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  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 261

    Medikamente und anderer Charakter

    Moin,

    ich hatte letzten Dienstag ein Gespräch mit meinem ASP über die Wirkung von Medikamenten gegen ADHS.

    Mein Therapeut hat mir erzählt, dass sich mein Charakter verändert und sich das Umfeld wundern wird, weil ich anders sein werde.
    Er hat es aus der Sicht eines Kind/Jugendlichen erzählt. Die Eltern hätten gesagt, dass die Kinder ruhig sind und sagen: "Das ist nicht mehr mein Kind".

    Ist die Veränderung nach Einnahme von Medikamente so stark, dass sich mein Umfeld wundern wird?

    Viele Grüße
    Live

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.728

    AW: Medikamente und anderer Charakter

    Wir können dir hier viel erzählen, aber was hindert dich denn es auszuprobieren?

    Du willst doch anders werden, sonst kannst du es gleich bleiben lassen? Aber ich weiß was du meinst. Du wirst sicher kein Anderer, du bist immer noch du. Ich hatte nie das Gefühl, dass jemand in meinem Gehirn herumschraubt und ich die Kontrolle verliere. Im Gegenteil, man gewinnt ja Kontrolle!

    Was ist ein ASP? Und welche Erfahrung hat er?

    Live schreibt:
    Er hat es aus der Sicht eines Kind/Jugendlichen erzählt. Die Eltern hätten gesagt, dass die Kinder ruhig sind und sagen: "Das ist nicht mehr mein Kind".
    Diesen Effekt kann ich dir erklären. Die Eltern eine hyperaktiven Kindes lieben ja ihr Kind so wie es ist. Es ist nervig, es steht sich selbst im Weg, aber es ist auch lebendig und originell.

    Und wenn die Eltern dann die Anti-Propaganda von den Zombiekindern und dem Ruhigstellen mitbekommen, dann macht das immer auch ein Bisschen schlechtes Gewissen, und man wartet natürlich auch darauf, dass so etwas passiert.

    Plötzlich wirkt das ansonsten hibbelige Kind ernst und in sich gekehrt. Das arme Kind, was tun wir ihm an?

    Dem Kind geht es aber vielleicht gar nicht schlecht. Sondern es kann mal ruhig sein, was es sonst gar nicht schafft. Auch mal über etwas nachdenken. Vielleicht genießt es die Ruhe. Aber für die Eltern ist das erst einmal völlig ungewohnt.

    Ich war selbst ein Hypie-Kind und weiß, es ist total schön, mal ernst sein zu können und nicht immer albern sein zu müssen! Ich habe mich so oft hinterher geschämt über mein Vorlaut-Sein und die Clownereien.

    Es kann aber auch sein, dass das Kind überdosiert ist. Manche Ärzte haben wenig Erfahrung und gehen zu schnell zu hoch ran. Ich habe bei beiden Kindern die Erfahrung gemacht, dass sie am Anfang mit ganz erstaunlich niedriger Dosis gut zurecht kamen.

    Du selbst hast natürlich einen Vorteil. Wenn es dir nicht gut geht, merkst du das ja und musst nicht wie bei einem Kind von außen gucken und spekulieren, ob es jetzt glücklich-ruhig oder unglücklich-ruhig ist.

    Ist die Veränderung nach Einnahme von Medikamente so stark, dass sich mein Umfeld wundern wird?
    Ja hoffentlich, oder? Aber nicht wie du befürchtest. Wir ADHS-ler wirken meist dann wie "auf Droge", wenn wir gerade nichts nehmen! Wenn dein Umfeld bemerkt, dass du plötzlich zuhörst ohne gleich zu reden oder du nicht so schnell den Faden verlierst, hast du doch nichts dagegen, oder? Warum das so ist, kannst du ja für dich behalten!
    Geändert von 4.Kl.konzert (19.08.2017 um 01:02 Uhr)

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 261

    AW: Medikamente und anderer Charakter

    @ 4.Kl.konzert
    Danke, das wollte ich hören. Jetzt kann ich mit der Aussage meines Therapeuten auch was anfangen.

  4. #4
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Medikamente und anderer Charakter

    Live schreibt:
    Mein Therapeut hat mir erzählt, dass sich mein Charakter verändert und sich das Umfeld wundern wird, weil ich anders sein werde.
    Was ist gemeint mit einem "veränderten Charakter"?? Von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde? (überzeichnet ausgedrückt)
    "Das ist nicht mehr mein Kind".
    Das beschreibt das fehlende Verständnis bezüglich der Wirkung. Ich erkläre das dann immer so:
    Stell dir einen Raum mit 99 im Gleichtakt hupfenden Flummis vor und mit 1 Flummi, der kreuz und quer durch den Raum schießt (der ADHSler ohne Medikation).
    Mit Medikation hast du einen Raum mit 100 im Gleichtakt hupfenden Flummis.

    Der eine ADHSler-Flummi hat sich nun natürlich in der Außenwahrnehmung "total verändert" und die Veränderung wird mit negativ belegtem Unverständnis verknüpft. Tatsächlich passiert ja nur das, was man wollte: der Querschießer auf "Normal-Hupflevel" "runterfahren".

    Dieses Unverständnis macht mir immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, bei der medikamentösen Behandlung die Eltern/den Partner mit ins Boot zu holen. M.E. nach müsste es einen psychoedukativen Grundkurs geben, so wie er teilweise für die ADHSler selber angeboten wird.

    Eine Veränderung meines (Grund-)Charakters kann ich jedenfalls nicht bestätigen - ich bin genauso nett (oder auch nicht) wie früher, habe die gleichen moralischen/ethischen Wertvorstellungen und genauso so viel Unfug im Kopf wie vor der medikamentösen Therapie.

    Das einzige, was ich teilweise feststelle: wenn ich aus irgendeinem Grund überdosiert war, bin ich schneller genervt und auf Krawall gebürstet
    Das kann auch im Verlauf einer gut eingestellten Medikation passieren, weil der Stoffwechsel sich u.a. mit dem Alter oder bei Frauen mit dem Zyklus ändert. Ich bekomme MPH mittlerweile seit über 5 Jahren und merke in letzter Zeit, dass ich eine geringere Dosis brauche ...

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