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Diskutiere im Thema Retardiertes MPH (Methylphenidat): auslösen von Angst und mehr!? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    Idee Retardiertes MPH (Methylphenidat): auslösen von Angst und mehr!?

    hi ihr

    ich wollte euch mal fragen ob es manchen auch so geht mit retadierten mph wie mir.
    es scheind so alls würde bei mir retadiertes mph angst ,panik und stimmungsschwankungen auslösen.
    ich wußte mir nimmer anders zu helfen und habe meine retadierte dosierung runter gesetzt da ich so schwere stimmungsschwankungen hatte und mir niemmer anders zu helfen wusste.

    komisch ist zudem das ich eher um ein paar mg weniger nehme und mir es jetzt besser geht.
    ich hatte schon lange die vermutung das mir die retadierte vison nicht gut tut.
    siehe da und mir geht es besser.

    ich bin zwar nicht mehr klar da und der nebelschleier lichtet sich nicht mehr so ganz und ich bin etwas desorentiert.
    aber die extremen stimmungsschwankungen sind so gut wie weg.

    habt ihr auch sollche erfahrungen gemacht!?
    das ihr auf retadiertes mph extreme stimmungsschwankungen bekommen habt und herzrasen.
    würd mich echt sehr interesieren eure erfahrungen.
    wenn mir schon die ärzte net glauben.
    dankeschön

    lg Andrea

    ps.ich weiß das man nicht eigenmächtig dosieren soll aber ich wußte einfach keinen anderen ausweg mehr und ich habe ja nicht höher dosiert.

  2. #2


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.809
    Blog-Einträge: 40

    AW: Retardiertes MPH (Methylphenidat): auslösen von Angst und mehr!?

    Hallo

    mal eine Gegenfrage: Wurde bei dir jemals eine Angst- oder Panikstörung diagnostiziert?
    (Früher auch als Angstneurose oder Angstpsychose bezeichnet)

    Methylphenidat allgemein und retardiertes Methylphenidat speziell kann Ängste sehr gut triggern oder verstärken und ein Rückfall in Angstzustände oder Panikattacken (die dann evtl. auch über eine Reduzierung der Dosierung oder nach Absetzen des Methylphenidat erst mal weiter bestehen) ist nicht gerade selten.

    Wieso das deine Ärzte anscheinend nicht glauben wollen, ist mir absolut nicht klar.

    Gilt natürlich auch für die verstärkte emotionale Instabilität bzw. Labilität, da einem so einiges aus der Vergangenheit "hoch kommt", das man evtl. erst mal nicht alles bewältigen kann und das zuvor vom ADS bzw. ADHS "überdeckt" oder (wie du es ausdrückst) "verschleiert" wurde.



    Viele Grüße,
    Alex

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Retardiertes MPH (Methylphenidat): auslösen von Angst und mehr!?

    hey alex

    dankeschön erst mal für deinen beitrag und das du mir glaubst.
    soviel ich weiß wurde bei nie so eine angsstörung diagnostieziert.

    aber ich muß dazu sagen das ich mich sehr mit psyhologie und mehr beschäftige und mich darin glaub ich gut aus kenne.
    ich selber würde sagen ich habe seit kind auch sollcheine angsstörung.
    meine ängste wurden schon seit meiner kindheit immer depries zugeschrieben.
    zudem wie du ja bestimmt weißt bin ich ein hochsensibler mensch.

    zudem stand in meiner lebensgeschichte niemals ein suchtmittelmißbrauch.
    wender alkerhol oder gar drogen.dies hat mir ein gutachter spezialist auch jetzt vor kurzen bestättigt.

    auch wenn mein ex psyho das behauptet.ich habe auch nie mehr getrunken alls andere jugendliche.

    06 machte ich eine stationäre tiefenpsyhologieshe therapie.
    damals wurde mir zoldem verordnet und nahm es dann zwei jahre.
    damals mußten wir es halt langsam abdosieren.
    denoch behauptete der ex doc ich wäre benzo abhängig.

    ich weiß nicht wie weit meine neue ärztin dies weiß und ob sie von meinen ex doc nen bericht erhalten hat.

    jedenfalls habe ich bemerkt das das retadierte medikinet mir nicht gut tut und es eben diese ängste auslöst und ich mit unretadierte mir viel besser tut.

    ich hab sie dann darauf angesprochen und die antwort bekommen das man von unretadierten schneller süchtig werd und das es sein könnte das ich dann auf einmal keine wirkung mehr habe und ich resistent werde.
    ich finde das für schwachsinn.

    mein frauenarzt meinte er würde den hormonhaushalt nie wieder so hin bekommen wie früher und er meinte das ich net jeden tag mit der gleichen dosierung auskommen werde.
    nun muß ich noch eine woche warten bis meine psyhologin wieder da ist.
    aber ich werde mal meinen hausi damit nochmal konfrontieren.

    der ja auch meint das das retadierte der auslöser für alle probleme ist und traut sich auch nicht auf unretadiertes umzustellen.

    lg Andrea

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 87

    AW: Retardiertes MPH (Methylphenidat): auslösen von Angst und mehr!?

    Hallo,

    bei mir war es auch so mit dem retadierten. Ich war nervös, gereizt und immer müde. Seit gestern nehme ich wieder das unretadierte und ich muß sagen das es mir heut besser geht. Hab die Dosis reduziert und hab heut 4x 5 mg genommen.
    Ich hab ja auch ordentlich abgenommen, vielleicht brauche ich dann doch ne niedrigere Dosierung. Mein Arzt meinte ich solle es mal ausprobieren.

    Ach ja, ich litt früher jahrelang unter Agoraphobie , Soziale Phobie und Panikattacken.

    Liebe Grüße

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 540

    AW: Retardiertes MPH (Methylphenidat): auslösen von Angst und mehr!?

    Hallo Alex und alle Mitchaoten,

    von mir auch ein Danke für deinen Beitrag. Kannst du ein Buch über Angst- und Panikstörung empfehlen? Du scheinst dich mit dem Thema Angst auszukennen.

    Vielleicht weiß auch jemand anderes ein gutes Buch.

    Seit dem ich MPH nehme, haben sich meine Existenzsängste wieder verstärkt. Ich bekomme keinen klaren Satz mehr raus, weil ich denke ich rede nur Müll bzw. ich fühle wieder richtig minderwertig und dumm gegenüber andere Personen. Fühle wieder so einen Druck in mir bzw. setzte mich extrem unter Druck. Zwischendurch stottere ich sogar. Die Angst steht mir im Berufaltag ins Gesicht geschrieben.

    Seit dem ich weiß, dass ich AD(H)S habe, denke ich sowiso nur noch, dass es alle anderen schwer mit mir haben und alles nur an mir liegt. Ich traue mich nicht mehr zu zeigen. Habe Angst mich generell, meine Persönlichkeit zu zeigen, nehme mich zurück. Laufe mit "angezogener Handbremse" durch das Leben. Ja nicht auffalle, ja nicht zeigen. Am liebsten wäre es mir, es würde keiner von mir eine Notiz nehmen. Es war früher schon eimal so, dann war ich ja in Gruppentherapie und es wurde etwas besser. Seit dem ich von ADHS weiß und Medis nehme, ist alles wieder da.

    Im Moment bin ich am verzweifeln, weil wenn ich so weiter mache, kann ich meinen Job vergessen.

    Im Geschäft denken sowieso schon ich bin Gaga. Ich bin auch schon darauf angesprochen worden, was den los sei.

    Habe Angst als Sozialhilfefall zu landen. Keinen Job mehr zu bekommen. Lauter solche Sachen beinhalten meine Gedanken. Habe Angst Grenzen zu setzen. Klar zu sprechen.
    Habe Angst alleine zu sein, dass Leben nicht mehr auf die Reihe zu bekommen.

    Gehört das alles zu einer sozialen Phobie? Mein Couch meinte schon, dass sch mitlerweile schon eine ÄVP habe. Kann man Ängste wirklich heilen. Kann man Persönlichkeitsstörungen in den Griff kriegen. Kann man wenn man sich so unter Druck setzt wie ich, nach dem Motto ja nichts falsch machen, ja nichts sagen sonst eckst du vielleicht an, kann man das wirklich in den Griff kriegen? Und wenn ja, wie lange dauert so etwas.

    Wer hat auch solche Ängste? Hat jemand schon damit Erfahrung gemacht? Wer hat eine Therapie dagegen gemacht. Wie hat sie geholfen?

    Komischerweise hilf auch das Antidepressiva gegen solche Gedanken. Es ist so gar seit sehr langem mal wieder so, dass ich mir einfach nur noch wünsche einzuschlafen. Einfach nicht mehr aufzuwachen. Kann man von MPH richtig depressiv werden? Weil viele Dinge greifbar werden?

    Wie geht es euch? Wer hat noch Erfahrungen mit MPH und Ängste gemacht? Andrea ich führe deine Frage fort?

    LG, Anja

  6. #6


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.809
    Blog-Einträge: 40

    AW: Retardiertes MPH (Methylphenidat): auslösen von Angst und mehr!?

    Hallo

    Bitte die Multizitate entschuldigen.

    anja77 schreibt:
    Laufe mit "angezogener Handbremse" durch das Leben. Ja nicht auffalle, ja nicht zeigen.
    Das halte ich für einen falschen Umgang mit der Situation und mit den Gefühlen.

    Es merkt eh jeder, dass mit einem "etwas nicht stimmt" und Gefühle zu unterdrücken laugt auf Dauer ungemein aus, erzeugt starke, innere Spannungen und macht die Sache letztendlich nicht besser.

    Letztendlich ist man seinen Gefühlen ja erst mal ausgeliefert.

    Gefühle zu akzeptieren kann sehr hilfreich sein und ist auch machbar, denn das ist letztendlich auch der Weg, sie mit der Zeit mehr und mehr unter Kontrolle zu bringen bzw. damit gut leben zu lernen.

    anja77 schreibt:
    Habe Angst als Sozialhilfefall zu landen. Keinen Job mehr zu bekommen. Lauter solche Sachen beinhalten meine Gedanken. Habe Angst Grenzen zu setzen. Klar zu sprechen.
    Das sind Katastrophengedanken, wie sie starke Angst üblicherweise erzeugt, die aber nichts mit der Realität zu tun haben.

    Irgendwann hat man dann Angst vor der Angst selbst und diese Gedankenketten und Grübeleien werden übermächtig, so, dass man sie kaum noch unterbrechen kann.

    Die Lösung des Problems liegt darin, dass die eigene Psyche erkennt, dass es letztendlich nur Angst ist, die eben zwar ein fürchterlich unangenehmes Gefühl ist, das einen fürchterlich unangenehme Dinge denken lässt, die aber eben mit der Realität nicht mehr viel zu tun haben.

    anja77 schreibt:
    Gehört das alles zu einer sozialen Phobie?
    Das hat mit einer Sozialphobie nicht mehr viel gemeinsam, sondern die Angst hat sich verselbstständigt (eben Angst vor der Angst, möglicherweise eine Generalisierte Angststörung oder eben ängstlich-vermeidende Tendenzen) und betrifft quasi alle Punkte, was die eigene Gegenwart und Zukunft betrifft.

    Die Erinnerungen an die Vergangenheit, die das Methylphenidat "ausspuckt" macht das sicher nicht besser.

    Insgesamt halte ich von solchen, in den Raum geworfenen Diagnosen nicht sehr viel, denn gerade bei Persönlichkeitsstörungen sind die Übergänge zwischen den verschiedenen PS und der "Normalität" (die kein einziger Mensch auf der Welt erfüllt ) absolut fließend und diese Schubladeneinteilung ist im besten Falle was für die Kostenträger, damit das Ding einen Namen hat, für das sie bezahlen können.

    Therapien sollen daher symptomatisch sein und sich nicht an solchen groben und niemals zu 100% zutreffenden Diagnosen orientieren.

    anja77 schreibt:
    Wer hat auch solche Ängste? Hat jemand schon damit Erfahrung gemacht? Wer hat eine Therapie dagegen gemacht. Wie hat sie geholfen?
    Ich gehe davon aus, dass der Großteil der User hier solche Situationen und Ängste kennt und fast ebenso viele solche Situationen schon gemeistert und die Angst besiegt haben.

    anja77 schreibt:
    Komischerweise hilf auch das Antidepressiva gegen solche Gedanken.
    Etliche Antidepressiva helfen auch gegen Angst verschiedener Art (im Gegensatz zu Methylphenidat) und daher ist das normal und nicht verwunderlich.

    anja77 schreibt:
    Kann man von MPH richtig depressiv werden? Weil viele Dinge greifbar werden?
    Genau so ist das. Nach der fast regelmäßigen, anfänglichen Euphorie, in der alles möglich erscheint, folgt bei fast jedem dann diese Phase und letztlich mündet das Ganze dann irgendwann in eine bessere Zukunft.

    Dringende Frage
    an dich (anja77):

    Machst du derzeit eine Psychotherapie?

    Ohne eine solche ist das nicht zu schaffen, denn du brauchst jemand, der sich damit auskennt, was gerade mit dir los ist (eben eine echte psychische Krisensituation) und der/die dir hilft, diesen Gedankensalat wieder zu strukturieren und der/die dich immer wieder aus deinen Katastrophengedanken in die Wirklichkeit zurück holt.

    Angst ist wirklich nur ein (wenn auch beschissenes) Gefühl und ist absolut besiegbar, aber das geht in der Regel nicht alleine.

    Die Angst als ein wohlgemeintes und nützliches Signal zu akzeptieren, dass man jetzt wirklich vorerst mal deutlich einen oder mehrere Gänge zurückschalten muss, ist da ein wichtiger (wenn nicht der wichtigste) erste Schritt.




    Viele Grüße,
    Alex

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Retardiertes MPH (Methylphenidat): auslösen von Angst und mehr!?

    hallo

    bis meine letze op im märz gewessen ist bin ich ganz gut mit retadierten mph ausgekommen.

    wie du ja weist alex alls letztes jahr im februar mit mph begonnen habe,da hatte mich dies total aus der bahn geworfen.
    diese neuen enpfindungen und eindrücken und was da noch alles so hoch gekommen ist.
    damals pasierte das ja auch mit dem beiden malen alk.

    man muß dies erst mal verarbeiten und es kommt sehr vieles hoch.
    doch hatte ich mich wieder gefangen und bin sehr gut damit klar gekommen.

    mph hat für mich eine beruhigende wirkung und jedes benzo könne man da in den wind schießen.
    doch seit meiner op ist vieles anders geworden. jetzt dreht mich retadiertes mph total auf und ich bekomme stimmungsschwankungen ohne ende.
    ängste und panikattaken.
    die ich aber nicht zuorden kann.es dreht sich nicht um irgendwelche dinge die im leben geschehen könnten oder nicht.
    dazu hab ich noch das komische das teils nach einernhalb stunden die wirkung weg ist und ich wieder total desorentiert und im nebelschleier rum laufe.

    ne kleine dosierung am abend vorm schlafen gehen ist für mich das beste schlafmittel überhaupt.
    ich weiß nicht was da mit mir los ist seit dem.und leider gibt es zu wenig erfahrungen bei uns erwachsenen.

    lg Andrea

  8. #8
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    Forum-Beiträge: 79

    AW: Retardiertes MPH (Methylphenidat): auslösen von Angst und mehr!?

    liebe Andrea,
    du schreibst mir aus der Seele. Allerdings bin ich persönlich der Meinung, dass nciht mph der Auslöser unserer Angst ist. Ich hatte bevor ich mph nahm, massive Angstzustände, so dass ich von der Psychiaterin Medis verschrieben bekam, die ich aber nie nahm, weil ich Angst von den Nebenwirkungen hatte.
    Unter mph habe ich phasenweise auch wieder Angstattacken. Ich persönlich glaube aber, dass bei mir solche Angstattacken kommen, wenn ich mit meiner Lebenssituation oder momentanen Situation überfordert bin.
    Gruss, Delphin

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Retardiertes MPH (Methylphenidat): auslösen von Angst und mehr!?

    liebe anja,bei dir erkenne ich mich enorm in den Gedanken wieder.
    Auch ich will auf keinen Fall negativ auffallen.

    Also ich möchte dir noch ein Paar Sachen auf den Weg geben: Es liegt nicht alles nur uns ADS-lern bzw. die anderen haben es einfach nur schwer mit uns. Wir haben es zuallerst schwer mit uns selbst und dann an zweiter Stelle haben es auch die anderen (zeitweise, da sie nicht immer mit uns zusammen sind) schwer mit uns.

    Erstens: Zwar werden wir ADS-lern oft in eine Aussenseiterrolle gedrängt, aber um Aussenseiter zu werden, braucht es immer 2 Gruppen: Die Gruppe, die jemanden ausgrenzt und die ausgegrenzten Personen.

    Zweitens hatte ich einmal ein Seminar bei einem diplomierten Psychologen. Es ging nicht um ADS, aber unter anderem um das Thema Sündenböcke. Der Psychologe war ein extrem sachlicher Mensch, der schwierige Themen bewusst unemotional abhandelte. Er sagte ganz trocken: Man hat herausgefunden, dass Gruppen immer einen Sündenbock brauchen. Offenbar ist dies tatsächlich ein gruppenpsychologisches Phänomen, dass Gruppen ohne Sündenbock nicht richtig funktionieren können. Natürlich gibt es auch Ausnahmen von dieser Regel. Aber wir ADS-ler sind nicht die einzigen Sündenböcke in unserer Gesellschaft und unsere Gesellschaft scheint anscheinend ein Ventil zu brauchen um Agressionen abzuladen. Es ist falsch zu denken, dass wir einfach eine Belastung für unsere Mitmenschen sind. Gruppenpsychologisch gesprochen: Offenbar braucht die Gesellschaft einfach Leute, denen sie Schuld zuschieben können.

    Drittens: Denke nicht du seist eine Last für andere Leute wegen deinem ADs. Zwar weiss ich, dass das ganze Umfeld eines ADs'ler zumindest zeitweise in Mitleidentschaft gezogen wird. Aber: Am aller, allermeisten leiden wir selber unter unserer ADS. Unsere Mitmenschen bekommen zwar zeitweise die Auswirkungen der ADS Symptome zu spüren, aber wir spüren sie 100% der Zeit. Die anderen Menschen sind gesund, sie sollten also stark genug sein, auch einmal Rücksicht zu nehmen. Wir hingegen haben auch ein Recht, dass andere Menschen, denen es viel besser geht als uns, auch Verständnis aufbringen können für unsere Probleme.

    Denke auch daran, dass es zwar einen medizinischen Namen für unsere Krankheit gibt. Eine Krankheit existiert aber nur, solange die Gesellschaft auch etwas als krank erachtet. Beispiel: Früher, so erzählte uns derselber Psychologe, wurde Homosexualität in Amerika als Krankheit behandelt, die psychiaterisch behandelt werden musste. Heutzutage hat die Psychiaterie da eine ganz andere Meinung. Ich will nciht sagen, dass ADS kein ernsthaftes Problem ist. Ich bin aber auch der Meinung, dass die Stigmatisierung die viele ADS-ler erleben viel traumatischer sind als die ADS-Symptome selber. Beispiel: Ich rege mich immer wieder unmöglich auf, dass ich obwohl ich fünf Haarbürsten habe, regelmässig keine finde. Damit kann ich aber leben. Viel schlimmer und nachhltig verletzender für mich ist hingegen, wenn ich von anderen entgeistert angeguckt werde (wie heute am Bahnhof, als ich unkonzentriert fast in jemanden reingelaufen bin) oder verletzende Bemerkungen bekomme.

    Liebe Grüsse, Delphin

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 770

    AW: Retardiertes MPH (Methylphenidat): auslösen von Angst und mehr!?

    hey delphin

    ich weiß auch das sich angst und diverse andere syntome von früher her bestehen und nicht immer gleich sind.
    doch möchte ich anmerken das ich ein sehr sensibler mensch bin und immer auf die richtigkeit wo wann was her kommt.

    auch möcht ich noch dazu sagen das diese syntome mit wirkungsbeginn retadierten anfängt und meist mit wirkungs ende wieder so einigermaßen ins loht kommt.
    da ich ja auch die letzten zwei tage etwas ausprobiert habe kann ich devenetif sagen das dies ein zusatstoff der retadierten auslöst.
    zudem sich auch noch der pul in die höhe geht .
    ob es alleine nur an dem zusazstoff des retadierten liegt kann ich nicht sagen.

    unretadiertes beruhigt mich enorm und läßt mich runter fahren.

    klar hab ich auch mal mit unretadiertem mal panik aber nicht in dieser extreme.
    mein hausi meinte auch das dies vom retadierten kommen könnte.

    lg Andrea

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