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  1. #1
    salamander

    Gast

    medikamentenwirkung

    jetzt wollte ich https://adhs-chaoten.net/adhs-erwach...tml#post550400 da weiterschreiben, aber logisch, dass dort geschlossen wurde, kam ja nix mehr seit 2014.


    momentan mache ich einen job, wie ich ihn in der form noch nie gemacht habe, und in der vergangenheit nur in teilbereichen. der job schmeißt mir mein adhs und meine adhs-vergangenenheit um die ohren, wie's heftiger nicht mehr geht. ohne mph hätte ich keine chance das überhaupt durchzuhalten. ich bin außerstande die konzentration dafür herzustellen, geschweige denn sie über einen kompletten arbeitstag aufrecht zu erhalten. auch mit mph bin ich am abend völlig am ende.


    was ich in dem job aber wirklich sehe, wieviele adhs-strategien ich mein leben lang gelebt habe, ohne einen schimmer, dass es sich um klassiche adhs-sympthome handelt. aus meiner heutigen sicht, ist es weniger die impluskontrollstörung, die sich so expliziet bemerkbar macht, sondern das, was mir immer nachgesagt wurde, was ich nicht habe, nicht tue, wenn mich scheinbar was "nicht interessiert" - die mangelnde "konzentration". nur merke ich jetzt in dem job, ja, was schon zu schulzeiten als mangelnde konzentration bezeichnet wurde, ist ein tatsächliches einschlafen des gehirns, schaltet einfach ab. auch mit mph ist es schwierig, gegen das abschalten anzukommen, der mph verbrauch meines hirns ist bei diesem job massiv erhöht.


    den ganzen tag nur eines tun, an einem computer zu arbeiten, listen, zahlen, tabellen, ich verschwinde dabei regelrecht, ich merke wie ich wegtauche, wie in mir alles abschaltet, es ist wie in einen tunnel zu geraten aus dem es kein heraus kommen gibt. wenn das mph aufhört zu wirken, bin ich so am ende, dass ich keine wörter und keine zahlen mehr lesen kann, ich sehe lediglich da steht etwas, aber ich kann es nicht lesen, sortieren, einordnen, ich bin wie jemand, der extrem weitsichtig ist, und versucht ohne brille zu lesen. geht einfach nicht.


    es sind aber auch andere sachen, die ich früher in bürojobs machte, die ich jetzt wieder mache, trotz mph. wenn's zuviel wird an input, an reizen, wenn adhoc etwas von mir an info gefordert wird, ich aber in einer andere sache stecke, mehrere leute gleichzeitig um mich herum sind, reden, wuseln, machen tun, ist es wie früher, ich mache mir notizen die ich nachher nicht mal mehr selber lesen kann. ich weiß nicht mehr was ich da geschrieben habe, worum es ging, meine eigene schrift wird zu hyroglyphen für mich. fürchterlich. jetzt weiß ich warum das so ist, früher habe ich mich an der stelle selbst nie verstanden, denn ich bin doch fähig und in der lage zu lesen und schreiben...


    der unterschied zu damals ist heute, wenn ich mich noch in der "optimal-mph-versorgung" befinde, dann kriege ich schon noch mit, wenn das chaos um mich herum, nicht von mir kommt. in den ersten tagen war es der horror, weil ich da nicht in der lage war, eine definitive unterscheidung zu treffen. da war ich gewillt anzunehmen, dass das chaos rein mir entstammt. inzwischen habe ich bemerkt, dass nicht nur ich ins konfuse gerate sondern das konfuse und chaos auch aus meiner umgebung kommt. das macht es jetzt auf eine andere weise schwierig. wenn der mph-pegel kurz vom verbraucht ist, was ich nicht merke, und je nach choas um mich, und extremer bildschirm-zahlenarbeit, manchmal schon nach drei stunden im mph-leerraum stehe, dann wieder erst nach fünf, bin ich erstmal komplett konfus, kann nichts lesen, nichts mehr aufnehmen, erlebe eine rebound, wie ich ihn davor nie kennen gelernt habe. Aber bin ich noch im mph-pegel, registriere sehr wohl, dass mir gerade falschinformationen gegeben wurden, kann die unterscheidung treffen, und sagen ne leute. aber der spagat im mph-pegel und wieder draußen, ist heftig, richtig heftig. das wirft mich zusätzlich ganz schön rum...


    die andere seite dessen, was ich gerade erlebe, ist die definitive erklärung dafür, warum es jobs gab, in denen ich lief wie ein einser und andere, wo ich komplett versagen mußte, nie eine chance hatte, weil mein gehirn so komplett anders funktioniert. in diesen tunnel zu geraten, wo ich versinke und versinke, egal wie sehr ich versuche dagegen anzukommen ist fürchterlich, du willst dich partou konzentrieren, du versuchst es, du kontrollierst dich bis zum geht nicht, aber es hilft nichts, es geht einfach nicht, die notwendige konzentration ist auf teufel komm raus nicht herzustellen, das gegenteil passiert, es geht immer tiefer in den tunnel hinein.


    ich habe das anno dazumal als langweilige jobs beschrieben, ich schlaf dabei ein, keiner hat mich verstanden, ich habe immer nur gehört mußt dich halt konzentrieren, dann geht das schon. genau das war der punkt, dass es da nicht ums wollen sondern ums können geht. es geht defakto nicht und selbst mit mph ist ein einziger höllenritt.


    dieses adhs ist eine so gottverdammte scheiße, wie es auf der anderen seite ein segen sein kann, da wo es in den hyperfokus geht, und alles "wie von selbst" läuft. ich hab jobs gemacht, da waren so zahlenfrickeleien auch teil der aufgaben, aber eben nur teil, und da schaffte ich es die konzentration dafür aufzubringen, weil die anderen aufgabenstellungen es ausglichen. aber nur zahlenfrickeleien sind für mich absolúter horror in reinkultur, sie schicken mich in einen tunnel, in dem ich versinke, ohne was dagegen tun zu können.


    ich habe seit ich die adhs diagnose bekommen habe, nie einen job gemacht wie den zur zeit. was der job mich über adhs lehrt, ist zum davon laufen, und gleichzeitig die erklärung, warum ich in ganz bestimmten jobs nicht funktionieren konnte, die fehler machte die keiner verstand, ich wußte ja worum es geht, worauf es ankommt, ich hatte mich ja zigmal kontrolliert, scheinbar "gesehen" dass es richtig ist, ich konnte meine fehler nicht sehen, erst am nächsten tag, wenn der fehler längst gemacht war. totalüberreizung im hirn... die sich kein normalo vorstellen kann, und schon gar nicht, wie sich das auswirkt.
    Geändert von salamander (10.09.2016 um 20:07 Uhr)

  2. #2
    salamander

    Gast

    AW: medikamentenwirkung

    na ja, ich jetzt auf einer 20 - 20 - 20 einstellung, die erste um 8h, danach um 12h und 16h.


    das macht's natürlich besser, aber mit adhs bist an der stelle einfach gearscht. wenn's den ganzen tag 10 oder 11 stunden mit einer halben stunde pause durch geht, das ist auch mit mph der reinste horror. die konzentration hält länger durch, ändert aber nichts daran, dass irgendwann gegen 18h,/19h ende gelände erreicht ist. hirn tillt. wenn in dem was das gehirn an "denkaufgaben" zu leisten hat, nichts ist, was das denken an sich reizvoll macht, also quer denken, was austüfteln, sich reindenken, usw. usf. bist mit adhs einfach komplett am arsch. da gibt's nichts was das gehirn freuen würde, wo es sich "austoben" könnte, wo es sich wohl fühlen würde, für's hirn ist es reinste fließbandarbeit und gleichzeitig totale reizüberflutung. weil den ganze tag nur zahlen und buchstaben, und genau die, nennen wir's mal in die richtige anordnung und reihenfolge zu bringen, ist stupideste fließbandarbeit.


    ich frag mich an der stelle aber auch, bei den leuten mit denen ich da zu tun habe, die das immer, das ganze jahr durch machen, und teilweise 14/16 stunden, was ist das für ein leben. wenn das ganze leben nur das ist. 11 monate im jahre, und 1 monat pro jahre ein bisserl anders.


    ich bei meinem adhs brauche pausen, andere eindrücke, ich muß danach dringend raus ins grüne, mein gehirn fühlt sich an was wäre es gegrillt worden. wenn ich dann raus komme, ins grüne, in die landschaft, wirds etwas ruhiger, aber brauchen tu ich dann nichts mehr und schon gar keinen trubel. ist mir alles zuviel, ich fühle mich niedergewalzt, niedergebügelt, platt gemacht, selbst einen film ansehen, ist mir viel zu viel. da geht's ja wieder zu, und wieder flimmerts..


    ich sag das jetzt mal so, mph ermöglicht es mir, irgendwie so zu funktionieren, wie es für andere "normal" ist. was aber an dem was für andere "normal" ist, ist für mich krank. ich will das auf dauer auf keinen fall, ich will weder so leben müssen, noch auf dauer so arbeiten müssen. also ich halte das nicht aus. außerdem ist dieses bis 16 stunden arbeiten pro tag, genau das was einen fertig macht und in den burnout führt. da kommst überhaupt nicht zur ruhe, funktionierst nur wie eine "maschine" aufstehen, arbeiten, bett gehen, aufstehen, arbeiten, 5 tage die woche, für freunde und anders ist gar keine zeit, und die wochenenden sind auch ein marathon, weil es keine sind. von a nach b fahren, jeweils 2 stu nden, und das nach einem 10 stunden arbeitstag, freitag abend auf der autobahn, samstag fertig, aber wäsche waschen, das nötigste erledigen, sonntag sachen wieder zusammen packen, wieder abfahrt, wieder 2 stunden autofahren, montag ab 08.00 h wieder arbeitsmarathon. da ist nirgendwo spiel, luft, pause drin. nichts zum sich raus nehmen, in der arbeit was machen, was spaß macht, da ist nur reines funktionieren im akkord vorm monitor. das ist doch auf dauer gesehen kein leben.


    das kann man mal durchziehen, für eine kurze zeit, 2 monate oder so, aber ein ganzes leben so zu leben, nein, das muß die hölle sein. ich könnte es nicht. aber es gibt leute die leben so, und nur so. ich finds fürchterlich. sowas fand ich schon fürchterlich lange bevor ich meine adhs diagnose bekam.


    ich weiß auch nicht, wie mans hinkriegt, den ganzen tag nichts anders als zahlen zu sehen, mit zahlen zu arbeiten in den verschiedenen formen, seien es uhrzeiten, währungen, listen oder tabellen, am monitor, dann abends um 08.00 h immer noch was zu sehen. also die ziffern als das sehen, als was sie da da stehen, sie in reihe zu bringen, nichts durcheinander zu bringen. also ich seh da gar nichts mehr, ich sehe da nur noch fläche, und konzentration kann ich dann einfach keine mehr aufbringen, auch nicht mit mph.


    aber anscheinend gibt's leute für die das normal ist.


    so wie zur zeit, habe ich noch nie gemerkt , wie anders mich das adhs macht, auch mit mph. wie sehr ich mir mein leben, ohne es zu wissen, nach meinen adhs spezialitäten eingerichtet hatte. in einem festen anstellungsverhältnis auch noch vollzeit, und in so einem job, kann ich als adhsler auch mit mph nicht durchhalten, auf dauer - und will so auch nicht leben. ich brauch was anderes. aber wenn ich mir die welt 2016 ansehe, habe ich jetzt gerade den eindruck, dass für menschen mit adhs spezialitäten da kaum platz ist. so wie ich das gerade kennen lerne, geht es nur ums funktionieren, einfach nur ein rädchen im getriebe zu sein, dass funktionieren muß. und viele jobs sind inzwischen so beschaffen, dass sie ein art fließbandarbeit im accord vom gehirn verlangen, und mein gehirn kann das auch mit mph nicht wirklich.
    Geändert von salamander (17.09.2016 um 19:23 Uhr)

  3. #3
    salamander

    Gast

    AW: medikamentenwirkung

    in meinem kopf entsteht immer mehr chaos. das ist verrückt.
    je mehr (für mich) stupide arbeit ich machen "muß", wo ich "nicht wirklich denken" darf,
    je konfuser wird's im kopf. das ist abartig.


    je mehr ich darauf achte, dass was ich zusammenstelle an ziffern und buchstaben,
    in der richtigen reihenfolge stehen, auch kein wort vergesse, kein buchstabe,
    keine ziffer vergessen/verdreht wurde, je häufiger passiert es und ich kann es nicht sehen/lesen,
    wenn ich es mache.
    ich überlese es, egal wie auffällig der dreher/vergesser auch ist.
    für mich ist das unsagbarer streß. kein neuer, den solche jobs habe ich zeit meines leben gehaßt,
    genau darum!
    und ich habe nicht die zeit, es zur seite zu legen, ruhen zu lassen um es eine oder zwei stunden später
    zu lesen, um dann zu sehen, wo die dreher und vergesser/überspringer wieder drin sind.
    das muß alles adhoc und auf anhieb stimmen, das ist der arbeitsstil, für mich total chaotisch,
    vor allem der stil, in dem ich einen fehler nach dem anderen mache, und es nicht verhindern kann.


    jetzt geht mir auch noch das mph aus, und hier in NB scheint es mehr als teufelszeugs betrachtet zu
    werden als, als medikament. ohne mph bin ich aber richtig geliefert. keine ahnung ob es hinhaut,
    dass ich hier noch einen arzt finde, der sich bereit erklärt, die diagnose meiner neurologin einfach
    anzuerkennen, sich mit ihr kurzzuschließen, und mir dieses verdammt rezept aushändigt. sonst bin
    ich am arsch. sowas von am arsch... also an der stelle, wie's halt grad so ist, kann ich nur sagen,
    scheiß adhs - ich beneide grad die, die's nicht haben, die müssen mit nichts von dem kämpfen
    womit ich kämpfe, und können das einfach machen, während ich dabei auf hochspannung bin,
    weil's für mich ein stupider job ist, weil ich eben nicht denken darf - in dem sinne wie ich denken
    definiere, sondern mich auf etwas stupide konzentrieren soll, was ich nicht kann.. so funktioniert
    mein hirn nicht, so hat es nie funktioniert. das ist reinster und purer streß, von der ganz, ganz un-
    angenehmen sorte. es gibt auch den anderen streß der beflügelt, aber der jetzt ist horror.
    Geändert von salamander (19.09.2016 um 22:44 Uhr)

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