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Diskutiere im Thema Hohe Dosierung Methylphenidat normal? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    Frage Hohe Dosierung Methylphenidat normal?

    Hallo zusammen!

    Hoffe, dass das okay ist, dass ich für meine Frage einen neuen Fred aufmache, da im letzten so gut wie nix mehr geschrieben wurde

    Folgendes: Bin ja immer noch in der Versuchsphase, d.h. in Absprache mit meinem Arzt habe ich das Elontril zwischenzeilich komplett ausgeschlichen und nehme nur noch 20mg Citalopram und halt MPH, wobei ich da zum Ausprobieren einmal Medikinet und dann Methylpheni TAD verschrieben bekommen habe.

    Also bei Medikinet stelle ich überhaupt keine Wirkung fest, beim TAD schon, aber erst wenn ich auch bereits recht viel intus habe, das heißt meine dritte Dosis à 20mg. Und da ich diese dann erst Nachmittags spüre, ist das natürlich viel zu spät, da ich vorallem auf der Arbeit diese Wirkung schon viel früher haben müsste, um effektiv was tun zu können.

    Hat jemand eine Idee wie ich ich besser dosieren bzw. anders dosieren könnte? Ist das überhaupt "normal", dass ich erst etwas bei einer so relativ hohen Dosis spüre? Und nimmt jemand von euch eine genauso oder sogar noch höhere Dosis?

    Übrigens, ich bin jetzt auch psychotherapeutisch in guten Händen. Ich gehe also wirklich alles ordnungsgemäß und vernünftig an, sowie medizinisch begleitet.

    Von daher keine Sorge, ich mache keine Dummheiten, wäre aber dankbar, eure Meinung zu hören

    Danke und bis bald! Liebe Grüße von Amneris

  2. #2


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.809
    Blog-Einträge: 40

    AW: Hohe Dosierung Methylphenidat normal?

    Naja,

    Methylphenidat hilft nur einem Teil der Erwachsenen mit einer ADHS bzw. ADS und auch bei denjenigen, bei denen es wie beabsichtigt wirkt, verbessert es die spezifische AD(H)S-Symptomatik nur zum Teil.

    Das ist zunächst mal so und da bei dir zudem noch nicht mal klar ist, ob du nun betroffen bist (und trotzdem MPH verschrieben bekommst??) oder nicht, finde ich das Ganze bis jetzt mal ziemlich unspektakulär.

    Bestehende ADHS/ADS-Komorbiditäten können sich zudem durch Methylphenidat verstärken und insgesamt auch die ganze, eigentliche AD(H)S-Symptomatik überdecken bzw. diese noch mehr überdecken.

    Oft ist es in der Tat auch so, dass die Wirkung zwar wie gewünscht eintritt, man aber mit etwas "anderem" gerechnet hat (euphorisierend, stimmungsaufhellend, "Rauschzustand"), was dann eben nicht so ist und man dann schnell den Eindruck bekommt, es wäre gar keine Wirkung da.

    In solchen Fällen wiederum fällt dann die eigentliche Wirkung zuerst oft nicht einem selbst auf, sondern Menschen aus dem persönlichen Umfeld.

    Es gibt auch hier durchaus Betroffene, die mehr als die von den Herstellern angegebene Tageshöchstdosis von 60mg einnehmen, wobei man da sicher mal drüber nachdenken sollte, wie sinnvoll und speziell wie Risiko-behaftet das in dem Fall ist.

    Amneris schreibt:
    Übrigens, ich bin jetzt auch psychotherapeutisch in guten Händen. Ich gehe also wirklich alles ordnungsgemäß und vernünftig an, sowie medizinisch begleitet.
    Öhm, hab ich hier irgendwas falsch verstanden?

    Du hast weder eine gesicherte AD(H)S-Diagnose (was in jedem Fall der absolute Minimal-Standard für eine MPH-Verschreibung sein muss), noch dürftest du die entsprechenden, körperlichen Voruntersuchungen erhalten haben, die für das Verschreiben von Methylphenidat eigentlich obligatorisch sind (bitte berichtigen, falls falsch).

    Dazu schreibt dir nicht dein Arzt die Dosierung vor, sondern du experimentierst irgendwie "in Absprache" (? wie immer das aussehen soll) selbst damit herum.

    Insgesamt ist das vom Ablauf wie auch allen anderen Aspekten her eine völlige und absolute Katastrophe und widerspricht vollkommen der Schaffung und Verbesserung der Diagnose- und Behandlungsqualität und der Schaffung und weitergehenden Etablierung eigentlich schon länger existenter Standards, für die wir uns hier täglich einsetzen.



    Liebe Grüße,
    Alex

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Hohe Dosierung Methylphenidat normal?

    Hey Alex,

    hier erstmal die gewünschte Korrektur.

    Ich bin im letzten Jahr ja insgesamt drei Monate in der Psychiatrie gewesen. EEG, EKG, Blubild usw. wurde natürlich alles gemacht. Alles top. Und mein jetziger Arzt, der mir MPH verschreibt, besteht auf regelmäßigen Untersuchungen inkl. Augeninnendruckmessungen usw.

    Was die Verdachtsdiagnose angeht; ich habe den Kinikbericht ja gelesen; meine Anamnese und auch die Computer-Testung (Wiener) sprachen bei mir eindeutig für eine ADHS des Mischtyps. Lediglich meine Grundschulzeugnisse waren "zu gut" und auch die Aussagen meiner Mutter, die 30 Jahre im Nachhinein alles beschönigt, weil "bei uns alles in Ordnung ist" haben es verhindert, dass ich die Diagnose bekomme.

    Und nein, ich bin nicht drogenabhängig Ich rauche noch nicht mal und trinke maximal eine Flasche Wein pro Jahr! Deshalb habe ich von MPH weder eine stimmungsaufhellende noch euphorisierende Wirkung erwartet. Das, was ich nach 60 mg Einnahme von MPH spüre, ist dass ich innerlich endlich ruhig werde, mich wesentich besser konzentrieren kann, nicht ständig ablenkbar und auch das Symptom meiner Restless Leggs nachlässt. Was übrigens alles Dinge sind, die meinen Arbeitsplatz gefährden.

    Von daher: Was hätte ich denn tun sollen, wenn die Höchstdosis Elontril bei mir nicht "anschlägt" ? Diese Tabletten haben mich nämlich eher euphorisch gemacht, mir mehr Antrieb gegeben, aber nicht zielgerichtet, sondern eher ruhelos.

    Es wäre lieb, wenn du mir nochmal antworten würdest! Danke im Voraus und LG
    Amneris

  4. #4


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.809
    Blog-Einträge: 40

    AW: Hohe Dosierung Methylphenidat normal?

    Naja,

    Gleich welche Gründe dafür ausschlaggebend waren, dass dir eine positive Diagnose nicht gestellt wurde, so sind diese erst mal vorhanden und verbieten es wohl oder übel, von einer gesicherten Diagnose zu sprechen.

    Dass du im Übrigen abhängig von irgendwelchen Substanzen wärst, hab ich (denk ich) auch nicht behauptet.

    Es ist auch durchaus so, dass manche Leute entsprechend unqualifiziert aufgezogene Presseberichte gelesen haben, von anderen Betroffenen gehört oder (z.B. auch in Foren) gelesen haben, die der oftmals unter MPH auftretenden "Anfangseuphorie" anhein gefallen sind oder sich schlicht dadurch, dass Methylphenidat nunmal ein Stoff ist, der unter dem BtmG steht oder aus noch zig anderen Gründen mehr oder weniger bewusst etwas erwarten, was dieser Wirkstoff nicht in der Lage ist, zu bewirken.

    Entsprechend hoch gesetzte Erwartungshaltungen führen dann eben zwangsläufig zu entsprechend ausgeprägter Enttäuschung.

    Setzen wir also mal "wohlwollend" den Fall, deine positive Diagnose wurde tatsächlich ausschließlich durch entsprechende, widrige Begleitumstände verhindert und nehmen mal an, die tatsächliche Wirklichkeit wäre die, dass du tatsächlich von einer ADHS betroffen bist.

    Mit 60mg Methylphenidat pro Tag endet der Rahmen, den die Hersteller entsprechender Präparate festgelegt haben. Alles, was darüber hinaus geht, liegt also in jedem Fall allein in der Verantwortung deines Arztes.

    Manche Betroffene sprechen tatsächlich auf verschiedene, unretardierte Präparate unterschiedlich an, wobei ich mich da nicht festlegen will, in wie weit dabei im Einzelfall jeweils Placebo/Nocebo-Effekte mit eine Rolle spielen könnten.

    Insgesamt hat jede Medikation bei Erwachsenen mit einer ADS bzw. ADHS gegenüber einer Medikation bei Kindern einen außerordentlich komplizierenden Faktor, nämlich dass bei so gut wie keinem erwachsenen Betroffenen die eigentliche AD(H)S noch alleine vorliegt, sondern sich eben so gut wie in jedem Fall im Laufe der Zeit zusätzliche, psychiatrische Krankheiten bzw. Störungen entwickelt haben, die ebenso bei jeder Medikation eine Rolle spielen.

    Entscheidend ist dann das, "was hinten raus kommt" (frei nach Helmut Kohl), nämlich eben das Gesamtbild, das sich insgesamt unter einer Medikation ergibt.

    Grundsätzlich hat mal also genrell (eine korrekte, positive AD(H)S-Diagnose angenommen) erst mal folgende Möglichkeiten:

    1. Weitere Steigerung der täglichen, unretardierten Dosierung

    Bringt ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen sowie ein unklares Risiko für eventuell auftretende Folgeschäden.

    2. Wechsel der unretardierten Methylphenidat-Präparate

    Kann wohl im Einzelfall zumindest angeblich was bringen.

    3. Behandlungsversuch mit retardierten Methylphenidat-Präparaten


    Kostet zwar mehr, hat aber schon vielen wesentlich positivere Behandlungsergebnisse eingebracht, als unretardiertes MPH. Vor allem auch in Bezug auf auftretende Nebenwirkungen, wie auch den regelmäßig auftretenden "Rebound-Effekten" (med. kein echter Rebound, btw.)

    4. Behandlungsversuch mit Amphetaminsulfat

    Meiner Ansicht nach vor allem bei Erwachsenen zurecht eine sehr restriktiv eingesetzte Behandlungsform, aus verschiedenen allgemein bekannten Gründen (man informiere sich hier über die Details der Wirkung sowie die weiteren Begleitumstände von "echtem" Amphetamin).

    5. Behandlungsversuch mit Atomoxetin (Strattera)

    Ein insgesamt in den meisten Fällen sehr geeignetes Präparat, das aber eben leider, ebenso, wie MPH, zumeist bis dato nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird und einen sündhaft teuren Preis aufweist.

    Entsprechend günstigere Generika sind derzeit noch nicht auf dem deutschen Markt erhältlich.

    6. Behandlungsversuche mit bestimmten, zur Behandlung einer AD(H)S oder auch nur von Komorbiditäten geeigneten, anderen Psychopharmaka

    In erster Linie wären hier bestimmte Antidepressiva zu nennen, die sich entsprechend auf den Neurotransmitterhaushalt auswirken, der mit einer AD(H)S in Verbindung gebracht wird.

    Geeignete Antidepressiva sind da in erster Linie das bereits von dir eingenommene Elontril, sowie im Weiteren und in entsprechend, ausreichend hoher Dosierung auch Wirkstoffe Venlafaxin (Originalpräparat: Trevilor) und noch einige andere Wirkstoffe.

    Was eigentlich vom Wirkmechanismus her nicht sonderlich logisch erscheint, aber ebenso schon manchen AD(H)S-Betroffenen geholfen hat, sind in der Tat auch manche Neuroleptika, voran atypische Neuroleptika wie Seroquel oder Leponex, was dann wohl eher durch das Vorhandensein entsprechender Komorbiditäten entsprechender Ausprägung zu erklären ist.

    7 . Behandlungsversuche mit individuellen Medikamenten-Kombinationen

    Hierbei gibt es zahlreiche, sinnvolle (leider auch gelegentlich weniger sinnvolle) Kombinationen, die man zur Anwendung bringen kann und und in der Praxis auch bringt.

    Prinzipiell sind mit Ausnahme von MAO-Hemmern (bestimmte Gruppe der Antidepressiva) eigentlich so gut wie alle Psychopharmaka miteinander in Kombination anwendbar, was dann insgesamt eine große Anzahl an möglichen und angewandten Kombinationen ergibt.

    Sinnvolle Kombinationen ergänzen sich gemeinhin oder haben gegenseitig augmentierende (~ verstärkende) Wechselwirkungen.

    Was nun jeweils von allen, medikamentösen Möglichkeiten zur Anwendung kommt, ist aber eben immer ein individueller, vom Arzt zu bestimmender Einzelfall und bei anderen Erwachsenen mit einer vorliegenden AD(H)S beobachtete Wirkungen sind nicht auf einen selbst übertragbar.

    Deshalb bringen auch Fragen nach Erfahrungen anderer mit einem bestimmten Wirkstoff, einer bestimmten Dosierung oder einer bestimmten Wirkstoffkombination oder zu anderen Aspekten einer Medikation in aller Regel nichts oder schaden am Ende mehr, als dass sie einem nützen.

    Wie in allen Bereichen der medikamentösen Behandlung in der Psychiatrie ist es auch bei AD(H)S nicht anders, sondern es ist zum derzeitigen Stand von Forschung und Wissenschaft leider nach wie vor so, dass man mehr oder weniger durch entsprechende, individuelle Behandlungsversuche versuchen muss, eine ideale (oder in der Praxis meist eher annähernd ideale) Medikation zu finden.





    Liebe Grüße,
    Alex

  5. #5
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 57

    AW: Hohe Dosierung Methylphenidat normal?

    gruess dich amneris,

    mhm..du erwaehnst ganz unten "restless legs". hat dich dein arzt mal direkt auf RLS untersucht? ich frage, weil RLS aehnliche, bzw. fast identische symptome wie ADHS oder eine Depression aufweist. wahrscheinlich auch noch andere psychische erkrankungen. das macht die diagnose ja auch so schwer. ich wuerde geld drauf wetten, dass es sicher nen sehr hohen anteil an fehldiagnosen gibt.
    naja, es wuerde eventuell erklaeren, warum dein koerper und dein geist nicht auf mph "anspringt" bzw. erst bei sehr hoher dosierung. oder vielleicht bist du auch ein non-responder oder dein koerper verstoffwechselt den wirkstoff zu schnell.
    vielleicht solltest du mal fuer 1-2 naechte in ein schlaflabor wegen des RLS.
    mein beitrag dient natuerlich nur zur anregung. bin ja auch kein arzt

    lg

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 74

    AW: Hohe Dosierung Methylphenidat normal?

    Huhu amneris

    ich schreib dir mal schnell auf mit welcher Menge es mir ganz gut geht. Ist natürlich für jeden etwas anders. Ich musste auch sehr lange Testen.

    10-10-10-10 Methylpheni TAD alle 4 Stunden
    10-10- 0 - 0 Medikinet retard

    damit geht es mir sehr gut

    LG KaOsPrinzess

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    AW: Hohe Dosierung Methylphenidat normal?

    Also bei Medikinet stelle ich überhaupt keine Wirkung fest, beim TAD schon, aber erst wenn ich auch bereits recht viel intus habe, das heißt meine dritte Dosis à 20mg. Und da ich diese dann erst Nachmittags spüre, ist das natürlich viel zu spät, da ich vorallem auf der Arbeit diese Wirkung schon viel früher haben müsste, um effektiv was tun zu können.
    Hallo Amneris,

    in der Tat scheint es so zu sein, dass es nicht nur auf den Wirkstoff, sondern auch auf die Galenik (= Darreichungsform; d.h. die Trägerstoffe der Tablette) ankommt.

    Man weiß noch nicht , woran es genau liegt, aber die Betroffenen kommen mit unterschiedlichen Präparaten unterschiedlich gut klar.

    Ich selbst bin auf ein Kurz Wirksames von Hexal eingestellt, da ich z.B. Concerta ganz schlecht vertrage (bzw. nur an manchen Tagen ...)
    Auch weiß ich von anderen Betroffenen, dass 10 mg klassisches "Ritalin" offenbar im Vergleich stärker wirken als eins der Generika. Das hab ich selbst noch nicht ausprobiert.

    Die 60 bis 70 mg Tagesdosis als oberer Grenzwert kommen aus der Behandlung von Kindern.
    Für Erwachsenen gibt es hier meines Wissens einfach noch keine zuverlässigen Daten - aus dem Grund, dass das Störungsbild bei Erwachsenen einfach noch nicht über einen genügend langen Zeitraum hinsichtlich der Besonderheiten der Medikamentösen Therapie erforscht wurde.

    Ich weiß im Moment die Quelle nicht - kann sogar mein Psychiater gewesen sein - , aber es gibt die klinische Beobachtung, dass es grob gesagt zwei Gruppen gibt:

    Solche, die im Niedrigdosis-Bereich gut einstellbar sind (damit haben die Krauses gute Erfahrungen gemacht, die das Standardwerk zum Thema Erwachsenen-ADHS geschrieben haben) und eine zweite Gruppe, die im Hochdosis-Bereich die besseren Wirkungen erzielt.

    Der Hochdosis-Bereich geht dabei u.U. auch deutlich über die ominöse "Höchstgrenze" von 70 mg/Tag hinaus.

    Auch die Wirkdauer der Einzeldosis scheint individuell sehr unterschiedlich zu sein.
    So ist vorstellbar und einleuchtend, dass unter Bedingungen, die noch unerforscht sind, Menschen ihre jeweils "best wirksame Einzeldosis" schnell verstoffwechseln (z.B. in einer Zeit unter 2 Stunden - was auch ohne Drogen-Vorgeschichte offenbar vorkommen kann) und dann auf eine höhere Gesamtdosis über den Tag kommen.

    Krause & Krause vertreten die Auffassung, dass bei einem vermeintlich hohen Tagesbedarf eine Kombinationsbehandlung oft bessere Wirkungen erzielt.

    Es scheint ohnehin so zu sein, dass je nach "Abmischung" der betroffenen Gene eben nicht nur das Dopamin-, sondern auch das Noradrenalin-bzw. Serotonin-System in unterschiedlicher Ausprägung betroffen ist - das muss ein verantwortungsbewusster und entsprechend erfahrenen Kliniker in enger Absprache mit dem Patienten rausfinden.

    Deshalb hilft es wenig, hier im Forum nach Tips von Betroffenen zu fragen.
    Die Erfahrungen sind einfach nicht übertragbar.

    Du könntest aber ein "Medikamenten-Tagebuch" führen und mal genau dokumentieren, welche Veränderungen (positiv und negativ) dir über den Tag auffallen und wie sie durch unterschiedliche Dosis (bzw. schneller nachnehmen - ich selbst mach das manchmal mit sehr kleinen Dosisveränderungen, also auch in 1/4Tabletten-Schritten, natürlich immer in enger Rückkopplung mit dem Arzt) beeinflusst werden.

    Ziel kann nicht sein, ganz schnell zur selbst ersehnten "Hochleistungsfähigkeit" zu kommen, sondern zu lernen, mit seiner Disposition sein Leben im Rahmen der eigenen Möglichkeiten best möglich zu gestalten.

    Es gibt auch das Phänomen der "Anfangs-Euphorie" - wenn die abgeklungen ist, werden die eigentlichen inneren "Baustellen" deutlich .
    Aus diesem guten Grund wird ja die medikamentöse Therapie in Kombination mit Verhaltenstherapie und anderen psychotherapeutischen Maßnahmen verschrieben, so wie es bei dir auch der Fall ist:
    Übrigens, ich bin jetzt auch psychotherapeutisch in guten Händen. Ich gehe also wirklich alles ordnungsgemäß und vernünftig an, sowie medizinisch begleitet.
    Es ist oft ein längerer Weg, bis man für sich das Optimum gefunden hat - und mit steigenden äußeren Anforderungen ändert sich dann immer noch mal was.

    Du scheinst mir aber auf einem guten Weg zu sein.
    Klar, dass du dich nach schnellen Erfolgen sehnst (wem von uns geht das nicht so?) - aber hier ist wirklich Geduld nötig.

    LG, Esme

  8. #8
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
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    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Hohe Dosierung Methylphenidat normal?

    Ich danke euch ganz herzlich für die ausführlichen Informationen

    Puh, die Einstellung ist eine sehr komplizierte Sache; und mehr und mehr gewinne ich den Eindruck, dass man wirklich keine allgemeingültigen Richtlinien oder Empfehlungen aufstellen kann; da scheint die Psychologie bzw. Gehirnforschung wohl noch viel zu sehr in den Kinderschuhen zu stecken. Also heißt es wohl weiter Geduld haben und ausprobieren-natürlich weiterhin unter ärztlicher Aufsicht/Kontrolle-ist klar.

    Und auch nochmal zum Thema Komorbidtäten: Natürlich sind diese dicke bei mir vorhanden. Neben der Verdachtsdiagnose ADHS wurde bei mir Depression mittelschweren Grades fest diagnostiziert. Was die ganze Sache nur so kompliziert macht, ist, dass man im Altere von fast 36 Jahren nicht eindeutig zu sagen vermag, ob es wirklich Folgeerkrankung der ADHS ist, wofür vieles sprechen würde oder ob sie zusätzlich vorhanden ist; dafür gäbe es nämlich auch noch endogene Begründungen (Hashimoto, VitD-Mangel, zu niedriges Cholesterin), dann natürlich familiäre Situation usw.

    Hinzu kommt auch, dass ich in meinem Leben noch nie eine Beziehung hatte, obwohl es Frauen gibt, die durchaus "hässlicher" sind als ich

    Und und und...Da scheint wohl noch ein sehr langer Weg vor mir zu liegen...na wenn er denn wenigstens zu was gutem führt, habe ich nix dagegen

    LG Amneris

    P.S.: Aber eine Frage habe ich doch noch! Wie gesagt, spüre ich ja einen Effekt, wenn ich die letzten beiden Tabletten à 10mg genommen habe (dann also insgesamt 60mg); nur das ist am späteren Nachmittag erst der Fall. Wie kann man denn so dosieren, dass dieser Effekt bereits früher auftritt- nämlich dann, wenn ich mitten im Arbeitseinsatz bin? Jemand vielleicht eine Idee?

  9. #9


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.809
    Blog-Einträge: 40

    AW: Hohe Dosierung Methylphenidat normal?

    Amneris schreibt:
    P.S.: Aber eine Frage habe ich doch noch! Wie gesagt, spüre ich ja einen Effekt, wenn ich die letzten beiden Tabletten à 10mg genommen habe (dann also insgesamt 60mg); nur das ist am späteren Nachmittag erst der Fall. Wie kann man denn so dosieren, dass dieser Effekt bereits früher auftritt- nämlich dann, wenn ich mitten im Arbeitseinsatz bin? Jemand vielleicht eine Idee?
    Hallo

    Das ist in der Tat ein Punkt, der mir seltsam vorkommt.

    Unretardiertes Methylphenidat hat im Allgemeinen eine Wirkungsdauer von maximal 4 Stunden.

    Wenn du also morgens eine Dosiseinheit zu dir nimmst, dann nochmal gegen Mittag und die letzte gegen Nachmittag, dann solltest du trotzdem bei der letzten Einnahme nicht mehr Wirkung haben, als bei den beiden vorherigen.

    Mal noch eine Frage (falls ich das falsch verstanden hab):

    Bei dir liegt ein Morbus Hashimoto vor?

    M. Hashimoto ist eine der häufigsten Differenzialdiagnosen zu einer AD(H)S und allgemein vollständig in der Lage, auch sämtliche Symptome zu erklären, die eine ADHS bzw. ADS samt den üblichen Komorbiditäten produziert.

    Sollte das nicht wirklich optimalst eingestellt sein (was meist nicht machbar ist), ist eine AD(H)S-Diagnostik nicht möglich bzw. auch eine positive ADHS- bzw. ADS-Diagnose nicht aussagekräftig.

    Würde im Übrigen auch sehr gut erklären, weshalb die verschiedenen MPH-Einnahmen zu verschiedenen Uhrzeiten bei dir so unterschiedlich wirken.



    Liebe Grüße,
    Alex

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Hohe Dosierung Methylphenidat normal?

    Hey Alex, na ja die beschriebene Symptomatk habe ich seit Kindheit und solange ich mich erinnern kann, Hashimoto Thyreoditis seit ca. 9 Jahren. Letzterer hat mir aber auch nie Probleme bereitet- ist eher zufällig festgestellt worden und eingestellt bin ich auch gut und gehe regelmäßig zur Kontrolle.

    Das kann es ja also nicht sein, denke ich mal

    Was die Dosierung angeht, so dachte ich, dass es vielleicht daran liegen könnte, dass die Wirkung der Morgen- und Mittagsdosis vielleicht noch nicht ganz verflogen ist, sich diese dann mit der Nachmittagsdosis aufsummiert und deshalb dann die spürbare Workung eintritt? Ist das nicht möglich?

    LG Amneris

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