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Diskutiere im Thema Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 23

    Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Guten Morgen!

    Wer hat Erfahrungen gemacht mit dem Weglassen von Antidepressivum und Ritalin-Weiterbehandlung?
    Ich mußte vor drei Wochen das Fluoxetin, das ich mehrere Jahre lang fast ununterbrochen genommen hatte, absetzen, weil es offensichtlich Probleme mit der Blase machte - da blieb zu viel drin.
    Ich habe es deshalb riskiert, nicht das übliche "Ausschleichen" zu machen, sondern das Zeug vom einen auf den nächsten Tag einfach weggelassen. Die drei Wochen seitdem habe ich so ganz gut überstanden, ab und zu setze ich mich vor die Lux-Lampe, wenn es draußen all zu eklig ist, aber eigentlich bin ich mit der Neuorganisation meines Alltags - with a little help from my friend Ritalin! - so total beschäftigt, dass ich gar keine Zeit für trübe Gedanken mehr zu haben scheine.
    Für alle Fälle hat mir mein 1. Psychiater ein anderes Antidepressivum verordnet, der 2. Psychiater, unser ADHS-Spezialist hier, bei dem ich überraschend schnell neulich einen Termin bekam, schlug mir nun vor, es "ganz ohne" zu versuchen und dafür die 1. Dosis Ritalin am Morgen auf 10 mg zu erhöhen. Zur Zeit habe ich das Gefühl, dass ich dadurch ziemlich guter Laune bin, vielleicht auch, weil ich so meine täglichen Aufgaben erfolgreicher durchziehen kann?
    Hat jemand von Euch ähnliche Zeiten durchlebt? Ich frage, weil ich dem Frieden nicht so recht traue und fürchte, dass mich die Depression wieder einholt...

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    früher hatten sie mich alle voll gepumpt mit allen möglichen zeugs.
    habe letztes jahr von heut auf morgen mein fluxetin abgesetzt.
    mir geht es seit dem viel besser und ich laufe nicht mehr rum wie verngesteuert.

    ich komme ohne und nur mit mph gut klar
    sicherlich sind auch mal schlechte tage dabei aber dies ist doch normal.
    wir sind auch nur menschen oder.

    lg Andrea

  3. #3
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 181

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    hallo irrwisch

    ich habe jahrelang antidepressivum genommen.
    Nach der diagnose und der behandlung mit ritalin habe ich die ADs in eigenregie abgesetzt. Genau wie du habe ich sie nicht ausgeschlichen. (Ich glaube ich hatte zu diesem zeitpunkt seropram.. oder fluctine.)
    mir war einige tage übel, aber ich hatte seither nie wieder ein echtes bedürfnis ADs zu nehmen.

    ich neige im herbst/ winter zu depressiven verstimmungen. Ich habe letztes jahr drei monate ein leichtes, rezeptfreies johanniskrautpräparat genommen. und vor zwei jahren ein vitamin B komplex. hin und wieder gehe ich im winter ins solarium.

    aber im grossen ganzen denke ich, dass ich die normalen stimmungs schwankungen eines normalen menschen habe. (Also traurig wenn es einen anlass gibt)

    ich glaube schon, dass meine depressionen eine folge der unbehandelten ADS waren.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 867

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    KOmmt drauf an. Wenn man zusätzlich eine Depression hat, dann reicht Ritalin alleine nicht aus.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Vielen Dank,
    es ist gut, zu sehen, dass man nicht allein auf der Welt solche Probleme hat!
    Die Antworten sind auch durchwegs ermutigend.
    Herzliche Grüße, Irrwisch

  6. #6
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Danke auch Dir für die ermutigende Antwort!

    Ein ganz neues Gefühl für mich: Ich bin offensichtlich nicht der einzige Mensch weit und breit mit solchen Problemen!
    Herzliche Grüße vom Irrwisch

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Also irgendwie durchschaue ich die Regeln fürs Bedanken und direkt antworten noch nicht so recht - ich hoffe halt, dass alles an die richtige Adresse gelangt!

    LG vom heute eigentlich ganz ruhigen Irrwisch

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Das ist ne schwierige Frage auf die es wohl keine pauschale Antwort gibt.

    Ich sag immer man muss klar kommen... Jeder reagiert anders auf Psychopharmaka..

    Rein von der Pharmakologie her gesehen wirkt mph schon dort wo auch einige Antidepressiva ansetzen. Doch haben AntiDeps ja auch die Aufgabe langfristig die "Hirnchemie" zu beeinflussen.

    Bei mir ist es so, dass ich zwei AntiDeps. (Citalopram,Mirtazapin) benötige um langfristig einen stabilen Serotonin- und Dopaminspiegel zu halten. Das ist bei mir notwendig da ich zu rezidivierenden (oft in Episoden wiederkehrenden) Depresionen neige.

    Ich habe viel Zeit in Kliniken und Einrichtungen verbracht und so die unteschiedlichsten Medikationsstrategien gesehen.

    Wie schon gesagt... es muss Dir gut gehen.... deshalb ausprobieren und mit dem Arzt deines Vertrauens im Kontakt bleiben.

    Ich mache bei Mediänderungen, welche "Gefahren" beinhalten, immer schon festgelegte Termine im Voraus.

    Mit Gefahren meine ich Rückfall in Depression.


    So hoffe habe alles irgendwie verständlich erzählt....

    Andy

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Lieber Andynck,

    auch Dir ein herzliches Danke für das Mitteilen Deiner Erfahrungen!
    Ich glaube inzwischen, dass meine wiederkehrenden Depressionsschübe vor allem damit zu tun hatten (hoffentlich "hatten"!), dass ich so furchtbar viel Energie in das tägliche normale "Funktionieren" stecken mußte, trotzdem immer wieder scheiterte, und für anderes einfach keine Energie mehr da war. Seit ich weiß, woran es liegt, lerne ich zusehends, die Energie freizusetzen.
    LG Irrwisch

  10. #10


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.808
    Blog-Einträge: 40

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Hallo

    Irrwisch schreibt:
    Für alle Fälle hat mir mein 1. Psychiater ein anderes Antidepressivum verordnet, der 2. Psychiater, unser ADHS-Spezialist hier, bei dem ich überraschend schnell neulich einen Termin bekam, schlug mir nun vor, es "ganz ohne" zu versuchen und dafür die 1. Dosis Ritalin am Morgen auf 10 mg zu erhöhen.
    Hmm,

    ein "ADHS-Spezialist", der eine bestehende, antidepressive Medikation bei bekannten, rezidivierenden Depressionen unter der oft auftretenden, anfänglichen Euphorie bei Beginn einer Methylphenidat-Medikation absetzen will.

    Das macht mich dann doch sehr skeptisch ...

    Als Spezialist sollte er eigentlich genau wissen, dass diese anfängliche Euphorie i.d.R. nur wenige Wochen oder Monate dauert und sich danach durch das Wiederkehren alter, schmerzhafter Erinnerungen und jeder Menge damit verbundener Gefühle das alles erst mal für eine geraume Zeit wieder umkehrt.

    Was dann bei zusätzlicher, depressiver Störung m.E. ganz bestimmt auch nicht besser wird.

    Mitglieder hier, die in der anfänglichen Methylphenidat-Euphorie irgendwelche Antidepressiva oder andere Medikamente abgesetzt haben und danach dann in den folgenden Wochen oder Monaten erst mal entsprechend abgestürzt sind, manchmal in der Klinik gelandet sind und oft gar nicht mehr hier gesehen waren, hab ich hier genug kennen gelernt.

    Sollte dein Arzt dein Antidepressivum definitiv absetzen wollen, dann ist das klar seine Entscheidung, aber ich würde dir, falls er dir die Auswahl überlässt, den dicken Tipp geben, die antidepressive Medikation noch mindestens so lange weiter einzunehmen, bis du die reaktiven, depressiven Zustände sicher überstanden hast.

    Methylphenidat ist absolut kein Antidepressivum, auch, wenn sich das in den ersten Wochen oder evtl. auch Monaten absolut so anfühlen sollte.

    Wenn du an rezidivierenden Depressionen leidest, dann wäre zusätzlich eine Phasenprophylaxe evtl.. auch sinnvoll.

    Der Goldstandard, an den sich mittlerweile viele Experten halten, ist nicht umsonst sogar bei nicht depressiven Patienten eine immer so verordnete Kombination von Methylphenidat mit einem Antidepressivum (i.d.R. SSRI/SNRI).




    Liebe Grüße,
    Alex

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