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Diskutiere im Thema Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Lieber Alex,
    danke für die ausführlichen Hinweise und Erfahrungen.
    Und überhaupt: danke für Dein, wie ich immer wieder feststellen kann, sehr großes Engagement, mit diesem Forum. Sonst eher vorsichtig gegenüber ähnlichen Sachen, habe ich hier sofort den Eindruck gehabt, dass alles sehr gut durchdacht ist und auf Qualität nicht nur geachtet, sondern gedrängt wird.
    So, jetzt aber zu der eigentlichen Thematik: Das Absetzen von Antidepressivum.
    Der Psychiater, der mir den Rat gab, es doch mal ganz "ohne" zu versuchen, war sich mit mir darin einig, dass zumindest ein großer Teil meiner früheren Depressionen von dem nicht erkannten ADHS stammten. Das im Laufe meines Lebens fast völlig abgebaute Selbstwertgefühl ist nun, dank intensiver Verhaltenstherapie, kräftig nachgewachsen und wird weiter gehegt und gepflegt. Inzwischen schaffe ich es, meinen Alltag so zu organisieren, dass ich abends so richtig zufrieden bin mit mir selbst. Komisch, seit ich "offiziell" als ADHS-Mensch "anerkannt" bin, läuft alles viel einfacher, vor allem die Auseinandersetzung mit der nahen und weiteren Umwelt.
    Ich habe den Eindruck, dass ich nun auch das ganze "Bewältigungs-Instrumentarium", das ich mir in der Vergangenheit schon instinktiv angelegt hatte, erst richtig nutzen kann. So habe ich z.B. seit Jahren regelmäßig und intensiv Yoga gemacht, aber so richtig Ruhe im Kopf hat es mir nicht wirklich verschaffen können - erst seit der Behandlung mit Ritalin gelingt das endlich. (Wobei die Yoga-Praxis durchaus auch vorher schon sehr gute Auswirkungen hatte: Besonders während meiner langwierigen Brustkrebs-Behandlung, als ich irgendwann die Schmerzmittel nicht mehr vertragen habe, die beim Einsatz des KCI-Vakuumverbandes üblicherweise gegeben werden. Nachdem ich mir danach zweimal die Seele aus dem Leib gekotzt hatte, versuchte ich es das nächste mal mit "Yogi-Tricks" statt dessen, und das funktionierte tatsächlich!)
    Nun gab es in meinem Fall ja auch einen ganz konkreten Anlass, das Fluoxetin abzusetzen: Es hat nämlich - und das ist offensichtlich eine durchaus bekannte Nebenwirkung, - die Steuerung meiner Blasenmuskulatur massiv gestört und damit für allerhand Ärger gesorgt, sprich überdehnte Blase, Probleme im Nierenbecken usw. Zum Glück kommt inzwischen die normale Funktion wieder in Gang.
    Kurz, mein Bauchgefühl bestätigt mich in der Entscheidung, es nun mal ohne Antidepressivum zu versuchen. Für alle Fälle habe ich zwar das Ersatzpräparat bereit liegen, das hat wohl diese spezielle Nebenwirkung nicht, dafür aber allerhand andere...
    Wir werden sehen! sagte der Irrwisch und sauste weiter

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    ich gebe alex recht .und ich kann es ja bekanntlich nachvollziehen aber bei mir ging es nicht um die antidepressiva.
    ein absturz kann gut nach anfänglicher therapie möglich sein.

    bestes beispiel bin ja ich selber da ich ja mit den vielen eindrücken und gefühlen und wahrnemungen nicht ganz klar kam.

    wenn man mit der therapie mit mph anfängt sollte man auf der hut sein und sich gleich richtige hilfe holen.

    man sollte immer vorbereitet sein das mph nicht alles weg macht und es durchaus noch löcher gibt in die man ab und an rein fällt.

    ich hatte auch wie du im letzten und anfang diesen jahres sehr schwere ops verdacht auf kreps und da glaub ich fällt jeder mal in löcher.

    wenn du lust hast kannst mir auch per pn schreiben.

    lg Andrea

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 181

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    hallo

    dieser thread wirft bei mir eine andere frage auf: hatte die einnahme von mph euphorie ausgelöst?
    bei mir war eher das gegenteil der fall. obwohl die diagnose eine offenbarung für mcih war, wehrte ich mich anfangs stark gegen das medi.
    ich vermisste natürlich die ausbleibenden tiefs nicht, aber ich sehnte mich nach den hochs.
    ich hatte das gefühl meine kreativität sei weg und ich musste mich lange und engmaschig begleitet an das gefühl der "ausgeglichenheit" gewöhnen.

    gefallen hat mir das gar nicht. ich hatte das gefühl einen hohen preis dafür zu bezahlen, dass ich meinen alltag plötzlich bewältigen konnte.

    die ADs (vor allem die nebenwirkungen) habe ich trotzdem nicht mehr eingesehen...


    aber natürlich hat alex recht und das wichtigste ist, alles offen mit einem guten arzt besprechen zu können.

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    ui, das ist jetzt genau mein thema:
    ich nehme ritalin seit etwa 4 wochen, war überwältigt von der wirkung ... bei mir war eindeutig euphorie .. aber kein abheben oder so, ich konnte einfach "bei" und "mit mir" sein und das geniessen!

    habe das schon mal geschrieben: einfach sein, musik hören, keine störenden gedanken, einfach geniessen ... schööööön!!! .... neu für mich ...
    aber ebenso hatte ich energie und lust unter leute zu gehen, spass zu haben ...
    auch hier war ich voll bei mir ...
    der alltag der für mich vor medikamenten (kurz vorher habe ich durch schmerzmittel auch schon einen ähnlichen effekt erzielen können, also mein ich damit vor schmerzmittel und dann ritalin, andere geschichte ...) der bis dahin für mich sehr anstrengend war, wurde von mir "nebenbei" und mit guter laune bewältigt.
    ich hatte das gefühl voll und ganz bei mir zu sein ... hatte auch momente wos mir nicht gut ging (äussere einflüsse, ...) aber ich WUSSTE, dass das am nächsten tag wieder anders aussehen würde.
    diese sicherheit hatte ich früher nie .. immer angst wieder in die depression abzurutschen.

    jetzt ist es seit ein paar tagen so, dass ich mich motivieren muss rauszugehen, dass das alles nicht mehr automatisch geht ..
    es ist schon noch so, dass, wenn ich mich entschliesse rauszugehen, ich spass habe ...
    aber die selbstverständlichkeit, zu tun was mir gut tut, ohne überlegen, mich motivieren zu müssen ist im moment nicht da.

    ich nehme ad´s (efectin 75 mg) und 3 mal 10 mg ritalin.

    bei mir war nie die rede davon dass ich die ad´s absetze und darüber bin ich auch sehr froh ... habe zu beginn als ich mit ritalin angefangen habe, "angst" davor gehabt, dass ich mich daran gewöhnen könnte und ich dieses "bei mir sein" wieder verlieren könnte ...

    ja und jetzt?
    ist es, weil ich noch nicht richtig eingestellt bin? (habe morgen wieder termin bei meinem psychiater wo ich darüber sicher mit ihm reden werde ...) brauch ich eine höhere dosis?
    oder ist dann wieder so, dass ich dann nach ein paar wochen an dem gleichen punkt angekommen bin?

    ja mir gehts eindeutig besser als früher, aber ich sehne mich wieder nach dem zustand den ich noch vor 2, 3 wochen hatte ....

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 241

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Ganz sicher bin ich mir noch nicht. Aber ich tendiere dazu, meine Depression als Folge einer Dauer-Ueberlastung, verstärkt durch das ADHS anzusehen.
    Hab jetzt zwischendurch etwa einen Monat ohne Wellbutrin, nur mit Concerta erlebt.
    Meine Haut wurde wieder deutlich dünner: die Stimmung sank.

    Also habe ich, als ich endlich wieder einen Platz hatte...
    mit Wellbutrin vor einer Woche wieder angefangen. Hoffe jetzt, dass die Wirkung bald einsetzt.
    Aber ich habe nicht im Sinn, dieses Anti-Depressivum länger als nötig einzunehmen.
    Wenn meine These stimmt und ADHS das zu Grunde liegende Übel ist, kann ich sicher in einigen Monaten mit Wellbutrin aufhören.

    Nur jetzt, wo ich noch gar nicht sicher weiss, ob ich nach dem Panik-Ausstieg aus der Arbeit
    noch gar nicht weiss, wie und wann ich wieder "normal" arbeiten kann, möchte ich gar nicht an Absetzen des Medis denken. (hatte das auch nur wegen einer Grippe gemacht).

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

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    Forum-Beiträge: 275

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Ich habe das genau so interpretiert: …meine Depression = Folge einer Dauer-Ueberlastung, verstärkt durch das ADHS.

    Da hat das Ritalin geholfen, weil ich plötzlich leisten konnte was vorher zum Scheitern verurteilt war. Das Erfolgserlebnis sorgte für gute Stimmung. Es gab keinen Grund mehr für die sogenannte Depression.

    Anderseits habe ich mit Ritalin meine eigenen Schwächen deutlicher gesehen und ich konnte mich darauf konzentrieren, die vielen Misserfolge von früher knallhart anzuschauen. Ohne Ritalin war das erträglicher.

  7. #17


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.804
    Blog-Einträge: 40

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Hallo

    Irrwisch schreibt:
    Kurz, mein Bauchgefühl bestätigt mich in der Entscheidung, es nun mal ohne Antidepressivum zu versuchen. Für alle Fälle habe ich zwar das Ersatzpräparat bereit liegen, das hat wohl diese spezielle Nebenwirkung nicht, dafür aber allerhand andere...
    Wir werden sehen! sagte der Irrwisch und sauste weiter
    Wie gesagt, ich kann nur einen allgemeinen Rat geben, aber die Entscheidung liegt natürlich bei dir.

    Mich würde aber in jedem Fall interessieren, wie bei dir die längerfristige Entwicklung ist bzw. ob es wirklich dauerhaft ohne Antidepressivum klappt und ich wäre daher über Rückmeldungen an dieser Stelle dankbar.

    Falls du die Einnahme wieder beginnen solltest, dann wird es (wie üblich) einige Wochen dauern, bis sich die volle Wirkung wieder entfaltet.

    Außerdem ist bei einigen, antidepressiven Wirkstoffen bekannt, dass diese nach Unterbrechung der Einnahme in Folge nicht mehr so effektiv wirken, wie zuvor.

    Fluoxetin gehört da aber meines Wissens nicht dazu.

    Allgemeiner Hinweis:

    Beim Absetzen von SSRI gilt generell, dass diese unbedingt nicht schlagartig abgesetzt, sondern über einige Wochen mit stufenweise verminderter Dosierung ausgeschlichen werden sollten, um das Auftreten eines SSRI Discontinuation Syndrome ("SSRI-Absetzsyndrom") zu verhindern oder wenigstens abzumildern.





    Liebe Grüße,
    Alex

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Also, das erlebe ich - zum Glück!!! - bisher genau anders herum: Die Kreativität kommt nun erst so richtig zum Zug. Anstatt wie früher ständig zwischen den verschiedensten Projekten hin und her zu schwirren, alles anzureißen, aber nix so richtig zu Ende bringen, kriege ich jetzt so viel hin, mit dem ich dann auch zufrieden bin. Habe z.B. jahrzehntelang keine Gedichte mehr geschrieben - jetzt fällt mir wieder was ein. Auch beim Malen freue ich mich immer wieder daran, dass ich nun nicht mehr das angefangene Ding frustriert in die Ecke schmeiße, weil da eine etwas langweiligere Partie geduldig bearbeitet werden müßte, sondern das ganz einfach mache, und so natürlich dann mit dem Ergebnis viel zufriedener bin. Im Kopf hatte ich eigentlich immer eine ganz bestimmte Vorstellung, wie ein Bild oder eine kleine Palstik usw. aussehen sollten, aber die Umsetzung ist oft an solchen technischen Sachen gescheitert.
    Kurz: Ich denke, die "chemische Hilfe" setzt eine Menge Energie frei, die bisher sinnlos verpulvert wurde durch die ewige Unruhe im Hirn.

  9. #19
    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 64
    Forum-Beiträge: 241

    AW: Macht Ritalin Antidepressivum überflüssig?

    Irrwisch schreibt:
    Also, das erlebe ich - zum Glück!!! - bisher genau anders herum: Die Kreativität kommt nun erst so richtig zum Zug. Anstatt wie früher ständig zwischen den verschiedensten Projekten hin und her zu schwirren, alles anzureißen, aber nix so richtig zu Ende bringen, kriege ich jetzt so viel hin, mit dem ich dann auch zufrieden bin. Habe z.B. jahrzehntelang keine Gedichte mehr geschrieben - jetzt fällt mir wieder was ein. Auch beim Malen freue ich mich immer wieder daran, dass ich nun nicht mehr das angefangene Ding frustriert in die Ecke schmeiße, weil da eine etwas langweiligere Partie geduldig bearbeitet werden müßte, sondern das ganz einfach mache, und so natürlich dann mit dem Ergebnis viel zufriedener bin. Im Kopf hatte ich eigentlich immer eine ganz bestimmte Vorstellung, wie ein Bild oder eine kleine Palstik usw. aussehen sollten, aber die Umsetzung ist oft an solchen technischen Sachen gescheitert.
    Kurz: Ich denke, die "chemische Hilfe" setzt eine Menge Energie frei, die bisher sinnlos verpulvert wurde durch die ewige Unruhe im Hirn.
    Kann mich da anschliessen: habe wieder mit Zeichnen und Malen begonnen und kann über längere Zeit konzentriert dabei bleiben.
    Kann besser Gedanken in die Tat umsetzen.
    Getrau mich an unbekanntes Material heran um damit kreativ zu arbeiten.
    Schreibe über mehrere Stunden an Texten....
    Einfach toll.
    Meiner Meinung nach verpulvere ich die Energie nicht mehr nur fürs Dran-bleiben, Zurückholen, Konzentrieren auf einen Gedankengang.
    Das Alles geht jetzt viel einfacher.

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