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Diskutiere im Thema Neuer Mensch durch Medikinet? War es bei euch auch so ein großer Unterschied? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6

    Frage Neuer Mensch durch Medikinet? War es bei euch auch so ein großer Unterschied?

    Hey ihr Lieben
    Ich nehme seit etwa drei Wochen Medikinet und habe bemerkt, dass sobald das Medikament richtig dosiert war sich bei mir einiges geändert hat!

    Im Moment ist bei mir wirklich viel anders, mir fällt es viel leichter für die Uni zu lernen, auf einmal bleibt auch im Kopf was "hängen" - eine völlig neue Erfahrung.

    Aber was mich sehr überrascht hat: Ich werde von vielen Menschen komplett anders wahrgenommen! Kommilitonen sprechen mich auf einmal an, ob wir nicht mal zusammen lernen wollen (ansonsten wurde ich eher gemieden). Meine Eltern erzählen mir, ich würde viel aufgeschlossener und entspannter rüber kommen. Mein Chef lobt mich, ich wäre ja richtig gut drauf. Ich wurde so oft von Männern angesprochen, weil sie mich hübsch fanden und ich eine so positive Ausstrahlung hätte. Ich war feiern und habe so positive Rückmeldungen bekommen wie in den letzten 5 Jahren nicht ....

    Klingt vielleicht nach Jammern auf hohem Niveau, aber mich überfordert das im Moment tatsächlich etwas. Auf einmal ist ein Selbstbewusstsein vorhanden und das wird auch noch bestätigt. Ich kann das sehr schlecht einschätzen, weil ich eigentlich keine gute Meinung von mir habe und dem ganzen nicht traue....

    Wie sind eure Erfahrungen mit dem Einstellen von MPH? Habt ihr auch so große Veränderungen wahrgenommen?

    Liebe Grüße!

  2. #2
    Chef - Knuddler

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.452

    AW: Neuer Mensch durch Medikinet? War es bei euch auch so ein großer Unterschied

    Ganz so extrem war's anfangs nicht,aber einige Reaktionen waren...interessant!

    Ich wunderte mich beispielsweise ernsthaft darüber,dass die Leute "auf einmal" so freundlich waren und lächelten-bzw.mein Lächeln erwiderten.

    Bis ich dann zu hören bekam:

    Nee mein Gudsder! Die Leut sind nicht urplötzlich mega freundlich! Du hältst jetzt nur lange genug den Augen/Blickkontakt,um die Erwiderung auch noch mitzukriegen!!

    Allein die Entlastung durch die bessere "Abschirmung" von Reizen-bsp.beim Einkaufen-sorgt dafür,dass sozusagen Kapazitäten frei werden,die dann halt anders genutzt werden können.

    Solche Veränderungen bemerkt das Umfeld wenn,dann sehr schnell und die positive Rückmeldung hat dann auch mein Selbstvertrauen gestärkt. Nicht das Medikament an sich.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.555

    AW: Neuer Mensch durch Medikinet? War es bei euch auch so ein großer Unterschied

    Hört sich ja gut an! Bei mir war damals der Unterschied nicht ganz so doll aber natürlich auch vorhanden.Machst du noch Therapie nebenher? Das würde es dir erleichtern mit den neuen Erfahrungen gut umgehen zu können.
    Geändert von hypie1 (24.07.2016 um 15:39 Uhr)

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.003

    AW: Neuer Mensch durch Medikinet? War es bei euch auch so ein großer Unterschied

    Drei Wochen sind eine sehr kurze Zeit, um großartige Veränderungen zu beobachten. Zumindest, um sie zu erwarten.

    Richtig und wichtig sind und bleiben die Feedbacks aus dem Umfeld.
    Menschen, die einen kennen, vorher und nachher.
    Denn wir selbst sind uns in unserer Selbseinschätzung ja nicht immer zuverlässig genug (auch wenn das von Fall zu Fall unterschiedlich sein mag).

    Ich muß zugeben, daß ich bei so einer Auffassung immer reflexhaft skeptisch werde.
    Denn natürlich wird man nicht durch die Einnahme eines Medikaments von einem Tag auf den anderen ein ganz anderer Mensch.
    In meinem Jargon heißt das auch "Pille und gut".
    Die Haltung ist in meinen Augen gefährlich, weil so wieder suggeriert wird, daß alle Probleme mit dem Griff zur Tablette gelöst werden.
    Damit sind wir in dem Feld, in dem so manch ein Facharzt vor dem Entwickeln einer psychischen Abhängigkeit warnt.
    Und Methylphenidat als Platzhalter für Rauschgift (inklusive Alkohol und Nikotin), Spielsucht, oder dergleichen gefällt mir überhaupt nicht.

    "...hilft gegen Pickel, Warzen, Fußpilz, und gibt dem Ar5ch eine gesunde Gesichtsfarbe...", so mokierte sich einst ein Freund der Familie über ein Produkt (aus einem völlig anderen Sektor).
    Da wird etwas plakativ als die Erfüllung alles Guten angepriesen, obwohl von vorneherein klar ist, daß es nicht auf ewig alle Versprechungen einhalten kann.
    Versprechungen, die man bekommt, oder Versprechungen, die man sich selbst macht.
    Mit einer derartigen Betrachtung liefert man (absichtlich oder ungewollt) ADHS-Leugnern und MPH-Gegnern reichlich Zündstoff...

    Eine andere Kehrseite der Medaille sind die enttäuschten Erwartungen, wenn sich herausstellt, daß man auch nach Einnahme des richtig dosierten Medikaments ein fehlbarer Homo Sapiens bleibt.
    Methylphenidat ist eben nicht der Zaubertrank des Asterix, nicht das Jungbrunnenwasser aus dem heiligen Gral und auch nicht der Stein der Weisen.

    Was will ich damit sagen?
    Will ich Dir damit unterstellen, daß Du Dich mit so einer Haltung in die Medikation stürzt?
    Ganz klar: NEIN!
    Ich befürchte lediglich, daß das, was Du gerade an Dir und Deinem Umfeld beobachtest, in Dir eine solche Haltung fördern könnte.
    Und die stünde meiner Meinung nach einer verantwortungsvollen und auf Dauer angebrachten Therapie früher oder später wahrscheinlich im Wege.

    Bei mir hat sich zu Beginn der MPH-Therapie nicht die Welt verändert.
    Ich bekam nach ein paar Wochen und nochmal nach ein paar Monaten das ein oder andere positive Feedback.
    Aber ich hatte (und habe bis heute) noch viel an mir selbst zu arbeiten.
    Die Rückmeldung beim Facharzt über Veränderungen war, ist und bleibt enorm wichtig.
    Meine Medikamente sind nicht die alleinige Lösung meiner Probleme.
    Sie sind eher unterstützende Hilfsmittel (wie z.B. ein Hörgerät oder eine Brille), die immer mal wieder auf ihre Eignung fachgerecht kontrolliert werden.

    Vielleicht kann Dir mit den Medis etwas mehr geholfen werden als mir.
    Das halte ich für gut möglich, denn als AD(H)Sler sind wir so grundverschieden wie andere Menschen auch.
    Aber die Prinzipien werden bleiben.

    Vielleicht ist es aber gerade die Anfangseuphorie bei Dir, die Dich zu recht mißtrauisch macht?
    Es gilt, alles kurz- und langfristig zu beobachten.
    Du kannst ja z.B. ein Tagebuch führen über alle positiven und negativen Erlebnisse und Veränderungen.
    Deine Rezeption und die Rückmeldungen Deines Umfeldes werden Dir dabei helfen, bei den regelmäßigen Sprechstunden beim Facharzt ein objektives Bild zu bekommen.

    Ansonsten bleibt mir nichts übrig, als zu sagen: Daumen hoch, bei solchen Entwicklungen!

  5. #5
    Chef - Knuddler

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.452

    AW: Neuer Mensch durch Medikinet? War es bei euch auch so ein großer Unterschied

    Grundsätzlich darf oder muss ich mich hier @Bummel77 anschließen-mit einer Ausnahme.

    Ich erinnere mich an ein Erlebnis-am zweiten oder dritten Tag mit der korrekten Dosis,das recht gut hierzu passt.

    Ich kam vom Einkaufen und wurde von einer entgegenkommenden jungen Frau mit Steppke an der Hand in Erwiderung meines spontanen Grußes (man muss wissen: ich bin gern freundlich. Lächle meine Mitmenschen grundlos an ) ebenso freundlich angelächelt.

    Das allerdings machte mich tatsächlich stutzig,da es die X-te derart positive Reaktion an diesem Tag war und ich DAS nun nicht gewohnt war. Naja und da man mir wohl ansah,das mich etwas beschäftigte,wurde ich beim Nachhausekomen dann auch prompt angesprochen.

    Als ich mit meiner Erzählung geendet hatte,eröffnete man mir,das hier nicht etwa urplötzlich eine Häufung mitmenschlicher Freude aufgetreten war,nein,vielmehr hatte ich diese Reaktionen schlicht zum ersten Mal wirklich registriert,weil ich den Blickkontakt lange genug (also so 2 sek )gehalten hatte und eben nicht -wie zuvor-sofort wieder irgendwo anders hin abgedriftet war!

    Diese Rückmeldung erhielt ich so oder ähnlich noch mehrmals und sie hat mein Selbstvertrauen sehr gestärkt!

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 484

    AW: Neuer Mensch durch Medikinet? War es bei euch auch so ein großer Unterschied

    Ist aber auch gut möglich, dass das alles bereits -vorher in ihr schlummerte- und durch Medis nun die Kraft zum Umsetzen hatte.
    Es sollte eher heißen "Zu sich selbst mit Medis finden" anstatt "Mit Medis nun ein besserer Mensch".

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Neuer Mensch durch Medikinet? War es bei euch auch so ein großer Unterschied

    Danke für eure Antworten!
    Erstmal: natürlich denke ich nicht, dass ich ein neuer Mensch werde. Ich wollte es nur überspitzt formulieren um klar zu machen was ich meine.
    Und nein, Medikamente sehe ich nicht als ein "Umschalter" oder Ähnliches, mit denen ich verantwortungslos umgehe.
    Ja, ich mache nebenbei eine Therapie und bin recht kritisch im Umgang mit den Medikamenten. Ich bin einfach nur überrascht wieviel es dann doch im Alltag ausmacht!

    Damit habe ich nicht gerechnet. Ich dachte: lernen klappt besser und gut ist.

    Dass es so viele Auswirkung auf meine sozialen Kompetenzen hat finde ich sehr interessant und wollte deshalb hören, ob ihr es auch so erlebt habt.

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 977

    AW: Neuer Mensch durch Medikinet? War es bei euch auch so ein großer Unterschied

    da weiß ich ja nach was ich meinen doc das nächste mal fragen "muss"!

    Medikinet


  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 617

    AW: Neuer Mensch durch Medikinet? War es bei euch auch so ein großer Unterschied

    Die Person, die ich unter Medikinet bin, kommt anscheinend besser bei ihrem Mitmenschen an.
    Es gibt aber nur ein Problem: ich komme mit dieser Person (die ich jetzt anschenend bin) nicht klar, meine Dünnhäutigkeit fehlt mir, meine Unsicherheit, sogar mein Wut.
    Diese tiefe Verzweifelung, die mich aber auch so emphatisch machte.
    Jetzt ist die Emphatie weg, ich finde plötzlich die Probleme von meinen Mitmenschen oft nur als lästig.

    Ich bin zu einer normalen lächelnden selbstverliebten Zynikerin mutiert, die dazu noch dabei ist, Workaholikerin zu werden.
    Ich wurde zu einem Sorte Mensch, welche ich als Jugendliche gehasst hätte.

    Aber was tut man nicht alles für einen Job

    und das die Menschen mich jetzt mehr mögen, nutz mir wenig, da mich die meisten Menschen genauso nerven wie vorher und den wenigen, die ich interessant finde, finden mich anscheinend nicht interessant genug

  10. #10
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 94

    AW: Neuer Mensch durch Medikinet? War es bei euch auch so ein großer Unterschied

    wahnsinn felis,

    ich kann das so gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. mir ging es zuerst mit einem antidepressivum, danach mit mph sehr sehr ähnlich.
    leider weiss ich gerade nicht, was ich dir raten kann, da ich selbst auch noch keine lösung für diesen zwiespalt gefunden habe, aber ich musste dir jetzt einfach kurz schreiben.
    kann dich echt sehr gut verstehen und wünsche dir alles gute.

    lg

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