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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Luzie schreibt:
    tja, das könnte man von vielen "Substanzen" behaupten. Zytostatika, Insulin, Antipsychotika.... you name it.
    Tja, zwischen Zytostatika und Insulin einerseits und Medikinet andererseits ist eine extreme Unterschied, oder siehts du es anders?
    Wenn ein Krebskranker keine Zytostatika nimmt oder Diabetiker kein Insulin, stirbt er. Ich sterbe nicht, wenn ich kein Medikinet nehmen werde.

    Ich werde extrem sensibel, unsicher, emotional instabil aber ich werde leben.
    Und eigentlich wollte ich diese Sachen mithilfe einer Psychotherapie bekämpfen, das gestaltet sich jetzt aber als extrem schwerig.
    Wie soll ich was bekämpfen, was gerade ruhig gestellt ist.
    Das ist ungefähr so, als wenn ich unter stärkste Schmerzmittel gefragt werde, wo es weh tut? Der Antwort ist dann: keine Ahnung, die Schmerzen sind gekillt
    Aber die Krankheit besteht weiter.

    Genauso ist es jetzt. Ich bin nicht selbstbewusst, die Tablette macht mich selbstbewusst. Und dieses Wissen: "Eigentlich bin ich ohne genauso ein heuledes Elend" macht mich wahsinnig.
    Ich kann nicht auf irgendwas mehr stolz sein, weil ich nicht weiss, ob es mein Verdienst ist.
    War ich in dem Gespräch so smart, weil ich es gut kann oder war es die Pille, die mich smart macht?
    Bin ich nicht ausgerastet trotz Niederlage, weil ich wirklich was gelernt habe bei DBT oder ist das wieder mal nur Tablette?
    Es ist unheimlich frustrierend

    Hätte es vielleicht für mich mehr Sinn, erst die ganze Behandlung zu machen und erst dann, wenn nicht hilft, zu Medikament zu greifen?
    Vor allem, weil es mit der Jobsuche es sich doch in die Länge zieht und noch kein neuer Job im Sicht ist, also muss ich auch nicht 100% leistungsfähig sein.

  2. #12
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Ich kenne auch starke Ambivalenzen gegenüber dem Medikament.Aber letztendlich kommt bei allem abwägen immer ein pro für mich raus.Und ich waege regelmäßig wieder neu ab.Bei dir lese ich zuviel contra.Ich würde wohl erstmal die Therapie machen und dann nochmal neu entscheiden.Läuft dir ja nicht weg.

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Mein Kompromiss ist, das ich weniger nehme, als ich verschrieben bekomme. Klingt saublöd, aber so habe ich das Gefühl das ich "Chemie einspare".

    Felis mit Medikation wird aus dir aber kein anderer Mensch, sie erzieht dich nicht, setzt nicht deine Werte und macht dich auch nicht intelligenter. Sie bringt nur bestimmte Anteile von dir mehr in den Hintergrund, und andere dafür in den Vordergrund.

    Um so öfter du die nun hervorgetretenen Anteile nutzt, umso öfter stellen sich auch neue und andere Verbindungen in deinem Hirn ein, bestimmte Dinge werden verfestigt und sind immer weniger auf Medikation angewiesen. Es ist wie bei der DBT, dies ist ein zusätzlicher oder anderer Ansatz.


    Ich merke immer wieder, das du an deiner "rebellischen" Seite, und auch an deiner aggressiven Seite sehr festhältst, wahrscheinlich weil du dich so gewohnt bist, und weil du dich dadurch auch individuell fühlst, was bei dir sehr viel mit Freiheit zu tun hat, aber auch wenn du nicht aneckst, bist du individuell, wenn allerdings nur deine Aggressivität und depressive Stimmung deine Individualität ausgemacht hat, dann wäre das wirklich ein Problem. Das glaube ich aber nicht, dessen solltest du dir aber mehr bewusst werden.

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Was mir auch noch so einfällt zu deinem Thema:
    Bei mir gab es einen Zeitpunkt, den ich genau benennen kann wo es mir einfach entgültig gereicht hat mit allem, ich plötzlich offen für das Thema Medikament war, und seitdem MPH (bis heute) als unglaubliche Erleichterung empfinde, trotz aller Vorbehalte die auch zu "Einsparversuchen" führen- ich spare es oft am Wochenende ein durch Nichteinnahme, wenn ich keine Anforderungen habe.

    Während ich all die Jahre davor in Therapien war hätte mich allerdings auch niemand dazu bekommen ein Medikament zu nehmen, da wäre ich auch für die Diagnose nicht offen gewesen, Keine Ahnung warum, es war einfach noch nicht die Zeit. Daher verstehe ich dich deine Zweifel.

    Und daher denke ich man sollte sich keinesfalls dazu zwingen oder überreden lassen, wenn man sich nicht innerlich wirklich bereit dazu fühlt.
    Für mich bedeutete Medikamenteneinnahme früher: Eingestehen von Schwäche, Kampf verloren, Abhängigkeit, verlieren meines Selbstwirksamkeitsglauben etc. Heute heißt es für mich nützliche Krücke, die mir Chancengleichheit zu meinem Umfeld ermöglicht.
    Allerdings profitiere ich wohl auch deswegen davon, weil ich diese Therapien im Vorfeld hatte, schätze ich.

  5. #15
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Habe morgen eine Therapie, werde das ansprechen.

    Irgendwie ist es mir klar, dass ich mit Medikamenten mich fast gesund fühle,
    andereseits fühle ich mich so, als ob es nicht mein Verdienst wäre, es ist wie eine 1 für eine abgeschriebene Clausur.

  6. #16
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Jetzt haben wir das es so vereinbart:
    Ich habe Therapie-Termin um 08:00 Uhr ohne Medikinet, erst danach nehme ich es.
    Ist auf jeden Fall ein Versuch wert.

  7. #17
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Habe heute meine Therapie - Stunde ohne MPH, es bringt tatsächlich viel mehr.
    Ich bin dünnhäutiger, die verdrängte Sachen kommen hoch, ich kann weinen.
    Ich halte es für sinnvoller, da ich dann den Leidensdruck habe (ohne Leidensdruck keine Veränderung).
    Da ich nicht hyperaktiv bin und gut zuhören kann, beeinträchtigt es mich nicht in Therapie

    MPH macht mich dickhäutiger, steigert mein Ego und macht mich durchsetzungsstärker, es ist gut für den Alltag.
    Therapie mache ich lieber auf den "nüchternen Magen" ,also um 08:00 Therapie-Stunde ohne MPH und erst dann Medikamenteneinnahme

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 104

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Ist irgendwie komisch das hier oft das Gegenteil geschrieben wird wie ich empfinde. Roboterhaft mit Ritalin, bei mir ist es wieder anderst rum.
    Naja, mit Ritalin ändert sich nicht soviel, aber mit Dexamphetamin bei mir soviel das ich davor Angst vor bekommen habe. Ohne bin ich ein Arsch,
    ich bin zwar freundlich, aber man merkt mir an ich will mit Menschen nix zu tun haben, mit Kollegen über nix privates sprechen oder gar mal weggehen.

    Freunde hab ich nicht, brauch ich nicht. Wenn ich mich mit jemanden außer meinem Bruder oder meiner Freundin Smalltalk betreiben muss, fühl ich
    mich total unwohl. Bin auch so richtig emotional tot und Gedanken über die Zukunft oder irgendwelche ziele im Leben hab ich auch nicht groß.

    Mit Ritalin ist das anderst geworden, mit Dexamphitamin noch viel schlimmer. Mein kompletter Schutzpanzer ist gebröckelt und damit bin ich erstmal nicht klar gekommen.
    Vor allem als ich mich etwas dran gewöhnt hab, weils mir auf einmal Spass gemacht hat mal wegzugehen ect. kam die Angst das ich das wieder verlieren kann und habs
    freiwillig aufgegeben.

    Hat mich die einzige Freundschaft die ich mir in den letzten 20 Jahren erarbeitet habe kaputt gemacht. Und ich war nach 2 Tagen ohne das Zeug genauso gefühlskalt wie vorher,
    es hat mir nichts ausgemacht. Wenn ich mich entschließen sollte Dexamphetamin nochmal zu nehmen, werd ich mir dafür so in den Arsch beißen....

    Versteh auch nicht warum man es am Wochenede nicht nehmen sollte. Ist ja nicht nur die Konzentration besser. Allein das das Gedankenkarussel in der Zeit abgeschaltet
    ist, reicht mir aus. Das ist bei mir aber auch stark ausgesprägt.

  9. #19
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    @eternal-blue
    Smalltalk kann ich genausogut mit MPH wie ohne führen, Menschenlesen geht auch und ich bin mit MPH nicht mehr (aber auch nicht weniger) misantrophisch wie immer. Nette Gespräche führen, Witzchen reissen und in Hinterkopf die Gedanke" was für Idioten" haben..also wie immer.
    Wie nennt man das? Gesellige Misantropin?
    Genauso wie ohne MPH muss ich aufpassen, mit meinem pechschwarzen Humor nicht zu übertreiben
    Ich fühle mich ja nicht unbedingt roboterhaft und der Wunsch, zu feiern, hat auch nicht unter MPH gelitten.
    ich fühle mich dann eben wie "Lieschen Müller", also normal.
    Meine emotionale Instabilität ist dann weg, eigentlich gut.

    Nun bin ich aber gerade wegen meiner emotionaler Instabilität, meinen Wut und meiner extremer Kränkbarkeit in Therapie gegangen, da ich immer noch die Hoffnung habe, es therapeutisch soweit unter Kontrolle zu bekommen, dass ich keine Medis mehr brauche (fürs Konzentration brauchte ich keine medis, kann mich dank meiner Eltern, die sehr viel Zeit in mich investierten, einigemassen gut focussieren).
    Wenn ich unter MPH bei Therapeutin sitze, ist es einfach verlorene Zeit.
    Dann könnte ich lieber ins Fitnesstudio gehen.

    Ach ja, meine Arroganz ist unter MPH stärker geworden, tja nicht so gut, langsam bekomme ich Angst, dass ich narzistisch sein könnte bzw. die Wesenszüge einer Narzistischer Persönlichkeit aufweise.

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 476

    AW: Medikinet und Psychotehrapie

    Liebe Felis,

    dann ist es doch aber gut, dass Du mit Deinem Therapeuten jetzt diese 8:00 Uhr ohne MPH - Lösung gefunden hast. Gut finde ich auch, dass Dein Therapeut Dich da ernst nimmt. Das schafft meines Erachtens nach Vertrauen, was für eine Therapie unerlässlich ist.

    So kannst Du an den Problemen arbeiten und musst trotzdem nicht auf die positiven Wirkungen des Medikaments verzichten.

    Und ich glaube auch nicht, dass Du wie "Liesschen Müller" bist. Das m. E. ist ein blödes Klischee und Vorurteil, was so gut wie keiner erfüllt, denn wir sind alle einzig und manche dabei vielleicht artig, was dann zu besagtem Vorurteil führen kann.

    Für mich hört es sich ähnlich an wie bei mir als ich mit der Medikation angefangen habe. Ich musste mich erst mal daran gewöhnen "anders" zu sein. Wobei anders ja nicht unbedingt schlechter sein muss.

    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg mit Deiner Therapie!

    LG!

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