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Diskutiere im Thema Elontril bei Prokrastionation (aufgrund von Versagensangst) im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 18

    Elontril bei Prokrastionation (aufgrund von Versagensangst)

    Hallo,
    ich nehme nun seit etwa 4 Wochen Elontril (150 mg) und möchte gerne davon berichten.

    Der Psychiater verschrieb mir das, weil ich darunter leide, dass ich unangenehme Aufgaben immer vor mir herschiebe (das ist der Hauptpunkt). Bei mir wurde auch ADS diagnostiziert, aber das definiere ich nicht als konkretes Problem.

    Ich möchte dieses Hauptproblem kurz beschreiben:
    Wenn mir Sachen schwer fallen, dann habe ich Versagensängste. Diese werden immer schlimmer - verbunden mit einem starken "schlechten Gewissen" -, je länger ich die Aufgaben vor mir herschiebe. Ich leide unter der unerledigten Aufgabe, aber schiebe sie von Woche zu Woche, oder von Tag zu Tag.
    Bei manchen Sachen bin ich dann irgendwann an dem Punkt, wo ich trotz fester Vorsätze das so lange vor mir herschiebe, bis irgendwas von außen kommt - also der Stichtag kurz bevor steht oder ich ermahnt werde. Das führt dann zu Konsequenzen, dass Menschen enttäuscht von mir oder wütend auf mich sind- was wiederum auch berufliche Konsequenzen mit sich zieht.
    Manche Sachen sind auch einfach so im Sande verlaufen, wenn keiner mehr nachgefragt hat. Dabei habe ich aber auch schon oft Chancen oder finanzielle Einnahmemöglichkeit versäumt.

    Der Psychiater riet mir wegen der Arbeitsstörung (so nannte er es) eine stationäre Therapie zu machen, was ich aber etwas übertrieben finde. Ich bin ja jetzt nicht völlig handlungsunfähig und denke, ich kann das Problem auch ambulant lösen. Ich muss nur irgendwie den Schalter umlegen können, dass ich beherzt Aufgaben rechtzeitig angehen kann.
    Neben der medikamentösen Behandlung möchte ich nun auch eine Psychotherapie machen. Habe ich mir schon lange vorgenommen, aber auch immer wieder verschoben.

    Nachdem ich vor einigen Jahren schon mal Metylphenidat (Ritalin) und Venlafaxin genommen habe, was mir nicht half, hat er mir Elontril verschrieben.
    Elontril ist ein Dopamin-Wiederaufnahmehemmer. Ich merke auch eine gewisse Wirkung. Ich habe wieder viel mehr Erfolgserlebnis-Gefühle. Ich fange an, mich wieder auf Aufgaben zu freuen, weil das Belohnungssystem im Gehirn nun besser funktioniert. Ich freue mich auf den Erfolg und habe weniger Angst vor dem Misserfolg.

    Allerdings tritt diese positive Wirkung nur phasenweise auf bzw. ein paar Stunden am Tag.
    Ich habe das Gefühl, dass es nach der Einnahme nur ein bestimmtes "Zeitfenster" gibt, in dem es wirkt. Vor Wirkungseintritt (früh morgens) und danach (ab ca. 15 Uhr) bin ich wieder antriebslos.

    Ich habe heute Nachmittag einfach mal eine zweite Tablette genommen. Ja, ich weiß, dass man auf eigene Faust nicht hochdosieren darf, aber als ich wieder in dieses Tief kam, wollte ich wissen, ob ich wieder aktiver werde, wenn ich eine weitere Tablette nehme. Ja, und jetzt habe ich gerade Arbeiten erledigt, freue mich darauf morgen einiges abzuarbeiten und bin gut drauf - fühle mich richtig fit. Ich glaube, sonst hätte ich auch keinen Antrieb gehabt, hier jetzt diesen Text reinzuschreiben.

    Ich habe erst im August wieder einen Termin bei dem Arzt, aber möchte ihn nun fragen, ob ich die Dosis erhöhen sollte.


    Kennt hier jemand das Medikament Elontril?
    Sind hier Leute, die langfristige Erfolge damit hatten?

    Oder gibt es vielleicht noch bessere Alternativen (bzw. ergänzende Mittel), auf die ich den Psychiater mal ansprechen sollte?

    Viele Grüße.


    Nachtrag: Sorry, habe nicht gesehen, dass es gerade schon einen aktuellen Thread zu Elontril gibt. Ich war so heiß drauf meinen Text zu posten, dass ich vorher nicht geguckt habe.
    Geändert von Sprotte (17.06.2016 um 21:30 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Elontril bei Prokrastionation (aufgrund von Versagensangst)

    Ich nehme seit ungefähr 9 Tagen Elontril. Ich hatte mir nichts dabei gedacht und war gespannt, was ca. nach 14 Tagen passieren würde, bis das Elontril ja anschlägt.
    Am 3./4./5. Tag habe ich dann eine sehr gute, positive Wirkung bemerkt. So wie du es sagst: einen Antrieb, nichts vor mir zuschieben, sondern es direkt zu erledigen. War in den drei Tagen sehr produktiv für meine Verhältnisse. Leider hat diese Wirkung dann am 6. Tag nachgelassen und bis heute ist sie nicht wieder gekommen. Mal abwarten, vielleicht kommt die positive Wirkung wieder. Nebenwirkungen sind leider auch ab und zu mal vorhanden.

    Mir hat der Arzt geraten nicht höher als 300mg pro Tag zu gehen.
    Soweit ich mich von anderen Thread erinnern kann, ist Elontril nett, aber nur als Überbrückung für ADS geeignet. Langfristig sollte man eher MPH nehmen. Das ist auch meine Strategie, bis endlich meine Diagnostik habe.
    Besseres Mittel fällt mir auf Anhieb nicht ein. Ich habe ein paar SSRI ausprobiert, die haben aber mich mehr müde und gleichgültiger gemacht. Da finde ich dann Elontril besser.

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 484

    AW: Elontril bei Prokrastionation (aufgrund von Versagensangst)

    Elontril und MPH schließen sich nicht aus! Können und werden gleichzeitig verschrieben, wenn eine Depression ohne Angststörung vorliegt. Denn das Elontril reduziert die depression-induzierende Eigenschaft von Stimulanzien während und nach der Wirkung.


    Allerdings vertragen manche das Elontril nicht.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Elontril bei Prokrastionation (aufgrund von Versagensangst)

    Hallo,
    ich bin es nochmal.

    Ich hatte mich ja in dem Beitrag, den ich vor drei Tagen schrieb, relativ begeistert zu Elontril geäußert und mir gedacht, dass eine Steigerung der Dosis sinnvoll wäre.
    Komischerweise ging es mir gestern und heute eher schlecht. Ich fühlte mich richtig unruhig und war kaum in der Lage mich auf irgendetwas zu konzentrieren. Versagensangst und schlechtes Gewissen waren verstärkt vorhanden.

    Ich habe folgenden Eindruck:
    Wenn ich nichts schaffe, verstärkt Elontril die negativen Gefühle (schlechtes Gewissen, Niedergeschlagenheit).
    Wenn ich Erfolge habe, verstärkt Elontril das Gefühl des Erfolgserlebnis.

    Grundsätzlich ist das vielleicht ganz gut. Elontril erzieht mich sozusagen dazu, aktiv zu sein und Aufgaben zu erledigen.

    Jetzt gerade fühlt sich das aber nicht so gut an. Ich werde das mal weiter beobachten.

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