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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
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    Medikinet und Psychotehrapie

    Hi,
    ich habe so eine Frage

    Ich mache eine Verhaltenstherapie und merke, dass ich unter medikinet weniger zugänglich bin bzw. mich so fühle, als ob ich keine Therapie brauche.
    Das es ein Selbstbetrug ist, weiss ich, da es nur auf Medikamenten zurüclkzuführen ist und ich doch extrem krankbar und kritikunfähig bin. Ich kann zwar toll eine selbstbewusste Person vortauschen, mein Selbstwert rutscht aber mit leichter Kritikt, Zurückweisung (sogar wenn ich das nur vermute) sofort ins Keller.

    Nun ist es so, dass Medikinet mein Ego stärkt, was eingetlich toll ist, aber in Therapiestunde eher hinderlich.
    Ich habe versucht, Abendtermin zu bekommen, um in Rebound in Therapie zu kommen, ich bin da nämlich nicht hyperaktiv, sondern eher ängstlicher und zweiflerisch (eigentlich ideal für Therapiestunde)
    Es gibt keine Abendthermine.

    Die Überlegung wäre, am Tag, an dem ich Therapie habe, mit Medikinet zu warten, bis die Stunde vorbei ist.
    Muss ich zwar entweder hungrig hin und danach später zu essen und Medikinet nehmen, oder nocheinmal essen, auch wenn ich kein Hunger mehr habe, um die Pille zu nehmen. Möglich ist es, ich kann immer essen, aber bei meinen Esstörungen (Binge eating, Bulimie) wäre es nicht ratsam, eigenen Sättigungsgefühl zu missbrauchen.
    Kann man ausnahmeweise Medikinet ohne Essen oder nur mit einem Zwieback zu sich nehmen?

    Und was hilt ihr überhaupt von meiner Idee, ohne Medikineteinfluss zu Therapie zu gehen?
    Geändert von Felis (23.04.2016 um 11:29 Uhr)

  2. #2
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    Forum-Beiträge: 1.728

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Nicht viel. Es ist kein Selbstbetrug, denn es ist dein Selbstbewusstsein und nicht das der Tablette. Und nun kommen wir zu einer philosophischen Frage: Gibt es einen Normalzustand und wenn ja, wird er durch die ADHS verfälscht oder durch das Medikament?

    Es wird ansonsten immer empfohlen, Therapien mit Medikament zu machen, weil man mit ja auch viel aufnahmefähiger ist und die Therapie also auch dann mehr bringt, wenn man das Medikament später absetzt.

    Ich glaube auch nicht, dass du nun narzisstisch bist, wie du in einem anderen Thread sagst. Es kommt dir eher so vor weil du dich so noch nicht kennst.

    Das ist so wie bei den Kindern, die durch MPH plötzlich ruhig sind und nicht mehr über Tische und Bänke springen müssen, und Eltern sagen, mein Kind ist so ernst, ich will mein lustiges Kind wieder. Wobei: Das gibt es wirklich, wenn die Dosis zu hoch ist. Aber meist ist es erstmal der Kontrast, und dem Kind geht es gar nicht schlecht.

  3. #3
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    Forum-Beiträge: 770

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Hi Felis,

    ich arbeite gerade an meinem Selbstwert und ähnlichen Themen in meiner Therapie. Mit meinem Therapeut habe ich drüber gesprochen, ob er mich nüchtern erleben will und ob ich zumindest zu einem Termin meine Medikamente weglassen soll.

    Das hat er abgelehnt. Er vertritt die Auffassung, dass das nur "noch" ein Problemfeld aufmachen und Unruhe reinbringen würde. Meine Medikamente stabilisieren unter anderem meine sonst stark vorhandene Affektlabilität.

    Mein Therapeut ist der Ansicht, dass man an der Stellschraube drehen könne, wenn ich einigermaßen gefestigt sei.

    Mir erscheint das logisch, daher könnte ich den Tipp so auch an dich weitergeben.


    Hast du denn deinen Therapeut schon auf deine Zweifel wegen den Medis angesprochen? Was meint er denn dazu?

  4. #4
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    Forum-Beiträge: 615

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Ich bin ohne Medikinet weder unruhig noch unfähig, die Information zu verarbeiten.
    Nur selbstunsicher, labil und manchmal schwermütig. Und gerade diese Sachen waren der Grund, warum ich die Therapie machen wollte.
    Und nu?

    Wenn ich da sitze und locker sage: "Noch bekam ich kein Rückmeldung auf meine Bewerbungen, aber was habe ich zu erwarten bei nur 4 Stuck. Also mache ich so weiter und irgendwann kommt was" gibt sie mir natürlich Recht und sagt, dass es bei vielen, den sie kennt auch so war und erst nach 10-ten, 20-ten u.s.w Bewerbung was positives kam.
    Aber das bin doch nicht ich!!
    Das ist nur die vorgetäuschte Selbstsicherheit durch die Tabletten.

    Die wahre ich (also ohne Tabletten) wäre auf den Boden zerstört und hätte all ihre Ändste und Zweifel da rausgelassen. Und gerade dafür ist die Therapie da, gerade deswegen habe ich dafür gekämpft, eine Therapeutin zu finden und ich glaube, gerade deswegen bezahlt die Krankenkasse solche Therapien. Sie sind für Verzweifelte da.

    Ich fühle mich irgendwie wie die Hochstaplerin, wie eine gedoppte Sportlerin
    Geändert von Felis (24.04.2016 um 00:17 Uhr)

  5. #5
    Kennt sich hier aus

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    Forum-Beiträge: 909

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Wenn ich da sitze und locker sage: "Noch bekam ich kein Rückmeldung auf meine Bewerbungen, aber was habe ich zu erwarten bei nur 4 Stuck. Also mache ich so weiter und irgendwann kommt was" gibt sie mir natürlich Recht und sagt, dass es bei vielen, die ich kenne auch so war und erst nach 10-ten, 20-ten u.s.w Bewerbung was positives kam.
    Aber das bin doch nicht ich!!
    Das ist nur die vorgetäuschte Selbstsicherheit durch die Tabletten.

    Die wahre ich (also ohne Tabletten) wäre auf den Boden zerstört und hätte all ihre Ändste und Zweifel da rausgelassen.
    Und genau das zu äußern, gehörte vielleicht in eine deiner nächsten Therapiestunden?!

  6. #6
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    Forum-Beiträge: 615

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    4.Kl.konzert schreibt:
    Nicht viel. Es ist kein Selbstbetrug, denn es ist dein Selbstbewusstsein und nicht das der Tablette. .
    Nein, es ist nicht mein Selbstbewusstsein, es ist ein fremdes Gefühl, es ist etwas, was von aussen (durch die Medikamenten) kommt.
    Meine Sehestärke bleibt auch trotz Kontaktlinsen bei - 13 Dioptrien, ich täusche nur das gutes Sehen mit Linsen vor.


    4.Kl.konzert schreibt:
    Und nun kommen wir zu einer philosophischen Frage: Gibt es einen Normalzustand und wenn ja, wird er durch die ADHS verfälscht oder durch das Medikament?
    .
    ich weiss nicht, wie es bei dir ist, aber bei mir ist die Normalzustand ohne Medikamenten.
    Dann bin ich diejenige, die mir nicht fremd ist: Eine wilde aber unsichere emotional instabile und manchmal tiefunglückliche Frau, die ich für sehr liebenswert halte.

    Und jetzt weiss ich tatsächlich nicht, ob die Therapie eine Zeitverschwendung wäre.
    Ich soll z. B die Situationen aufschreiben, die mein Selbstwertgefühl in diese Woche irgendwie angekratzt haben. Tja, außer von noch fruchtloser Jobsuche und der Situation, als mir die Jeans zu klein waren beim Einkauf, fällt mich nichts ein. Mich kratz sozusagen nix an.
    Für Therapie äußerst ungünstig irgendwie.

    Eigentlich hatte ich vor, in eine Klinik zu gehen und zwar ohne Medikinet, damit man dort mich beobachtet und eine verlässliche Diagnose stellen kann (und nicht nur ein paar kurze termine). Vielleicht ist es doch was anderes, oder doch Borderline. Das kann ich mir momentan zeitlich wegen Bewerbungen und dem Nebenjob nicht erlauben.
    Ich brauche die Frau, die ich durch Medikinet geworden bin, noch.
    Aber die verkopfte Tusnella ist mir einfach fremd

  7. #7
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    Forum-Beiträge: 1.728

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Felis schreibt:
    Nein, es ist nicht mein Selbstbewusstsein, es ist ein fremdes Gefühl, es ist etwas, was von aussen (durch die Medikamenten) kommt.
    Meine Sehestärke bleibt auch trotz Kontaktlinsen bei - 13 Dioptrien, ich täusche nur das gutes Sehen mit Linsen vor.

    ich weiss nicht, wie es bei dir ist, aber bei mir ist die Normalzustand ohne Medikamenten.
    Dann bin ich diejenige, die mir nicht fremd ist: Eine wilde aber unsichere emotional instabile und manchmal tiefunglückliche Frau, die ich für sehr liebenswert halte.

    (...)

    Aber die verkopfte Tusnella ist mir einfach fremd
    Ist doch klar, das ist alles noch neu für dich.

    Ich nehme MPH seit 2004 mit nur ganz wenigen Unterbrechungen mehrmals täglich, und es wirkt bis abends. Von daher ist das jetzt mein gefühlter Normalzustand, und ich sehne mich nicht zurück. Dass ich auch anders sein kann merke ich natürlich morgens und spätabends, das ist meistens ein doofes und manchmal auch ein originell-angenehmes Gefühl, aber überhaupt nicht mehr normal.

    Ich habe zwar nicht -13 Dioptrien, aber ich sehe auch sehr wenig ohne Brille. Aber die habe ich außer beim Schlafen immer auf, das ist Normalzustand, und nicht vorgetäuscht. In den letzten Jahren wird es mir wieder bewusster seit ich zum Nahsehen trotz Gleitsichtgläsern die Brille immer wieder abnehmen muss, sonst war ich mit ihr quasi verwachsen.

    Und jetzt weiss ich tatsächlich nicht, ob die Therapie eine Zeitverschwendung wäre.
    Ich soll z. B die Situationen aufschreiben, die mein Selbstwertgefühl in diese Woche irgendwie angekratzt haben. Tja, außer von noch fruchtloser Jobsuche und der Situation, als mir die Jeans zu klein waren beim Einkauf, fällt mich nichts ein. Mich kratz sozusagen nix an.
    Für Therapie äußerst ungünstig irgendwie.
    Dieses Hochgefühl, dass dich nichts ankratzt, das vergeht aber wieder, oder? Und falls nicht- ich meine eine Therapie als unnötig empfinden ist ja auch nicht schlecht, du machst die Therapie ja nicht um ihrer selbst willen. Es wäre eventuell für die Psychologen frustrierend wenn eine einfache Kapsel ihren Berufsstand ersetzt, aber für uns Betroffene?

    Mir geht es auch so dass ich emotional stabiler bin durch das MPH, man hat ein dickeres Fell.

    Die Therapie abbrechen fände ich aber vorschnell. Und in eine Klinik gehen- die Etiketten Borderline oder ADHS sind nicht so wichtig, solange du etwas hast was wirklich gut hilft.
    Geändert von 4.Kl.konzert (24.04.2016 um 01:25 Uhr)

  8. #8
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    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    4.Kl.konzert schreibt:

    Dieses Hochgefühl, dass dich nichts ankratzt, das vergeht aber wieder, oder? Und falls nicht- ich meine eine Therapie als unnötig empfinden ist ja auch nicht schlecht, du machst die Therapie ja nicht um ihrer selbst willen. Es wäre eventuell für die Psychologen frustrierend wenn eine einfache Kapsel ihren Berufsstand ersetzt, aber für uns Betroffene?
    Du nennst es Hochgefühl, ich nenne es Emotionsverflachung.
    Ich fühle mich normaler, aber primitiver.
    Von diesen abgestumpften Kreaturen laufen doch genug draussen rum.

    Ich habe Therapie angefangen, um mir zu helfen. Und nein, ich hätte lieber einen echten kleinen Erfolg nach jahfrelanger Therapie als vorgetäuschte grosse Erfolg duch Tabletten. Es ist eh nur Täuschung und nicht wahr.
    Also für mich als Betroffene ist es auch frustrierend.

    Und ja, als ehemalige abhängige fühle ich mich rückfällig, da ich mithilfe einer Substanz mein Wohlbefinden erheblich erhöht habe und etwas vortäusche, was ich nicht bin.

  9. #9
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    Forum-Beiträge: 1.728

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Emotionsverflachung wäre, wenn die positiven Emotionen ebenso beschnitten würden wie die negativen. Das ist aber nicht der Fall. Abgesehen davon ist ein behandelter ADHS-ler auch nicht unfähig traurig zu sein. Er ist aber nicht mehr so sehr seinen wechselnden Emotionen ausgeliefert.

    Etwas vortäuschen, was ich nicht bin? Ich bin ich, ich bin nicht meine ADHS. Auch behandelt habe ich noch immer ein gutes Stück ADHS-Verrücktheit, wenn auch weniger. Ich bin wohl etwas langweiliger, positiv könnte man sagen erwachsener.

    Langweilig warst du auch schon bevor du MPH genommen hast, sagt meine Frau.

    Übrigens gibt es auch sehr originelle Menschen ohne ADHS. Vielleicht sind viele Normalos abgestumpft und primitiv, aber nicht alle.

  10. #10
    Kennt sich hier aus

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    Forum-Beiträge: 909

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Und ja, als ehemalige abhängige fühle ich mich rückfällig, da ich mithilfe einer Substanz mein Wohlbefinden erheblich erhöht habe und etwas vortäusche, was ich nicht bin.

    tja, das könnte man von vielen "Substanzen" behaupten. Zytostatika, Insulin, Antipsychotika.... you name it.

    Aber wie auch immer - es ist ja dein Leben und deine Entscheidung.


    Übrigens gibt es auch sehr originelle Menschen ohne ADHS.
    Ganz genau!

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