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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1

    ADHS und BurnOut? Medikation, Erfahrungsberichte

    Hallo zusammen,

    ich habe mich nun an dieses Forum gewendet, zumal mir der Austausch mit Leuten fehlt, denen es ähnlich ergeht. Ich freue mich sehr auf produktive Statements und/oder eine angeregte Diskussion!

    Zu meiner Person:

    Männlich, 26, Unternehmensberater (meist im Büro, Frequenz teilweise sehr hoch aber "normale" Arbeitszeiten v. ca. 45h/Woche), ADHS Patient (Behandlung mit Stimulanzien wie Ritalin und Medikinet Adult seit fast 20 Jahren. Überwiegende Behandlung offlabel mit Ritalin. Versuch, D-Amphetamin einzusetzen schlug wegen massiver NW fehl), extrovertiert, lebensfreudig, wissbegierig, hilfsbereit, gelegentlich etwas narzisstisch, mache seit meiner Trennung im Jahr 2015 regelmäßig Sport - 20 kg abgenommen.

    Zu meiner Problematik:

    Im August 2016 habe ich meine letzte Prüfungsphase eines dualen Studiums bei einer Beratung absolviert. Um möglichst gut abzuschneiden habe ich die letzten Jahre sehr viel Zeit investiert (was mir auch viel Spass bereitet hat). Am Ende der letzten Prüfungsphase habe ich mich dann extrem ausgebrannt gefühlt. So etwas kannte ich bis dahin nicht. Ich fühlte mich, als hätte mir jemand eine Spritze in beide Arme und Beine gejagt und meine Lebenskraft bzw Energie ausgesaugt. Ich war nicht mal in der Lage zu laufen obgleich ich mich psychisch nicht schlecht fühlte. Dazu kamen noch zwei andere Belastungsfaktoren, die etwa sechs Wochen vor der Prüfungsphase ansetzten und mir das Gefühl gaben, schon ausgepowert in die Prüfungsphase zu starten, für die ich meine Kraft dringend brauchte. (Dabei handelt es u.a. sich um einen Bewerbungsmarathon über ganz Deutschland, den ich nach einem enttäuschenderweise relativ niedrigen Gehaltsangebot meiner Firma, gestartet habe. Zu der Zeit war ich sehr verärgert, zumal die Begeisterung über meine Arbeitsleistung stetig kommuniziert wurde, aber nicht monetär umgesetzt werden sollte. - Später kam es dann doch bei der gleichen Firma zu einer Einigung). Dazu kamen zum geplanten Festeinstieg hohe Erwartungen und Planungen meiner Vorgesetzten. Hierzu muss man sagen, dass diese Erwartungen von den Vorgesetzten positiv gemeint sind, weil sie mir einfach viel zutrauen. Privat und beruflich habe ich zu meinen direkten Vorgesetzten ein super tolles Verhältnis. Die Erwartungen und das Gefühl, meine Vorgesetzten nicht enttäuschen zu wollen, hat mich dann auch nochmal belastet. Nach der Prüfungsphase hatte ich dann eine Woche Urlaub, den ich mit meiner Freundin verbrachte. Danach fühlte ich mich wieder ziemlich fit und sehr motiviert und bin ganz normal ins Geschäft gegangen. Das ging drei Tage sehr gut. Am vierten Tag habe ich ein Brennen in meinen Oberschenkeln gespürt, am fünften Tag kam dann ein Art innere Zurückgezogenheit, Mattheit und Leistungsschwäche hinzu, die mein logisches Denkvermögen gefühlt komplett außer Kraft setzten. Es hat sich schon fast wie eine Narkose angefühlt, als wäre ich wie in einer Blase. (Diese Symptome nahmen nach ca. viertägiger Regeneration wieder vollständig ab und mir ging es gut!) Nach der besagten Arbeitswoche kam mir zugute, dass ich noch fünf Wochen Resturlaub vor Eintritt in die Festanstellung hatte und diese dann dafür genutzt habe, mich komplett zu schonen, zu meditieren, Nahrungsergänzungsmittel zu schlucken und zum Psychiater zu gehen. Die Bluttests zeigten keine Entzündungen und die Schilddrüse war auch iO. - Verdacht auf Erschöpfung/Depression. Nach fünf Wochen ging es mir wieder gut, ich trat wieder ins Geschäftsleben zurück und zwei Wochen später wiederholte sich das ganze Spiel erneut. Seit Oktober bin ich nun AU, hatte einen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik, die mir nur bedingt etwas gebracht hat. Dort wurde mir Sertralin verschrieben, das ich nach vier Wochen jedoch wieder absetzen lies. Danach habe ich bei einem privaten Labor noch Speicheltests auf Cortisolmangel und Urintests machen lassen. Die Urintests zeigten einen Serotonin und Noradrenalinspiegel jeweils am unteren Ende des Referenzbereichs. Das Hormon Adrenalin war sogar außerhalb des Referenzbereichs (zu niedrig) (Validität solcher Tests ist natürlich immer fraglich, da die Dichte der Transmitter im Körper nicht der im synaptischen Spalt entsprechen muss).
    Seit August nehme ich auch keine Stimulanzien mehr, weil ich das Gefühl habe, dass diese die Abgeschlagenheit etc.. fördern. Aus diesem Grund hat mir mein Psychiater momentan Strattera, einen für ADHSler zugelassene Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer, verschrieben - ich bin gespannt, nehme es nun seit 10 Tagen und geht gefühlt auf den Antrieb-es macht etwas getrieben und unruhig.

    Was ich dazu denke: Ich fühle mich nicht depressiv, habe Antrieb und Freude weiterzumachen, habe keine Panikattacken, heule nicht. Ich fühle mich so als wollte ich, aber mein Körper haut mir einfach einen Schleier vors Gesicht. Wenn ich mich einige Tage regeneriere, fühle ich mich wieder top fit und es macht mich kirre monatelang daheim rum zuhocken. Deshalb frage ich mich - Ist das wirklich eine Depression bzw eine psychische Verstimmung oder könnten es wirklich biochemische Probleme sein, die im Zusammenhang mit meinen Psychopharmaka stehen? Ich weiß es nicht, die Ärzte auch nicht. Man muss dazu sagen, dass diese Kraftlosigkeit etc.. auch bei positiven Aktivitäten auftaucht. ZB wenn ich Angeln gehe oder etwas anderes unternehme, das mich länger beansprucht. Über meinen Job denke ich, der ist ganz OK aber 40 Jahre möchte ich ihn nicht machen. Deshalb habe ich mich die letzten Monate intensiv nach Möglichkeiten umgeschaut, im Ausland Medizin studieren zu können (wollte ich schon immer) und hatte Erfolg. Dabei ging es mir sehr gut aber trotzdem hat es mir zwischendurch wieder einen Gong verpasst (Kraftlos, abgeschlagen), sodass ich mir natürlich Gedanken mache, wie es mit mir weitergeht. Ein Auslandsstudium kann ich nur bei guter Stabilität in Betracht ziehen und Vollzeit arbeiten geht momentan auch nicht. (Werde wahrscheinlich auf 60% umsteigen, was natürlich mit 26 Jahren nicht mein Ziel ist...)

    Weiteres Vorgehen: Abwarten, wie bisherige NRI wirken, ggf. Umstieg auf SNRI um Stimmung und Antrieb zu heben bzw. auf NDRI in Kombi mit SSRI um den Dopaminkomplex ebenfalls mit abzudecken. Reduktion der Arbeitszeiten, natürlich psychotherapeutische Begleittherapie.

    Zu meinem Umfeld:

    tolle, integere, reflektierte Freunde, tolle Kollegen - alles bestens. Vater sehr problematisch, Kontakt zu Mutter sehr gut, diese leidet jedoch an Depressionen.


    --->>>> Kennt das jemand von Euch? findet sich jemand in diesem seltsamen Verlauf wieder? Was hat Euch am meisten geholfen? Ich fühl mich wie vor den Kopf gestoßen. Ich fühle mich, als würde ich immer auf der Stelle treten.. https://www.burn-out-forum.de/phpBB3...n_rolleyes.gif



  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.628

    AW: ADHS und BurnOut? Medikation, Erfahrungsberichte

    Ich finde dein weiteres Vorgehen liest sich vernünftig.Würde die Wirkung von Strattera auch erstmal weiter abwarten.

    Leider neigen Menschen mit ADHS bei denen MPH gut wirkt sich zu übernehmen-kenn ich jedenfalls von mir und auch einigen anderen.Dein Leben liest sich jedenfalls wie lange Strecken Überholspur.
    Ich habe über viele Jahre gelernt mit meinen Energien zu haushalten,insb.an den Tagen mit MPH-das ist eine lebenslange Herausforderung schätze ich.

    Ob es einem passt oder nicht,der Körper sitzt am längeren Hebel.
    Auch wenn die Psyche will (ist bei mir häufig so,habe viel Antrieb),muss man lernen auf die Körpersignale zu achten.Was echt schwer ist,ich habe viele Probleme durch zuviel Sport zb.Mein Körper ist da mittlerweile ziemlich nachtragend,bin aber auch 20 Jahre älter...

    Eine geeignete Psychotherapie und Auszeiten helfen auf jeden Fall.

    Und ein stabiles Umfeld,das hast du ja auch.
    Geändert von hypie1 (25.01.2017 um 17:25 Uhr)

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 420

    AW: ADHS und BurnOut? Medikation, Erfahrungsberichte

    Ich hatte letztes Jahr ein ähnliches Gefühl, Erschöpfungssyndrom, zu dem Zeitpunkt hatte ich aber noch keine ADHS-Diagnose.
    Übernommen, ausgebrannt, überlastet, körperlich schwach.

    Ich bin - jetzt mit Diagnose und Medikation (ganz leichte Dosis Ritalin) zum Schluss gekommen: Ich brauche mehr Pausen als ein anderer Mensch, mehr Struktur, mehr Rituale, mehr Sport, Natur, frische Luft. Schon immer. Seit ich Ritalin nehme, kann ich zwar deutlich mehr leisten, aber es tut mir nicht gut, wenn ich es tue. Nicht zuviel davon jedenfalls.

    Ich stelle mir das immer als Wasserglas vor: Meins ist schneller leer und es dauert länger, es zu füllen. Obwohl ich sehr leistungsfähig war/bin, wenn mich etwas interessiert ... Aber das ist wohl das Problem. Man übernimmt sich. Hab ich auch schon ohne Medikation. Mit sogar noch mehr.

    Außerdem ja, ich glaube, das Ritalin (über anderes kann ich nicht mitreden, Strattera und so, da ich es noch nicht genommen habe) dämpft gleichzeitig ein bisschen die Energie ... Kann ich gar nicht richtig erklären. Hm, dämpft die Lebensfreude drückt es wohl besser aus. Ich funktioniere deutlich besser, hab aber bisschen weniger Spaß und Freude. Und den brauchts halt auch. Ich hab für mich den Kompromiss gefunden, ganz wenig Medikament zu nehmen (so dass ich überhaupt positive Wirkung spüre) und ansonsten viel auf mein Bauchgefühl höre.

    Alles nicht wissenschaftlich fundiert, was ich so schreibe, kommt auch eher aus meinem Bauchgefühl :-)

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