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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    Nicht mehr allein?

    Hallo,
    ich bin seit 40 Jahren in psychiatrischer Behandlung, seit über 30 Jahren nicht mehr stationär. Medikamente immer fokussiert auf oder gegen Depressionen, immer wieder zusätzlich Medikamente gegen Psychosen. Wurde 2015 von meinem Arzt auf ADHS getestet und das Ergebnis war eindeutig. Einstellung auf ADHS Medikamente ist immer wieder nach einigen Tagen gescheitert durch meine Ängste vor Kontrollverlust. Mein Arzt ging in Rente, ich hatte aber immer noch die Option zu Telefonaten und privaten Gesprächsterminen. Die Ärztin in der noch bestehenden Praxis, die mich übernommmen hätte, verstarb. Dann verstarb mein langjähriger vertrauter Arzt vor wenigen Monaten. Der dritte Arzt in dieser noch bestehenden Gemeinschaft stellt die Diagnose und vorherige Behandlung komplett in Frage. Mit Unterstützung meiner Hausärztin nehme ich jetzt seit 4 Wochen Medikamente gegen ADHS, habe dafür die Antidepressiva weggelassen. Ich habe aktuell keine ärztliche Betreuung durch einen Psychiater, der sich auch mit ADHS beschäftigt und meine Hausärztin ist eine liebe Frau, kennt sich aber mit den Dosierungen nicht aus, was völlig o.k. ist. Ich suche jetzt verzweifelt Ansprechpartner, die ich fragen kann, was gerade mit mir geschieht und was ich machen soll. Ich habe gestern versucht, Türen einzurennen in Ambulanzen, die sich auch mit ADHS beschäftigen, da ich gerade von Tag zu Tag zu einer bestimmten Tageszeit komplett instabil werde. Habe jetzt einen Termin für in 4 Wochen, weiß aber nicht, was ich bis dahin machen soll. Ich erhoffe mir hier so sehr, dass ich durch Erfahrungen anderer vielleicht nicht mehr so viel Angst habe bis dahin oder einen Tip erhalte, was ich bis dahin machen kann.

    Dies hatte ich letzte Woche zu meiner Vorstellung geschrieben, gehe aber irgendwie zur Zeit in diesem Forum unter. Versuche seitdem immer wieder in den öffentlichen Bereichen Kontakte herzustellen, aber ohne Erfolg.Leider muss ich auch weiter öffentlich schreiben, da ich immer noch nicht freigeschaltett wurde für andere Bereiche. Seis drum, also bettele ich hier noch einmal öffentlich um Tips oder mentale Unterstützung. Mittlerrweile habe ich Venlaffaxin einfach wieder dazu genommen und Gott sei Dank war das auch anscheinend richtig, da ich nicht mehr ganz nah am Abgrund stehe. Nehme jetzt aktuell 2X10 mg Medikinet Adult und dazu 2X75 mg Venlafaxin.
    Meine Lebensversicherung in den ganzen Jahren war immer meine Angst vor dem Sterben an sich, aber nie vor dem Tod. Das klingt für manchen vielleicht dramatisch, ist aber eine klare sachliche Aussage von mir. Ausschließlich mit dem Medikinet hatte sich diese Angst leider veringert, mit dem gewohnten Venlafaxin weniger. Was mich nach wie vor so bestürzt ist, dass ich tatsächlich damit zur Zeit alleine bin und diese Aussage hat absolut nichts mit Selbstmitleid zu tun. Ich möchte weiter leben, ich möchte nichts besonderes, einfach normal leben wie viele andere. Durch die gute und so lange Betreuung meines Arztes kam ich gar nicht mehr auf den Gedanken, dass ich auf einmal keinen Ansprechpartner mehr habe, der mich so kennt, wie ich bin. Was mache ich nur? Und hier bettele ich schon um Unterstützung, oh Mann, ich weiß gerade nicht, ob ich einen großen Fehler mache mit meiner Schilderung, aber jetzt sende ich einfach.

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Nicht mehr allein?

    MPH kann Ängste verstärken, ich finde es ehrlich gesagt nicht so gut, das du das ohne feststehende Betreuung von einem Psychiater nimmst. Es kommt doch nicht auf 4 Wochen an. Bei mir mussten auch einige Psychopharmaka umgestellt werden, damit das mit MPH alles konform ist, die Zeit sollte man sich selbst auch geben.

    Für mich wäre das zu viel, Arztsuche, Medikamentenrumgewurschtel und das alles ohne Fachperson. Deine Hausärztin mag ja nett sein, aber vielleicht übernimmt sie sich auch.

    Klingt für mich irgendwie alles nach einer wackligen Angelegenheit ohne STeuermann.

  3. #3
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Nicht mehr allein?

    Lieben Dank für deine Antwort.
    Diese Einstellung mit genau dieser Dosierung hat mein verstorbener Arzt mehrmals bei mir versucht, da ich aber sehr starke Ängste vor neuen Medikamentten habe, habe ich dies immer nur 2 Tage ausgehalten. Mein Arzt kannte diese starken Ängste und wußte, er muss sehr viel Gedud haben und evtl. noch mehrere Anläufe, bis er mich dazu bewegen kann, das Medikinet dauerhaft einzunehmen.
    Und jetzt vor 1 1/2 Monaten spürte ich den Mut und auch den Satz...wenn nicht jetzt, wann dann.....und habe es tatsächlich geschafft, die ersten Tage mit Nebenwirkungen auszuhalten und jetzt die Wirkung von Medikinet zu spüren. Ich habe dabei aber das Venlafaxin weggelassen, was nie im Gespräch war. Seitdem ich das Veenlafaxin dazu nehme wieder, wie vorher schon, ist es eindeutig besser.
    Hätte ich genau jetzt nichts geändert, wäre ich auf jeden Fall stationär in eine Klinik gekommen und das hätte mich um Jahre zurückgeworfen. Deswegen auch meine Eile und auch Eigenmächtigkeit. Ich habe mir damit Luft geschaffen, einen neuen Arzt zu wählen und den Termin zu vereinbaren, dazu wäre ich vorher nicht mehr in der Lage gewesen. Ich rate zu einer solchen Vorgehensweise niemandem, aber für mich war es aktuell die einzige Chance. Ich war an einem Punkt, an dem sich vieles wieder entschieden hat und ich habe wieder eine Chance gewonnen.

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