Seite 2 von 2 Erste 12
Zeige Ergebnis 11 bis 18 von 18

Diskutiere im Thema Hängt euer Leben auch an Methylphenidat? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Hängt euer Leben auch an Methylphenidat?

    @Max4
    ADHS sehe ich eher als eine Gabe, solange es therapiert ist.
    Untherapiert ist es ein Albtraum für mich.

    Ein glückliches Leben hängt für mich also schon von Methylphenidat ab.

    Sieh es doch als ein weiters Werkzeug in deiner Werkzsugkiste an, um dir bei der richtigen Verwendung mehr Lebensqualität zu verschaffen.

    Deinen Hammer verteufelst du ja auch nicht, nur weil es Menschen gibt, die Nägel mit der blosen Hand in Bretter schlagen können.

    Und Angst dass dus nicht mehr verschrieben bekommst, brauchst du auch nicht zu haben.
    Wenn du einmal die Diagnose bekommen hast, wirst du sie wieder bekommen, notfalls von einem anderen Arzt.

    LG

  2. #12
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Hängt euer Leben auch an Methylphenidat?

    Ich weiss nicht, ich bin immer noch am Zweifeln: ohne MPH fühle ich mich einfach autentischer, habe mehr Emhpatie, bin kreativer
    Mit MPH fühle ich mich ..naja..als eine selbstsichere Egomanin..normal eben für die Geselllschaft, in dem Narzissmus Normal ist und Lebensqualität über allem steht.

    Neue Freunde habe ich unter MPH auf jeden Fall nicht gewonnen, bin dann eher eine Einzelgängerin, finde an jedem Mensch etwas, was mir stört und den meiner Freundschaft unwürdig macht.
    Neue Leute lerne ich eher ohne MPH.

    Depression? Habe ich jetzt in meiner 1,5 wöchiger MPH-Pause auch gemerkt,ist aber normal, jemand, der seinen geliebten Vater verloren hat, darf depressiv sein. Es ist unsere kranke Gesellschaft, die vorschreibt, dass man nach der Beerdigung sofort wieder fit und optimistisch sich dem frohem Schaffen widmet. Von noch nicht mal 50 Jahren war ein Jahr Trauer normal. Also solange ich nicht an Suizid denke, oder den gar plane, ist Niedergeschlagenheit und depressive Verstimmung in Ordnung, es gehört zu Mensch sein dazu.

    Ich sage mehr: ich bin beruhigt, ich dachte schon, ich bin Soziophatin, weil ich so abgeklärt und verköpft mit dem Tod von meinem Vater umging. Zum Glück lag es nur an MPH

    Ich finde auch, längere Pausen von MPH sind angebracht, man findet sein wahres ich wieder und weiß, welche Baustellen man noch mit Therapie bearbeiten kann.

    Nun leider lässt uns die Gesellschaft (bzw. jetzige System) kaum Zeit dazu, da wir wie die Räder funktionieren müssen, um nicht unter die Räder zu kommen.

    @Max4

    Ich weiß ja nicht, wie es mit deinem Zeitplan aussieht und ob auch eine Klinik vorstellbar wäre?

    Meinereiner wäre gerne ohne MPH in Klinik gegangen, um die ganze Baustellen in rohen Zustand zu bearbeiten, nun leider lässt meine Arbeit das nicht zu. Und ich bin nicht mehr die jungste (obwohl ich noch nicht alt bin), um mir so ein Sabbatical zu erlauben. Drei Monate DBT in Klinik, ach was wäre es schön (für mich)
    Geändert von Felis (16.04.2017 um 12:16 Uhr)

  3. #13
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 274

    AW: Hängt euer Leben auch an Methylphenidat?

    creatrice schreibt:
    ..... ich sehe das nicht als scheitern an. Ein Diabetiker scheitert ja auch nicht, wenn er ohne Insulin schwer krank wird, er hat halt eine Erkrankung die Medikamenten bedarf. ......
    Danke - creatrice !

    Der Insulin-Vergleich war mein erster Gedanke als ich hier angefangen habe den Beitrag des Themenstarters zu lesen.

    Ich sehe das so: Wenn es keine Impfung oder heilende Therapie (wie beispw. bei einem gebrochenen Arm gibt), dann nimmt man Medikamente um ein besseres / angenehmeres oder sozial-akzeptierteres Gleichgewicht oder (lokales) Maximum oder die Abwesenheit von Sympthomen zu erreichen.

    Menschen bekommen eine Brille, eine Zahnfüllung, künstliche Gelenke oder ein Hörgerät und ich habe noch von niemamdem gehört der "es mal ohne" probieren will....

    Bitte bekomme meine Antwort nicht in den falschen Hals, denn Deine Empfindungen und Deine Wünsche "es mal ohne" auszuprobieren und Deine Ängste von anderen abhängig zu sein - und sei es "nur" die Pharma-Industrie.... sind für Dich wichtige und reale Beeinträchtigungen.

    Eine Therapie könnte Dir hier helfen Deine Bewertungen in einen anderen Rahmen zu setzen und mehr Lebensqualität zu erreichen.

    Ich nehem Dich ernst und bin überzeugt, dass es Dein Arzt ebenso tun wird.

    Deckname

  4. #14
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Hängt euer Leben auch an Methylphenidat?

    Da bin ich eine andere Meinung: wir sterben nicht, wenn wir kein MPH nehmen, ein Diabetiker ohne Insulin schon. Wir werden auch nicht akut psychotisch, wenn wir unsere Medikation abstellen, wie es bei schizophrenen Patienten mit Antipsychotika aussieht.

    Und: ein Diabetiker Typ II kann sein Gewicht reduzieren, sich anders ernähren und in günstigsten Fall auch ohne Tabletten klar zu kommen.


    Einige Menschen mit ADHS (nicht alle, aber mindestens die mit milderen Symptomen) könnten mithilfe von Therapie lernen, ohne MPH zu leben.
    Nur lässt uns die gesellschaftliche System kein Wahl: Wir haben einfach kein Zeit dazu, in einem Welt in Selbstoptimierungswahn, in dem nicht mal ein sehr guter Hauptschüler eine faire Chance auf eine Lehrstelle bekommt, einfach nur ein paar Jahre mit Selbstheilung zu "verschwenden". Wir können uns keine Ruhepause erlauben, um zu sich zu kommen. Wir müssen mitrennen, ob wir wollen oder nicht.

    Oder wir steigen aus, aber dann hochwahrscheinlich für immer: Langzeitarbeitslösigkeit, Arbeitstunfähigkeit, Frühberentung. Es ist mittlereweile so, dass jemand, der 4 Jahre aus dem erlernten Beruf raus ist, als Ungelernt gilt. Ich kann kotzen (obwohl ich davon nicht betroffen bin)

    Shit hapiness
    Geändert von Felis (16.04.2017 um 12:39 Uhr)

  5. #15
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 274

    AW: Hängt euer Leben auch an Methylphenidat?

    Felis schreibt:
    Da bin ich eine andere Meinung: wir sterben nicht, wenn wir kein MPH nehmen, ein Diabetiker ohne Insulin schon. ...

    Und: ein Diabetiker Typ II kann sein Gewicht reduzieren, sich anders ernähren und in günstigsten Fall auch ohne Tabletten klar zu kommen.
    ....
    Felis - Ich bin durchaus Deiner Meinung, daher sprach ich von "relativen Maximum" oder "sozial akzeptierteren Gleichgewicht" ....

    Jemand der Insulin oder eine Herz-Lungen-Maschine braucht stirbt, wenn die öffentliche Ordnung zusammenbricht - Stimmt, oder ?

    Es könnte sogar sein, dass dann die Stunde der ADHSler schlägt, denn es gibt durchaus Meinungen die "uns" als ideale Jäger und Entdecker sehen.

    Es mag auch sein, dass gerade unsere kleinteilige hochkomplexe und spezialisierte Gesellschaft sehr inkompatibel mit ADS zu sein scheint und daher die Fallzahlen erst in neuster Zeit (also seit einigen Jahren und nicht schon seit 10, 20 oder 50 Jahren) ansteigen und zunehmend einer Behandlung unterzogen werden (können)

    Ich sehe also meine Aussage nicht im Widerspruch zu Deinem Einwurf, -Bitte sehe die Beispiele als Endpunkte einer kontinuierlichen Zustandsänderung von bspw. +1 bis +20 Dioptrie- da jemand mit "ohne" künstlichem Gelenk dann halt zu Arbeit humpelt oder jemand ohne Brille eben den Kindern Geschichten erzählt (da er diese eben nicht mehr lesen kann) oder oder oder.... Das ist aber meiner Meinung nach nicht erstrebenswert.

    Wenn einem geholfen werden kann, dann darf man sich auch helfen lassen - Eine Diskussion ob die Gesellschaft das von uns verlangt bzw. erforderlich macht halte ich für generell berechtigt, aber in diesem Zusammenhang halte ich das nicht für zielführend.

    Deckname

  6. #16
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Hängt euer Leben auch an Methylphenidat?

    ...ich habe danach eine Psychotherapie angefangen und am Abbau der Ursachen meiner Depression gearbeitet. Ritalin hat mich emotional gedämpft und meinen Tatendrang erhöht, wodurch meine Depression überdeckt wurde. Mittlerweile habe ich ein positiveres Welt- und Selbstbild und komme größtenteils ohne Ritalin gut zurecht.

    Grüße

    Max

  7. #17
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 118

    AW: Hängt euer Leben auch an Methylphenidat?

    Also ich habe ja schon mal einen längeren Artikel über meine positiven Erfahrungen mit MPH verfasst. Ich habe mir jetzt gerade mal die Antworten so durchgelesen und kann auch alle irgendwo nachvollziehen, finde jedoch dass ein Punkt nicht deutlich wird. Es ist ganz einfach Dopamin. Als ADSler werden wir sehr pauschal ausgedrückt mit einem "Anti-Amphetamin" geboren. Ich stell mir da immer vor, dass ich als kleines Kind jeden Tag eine Tablette nehmen musste damit ich unkonzentrierter und impulsiver werde. Jeden Tag eine Anti-Amphetamin Pille damit ich es schwerer im Leben habe. Oder anders ausgedrückt ich komme auf die Welt und alle um mich herum nehmen jeden Tag Amphetamine und ich soll mithalten. Am besten noch eine Therapie machen die mir helfen soll mit diesem neurobiologischen Ungleich(heit)gewicht klarzukommen.
    Für mich hat das schon fast was mit den Menschenrechten zu tun, dass ich das Recht auf Gleichheit habe. Der Vergleich mit dem Insulin wird oft kritisiert, versteh ich auch. Ein evtl. besseres Beispiel ist es mit einer Schmerzstörung zu sehen. Opiate regulieren unser Schmerzempfinden. Dopamin ist kein Opiat aber genauso bei der Rolle von vielen verschiedenen kognitiven Verarbeitungsprozessen beteiligt. Bei einem Patienten mit einer Schmerzstörung kann ich das Leid nur minimal durch Training/Psychoterhapie verbessern (wenn es eine rein somatische Schmerzstörung ist). Ich gebe Opiate. Gleichzusetzen mit dem ADS. Ich habe ein neurobiologisches Ungleichgewicht, ich behandle es neurobiologisch.
    MPH ist für mich ein Medikament, dass mir das Recht gibt einigermaßen ähnlich wie meine anderen Mitmenschen zu leben (grob gesagt: Genau so "high" zu sein wie die anderen, Stichwort: Anti-Amphetamin). Wenn ich ein Opiat absetze und versuche das Opiat durch Kompensationsstrategien auf psychisch/kognitiver Ebene zu ersetzen wird das nicht lange funktionieren. Ähnlich wie mit der Therapie des ADS. Die Therapie hilft meiner Meinung nach sehr gut bei der generellen Psychoedukation über das Gebiet des ADS und über Skills z.B. aus der DBT um das Leben zu "meistern" oder eher um zu überleben. Wenn ich aber sage ich will ein möglichst gutes Leben trotz ADS haben und vorallem ein stressfreieres und angenehmeres, dann nehme ich mein Recht auf Gleichberechtigung und nehme MPH. Schließlich darf es mir auch so gut gehen wie jedem anderen der auf "Amphetamine" ist.

  8. #18
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.712

    AW: Hängt euer Leben auch an Methylphenidat?

    Hallo Max4,

    ich könnte ohne Attenin überhaupt nicht leben im Moment. Es gibt soviele Probleme und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen und es gibt Lebenssituationen
    da kann man nichts wegtherapieren.

    Ich habe einen sehr guten Therapeuten in Münster, leider ist die Fahrt teuer und ich kann nicht so oft hinfahren. Gut geht es mir, wenn mich jemand ernst nimmt und
    wenn ich auf Konzerten bin und tanzen kann, dann geht es mir am besten. Doch auch da nehme ich vorher das Attentin.

    Ab und zu gehe ich im Fußballstadion arbeiten und bin meistens an der Kasse. Wenn ich dann eine halbe Stunde vorher keine Tablette nehmen würde, könnte ich
    mich nicht konzentrieren und wäre sehr gestresst wenn je nach Spiel, hunderte von Fans stehen und alle was zu trinken haben wollen.

    Wahrscheinlich hätte ich früher mehr geschafft beruflich oder auch studiert, doch da wußte ich noch nichts vom AD(H)S (bin Mischtyp). Allerdings hätte ich dann
    meine Erwerbsunfähigkeitsrente nicht, die habe ich ja, weil ich mich nie traute etwas anderes zu machen als an immer der gleichen Arbeitsstelle zu arbeiten.

    Im Nachhinein ein großes Glück.

    Trotzdem habe ich mit Tabletten im Moment öfter Stimmungstief. Doch ich finde das normal, wenn ich nichts fühlen würde, was wäre das für ein Leben.

    Gruß Bettina


    P.S. Es gibt soviele Krankheiten da müssen die Menschen ihr lebenlang bestimmt Tabletten nehmen, das halte ich mir vor Augen wenn jemand kritisiert das ich was nehme, dann bin ich froh das ich kein Schmerzpatient oder Dialysepatient bin oder was es so alles schlimmeres noch gibt. Denen würde man ja auch nicht sagen die Tabletten weglassen, ist vielleicht nur psychisch bedingt.

Seite 2 von 2 Erste 12

Ähnliche Themen

  1. Lebensqualität hängt an Methylphenidat?
    Von Max4 im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 2.01.2015, 13:18
  2. Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 8.12.2014, 14:20
  3. Was macht euer Leben schön?
    Von salamander im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 1.06.2013, 20:39
  4. Wie organisiert Ihr euer Leben?
    Von Alex im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen
    Antworten: 113
    Letzter Beitrag: 6.07.2012, 22:30

Stichworte

Thema: Hängt euer Leben auch an Methylphenidat? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum