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Diskutiere im Thema Hat jemand Erfahrung mit Escitalopram? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 121

    Hat jemand Erfahrung mit Escitalopram?

    Hallo,

    hat jemand von euch Erfahrung mit dem AD im Zusammenhang mit AD(H)S? Ich habe die Suche bemüht, aber Beiträge zu Erfahrungen von anderen Betroffenen und zur Wirksamkeit des Medikaments bei AD(H)S konnte ich nicht finden. Ich verspüre aktuell sehr großen Leidensdruck, aber leider ist meine Hausärztin für längere Zeit im Urlaub, weshalb ich keine andere Möglichkeit sah, als die Psychiaterin in der psychiatrischen Institutionsambulanz aufzusuchen und ihr mitzuteilen, dass ich lähmende Angst verspüre, die meine Handlungen kontrolliert.

    Daraufhin verschrieb sie mir Escitalopram. Ich würde mich freuen, wenn hier jemand seine Erfahrungen mit diesem Medikament teilen würde.

    Beste Grüße

    Schrottkopf

  2. #2


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Hat jemand Erfahrung mit Escitalopram?

    Ich nehme seit 2 Jahren Escitalopram als Tropfen. Da ich meistens sehr empfindlich auf Medis reagiere, habe ich mit 1 Tropfen begonnen und bin bis max 10 Tropfen hoch.

    zurzeit nehme ich 5-6 Tropfen und versuche langsam abzusetzen.
    Am Anfang war ich extrem müde und hatte sehr lebhafte Träume. Das hat sich nach ca 3 wochen gegeben.

    Liebe Grüsse
    Pucki

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 120

    AW: Hat jemand Erfahrung mit Escitalopram?

    Wirkung war gut aber nach einer 8 wöchigen Einnahme eine bestehende Erektile Dysfunktion eingeheimst die wohl nicht reversibel ist. SSRI scheinen sehr tief in das neurobiologische Gleichgewicht einzugreifen. Meiner Meinung nach stark unterschätzte Langzeitfolgen. https://de.wikipedia.org/wiki/SSRI-b...le_Dysfunktion

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 183

    AW: Hat jemand Erfahrung mit Escitalopram?

    ich habs vor zwei jahren eine weile genommen und muss sagen das ich es als ein sehr gutes und potentes stimmungsaufhellendes und antriebsteigerndes mittel im gegensatz zu citalopram empfunden habe (was bei mir auch geholfen hat, aber viel höher dosiert werden musste.)
    gegen meine depression und vor allem gegen die angsstörungen und dissoziationen hat es auch sehr sehr gut geholfen. ich konnte tatsächlich sehen wie die abstände zwischen den phasen länger wurden und die angsattacken in der länge kürzer wurden und in der intensität nachließen und schließlich ganz weg waren.
    das war ein ziemlich positives gefühl.
    allerdings lief die eindosierung sehr mühsam an da es zu beginn viele unerwünschte nebenwirkungen hatte wie mundtrockenheit, übelkeit, schwindel, verdaungspropleme etc. auch die stimmung war nicht so gut anfänglich, die angst nahm erstmal zu und das war zeitweise auch ziemlich unangenehm, legte sich aber wieder und tauchte dann jeweils nach dem nächsten erhöhungsschritt wieder auf und ging dann wieder weg. war aber jedesmal immer wieder gleich unangenehm.

    als die wirkschwelle erreicht war und die positive wirkung einsetzte legte sich das mit den nebenwirkungen.

    ich muss aber auch dazusagen das ich in bezug auf medikamentennebenwirkungen ziemlich empfindlich bin.
    mein arzt meinte dann das dies eigentlich ein gutes zeichen ist da schon mal daraus ersichtlich das der körper überhaupt auf das medi anspringt und nur noch zeit braucht um sich daran zu gewöhnen.


    nach ca 1,5 monaten ging es mir dann von tag zu tag besser und ich konnte wieder aufstehen, rausgehen und anfangen mich wieder um mein leben zu kümmern. meine angst war weg und der trübe schleier vor den augen auch.
    es hat bei mir auch für eine ausgesprochen klare birne gesorgt, zusammen mit dem ritalin adult 30-30 konnte ich denken ohne das was dazwischenfunkt.
    nach einigen monaten bin ich dann allerdings auf elontril umgestiegen, weil ich eben auch starke libidoschwierigkeiten hatte und auch viel mehr zugenommen hatte...
    mit elontril ist das zwar weg, dafür ist elontril aber in seiner stimmungsaufhellenden potentz lange nicht so wirksam bei mir.
    ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen und hoffe auch das es bei dir auch so gut wirkt.
    und wünsch dir viel glück und hoffe das es dir bald besser geht
    Geändert von Sunny19 (30.07.2017 um 16:15 Uhr)

  5. #5
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.728

    AW: Hat jemand Erfahrung mit Escitalopram?

    SSRI können eine Hilfe sein, wenn man Depressionen oder Ähnliches hat. Natürlich haben die auch Nebenwirkungen, die Schwelle für Antidepressiva sollte schon deutlich höher liegen als für Stimulanzien, finde ich. Meinem Sohn hat Escitalopram gegen Zwänge und Rückzugsverhalten sehr geholfen, aber es verstärkte leider auch seine Thrombozytopenie, so dass er die Tagesdosis wieder reduzieren musste.

  6. #6
    Ist öfter hier

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    Forum-Beiträge: 121

    AW: Hat jemand Erfahrung mit Escitalopram?

    Hallo,

    vielen Dank für die informativen Antworten. Auf der einen Seite ist es gut zu hören, dass das Dissozieren und die Ängste abnehmen können, aber eine erektile Dysfunktion und das noch in der Häufigkeit im Zusammenhang mit dem Medikament beunruhigt mich doch schon sehr, zumal ich bereits nach dreimaliger Einnahme von 5 mg diese unerwünschten Nebenwirkungen an mir wahrnehmen kann.
    Ja, ich hatte deutlich mehr Angst vor dem Escitalopram als vor Stimulanzien, aber leider bin ich so fertig, dass es anders nicht geht.

    Beste Grüße

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

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    Forum-Beiträge: 699

    AW: Hat jemand Erfahrung mit Escitalopram?

    Laut Cordula Neuhaus wurde auf dem 6. ADHS Weltkongress festgehalten das klassische AD's (wie SSRI's) bei der Behandlung von ADHSlern nur unzureichend funktionieren, das sie, insbesondere bei länger Einnahme, eher kontraproduktiv wirken. (Im Vergleich zu "normalen" Depressiven)
    Das bedeutet nicht das sie Dir nicht helfen können, das bedeutet aber das sie vielen Betroffenen nicht dauerhaft helfen. Daher macht es Sinn genau zu beobachten wie sie bei Dir wirken.

    In einer Webradio Sendung von Radio Sonnengrau sagte ein Mediziner das durchaus 80 % der Patienten die AD's nehmen Probleme mit der Sexualität bekommen. Auch hier muss man sehen wie sich das bei Dir äussert, ob die positiven Wirkungen überwiegen.

    Bei mir selbst wirken alle SSRIs (Citalopram wie auch Escitalopram) stark sedierend. 5 mg Citalopram oder Escitalopram und ich penne den ganzen Tag. Das ist eine paradoxe Wirkung, aber wir ADHSler sind für unseren paradoxen Reaktionen auf Medikamente berühmt-berüchtigt.

    Wenn die Medis Dir helfen, dann nimm sie. Wenn nicht, dann sprich mit dem Arzt, also nicht einfach weglassen.

  8. #8
    Ist öfter hier

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    Forum-Beiträge: 121

    AW: Hat jemand Erfahrung mit Escitalopram?

    Hallo Denker,
    was meinst du mit paradoxer Wirkung auf längere Sicht? Dass eine Verschlimmerung meines Ist-Zustands bei längerer Einnahme des Medikaments zu befürchten ist, weil ich AD(H)S habe? Hatte mal gelesen, dass Antidepressiva nicht so gut bei uns wirken soll und die Erfahrung habe ich in der Vergangenheit ebenfalls gemacht, aber schlechter ging es mir mit der Einnahme auch nicht.

    Beste Grüße

  9. #9
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

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    Forum-Beiträge: 17

    AW: Hat jemand Erfahrung mit Escitalopram?

    Lieber Schrottkopf

    Ich habe Escitalopram (Escitaloprom-Mepha, 10 bis 30 mg tägl.) seit mehreren Jahren. Kürzlich ist MPH in Form von Concerta und Ritalin dazugekommen.

    Bei mir (und das muss für Dich nicht gelten) ist die Kombination als solche problemlos. Allerdings macht es für mich einen riesen unterschied, ob ich die Tabletten gleichzeitig schlucke oder nicht.
    Die Aufnahme der Stoffe ist irgendwie nicht gleich. So habe ich mich entschieden, die AD vor dem Schlafen einzunehmen und das MPH über den Tag verteilt.

    Antidepressiva sind nicht das Mittel der Wahl um ein AD(H)S zu behandeln, zumindest der Literatur nach. Allerdings kann es Sinn machen, eine ausgewachsene Depression erst einmal als solche zu behandeln, bevor man sich dann der Ursache zuwendet. Hier ist ein Erfahrener Arzt gefragt, und diese sind nicht so leicht zu finden.

    Im übrigen sind belastende Effekte beim Beginn einer medikamentösen AD Therapie sehr häufig. Ich habe bei allen AD's die ich je geschluckt hatte, Effekte von übertriebenem Schlafbedürfnis bis zu Panikattaken. Intensive Träume, und Veränderungen im Antrieb waren ebenfalls mit dabei. Dies hat sich alles mit der Zeit dann gelegt. Es waren je nach Präparat zwischen 4 Wochen (Escitalopram) und 1.5 Monaten (Fluctine).

    Es ist ja ein halbes Jahr vorbei. Wie geht es Dir heute?

    Viele Grüsse

    Ko-Antin

  10. #10
    Ist öfter hier

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    Forum-Beiträge: 121

    AW: Hat jemand Erfahrung mit Escitalopram?

    Hallo Ko-Antin,

    ich danke Dir für Deinen Beitrag! Dass AD´s nicht das Mittel der Wahl sind, um die AD(H)S-Symptome zu behandeln, musste ich in den letzten Jahren leider mehrmals feststellen, wobei ich damals noch nichts von einer AD(H)S wusste.

    Ich hänge gerade etwas in den Seilen, da ich warten muss, bis meine behandelnde Ärztin aus dem Urlaub kommt. Du sprichst von einem halben Jahr. Ich glaube, Du spielst auf meine Diagnose an, die ich ungefähr vor sechs Monaten erhielt? Ich muss sagen, dass ich einerseits froh über die Diagnose bin, weil ich jetzt viele vergangene Dinge verstehen kann, aber in meiner Lebensplanung hat mich die Diagnose bis jetzt leider kein Stück vorangebracht. Beruflicher struggle und finanzielle Sorgen sind leider weiterhin an der Tagesordnung.

    Beste Grüße

    Schrottkopf

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