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Diskutiere im Thema MPH: Vergessene Erinnerungen wieder da? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 167

    MPH: Vergessene Erinnerungen wieder da?

    Ich wollte mal fragen ob ihr bemerkt das euer Gedächtnis mit MPH besser funktioniert und Erinnerungen aus eurer Kindheit wieder da sind die sonst vergessen waren?

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 63
    Forum-Beiträge: 69

    AW: MPH: Vergessene Erinnerungen wieder da?

    Ich habe noch keine Erfahrungen mit MPH, kanns mir aber durchaus vorstellen. Bekannt wäre zumindest, dass das Erlernte unter MPH-Einwirkung auch unter MPH wirklich sehr gut wieder abrufbar sein soll.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 24

    AW: MPH: Vergessene Erinnerungen wieder da?

    Ist eine Interessante Frage.

    Ich glaube dass es bei mir eigentlich keinen wesentlichen Unterschied gibt, was Erinnerungen an die Kindheit angeht. Ich hab ich mir auch vor meiner Diagnose + MPH (Mai '10) schon "immer" recht viele Gedanken über mich selbst gemacht (bin halt ein Grübler) und mir sind so auch immer wieder spontan irgendwelche Situationen, Gefühle, etc. aus früheren Zeiten wieder eingefallen.

    Vielleicht kann ich die inzwischen besser einordnen aber ich denke, dass hat eher etwas mit meinem (endlich mal längerfristig ergiebigen) Selbsterkennungsprozess zu tun, der seit dem 1. Fremdverdacht auf ADHS (ca. Februar '10) ins Rollen gekommen ist, der aber wiederum seit der MPH-Unterstützung + Ergotherapie sicher noch noch fruchtbarer/strukturierter geworden ist...

    Bla...


    ----------
    Nachtrag:

    Wenn ich nochmal drüber nachdenke, ist es schon so, dass ich mich seit dem Anfang der Medikation besser/gezielter erinnern kann
    Geändert von Octopus ( 7.11.2010 um 13:00 Uhr) Grund: nochmal nachgedacht

  4. #4


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.804
    Blog-Einträge: 40

    AW: MPH: Vergessene Erinnerungen wieder da?

    Hallo

    Gustav schreibt:
    Ich wollte mal fragen ob ihr bemerkt das euer Gedächtnis mit MPH besser funktioniert und Erinnerungen aus eurer Kindheit wieder da sind die sonst vergessen waren?
    Das ist in der Tat eine der Wirkungen, die Methylphenidat bei Erwachsenen entfaltet.

    Was da so an Erinnerungen hochkommt, ist nicht unbedingt immer angenehm und schön (milde gesagt) und führt zu einem psychischen Verarbeitungsprozess oder teilweise zu regelrechter Trauerarbeit.

    Das Ganze kann soweit gehen, dass man klinisch (reaktiv) depressiv wird und entsprechende, antidepressive Therapie benötigt oder dass Traumata und bislang unter der Oberfläche verborgene, entsprechende Traumastörungen oder jede Menge anderer bislang verborgener, psychischer Krankheiten und/oder Störungen sichtbar werden.

    Nicht wenige Erwachsene mit einer AD(H)S, die das erste Mal Methylphenidat verordnet bekommen, landen nach einigen Wochen oder Monaten erst mal in stationärer Therapie.

    Ein Leben mit unbehandelter ADS bzw. ADHS ist ein heftiges Dauertrauma bzw. eine ständige und mehrfach tägliche Wiederholung sich sehr ähnelnder Traumata, was ganz insbesondere die Zeit der Kindheit umfasst und Methylphenidat ist ganz ausgezeichnet dazu in der Lage, einem das bewusst zu machen.

    Eine Methylphenidat-Medikation ist also eine Chance, sich endlich mal seiner Vergangenheit und momentanen Situation bewusst zu werden und sie zu verarbeiten.

    Ebenso, sich überhaupt mal seiner Selbst, seiner Stärken und Schwächen, seiner Begabungen und Wünsche und seines Lebens insgesamt bewusst zu werden, denn die AD(H)S-typische, enorm schlechte Selbstbeobachtung und Selbsteinschätzung bessert sich durch Methylphenidat ganz signifikant.

    Methylphenidat ist die rote Pille aus dem Film "Matrix" (ich denke, die meisten werden ihn kennen ), die einen in die Realität verfrachtet, mit allen Konsequenzen.

    Mehr aber auch nicht und ganz insbesondere ist Methylphenidat keine "Happy-Pill", die schlagartig alle Probleme löst, auch, wenn einem das in den ersten Wochen oder wenigen Monaten der Einnahme aufgrund der dann häufig auftretenden Euphorie so vorkommen kann.



    Viele Grüße,
    Alex

  5. #5
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 728

    AW: MPH: Vergessene Erinnerungen wieder da?

    Hi,

    habe diese Wirkung mit mph nicht. Aber es ist natürlich eine Chance, vergrabenes und vergessenes zu verarbeiten. Ich würde das sehr gerne, da viele meiner Kindheitserinnerungen untergegangen sind. Und ich viele schlechte Erinnerungen gerne gegen die guten Erinnerungen tauschen würde!

    Ich habe nämlich eigentlich nur eine kurze Kindheit in meiner Erinnerung! Das macht mich traurig. Ist aber so!

    LG

    Snagila

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 24

    AW: MPH: Vergessene Erinnerungen wieder da?

    Alex schreibt:
    ...
    Ein Leben mit unbehandelter ADS bzw. ADHS ist ein heftiges Dauertrauma bzw. eine ständige und mehrfach tägliche Wiederholung sich sehr ähnelnder Traumata, was ganz insbesondere die Zeit der Kindheit umfasst und Methylphenidat ist ganz ausgezeichnet dazu in der Lage, einem das bewusst zu machen.

    Eine Methylphenidat-Medikation ist also eine Chance, sich endlich mal seiner Vergangenheit und momentanen Situation bewusst zu werden und sie zu verarbeiten.

    Ebenso, sich überhaupt mal seiner Selbst, seiner Stärken und Schwächen, seiner Begabungen und Wünsche und seines Lebens insgesamt bewusst zu werden, denn die AD(H)S-typische, enorm schlechte Selbstbeobachtung und Selbsteinschätzung bessert sich durch Methylphenidat ganz signifikant.
    ...
    Alex
    Schön gesagt.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 167

    AW: MPH: Vergessene Erinnerungen wieder da?

    Alex schreibt:
    ...
    Das ist in der Tat eine der Wirkungen, die Methylphenidat bei Erwachsenen entfaltet.

    Was da so an Erinnerungen hochkommt, ist nicht unbedingt immer angenehm und schön (milde gesagt) und führt zu einem psychischen Verarbeitungsprozess oder teilweise zu regelrechter Trauerarbeit.

    Das Ganze kann soweit gehen, dass man klinisch (reaktiv) depressiv wird und entsprechende, antidepressive Therapie benötigt oder dass Traumata und bislang unter der Oberfläche verborgene, entsprechende Traumastörungen oder jede Menge anderer bislang verborgener, psychischer Krankheiten und/oder Störungen sichtbar werden.

    Nicht wenige Erwachsene mit einer AD(H)S, die das erste Mal Methylphenidat verordnet bekommen, landen nach einigen Wochen oder Monaten erst mal in stationärer Therapie.....
    Warum wird man darüber nicht aufgeklärt? Also meinen Neurologen hatte ich ja erzählt was ich noch wusste und wie schmeichelhaft gesagt mies meine Kindheit war. Vorallem das ich viel nicht mehr weiß sondern nur noch wenige Dinge. Natürlich hatte ich mich auch damit früher auseinandergesetzt aber mich nie wirklich an Dinge erinnern können. JETZT aber kann ich mich an unschöne Situationen in der Grundschule plötzlich erinnern die ich so gut verdrängt habe. Na toll.

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 728

    AW: MPH: Vergessene Erinnerungen wieder da?

    Hi Gustav,

    wer soll dich denn darüber aufklären? Wer weiß denn darüber schon wirklich Bescheid? Und was erwarteste du hier?

    LG

    Snagila

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: MPH: Vergessene Erinnerungen wieder da?

    Gustav schreibt:
    Ich wollte mal fragen ob ihr bemerkt das euer Gedächtnis mit MPH besser funktioniert und Erinnerungen aus eurer Kindheit wieder da sind die sonst vergessen waren?



    Aye, Gustav, da hast voll ins Schwarze getroffen. (*)

    Ich würde sogar sagen, DAS ist die HAUPTWIRKUNG einer beginnenden Stimulanzientherapie.

    Da entwickelt man "Hobbies", kann ich Dir sagen, die man längst verschüttet glaubte...

    Das liegt vor allem daran, dass diverse Emotionen hochkommen, die lange Zeit (Jahrzehnte) ebenso verschüttet waren, die eigentlich ganz normal sind für Menschen, durch die langen Jahre der Selbstverleugnung, etwas angenehmer formuliert: demonstrativen Selbst-Nicht-Wahrnehmung, aber jetzt umso heftiger zu Tage kommen.

    Es soll sogar schon vorgekommen sein, dass sich Leute im Zuge dessen in irgendwelchen Untergrundforen, die Gott sei Dank sowieso niemand ernst nimmt, angemeldet haben, und dort völlig unangemessen im übrigen, unsachlich, und im Schutze der Anonymität, über Psychiater und Psychologen "hergezogen" sind, bei denen sie sich auf diese - völlig unkronstruktive, plan- und hilflose Art und Weise - für ihre jahrzehntelange Fehlbehandlung/Nichtbehandlung "bedanken" wollten.

    Jetzt nicht, dass ich es diesen Arschgeigen nicht auch persönlich ins Gesicht sagen würde. Aber so viel Selbstkritik muss sein.

    Wollt bloss sagen, Gustav, dass ich vollständig mit dem Cheffe (=Admin) seim Post übereinstimme.

    Bis auf den einen Punkt, dass ich glaube, dass ein gewisser, gewiss prozentual geringer Anteil von ADHSlern eine Psycho-Klinik in jedweder Form, nicht mehr betreten wird, und selbst wenn eine Klinikbedürftigkeit vorherrschend sein sollte, der dortige "Guru" im Gegensatz zu seinem Chefarzt tatsächlich Bescheid weiss oder wenn es auch über die eigene Leiche gehen sollte.

    Einfach aus dem Grund der psychiatrisch-psychologischen Hackfressensichtvermeidung.


    (*) Du hast auch schon mit Deinen anderen Posts sehr wertvolle Fragen aufgeworfen, insbesondere mit Deinem Fragen nach ADS/Asperger Abgrenzung. Es gibt dort eine nicht erforschte Grauzone. Laienhaft ausgedrückt: Es gibt offenbar Asperger, die dermassen "ADSsig" sind, dass sie auch als solche erkannt und behandelt werden, selbstverständlich zu keinerlei Erfolg, und anders herum widerum ADSler, die so "aspergerisch" sind, dass sie eher noch in den "Genuss" einer "halb-schizophrenen" Neuroleptika-Therapie, als in denjenigen von Stimulanzien kommen, was ihnen beiderseits keinen Nutzen bringt. In der Theorie geht man von einer klaren Unterscheidbarkeid der beiden Phänomene aus. In der Praxis wissen wir, dass es nicht der Fall ist.

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: MPH: Vergessene Erinnerungen wieder da?

    Gustav schreibt:
    Warum wird man darüber nicht aufgeklärt?
    Oder wenigstens vorbereitet?

    Die Antwort ist völlig banal.

    Es gibt in Deutschland keine Psychiater, die ADHS behandeln können, mit der Ausnahme, dass sie es (oder nächste Familienangehörige) selber haben.

    Jeder solchermassen Betroffene Arzt befindet sich in einem DILEMMA.

    Erstens:

    weiss er, dass es bei einer ausgeprägten ADHS keine Alternative zu Stimulanzien gibt.

    Zweitens:

    weiss er aber um die Wirkung von Stimulanzien, also konkret: die depressive und nach therapeutischer Trauerarbeit verlangenden Wirkung von Stimulanzien.

    Was soll er jetzt - Deiner Meinung nach machen, Gustav -?


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