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Diskutiere im Thema Medikamente bei ADS - sinnvoll oder nicht? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #21
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 226

    AW: Medikamente bei ADS - sinnvoll oder nicht?

    Ganz ehrlich?
    Selber habe ich akut auch immer nur eine Zunahme der Konzentrationsfähigkeit festgestellt.

    Alle anderen Wirkungen kann ich nur im Nachhinein und an Hand von sich ändernden Verhaltens- und Empfindungsmustern (und an Hand von Kommentaren meiner Umwelt) festmachen.

    - ich habe keine Jähzornanfälle mehr - sie haben nach und nach völlig aufgehört, so dass ich gar nicht mehr weiß, wann der letzte war ... aber es muss Jahre her sein. Ein Segen !!!
    - ich kann z.B. Zug fahren, ohne hysterisch kreischen zu wollen oder mich auch in anderen unübersichtlichen und lauten Gruppen zeitweise aufhalten
    - ich kann Beziehungsdiskussionen sachlich und konstruktiv führen
    - ich bin überhaupt viel "anwesender" als früher
    - ich kann Leute ausreden lassen und muss v.a. nicht zu ALLEM einen Kommentar abgeben, sondern kann auch mal was stehen lassen und mich nicht zwanghaft einmischen
    - ich kann ab und zu richtig geduldig sein
    - mein persönlich-privater herausragend effizienter und engagierter Autofahrer-Schutzengel konnte endlich in Alters-Teilzeit gehen und wird nur noch in einem Umfang gebraucht, wie ihn jeder andere Autofahrer auch nötig hat
    - ich kann mich leichter (und v.a. viel früher) dazu bringen, sehr wichtige, sehr unangenehme Dinge zu tun (Zahnarzt, Papierkram usw.)
    - ich mache nur noch etwa ein Zehntel der Impulskäufe, die mich früher immer wieder ins Schleudern gebracht haben
    - ich entwickle Körpergefühl - wenn ich das auch nicht als besonderen Segen empfinde, da ich merke, dass mein Körper ganz schön fertig ist und das fiel mir bis vor ca. 4 Jahren gar nicht auf, aber immerhin kann ich jetzt noch retten und aufhalten, was geht. Ist ja auch positiv zu vermerken.

    Diese Wirkung haben die Medikamente ohne weiteres Zutun ... wenns stimmt.
    Vielleicht kann man nicht wirklich trennen, was MPH von selber bewirkt und wo es einem nur hilft, sich selber zu helfen.
    Denn schließlich möchte wohl jeder, der MPH nimmt, etwas ändern.

    Vor allem nämlich versetzt mich das Methylphenidat in einen Zustand, in dem ich fähig bin, an Verhaltensänderungen zu arbeiten, da ich weniger emotionsgeschüttelt, weniger "gegen alles" und v.a. einfach geistig anwesend bin.
    D.h. ich kann eingefahrene Muster leichter als nicht zielführend erkennen, da ich sachlicher sein kann.
    Da ich viel konzentrierter bin, passiert es mir weniger oft als früher, dass ich in der Situation einfach vergesse, dass ich mich doch anders verhalten wollte (entweder fällt es mir rechtzeitig auf oder immerhin zeitnah auf und nicht erst nach einem Monat, wenn mir wieder mal zufällig dahingehende Gedanken durch den Kopf rasen und ich mir an die Stirn klatsche: ach ja, das wollte ich ja gaaaaaanz anders machen, aber das klappt ja eh nicht, weil ich es sowieso vergesse, also was solls).

    Fazit: schwer, sehr schwer zu beschreiben, aber es ist ein Versuch.

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 21

    AW: Medikamente bei ADS - sinnvoll oder nicht?

    Oukei...wie gesagt, ich denke, mir hilft im Alltag Yoga sehr und auch diese zornigen Ausfälle habe ich nicht mehr oft...den letzten hatte ich letzte Weihnachten und da musste mein 11jähriges Gottemeitschi hinhalten...wie behämmert ist das...ich heule noch heute, wenn ich drandenke.

    Meine Kaufräusche habe ich rel gut im Griff mittlerweile...dank jahrelanger Unterstützung meiner Schwester und ich kämpfe.

    Eben, manchmal habe ich das Gefühl, jeder Tag ist ein Kampf...und ich bin dauermüde...manchmal wünsche ich mir, es ginge so einfach...klar, das Leben ist nicht einfach.
    Aber dann läuft es gut und ich habe es einigermassen im Griff und dann schwups...momentan habe ich das Gefühl, am liebsten im Bett verkriechen oder den ganzen Tag auf dem
    Sofa bleiben vor dem Fernseher...keine Menschen und nichts um mich...könnte auch am Medi liegen, dass ich nehme. Bei mir wurde letzte Woche eine Gürtelrose am Ohr festgestellt.

    Einfach das Auf und Ab...und dann erfahre ich immer wieder neue Seiten von ADS...auch im Alter wird es nicht einfacher, wenn man in die Wechseljahre kommt...yeah....

    Ich denke schon, dass ich ein Medi nehmen werde und es mal ausprobieren...mal schauen, wie es wirkt.

  3. #23
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 226

    AW: Medikamente bei ADS - sinnvoll oder nicht?

    Mit 45 war es bei mir als erstes die Müdigkeit, die mir auffiel, als ich begonnen habe, mich mit ADHS zu beschäftigen.
    Dieser endlose Kampf.

    Auch wenn ich heute immer mal wieder (und erst gestern ...) darüber lamentiere, dass der Kampf mit mir selber einfach nicht aufhören will, ist es kein Vergleich mehr zu den ersten 45 Jahren meines Lebens, in denen ich mir mit schöner Regelmäßigkeit alles kaputt gekloppt habe, was ich vorher gebaut hatte.

    Ich glaube, ich bin inzwischen einfach nix mehr gewöhnt.
    Das allein ist ein großer Erfolg für mich.

    Den wünsche ich dir auch - von Herzen.

  4. #24
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 339

    AW: Medikamente bei ADS - sinnvoll oder nicht?

    Ich bin selbst noch mitten in meiner Medikamenten-Einstellung und sage nur, ums Ausprobieren kommst du nicht herum. Bleib kritisch, aber gib den Medikamenten auch eine Chance. Und ich werde mich hier keineswegs für oder gegen ein bestimmtes Medikament aussprechen - für jeden ist nunmal etwas anderes das Beste und das musst du wirklich herausfinden.

    Ich wünsche dir, dass du bald das Passende für dich findest.

    Liebe Grüße
    Jekaterina

  5. #25
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 1.562

    AW: Medikamente bei ADS - sinnvoll oder nicht?

    Ja das kritisch bleiben, kann aber auch böse enden... und führt zu

    Ich lese erst mal den 30 Meter langen Beipackzettel und dann schiebe ich Panik, weil mein Bauch gerade geknurrt hat und ich doch eigentlich nicht Hungrig bin .... mhhhh wahrscheinlich werde ich jetzt "Tod" umfallen

    Bitte die Ironie daran wahrnehmen...

  6. #26
    Träumerchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 371

    AW: Medikamente bei ADS - sinnvoll oder nicht?

    Brainman schreibt:
    Ja das kritisch bleiben, kann aber auch böse enden... und führt zu

    Ich lese erst mal den 30 Meter langen Beipackzettel und dann schiebe ich Panik, weil mein Bauch gerade geknurrt hat und ich doch eigentlich nicht Hungrig bin .... mhhhh wahrscheinlich werde ich jetzt "Tod" umfallen

    Bitte die Ironie daran wahrnehmen...


    Ich muss sagen das kenne ich nur zu gut :-)
    Anfangs habe ich mir das Ding auch durchgelesen und mir in meinen Wahnsinn fast alles eingebildet.

    Man sollte sich nicht verrückt machen lassen und den Medikament erstmal eine Chance geben.
    Ich zumindest werde die jetzt nicht mehr lesen dan geht auch alles gut.
    Und falls ich dan doch mal was komisches festellen sollte, kann man immer noch nachschlagen, dass schlimme ist nur, wenn man die einmal geöffnet hat bekommt man die nicht mehr so hin wie sie einmal waren
    Das ist schon ein Grund mehr die so zu lassen wie die ist ;-)
    Geändert von 90marci90 ( 5.09.2016 um 16:50 Uhr)

  7. #27
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 1.562

    AW: Medikamente bei ADS - sinnvoll oder nicht?

    Was tötet einen heutzutage nicht
    Wäre die andere Frage?

  8. #28
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 388

    AW: Medikamente bei ADS - sinnvoll oder nicht?

    Miss Taik schreibt:
    Mit 45 war es bei mir als erstes die Müdigkeit, die mir auffiel, als ich begonnen habe, mich mit ADHS zu beschäftigen.
    Dieser endlose Kampf.

    Auch wenn ich heute immer mal wieder (und erst gestern ...) darüber lamentiere, dass der Kampf mit mir selber einfach nicht aufhören will, ist es kein Vergleich mehr zu den ersten 45 Jahren meines Lebens, in denen ich mir mit schöner Regelmäßigkeit alles kaputt gekloppt habe, was ich vorher gebaut hatte.

    Ich glaube, ich bin inzwischen einfach nix mehr gewöhnt.
    Das allein ist ein großer Erfolg für mich.

    Den wünsche ich dir auch - von Herzen.
    Das könnte ich für mich auch so beschreiben. Klar habe ich immer noch viel "am Hals" und das ein oder andere Problem zu bewältigen. Aber es nicht mehr dieser Wahnsinns-Kampf im Alltag, für den mir immer wieder die Kraft auszugehen schien.

    Und ich kann gewisse Unglücke, wenn sie eintreten, in den Griff bekommen bzw. Lösungen finden, ohne mich völlig verrückt zu machen. Früher habe ich sie auch irgendwie gelöst, mich dabei aber gefühlt wie unmittelbar in Gefahr des Weltuntergangs, und es mir nicht zugetraut und vor allem mir für das oft selbsteingebrockte Problem schwere Vorwürfe gemacht (Wie konnte mir das nur passieren? Ich bin viel zu undiszipliniert! Gescheites Zeug denken, aber die einfachen Dinge nicht auf die Reihe kriegen! etc.).

    Heute kann ich meine Gedanken und Gefühle in solchen Situationen besser regulieren, Lösungen finden, nicht gefühlte 100 Mal bis dahin kurz vor dem Zusammenbruch stehen - und feststellen, dass mitnichten nur ich dämliche Fehler mache, sondern sogar Leute, die gut strukturiert und organisiert sind. Nur gehen die standardmäßig damit konstruktiver um (nicht alle natürlich, aber auch paar kenne ich da schon).

  9. #29
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 339

    AW: Medikamente bei ADS - sinnvoll oder nicht?

    Ja das kritisch bleiben, kann aber auch böse enden... und führt zu
    Nee, so hab ich es ja auch nicht gemeint....lach *** - was denkst du, was bei meiner Pille alles auf dem Beipackzettel steht

    Trotzdem finde ich es nicht einfach, da den richtigen Weg zu finden. Und Hysterie hilft ebensowenig wie Gutgläubigkeit. Die Pharmaindustrie kann sowohl ein Segen als auch ein Fluch sein - und was dem einen hilft, schadet dem anderen. Gilt aber auch für alles Ökologische, Heilpraktiker, etc. pp. - letztlich muss man selbst ausprobieren, was das Richtige für einen ist.

    Ist halt nicht einfach...

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 96

    AW: Medikamente bei ADS - sinnvoll oder nicht?

    Medikamente gegen Adhs sind absolut sinnvoll und geben Betroffenen die Möglichkeit ein geregeltes Leben zu fühen.
    Ich kenne den Unterschied seit ich sie nach meinem Herzinfarkt letztes Jahr nicht mehr verschrieben bekomme.
    Habe große Schwierigkeiten mein Studium auf die Reihe zu kriegen und überhaupt meine Stimmungsschwankungen.
    Alle Symptome sind wieder da und es vergeht kaum ein Tag an dem ich mein Herz nicht verfluche..

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