim Sport treffe ich endlich wieder besser, weil ich mich auch auf die "automatismen" gezielt konzentrieren kann.

    Aber sonst?
    Vielleicht sollte ich nicht drüber nachdenken, aber dank der Krankheit und, ich schätze es einfach mal so ein, all der daraus folgenden Probleme(Isolation etc) habe ich eine Menge verloren- eine große Menge.
    In der Kindheit gehörte es ja noch dazu, gerne zu toben, also war sie "normal", aber fast meine gesamte Jugend habe ich verloren.
    Meine Abiturnote ist WEIT unter meinem Potential, welches ich eigentlich immer zeigen wollte, aber doch nie konnte(Strenge, unbeliebte Lehrer sagten mir öfters, es seien gut 2 ganze Noten- trauten mir also eine 1 vor dem Komme zu).
    Auch wenn mein Abi unbrauchbar ist, die Bewerbungsfristen enden nächste Woche- bis dahin bekomm ich die Unterlagen sowieso nicht mehr abgeschickt, sodass mir erneut mindestens 6 Monate verloren gehen.
    Ohnehin habe ich schon 1 ganzes Jahr mit depressiver passivität(sozusagen) vergeudet. Dies hat ja nicht nur auf eventuelle Ausbildungssuche negative Folgen. Sollte man mich aus Spaß zu einem Hochschulbewerbungsgespäch einladen, würde man mich auf die große Lücke im Lebenslauf ansprechen und ich könnte nichts vernünftiges sagen- denn wer sich so leicht demoralisieren und passiv machen lässt, ist für bestimmte Studiengänge sicherlich nicht geeignet.

    Ich hatte schonmal überlegt, freiwillig sozial zu arbeiten, z.B. beim DRK o.ä., aber dann denk ich mir wieder: Warum?
    Das Loch ist im Lebenslauf, ich kann ohnehin nicht tun, was ich möchte und was meinem wahren Potential entspricht(Studieren) und werde mich da sowieso langweilen.
    Meine Eltern- und alle andere- wollen mich natürlich dazu drängen, eine Ausbildung zu machen, aber ich weiß genau, das würde schief gehen.
    Warum?
    Ich werde es mir garantiert nicht mehr antun, auch nur ein einziges mal von irgendwem wehrlos "gehänselt" zu werden. Beim ersten, noch so kleinen und vielleicht nicht böse gemeinten Vorfall würde ich es hinschmeißen.
    Was ich sowieso wahrscheinlich recht fix machen würde, denn: Was soll ich da? Ich bin, dank der Lehrerkommentare von der 1. zur 13. Klasse überzeugt, kognitiv eher über dem Durchschnitt zu liegen. Ich sehe im MPH eine Art Schlüssel, der vieles von meinem ungenutzten Potential eröffnet. Wenn ich dies nun verwerfen muss, werde ich aller Wahrscheinlichkeit nach, daran zugrunde gehen.
    Und übehaupt- wenn ich nicht studiere, dann behalten all die Leute, die mich nicht mochten recht- erneut in Triumph, den sie verdammt nochmal nicht verdienen.
    Sie konnten mir 14 Jahre lang nicht effektiv einreden, ich wäre komplett verblödet, also werde ich auch nichts tun, was den Eindruck erweckt, ich wäre nur mäßig oder unterdurchschnittlich begabt.
    Und ja, wenn ich mich zuhause verbarrikadiere, dann ist es deutlich unwahrscheinlicher, dass diese Leute erfahren, was aus mir nicht geworden ist, als wenn ich regelmäßig auf der Straße anzutreffen bin.

    Mensch, ist das ne Menge. Vielleicht sollte ich es meinem Doc zeigen, über so etwas reden kann ich mit niemandem =(
    Wie dem auch sei, damit mans nicht im Text suchen muss:
    Was kann ich denn überhaupt noch tun?
    Ich hab ein scheiß Abitur, bin sozial inkompetent, habe ein Loch im Lebenslauf und bin innerlich der festen Meinung, dass ich garantiert nichts tun werde als zu studieren- und da kommt nur ein einziges NC-Fach in Frage, welches ich mit Herzblut betreiben würde. Abgesehen davon, dass die Fristen erneut so gut wie abgelaufen sind.

    Ich will nicht mehr =(


    Glückwunsch an alle, die alles gelesen haben, ich habe euch ein bisschen Lebenszeit geklaut

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun?

    ich hab alles gelesen. :-)

    Frage vorweg: Machst Du begleitend zur MPH Einnahme eine Therapie?

    Mein spontaner Eindruck: Du "denkst" Du schaffst es nicht, bist der Meinung, ....Ich stimme Dir zu das dem Doc zu zeigen.
    Dein Frust deine Vergangenheit betreffend ist mehr als verständlich, kennen hier auch viele.
    Ich persönlich "betrauere" auch die Zeit, verdaue die negativen Dinge, Stück für Stück, bisher noch allein, weil ich mich grad erst mit der ganzen Thematik auseinander setze.
    Aber vielleicht ist das ein "Bild" das Dir Mut macht, das betrauern?

    Man kommt darüber hinweg.
    Man lernt es zu akzeptieren.
    Man verändert sich und seine Einstellung.
    Manchmal schafft man das nicht alleine.


    Aber dafür bist Du ja hier. :-)

    Warum schreibst du
    Ich sehe im MPH eine Art Schlüssel, der vieles von meinem ungenutzten Potential eröffnet. Wenn ich dies nun verwerfen muss, werde ich aller Wahrscheinlichkeit nach, daran zugrunde gehen.
    Meinst Du Dein Potential? Und das Du es vergeudest, wenn Du eine Ausbildung abbrechen müsstest oder eben nicht studierst?


    Und übehaupt- wenn ich nicht studiere, dann behalten all die Leute, die mich nicht mochten recht- erneut in Triumph, den sie verdammt nochmal nicht verdienen.
    Sie konnten mir 14 Jahre lang nicht effektiv einreden, ich wäre komplett verblödet, also werde ich auch nichts tun, was den Eindruck erweckt, ich wäre nur mäßig oder unterdurchschnittlich begabt.
    Und ja, wenn ich mich zuhause verbarrikadiere, dann ist es deutlich unwahrscheinlicher, dass diese Leute erfahren, was aus mir nicht geworden ist, als wenn ich regelmäßig auf der Straße anzutreffen bin.
    Arbeit sichert Lebensunterhalt, Arbeit kann man auch nach Interessen auswählen, um lieber zufrieden als reich zu leben. Perfekt wäre natürlcih beides zu haben.;-P
    Aber allererstens kommt es dabei auf Dich an. Was willst du? Wovon träumst Du? Und warum ist Dir das wichtig?
    Wahrscheinlich denken die, die Du durch ein Studium zu beeindrucken suchst, nur halbsoviel an Dich wie Du über ihre Meinungen nach.

    Ich glaube Du hast durch den Mega-Frust der Vergangenheit ein ziemlich grosses "aua", ich kenn das "lieber zuhause bleiben" auch sehr gut, etwas anders zwar, aber ich verstehe es.
    Bei Dir klingt es aber auch nach ner Menge Wut, die sich aber letztendes gegen Dich selbst richtet. (Eigentlich willst Du nicht zuhause bleiben , oder?)


    Ich hatte schonmal überlegt, freiwillig sozial zu arbeiten, z.B. beim DRK o.ä., aber dann denk ich mir wieder: Warum?
    Das Loch ist im Lebenslauf, ich kann ohnehin nicht tun, was ich möchte und was meinem wahren Potential entspricht(Studieren) und werde mich da sowieso langweilen.
    Meine Eltern- und alle andere- wollen mich natürlich dazu drängen, eine Ausbildung zu machen, aber ich weiß genau, das würde schief gehen.
    Warum?
    "Loch" im Lebens lauf...In Deinem Alter? Es ist typisch im ersten Jahr nach dem Abi eine Orientierungsphase zu haben, viele machen einen Urlaub, Praktika, AUslandsaufenthalt.

    Was auch immer du in der näheren Zukunft in Angriff nimmst, es wird sich ein Wort finden,das es positiv in deinem Lebenslauf umschreibt.
    Meine Meinung; Mach Dir um diese Kleinigkeit nicht so negative Gedanken. (Ich kenne das Prinzip, weiss auch wie schwer das Umschalten ist, aber, versuch es vielleicht einfach!)

    Nimm es in Angriff, indem Du nach mehr Alternativen suchst.
    Vielleicht hat Deine Freundin eine Idee, was gut zu Dir passen könnte?
    Sie hat Dich ja auch schon zum Doc überzeugt.
    Warum kannst Du diese Gedanken nicht mit ihr teilen?
    Vielleicht freut sie sich sogar über Dein Vertrauen.

    Noch ne Idee:
    Warum nicht eine Arbeits-, Ausbildungsstelle im sozialen Bereich suchen, die das freiwillige soziale Jahr unterstützt, dort von Deiner Problematik berichten vorab?
    Bereitschaft sich mit "besonderen" Umständen von Bewerbern auseinanderzusetzen ist dort vielleicht grösser.(Hoffe ich einfach mal)

    Versuch denen auch Deine Stärken zu zeigen in einer Bewerbung, ohne die vermeintlichen Schwächen zu verbergen. Der Versuch macht klug!

    Das selbe kann für eine Ausbildungstelle gelten.

    Ich weiss nicht welche Richtung du studieren willst, aber bei den meisten gibt es sowieso Wartezeiten (zumal deine Noten schlechter sind).
    Warum also die Zeit des NC nicht für Praktika in eben diesem Bereich nutzen?

    Viel zu begrübeln.
    Ich wünschte mir, das irgendeiner meiner Gedanken Dich ein bisschen aus der Hoffnungslosigkeit wachrüttelt und Dir zeigt, das es manchmal doch auf den Blickwinkel ankommt.


    Lieben Gruss von

    Stargazer
    Geändert von stargazer (25.05.2012 um 17:26 Uhr)

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf AD(H)S
    Forum-Beiträge: 661

    AW: HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun?

    Hallo Wotemer!

    Ersteinmal herzlich hier bei uns Chaoten.
    Wotemer schreibt:
    Glückwunsch an alle, die alles gelesen haben, ich habe euch ein bisschen Lebenszeit geklaut
    Ich habe Alles gelesen, habe aber nicht das Gefühl, dass Du mir ein bisschen Lebenszeit geklaut hättest, im Gegenteil, es war hochinteressant. Die übrigen Beiträge habe ich jetzt aber nicht gelesen, so dass vielleicht das Ein oder Andere schon von Anderen gesagt wurde.

    Schön, dass Du so offen Alles genannt hast. Den Satz ziemlich unten in Deinem Text, also:
    Vielleicht sollte ich es meinem Doc zeigen, über so etwas reden kann ich mit niemandem
    solltest Du vielleicht wirklich tun. Denn das ist die beste Methode, ihm mitzuteilen, wie es Dir seit Jahren ergeht, denn MPH ist nicht Alles in der ADHS-Therapie.

    Das Du hierher zu uns gefunden hast, ich denke, das ist auch positiv für Dich.

    Du hast in Deiner Kindheit und Jugend viel durchmachen müssen, ja, Du hättest vielleicht früher zum Doc. gehen können, aber damals waren Deine Eltern für Deine Gesundheit verantwortlich. Du hättest auch ein weiteres Mal die Schule wechseln können, wie Du schreibst. Das wäre aber, wie Du selber festgestellt hast ähnlich wie die Wahl zwischen Pest (alte Schule) und Cholera (ggf. neue Schule), Deine sozialen Probleme hättest Du mitgenommen auf die neue Schule.
    Du könntest eine Berufsausbildung anfangen, aber Du hast Dir in den Kopf gesetzt, zu studieren. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass diese Entscheidung die für Dich einzig Richtige ist. Aber dann musst Du zusehen, dass Deine Bewerbungsunterlagen MÖGLICHST BALD bei der entsprechenden Hochschule auf dem Tisch des zuständigen Sachbearbeiters liegen. Die Lücke in Deinem Lebenslauf begründest Du mit gesundheitlichen Problemen oder mit einer bewusst genutzten Auszeit, das ist schon in Ordnung nach einer soooooooo stressgeplagten Schulzeit.

    Solltest Du aus welchem Grund auch immer nicht für's Studium zugelassen werden, so nutze das halbe Jahr, indem Du Dich in Eigenleistung in dem von Dir vorgesehenen Fach bildest oder Du besuchst z.B. einen Volkshochschulkurs, der Deine in der Schule erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse punktuell aufbessert. So hast Du dann zwar immernoch dieses wie Du sagst "beschissene Abi", aber Du kannst nachweisen, dass Du Deine Kenntnisse anschließend weiter verbessert hast.

    Gruß
    icke!

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 135

    AW: HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun?

    icke WES schreibt:

    Ersteinmal herzlich hier bei uns Chaoten.


    Aber dann musst Du zusehen, dass Deine Bewerbungsunterlagen MÖGLICHST BALD bei der entsprechenden Hochschule auf dem Tisch des zuständigen Sachbearbeiters liegen. Die Lücke in Deinem Lebenslauf begründest Du mit gesundheitlichen Problemen oder mit einer bewusst genutzten Auszeit, das ist schon in Ordnung nach einer soooooooo stressgeplagten Schulzeit.

    Solltest Du aus welchem Grund auch immer nicht für's Studium zugelassen werden,

    1. Ich hab schon etliche Posts war nur grad immer angefressener von allem^^
    2. Frist ist 31. Mai bei Hochschulstart- d.h. wenn ich ganz viel Glück habe, der Doc(Klinikleiter >.< )morgen ne Minute ans Telefon bekomm(Die Sekretärin mag ich nicht, wirkte irgendwie patzig-freundlich - erst nett und auf einmal total aggressiv und unfreundlich oO), kann er ja noch schnell ein Gutachten testweise zusammenzimmer(denn ICH denke, jahrelange Probleme durch Krankheit sind ein Grund, dass man mir das miese Abi nicht ganz voll anrechnen sollte :o ), dann kanns gleich morgen mittag zur Post und sollte Donnerstag morgen ankommen
    Abgesehen davon, sinds schon fast 1,5 Jahre, Gefühlt sogar 2: Nach Abi bis September nicht, dann Zivi 2 Monate, 2 Monate augemustert wegen Diabetes(EINSPRUCH!!!), dann nochmal 2 Monate dann nichts seit einem Jahr und 3 Monaten.
    Und ich finde ja immer die Leute lächerlich, die über Schulstress meckern- vielleicht sind sie an der falschen Schule? Wenn man mir undiagnostizierten ADHS, entgegen aller Widerstände sozialer Art dennoch sein Abi schafft, kanns ja für vollkommen gesunde, potentielle Akademiker wohl kein Problem sein, oder? Immerhin können in der Schule Themen ohnehin nur angekratzt werden und dafür sinds eindeutig zu wenige. Mein Bio-LK verbrachte 2 Monate damit, jede Stunde über ein anderes Beispiel der Natürlichen Auslese zu reden(Die komischen Birkenmotten in England vor 200 Jahren, Marienkäfer mit verschiedenen Farbgebungen und sowas)

    3. Abi halt ._. Wäre ich gläubig, würde ich jeden Tag dafür beten, wenigstens über AdH zum Gespräch geladen zu werden, denn wenn man, vermutlich, mit Profs reden kann, werden die vielleicht ein wenig verständnis für mein Abi und meine Begeisterung des Fachs haben.


    Und nein, irgendwo in deine Text stand was von "imponieren": Wenn ich wem imponieren will, dann mir. Denn ich will endlich mal schwarz auf weiß bekommen, dass ich was kann >.< Und ich könnte mir nichts schöneres Vorstellen als diese Fachrichtung- Abwechslung, spannendes, stets fortschreitende Thematik und, vielleicht wirkt das ein bisschen seltsam, aber jedes mal, wenn ich Nachts an meiner Traumarbeitseinrichtung vorbeikomme und die Lichter sehe, fange ich an davon zu träumen, wie schön es wäre, dort in Schichten zu arbeiten, dann nach Hause zu düsen und pünktlich zum Frühstück bei meiner Freundin zu sein


    Achso, was andere schrieben: Ich denke, das da noch ne Therapie kommt. Hab halt bisher nur Diagnose, MPH und schonmal die "Aufforderung" einen Kalender zu führen, um alles mal geregelt zu bekommen. Geht sogar ein wenig. Wenn Montags auf meiner Pinnwand steht, jede Woche waschen, tu ichs spätestens Dienstag

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 88

    AW: HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun?

    Ich hab auch alles gelesen. Zunächst: Ich kann dich sehr gut verstehen. Trotzdem würde ich dir raten, erst mal kleine Brötchen zu backen. Du darfst dein Leben nicht danach ausrichten, es anderen und dir beweisen und sofort alles erreichen zu wollen. Du musst lernen, dich mit kleinen Erfolgen, kleinen Schritten zufrieden zu geben. Du musst aufhören, davon auszugehen, dass du den anderen weit überlegen bist aber sowieso nie das bekommen wirst, was dir zusteht.
    Ist es wirklich besser noch ein Jahr zuhause zu hocken, als eine Ausbildung anzufangen, die nicht „gut genug“ für dich ist? Du setzt dich herab, aber gleichzeitig erhebst du dich auch über deine Umwelt, das führt zwangsläufig zu Widersprüchen und Stillstand.Vielleicht bist du Intelligent, Hochbegabt . Aber offensichtlich hast du auch starke Defizite, die der Grund dafür sind, dass du dort stehst, wo du stehst. Die gilt es zu überwinden.

    Was möchtest du studieren, dass es da ein Hochschulbewerbungsgespräch gibt? Hast du dich ernsthaft nur an einer Hochschule beworben? Es gibt zahlreiche Universitäten in Deutschland, bei denen der Großteil der Fächer NC-frei ist. Das heißt einfach nur Abi reicht. Da interessiert keinen dein Lebenslauf. Und wenn doch, denk dir irgendwas Interessantes aus. Ich hab nach dem Abi ein Jahr in einem besetzten Haus in Paris gewohnt und gelebt. Wenn ich mich bewerbe, erzähl ich, ich hätte dort Work&Travel gemacht, kann keiner nachprüfen und fertig. Glaubst du, du bist deutschlandweit der einzige Student in spe der nach dem Abi erstmal eine Krise hatte? An meiner Uni laufen einem 27 Jährige Typen über den Weg, die nicht so recht erklären können, was sie seit ihrem 18 Lebensjahr getrieben haben. Wen interessierts....

    Du hast „leicht“ fatalistische Tendenzen und du sabotierst dich selbst, anders kann man das leider nicht ausdrücken. Ich sympathisier mit dir, weil ich lange ähnlich gedacht hab aber du musst das überwinden, wenn du willst, dass sich etwas verändert.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 135

    AW: HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun?

    Mrs.Shankly schreibt:
    Ist es wirklich besser noch ein Jahr zuhause zu hocken, als eine Ausbildung anzufangen, die nicht „gut genug“ für dich ist?

    Was möchtest du studieren, dass es da ein Hochschulbewerbungsgespräch gibt? Hast du dich ernsthaft nur an einer Hochschule beworben?
    1. Ja, ist es. Alles andere wird genauso enden, wie beim Zivildienst.
    Bereits nach 3 Tagen habe ich nach Dienstschluss nichts anderes mehr getan, als zu weinen, weil ich einfach nicht dahin wollte.
    Langeweile, uninteressant usw.
    Das wird bei einer Ausbildung ja auch nicht besser. Da sitz ich dann ebenso gelangweilt ab, wie zur Schulzeit. Vielleicht werden die Noten besser, weil ich mich jetzt Konzentrieren kann, aber vielleicht machts das noch schlimmer, mitzubekommen, wie lächerlich einfach das alles ist o.o

    2. Über Hochschulstart, AdH haben ja alle Hochschulen und viele haben dann Gespräche.


    Ob das noch was mit der Frist wird? ._.
    Ich hab meine Zivildienstbescheinigung weggeworfen, Bürgeramt war mir zu voll und grad musst ich mir am Telefon echt die Augen reiben:
    Gut, natürlich ist der Doc vernünftig und freundlich, aber die Aussage "Wenn sie sich dadurch benachteiligt fühlen, dann kreuzen sie das an, und wenn der Arzt nicht in die Pötte kommt, können sie nichts dafür, schreiben sie einfach dabei, dass sies nachreichen".
    Natürlich fühl ich mich benachteiligt, wenn ich nie so viel machen konnte, wie ich könnte Oo
    Wobei es vermutlich eh alles keinen Sinn hat- ich hätte ja auch schon viel früher, als ich mir zum ersten mal dachte, mein Verhalten könne nicht normal sein, zum Arzt gehen können.


    Oh, ich bin mal wieder was selbst schuld, kennt man ja

    Mrs.Shankly schreibt:
    du sabotierst dich selbst,
    Nee, ich hab nur eindeutig keine Lust mehr, dass es genauso unerfüllend weiter geht wie vor der Diagnose.


    EDIT: Vielleicht sollte ich nicht einfach schreiben und abschicken, sondern nochmal drüberlesen. Hoffte eigtl, verstanden zu werden, hab mich aber scheinbar mal wieder zu verdreht ausgedrückt
    Geändert von Wotemer (29.05.2012 um 16:50 Uhr)

  7. #7
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.422

    AW: HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun?

    Hallo wotemer,

    Ich habe alles gelesen und fand es interessant! Einiges kommt mich auch bekannt vor und ich kann es gut nachvollziehen wie es ist.

    Mobbing in der schule, von kindergarten bis dann noch im berufleben, kenne ich auch. Es zermüdet eine sehr und mich hat es auch sehr aggressiv gemacht: Ich war so verletzt geworden dass ich sehr schnell "kampf-oder-fliehe" zustand kam. Ich konnte es hinten mich lassen.

    Misserfolgen hatte ich auch einige eingesteckt und der unlust daraus weiter zu machen kenne ich auch... Damals hat mich am bestens geholfen mich so anzunehmen mit meine unlust und mich um mich und meine problemen gekümmert. Irgendwann wenn es in der seele etwa mehr ordnung gibt, kommt auch der lust äusserlich etwas zu verändern. Wenn du jetzt kein bock hast auf eine ausbildung, ist sicher nicht verkehr mal eine zeit dich um deine gesundheit und probleme zu kümmern, durch eine therapie, zB. Es gibt neben eine ausbildung auch viele andere möglichkeiten: praktikum machen, reisen... Wichtig ist dabei auf dein bauch zu hören. Was brauchst du jetzt wirklich? 1 jahre mehr etwas anders machen als lernen oder arbeiten ist auf eine ganze leben wenig... So lange dass es irgendwie, irgendwo weitergeht (was es ehe so scheint) ist ok.

    lg

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun?

    @ Wotemer

    Was Du beschreibst (bejammerst) ist ein Luxusproblem, dessen musst Du dir zuallererst mal klar werden.

    Die meisten ADHSler bekommen erst gar keine Empfehlung auf das Gymnasium.

    Dass Du da nicht der beliebteste warst, geschenkt, welcher ADHSler wüsste von seiner Schulzeit anderes berichten?

    Bei der 7. bzw. 8. Gymnasialklasse kommt es bei ADHSler gewohnheitsmäßig zu einem Einbruch der Zensuren, das hat neben dem beginnenden Pubertäts-Wirren vor allem mit der zweiten Fremdsprache zu tun, die in diesen Jahren als zusätzliche Anforderung auftaucht.

    Diese zweite Fremdsprache hat schon so manchem redlichen ADHSler das Genick gebrochen.

    Was Du beschreibst ist ansonsten im Rahmen des üblichen, man langweilt sich fast beim Durchlesen, nicht weil das was Du geschrieben hast, langweilig wäre, sondern weil man das alles selbst aus dem eigenen Lebenslauf kennt.

    Zum weiteren hast Du eine Freundin, darauf solltest Du stolz sein, und auch sehr pfleglich mit ihr umgehen.

    Sehr viele ADHSler können nicht von sich behaupten - aus den von Dir ja geschilderten Gründen - schon zu Schulzeiten eine Freundin gehabt zu haben.

    Bleibt die Frage nach Deiner Zukunft.

    Du musst irgendwas studieren.

    Das habe ich auch versucht und bin kläglich gescheitert, weswegen ich mich anschließend in allen möglichen Jobs verdingen musste.

    Deshalb ganz klar die Empfehlung: STUDIEREN, STUDIEREN, STUDIEREN.

    Eine andere Chance hast Du nicht. Und, glaube mir, alle anderen Alternativen werden Dir noch fürchterlicher erscheinen.


  9. #9
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun?

    Eiselein schreibt:

    Deshalb ganz klar die Empfehlung: STUDIEREN, STUDIEREN, STUDIEREN.

    Eine andere Chance hast Du nicht. Und, glaube mir, alle anderen Alternativen werden Dir noch fürchterlicher erscheinen.

    hm, ich erhebe Einspruch ...

    ich wusste schon immer, dass irgendwie eines der letzten großen Ausbildungskapitel meines Lebens ein Studium sein wird ... aaaber ich war damals nicht so weit ...

    ein kleiner Vorteil war vielleicht in diesem Fall, dass ich alleine meinen Weg finden musste ... "So so, du willst dein Leben in die Hand nehmen? Dann mach auch!!"

    ein zweiter Vorteil war vielleicht auch, dass ich meine Tochter früh bekam (mit 17) und mich zu 250% der Verantwortung gestellt habe, das bedeutete:


    1. Feststellung 1: ich habe jetzt Schiss, das Abi nachzuholen und zu studieren
    2. Feststellung 2: Geld muss rein
    3. Zwischenlösung: erst mal eine Ausbildung machen!


    Das war auf jeden Fall eine bedeutende Entscheidung!


    • ich war gewiss, eine Ausbildung zu schaffen (Langeweile war mein Feind, Existenznot der Antrieb!)
    • ich hatte nach drei Jahren etwas, das mein Ego endlich unvergessbar, weil auf Papier verurkundet, gestärkt hat ... "Ätsch, liebe Welt, ich kann ja doch was!"
    • der m.E. elementare Vorteil einer Ausbildung für AD(H)Sler beim Thema Berufsausbildung vs Studium:
      • das Ende einer Ausbildung ist absehbar!!
        • Eine Ausbildung ist strukturiert,
        • zeitlich überschaubar

      • in der Ausbildung kann man ein gewisses Rüstzeug lernen, welches einem bei der Bewältung des Studiums wiederum wichtiges Werkzeug sein kann!!
      • du hast die Chance, mit der Ausbildung im Rücken dein Studium notfalls selbständig finanzieren zu können


    Ich greife mal vorweg: Du hast Angst, durch eine Ausbildung drei Jahre Zeit zu "verlieren"?
    Das wäre eine Milchmädchenrechnung - durch deinen aktuell desolaten Allgemeinzustand würdest du so oder so wahrscheinlich eine anständige, frustbesetzte Überziehung der Regelstudienzeit ansteuern ... diese Zeit kannst du vorab in die Ausbildung stecken - vielleicht gibt es einen Ausbildungsberuf im Kontext deines Studienwunsches? DAS wäre ein doppelt-wertvoller Schachzug für das zukünftige Studium!!

    hm - viel Kraft und Ruhe bei deinen nächsten Entscheidungen wünsche ich dir!!
    LG, habit

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 135

    AW: HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun?

    habitbreaker schreibt:
    durch deinen aktuell desolaten Allgemeinzustand würdest du so oder so wahrscheinlich eine anständige, frustbesetzte Überziehung der Regelstudienzeit ansteuern ...
    Genau das glaube ich, zum egoistischen Selbstschutz eben nicht.
    Denn es gibt ein, genau ein Studium, bei dem ich mich auf größere Teile des Stoffes garantiert "hyperfokussieren" könnte. Vorallem jetzt, mit Pillen und Therapie, träume ich noch mehr davon, endlich genau das zu tun, was ich mir eigentlich schon immer vorgestellt hab: Stundenlang konzentriert eher komplexe Themen(was ist schon komplex? Wenn mir das jemand in der Schule sagte, hab ich mit der Schulter gezuckt. Hab überall gleich wenig bzw viel verstanden...) beackern, soweit es geht und mich dabei gut fühlen. Nicht unnötig rumblättern, nicht 50% der Zeit aus dem Fenster gucken und daran denken, was es sonst noch so interessantes gibt, sondern einfach mal endlich genau das machen können, was man sich wünscht.
    Früher konnte ich nichteinmal zu der Zeit ins Bett gehen, zu der ich gehen wollte(Alles fertig und dann, siehe da, Heft XYZ im Regal hab ich ja schon seit jaaaaaahren nicht angeguckt -.- Oder sowas).

    Wie ichs mal meiner Freundin sagte:
    Da alle immer das Bild vom Leben mit angezogener Handbremse bemühen: Ich möchte sie nicht nur lösen, ich möchte auch wenigstens einen Gang hochschalten, nicht runter. Und so gemächlich-verhindert bleiben, wie es war und ist, möchte ich noch viel weniger.

    Aber wer weiß, es haben ja schon die Grundschullehrer eher den Verdacht geäußert, ich würde mich evtl wegen Unterforderung langweilen. Es kommt zwar, hab ich gehört, nicht gehäuft gemeinsam vor, aber wer weiß- immerhin hab ich ja ausnahmsweise das Abitur geschafft, so gerade eben...

    Und zum Thema "keine Freundin in der Schulzeit": Ohne Internet und ohne ihre ADS-Geschwister hätte ich sie wohl auch nie kennengelernt. Ersteres half, meine Schüchternheit zu "überwinden", zweiteres ließ sie mich aus Gewohnheit ertragen, da eins der Geschwister die Tabletten nur für die Schulzeit bekommt und den Rest der Zeit den Klischees voll entspricht- aber so richtig. Contemporary Zappelphilip quasi.


    Ich glaub, man wird mich wieder falsch verstehen, aber was solls. Was geschrieben ist, ist geschrieben. *klick*

Seite 1 von 2 12 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Immer noch kein Medikinet Adult. Soll Venlafaxin hochdosieren. :-(
    Von DieChaosUlli im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 12.08.2011, 11:55
  2. Hilfe!! Was soll ich nur tun??
    Von Snowfox im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 19.06.2011, 08:12
  3. Kann man Emotionen überhaupt steuern?
    Von XPFchaot im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 11.08.2010, 13:01

Stichworte

Thema: HIlfe- was soll ich tun? Was kann ich überhaupt noch tun? im Forum ADS ADHS Allgemeines bei ADHS bei Erwachsenen Forum
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum