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  1. #1
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 28

    Unsicherheit bezügl. Medikinet adult und Nebenwirkungen

    Holla,

    vorab eventuell eine kleine Triggerwarnung wegen Drogenerfahrungen im Text (falls das hier so üblich ist. Sicher ist sicher.)

    Bei mir wurde kürzlich nach längerer Verdachtszeit durch meine Therapeutin von einem Spezialisten ADS ohne Hyperaktivität im Erwachsenenalter festgestellt (eins meiner Elternteile ist ebenso betroffen). Auch auf Grund meiner weit zurückliegenden Erfahrungen mit Speed, das bei mir tatsächlich milde anregend und stark fokussierend wirkte wurde dann Medikinet adult verschrieben in der Hoffnung, dass es wohl so oder so ähnlich wirkt.

    Leider habe ich mit 10mg gar nichts gemerkt, mit 20mg ging es dann einen Tag ganz okay. Ich konnte mich zwar nicht sonderlich gut konzentrieren, aber das lange Sitzen beim Zahnarzt hat mich auch nicht so dermaßen gelangweilt und nervös gemacht, wie ich es eigentlich erwartet hätte. Danach konnte ich sogar noch einkaufen gehen und habe zuversichtlich zu Hause an etwas technischem herumgeschraubt, was mich sonst eher überfordert hätte. Dabei blieb es aber nicht, am Tag darauf fing dann die extreme Müdigkeit an. Ich bin von Natur aus sowieso permanent erschöpft, aber das war dann von einer Qualität wie nach drei Wochen pausenlos durchackern, direkt nach der Einnahme. Von Belastbarkeit oder Konzentrationsfähigkeit keine Spur, ich schlurfte noch langsamer als sonst durch die Gegend....konnte aber nachts auch nicht richtig schlafen und war Tags darauf dementsprechend noch müder. Zwar konnte ich mich einigermaßen aufs Lesen konzentrieren, aber für tatsächliche Arbeit an Projekten hat es vorne und hinten nicht gereicht.

    Dann (immer noch auf 20mg) kamen täglich wechselnde, ziemlich wahllose physische Nebenwirkungen dazu. Mal wars der Schmerz im Brustkorb, mal die Kopfschmerzen, mal die laxative Wirkung, Herzrasen war quasi immer dabei. Abends war ich dann noch fertiger und hätte genau so gut die Tapete anschauen können. Nach kurzer Zeit kamen dann auch noch Angstzustände und depressive Tiefs dazu. Laut Spezialist ist die sofortige massive Müdigkeit wohl ziemlich typisch für Leute, die tatsächlich AD(H)S haben (anstatt Probleme, die sich ähnlich geben, aber anderer Natur sind...Depressionen z.B.). Auf Grund meiner Berichte vom guten Tag auf 20mg bzw. der Fähigkeit zu lesen, wenn ich eigentlich nebenbei noch unruhiger wäre sind wir aber erstmal dazu übergegangen, es weiterhin mit anderen Dosen zu versuchen.

    30mg habe ich persönlich bisher als Horror empfunden, ich fühlte mich noch mehr als bei 20mg merkwürdig "drauf", nicht wie ich selbst, zitterig und generell ängstlicher. Der Stress ging dann so weit, dass ich abends psychotische Symptome hatte, gegen die auch die 100mg retardiertes Quetiapin nicht mehr ankamen, die ich nebenbei noch nehme.
    Anstatt 30 gleich morgens habe ich es heute mal mit 20 zum Frühstück und 10 ein paar Stunden später versucht, was schonmal erträglicher war. Ich komme aber nicht ansatzweise in einen Zustand, bei dem ich tatsächlich fokussiert (und ohne große Überwindung) Dinge tun könnte bzw. bei dem ich mich auch tatsächlich wohl in meinem Körper fühlen würde.
    Ich habe außerdem den Eindruck, dass ich nach dem Aufstehen morgens noch eine gute Portion Medikament im Körper habe, sprich, dass sich die Tabletten und der Wirkstoff in meinem Körper wesentlich langsamer abbauen als sie es eigentlich sollten, wodurch ich mir eventuell morgens dann erstmal die richtige Überdosis reinknalle, wenn ich wieder die tägliche Morgendosis einnehme. Dafür würde eventuell auch sprechen, dass die nächste schwache "Welle" an Wachsein und potentiellem Interesse generell zwischen ein und drei Uhr nachts kommt und ich dann die ganze Zeit wach liege, wenn ich nicht vorher rechtzeitig schlafen gehe (was dank Ablenkbarkeit leider viel zu häufig passiert).

    Ich bin mir aber nicht sicher, ob meine Erwartungen nach den besonders positiven Erinnerungen an Speed, eher ohne Rausch, aber mit anhaltender Begeisterungsfähigkeit und Fokus eventuell meine Erwartungen zu hoch nach oben geschraubt haben? Ist es für andere tatsächlich so, dass sie einen Unterschied wie Tag und Nacht spüren oder ist das eher subtiler und ich warte hier auf Dinge, die das Medikament gar nicht kann? Ist es in meinem Fall überhaupt sinnvoll, die Dosis noch zu erhöhen oder gibt es tatsächlich Leute, bei denen die Nebenwirkungen bei höherer Dosis nachlassen und die Wirkung zu Tage tritt? Man nimmt ja mit Speed auch keine geringfügigen Mengen an Amphetaminen zu sich, vielleicht reichts bei mir noch nicht?
    Ich habe (bei Wikipedia, glaube ich) auch gelesen, dass Methylphenidat ähnlich wie Kokain in den Körper aufgenommen werden soll, was bei mir nie auch nur ansatzweise eine Wirkung hatte, liegt da vielleicht ein Zusammenhang? Vielleicht liegt mein Hyperfokus ja aber grade auch nur einfach so sehr auf der Geschichte ADS, dass mir alles noch stärker ins Bewusstsein tritt? Ich bin ratlos.

    Momentan fühle ich mich tatsächlich einfach nur so, als hätte ich Speed allerunterster Qualität in großen Mengen genommen: Sehr Oberflächlich wach (während ich geistig wohl eher dem Wachkoma nahe bin), ängstlich-unsicher, irgendwie "drauf", Herzrasen und permanenter Schlafmangel.

    ...ich bitte um Entschuldigung für den ellenlangen Text. Kürzer gehts irgendwie nicht bei mir. :-/
    Geändert von Comicsans (23.09.2017 um 23:57 Uhr)

  2. #2
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Unsicherheit bezügl. Medikinet adult und Nebenwirkungen

    Hallo Comicsans und herzlich willkommen,

    da wir Ähnliches gerade hatten, frage ich erst mal ob du noch Kaffee, schwarzen Tee oder Ähnliches trinkst. Das verträgt sich nicht immer gut mit Methylphenidat.

    Nein, Nebenwirkungen lassen nicht nach bei höherer Dosis; aber sie lassen häufig nach wenn du ein paar Wochen Methylphenidat nimmst. Von daher bleib ruhig eine Weile bei 10-20 mg Einzeldosis und steigere noch nicht so schnell, auch wenn die Wirkung noch unbefriedigend ist. Dass du gut frühstücken solltest, wenn du Medikinet Adult nimmst, hat dir die Ärztin sicher gesagt, und genug trinken ist auch wichtig.

    Ob die Kombination mit Quetiapin gut ist kann ich nicht beurteilen. Risperidon ist wohl unproblematisch zusammen mit Methylphenidat, einige dämpfende Neuroleptika eher nicht. Wieviel Erfahrung hat denn deine Ärztin mit ADHS-Behandlung? Sollst du das Neuroleptikum weiterhin nehmen oder mittelfristig reduzieren?

  3. #3
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    Forum-Beiträge: 28

    AW: Unsicherheit bezügl. Medikinet adult und Nebenwirkungen

    Hallo 4 Kl., danke für die freundliche Begrüßung und die rasche Antwort!

    Mein Arzt ist meines Wissens nach sehr auf dem Gebiet erfahren, Uniklinik und Spezialist auf dem Gebiet Erwachsenen-AD(H)S. Ich hatte schon öfter schlechte Erfahrungen mit Psychiatern, bei ihm habe ich eher einen kompetenten, unaufgeregten Eindruck.

    Kaffee, schwarzen Tee oder Mate-Getränke trinke ich gar nicht mehr, weil ich davon schlicht und einfach todmüde werde. Die 100mg retardiertes Quetiapin sind wohl eher unproblematisch, die Dosis liegt ja auch noch im sehr niedrigen Bereich. Essen tue ich seit Beginn der Medikation regelmäßig und ausgewogen, gerade weil es bei diesem Medikament eben ziemlich wichtig ist. Meine 2-2 1/2 Liter an Getränken am Tag schaffe ich auch. Die ganzen üblichen "Verdächtigen" habe ich eigentlich schon durchdacht, sogar Alkohol habe ich seit Wochen nicht mehr getrunken. Solche schweren Nebenwirkungen bei Medikamenten hatte ich seit Abilify nicht mehr (was ich zum Glück auch nicht mehr nehme). Vielleicht "verwächst" es sich ja, aber ich bin ein wenig hoffnungslos, weil sich eben bisher kaum Positives bemerken lässt.

  4. #4
    Ist öfter hier

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    Forum-Beiträge: 191

    AW: Unsicherheit bezügl. Medikinet adult und Nebenwirkungen

    Hall Comcsans,
    eine Menge Betroffener verträgt das Medikinet nicht gut und wechselt zu Ritalin, das gemeinhin besser vertragen wird. Der Wirkstoff ist derselbe, einen Versuch ist es wert. Und ich Schliesse mich 4kl Konzert an von wegen bei kleiner Dosis bleiben und erstmal eine Weile "durchhalten".
    Lg, Rob

  5. #5
    Fühlt sich hier wohl

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    Forum-Beiträge: 385

    AW: Unsicherheit bezügl. Medikinet adult und Nebenwirkungen

    Es gibt nicht wenige bei denen bereits 10 mg MPH zuviel sind, dazu gehöre ich auch. Daher nehme ich im Moment ca. 1/3 von einer halben 10 mg Tablette Ritalin unretardiert. Also ca. 1,5 mg. Und Medikinet vertrage ich garnicht, daher Ritalin.

  6. #6
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    Forum-Beiträge: 26

    AW: Unsicherheit bezügl. Medikinet adult und Nebenwirkungen

    Darf ich fragen zu welchen Uhrzeiten du deine Kapseln nimmst ? Vor allem die zweite Dosis ? Also selbst wenn ich 20mg Medikinet Adult am sehr späten Nachmittag nehme, schlafe ich Abends/Nachts ganz normal "gut" ein und ich hatte noch nie das Empfinden, am nächsten Morgen noch etwas "im Blut" zu haben.

  7. #7
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    AW: Unsicherheit bezügl. Medikinet adult und Nebenwirkungen

    Hey, vielen Dank euch allen nochmal für die hilfreichen Antworten!

    Nachdem ich erstmal aus dem Hochstressbereich raus war, bei dem ich sowieso nicht klar denken konnte, habe ich dann auch einigermaßen sinnvoll "skillen" können (im Sinne der DBT-Behandlung). Sicherlich hätte meine Therapeutin genau so wie ihr mir geraten, erstmal ganz ruhig zu bleiben und zu sehen, wie sich das entwickelt. Ich versuche jetzt eher, auf das positive zu achten, selbst, wenn es bisher noch kein durchschlagender Erfolg ist, anstatt mich in das Negative zu verbeißen und damit nur eine persönliche Erwartungshaltung zu bedienen bzw. das schlechte Gefühl noch zu verstärken. Ich sage mir jetzt bei unangenehmen Nebenwirkungen, dass mir das mit anderen Medikamenten genau so ging (z.B. bei der berühmt-berüchtigten Müdigkeit durch Quetiapin), die Nebenwirkung dann aber in den allermeisten Fällen nach einer kurzen Zeit nachließen. Ich muss einfach ein bisschen geduldiger damit umgehen.

    Tatsächlich habe ich heute mit 20mg beim Frühstück und 10 ein paar Stunden später kaum noch Herzrasen und konnte sogar im Spiegel lesen, während die Mitbewohnerin im Hintergrund immer mal wieder Geräusche machte. Abgelenkt war ich bei den Texten zwischendurch zwar immer wieder, aber nicht ansatzweise so extrem, wie ich es sonst erwartet hätte. Die "Störgeräusche" haben mich auch nicht so unglaublich aggressiv gemacht wie sonst! Ich sehe zwar nicht, dass ich grandiose Dinge leisten könnte wie z.B. etwas fürs Studium zu lernen oder einer geregelten Arbeit nachzugehen, aber die kleinen Verbesserungen sind tatsächlich da und es wäre schön blöd von mir, die zu ignorieren. Sogar das liebe Katzenvieh konnte ich länger kraulen, ohne dass ich nach wenigen Sekunden unruhig oder gelangweilt wurde. Es wird also, ich darf's mir nur nicht schlecht machen.

    mrsco, die Kapseln nehme ich direkt nach dem Aufstehen/zum Frühstück, also momentan bei mir so um 10-11 Uhr. Das Problem bestand aber schon, als ich nur diese Morgendosis genommen habe. Mit der zweiten kleinen Dosis, die ich jetzt momentan so beim ersten Müdigkeitstief um ca. 13-14 Uhr nehme verhält sich das ganze genau so. Mal sehen, was daraus wird. Diese Nacht hatte ich wieder eine "Wach-und-Interessiert"-Phase, die um Mitternacht begann und wo ich dann natürlich gleich am PC hängen blieb. Ich habe den Eindruck, dass das die retardierte Freisetzungsphase ist, die eigentlich schon wesentlich früher hätte anlaufen sollen und die sich zäh wie Gummi bis in den nächsten Vormittag zieht. Gewöhnungsbedürftig, vor allem, wenn man sonst ohne 10-11 Stunden Schlaf kaum zurechnungsfähig ist. Eventuell muss ich einfach nur meinen Schlafrhythmus ein wenig umerziehen, mal gucken.
    Auch die extreme Müdigkeit, die um spätestens 18 Uhr einsetzt und bis zur vermeintlichen zweiten Wirkphase um Mitternacht andauert finde ich noch nicht so hilfreich, eventuell legt sich das mit der Zeit aber auch.

    ...und das war jetzt wieder ein tausend-Seiten-Roman. Entschuldigt, ich kriegs irgendwie nicht kürzer hin. :-(

  8. #8
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    AW: Unsicherheit bezügl. Medikinet adult und Nebenwirkungen

    Momentaner Stand: 50mg über den Tag verteilt (20/20/10 oder 30/20) helfen tatsächlich! Leider verliere dafür immer mehr Haare, was bei sehr langen Frauenhaaren nicht nur enorm auffällt, sondern in meinem Fall mit einer Körperschemastörung ziemlich bedenklich ist . Nun darf ich zwischen einigermaßen angemessenem Funktionieren (zum ersten Mal im Leben?) und Haaren wählen. Der nächste Arzttermin ist leider erst Mitte November, und bis dahin lassen sich viele Haare verlieren. :-/

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