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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #51
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    Hallo Lautsprecher,

    den Vergleich finde ich gut.

    Der Patient sieht, mit dem Hörgerät könnte Vieles einfacher sein, die alte Leichtigkeit des Lebens kehrt wenigstens teilweise zurück. Und dann ist da jemand der einem erzählt, es geht dir noch nicht schlecht genug.

    Ist doch eine Anmaßung, oder? Soll doch jeder selbst entscheiden, ob er auf etwas freiwillig verzichtet, was technisch oder medikamentös heute möglich ist.

    Ich nehme seit 12 Jahren MPH und könnte vielleicht auch ohne auskommen. Aber warum sollte ich? Frühere Generationen wären froh gewesen über heutige ADHS-Medikamente. Oder Hörgeräte. Das ist Lebensqualität. Die im Übrigen für Hörende oder ADHS-Nichtbetroffene selbstverständlich ist.

  2. #52
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    lautsprecher schreibt:
    Ist es normal, dass erst nein zu Medis gesagt wird und dann auf einmal so, als sei es ein Aspirin?
    Aspirin ist ein vergleichsweise gefährliches Medikament. Es sind schon viele tausend Menschen an der blutverdünnenden Nebenwirkung gestorben. Teilweise wird diese Nebenwirkung auch bewusst ausgenutzt, indem Patienten niedrig dosiertes ASS nehmen. Aber auch die müssen total vorsichtig sein und überwacht werden, es kann immer eine unentdeckte innere Blutung geben die dann nicht mehr aufhört.

    Es gibt weitere gefährliche Nebenwirkungen, siehe
    https://de.wikipedia.org/wiki/Acetyl..._Gegenanzeigen

    Dagegen ist Methylphenidat sehr harmlos. Das muss es auch, weil man es wenn dann täglich und über einen längeren Zeitraum nimmt. Immer noch ein Medikament, selbstverständlich, aber gar kein Vergleich mit ASS.

    Sie meinte vielleicht mal ein Monat. Was soll sich in einem Monat ändern? Das ist doch merkwürdig. Warum fühlt man sich da so merkwürdig mit, wenn es um Medikamente geht?
    Werde ich jetzt bewusst in die Abhängigkeit geführt? Aber probieren möchte ich das schon gerne, einfach zu wissen, wie es wirkt und was es auf lange Dauer macht.
    Einen Monat hat keinen größeren Sinn. Wobei, natürlich kannst du nach einem Monat oder schon viel früher aufhören, wenn du Nebenwirkungen hast, die du nicht akzeptieren möchtest (die gehen allerdings zu einem großen Anteil nach 2-3 Monaten weg). Aber wenn es vorteilhaft ist, warum dann nur einen Monat?

    Nein, MPH macht nicht abhängig. Das ist weltweit noch niemals berichtet worden, bei bestimmungsmäßigem Gebrauch. Und das liegt, habe ich mal gelesen, an der Anflutgeschwindigkeit. MPH wirkt nach 20-40 Minuten und macht daher auch keinen "Kick".

    Eine gewisse emotionale Abhängigkeit, in dem Sinne von, ich möchte nicht verzichten auf das Gute das ich kennen gelernt habe, ist durchaus da. So wie bei einem guten Hörgerät vermutlich, das man dann auch nicht mehr abgeben mag. Aber eine Sucht im engeren Sinne ist das nicht!

  3. #53
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    Vielen Dank für die vielen Infos.

    Zur Zeit bin ich leider nur total verwirrt. Hab am Anfang, gar nicht gedacht, dass das solche Auswirkungen haben wird, also meine "Entdeckung der ADHS".

    Es ist irgendwie toll zu erfahren, woran es liegt, was alles so im Leben schiefläuft, warum man ist, wie man ist. Es fühlt sich auch an, dass man das nicht von sich mehr trennen kann.

    Und auf der anderen Seite, wünschte ich mir, davon nie etwas erfahren zu haben, weil ich mich selbst "als ganz normal" gesehen habe.

    Am Anfang fühlte es sich auch so an, als würde ich den Medikamenten hinter her rennen aber jetzt wo ich kurz davor stehe, weiss ich nicht mehr so recht, was ich davon halten soll.

    Man bekommt gesagt, du erwartest zu viel vom Leben und du solltest einfach nur zufrieden sein. Aber nein das geht nicht, da man um sich schaut und alle happy sind und man selbst weiß das einem etwas fehlt. Dann denke ich mir, ja so schlecht ist ja alles gar nicht. Hab nen Job, ein paar "Freunde", nen Dach übern Kopf, was will man mehr. First-World-Problems??
    Und doch spüre ich, dass es nicht ohne gehen wird.

    Wenn man Gespräche darüber führt, wird einem davon abgeraten. Die Medien, dann irgendwelche Leute etc. Meine Mutter sieht das so skeptisch, dabei haben wir ja ein "gestörtes" Verhältnis, aufgrund meiner ADHS oder hat sie eins mit mir?? naja whatever ... worauf ich hinaus möchte, ist dass es doch eine krasse Entscheidung ist und ich total verwirrt bin.

    Mir braucht keiner mehr zu sagen, dass ich nur wegen dem Medikament oder irgendwelcher Drogen dahin gehe, auch wenn es bei anderen vielleicht so rüber gekommen ist. Weil es doch eine RIESENGROSSE Entscheidung ist, die man fällen muss.

    Wem ging es noch so? Sorry, aber ich musste mir das jetzt von der Seele schreiben.

  4. #54
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    Ich kann Dich sehr gut verstehen ....
    Was Du beschreibst, ist so ziemlich genau der Gedankenwirrwarr, der sich einem Betroffenen bietet, wenn man mit der Diagnose und der plötzlichen Wahrnehmung all dieser Dinge konfrontiert wird.

    Auch wenn es Dir jetzt in diesem Moment nichts nützt, so lass Dir versichern:
    Das vergeht wieder

    Du stehst am Anfang einer Reihe von "Phasen", die "ganz normal" in einer solchen Situation sind undn nahezu jeder hier wird Dich verstehen und das nachfühlen können.

    Ein Punkt kann ich allerdings ein wenig relativieren:
    Die Frage nach den Medikamenten bedeutet keine so riesengroße Entscheidung, wie es Dir im Moment vielleicht erscheinen mag.

    Es ist etwas, das Du ausprobieren kannst und wenn es nicht klappt, dann nicht und wenn, dann ist es gut, dann lass es ein wenig laufen und schau, ob es auf Dauer passt oder Alternativen gibt oder ob Du irgendwann in Bahnen fährst, in denen eine Medikation nicht mehr erforderlich ist, auch das kann passieren.
    Wenn sich die Umstände erneut irgendwann mal ändern, dann kannst Du auf all dieses jetzt gewonnene Wissen, das natürlicherweise so ziemlich jeden anfangs überfordert, zurückgreifen und entscheiden, ob es wieder mit Medikamenten weitergehen soll.
    Zumindest hast Du dann schon all das Wissen, kennst Dich aus, hast es ausprobiert und dann haut einen so etwas nicht mehr um.

    Frag Dich:
    Was hast Du zu verlieren?

    Was ich im Moment wahrnehme, ist der "ganz normale" Weg, den jeder geht .... anfangs ist da diese Erleichterung, ... erleichterung darüber, nun zu wissen und zu verstehen, warum die Dinge so sind, wie sie sind.
    Dann folgt die Wut ... Wut darüber, dass man es nicht vorher wusste, dass es einem niemand gesagt hat, dass so viele Jahre verschenkt sind usw. usw.
    Der Wut folgt vielleicht die Trauer ... nicht jede Phase trifft jeden, aber es gibt da so einige...
    Irgendwann kommt dann dieser entscheidende Punkt der Akzeptanz.
    Und zwar der, der wirklichen und wahren Akzeptanz. (es gibt zwischendurch mal so einen Moment, an dem glaubt, da angekommen zu sein, aber dann merkt man, dass man es nocht nicht ist, meist versucht man dann nochmal gegen die ADHS anzukämpfen, statt sich mit ihr zu arrangieren, sie als gegeben hin- und anzunehmen und funktionale Strategien zu gewinnen, statt zu versuchen, so zu sein wie die anderen).

    Ich denke, Du bist auf einem guten Weg.
    Lass Dir Zeit und lass Dich nicht von alldem treiben .... das versucht es natürlich und man ist versucht, dem nachzugeben.

    Und keine Angst vor Medikamenten, da gibt es schlimerererere .... und scheiß auf das, was andere, die sich mit ADHS nicht auskennen, also Eltern und Bekannte etc. Dir sagen .... die wissen gar nichts und auch wenn sie sagen, dass sie es verstehen, beweisen sie am Ende immer, dass sie genau das nicht tun, also lass sie reden und lass Dich nicht von ihnen beeinflussen.

    LG
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (13.02.2016 um 14:47 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  5. #55
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    Hallo es gibt mal wieder ein kleines Zwischen-Update von mir

    Ja ich habe mich wirklich verrückt gemacht die letzten Wochen und Monate. Es war fast wie ein verkrampfter Kampf mit mir/meiner Umwelt und "in Gedanken" mit der Therapeutin.

    Also ich gestern wieder zu ihr hin ein bisschen "Achtsamkeit" ich gebe den Themen und Gesprächen Bezeichnungen wie die Schulfächer früher in der Schule und ja das Fach Achtsamkeit ist das langweiligste von denen.

    Danach gab's en bisschen Smalltak und Hausaufgaben, sie war dieses Mal sehr freundlich und auch ich konnte mich in dieser Situation relativ gut entspannen. Aber meine Inneren Dialoge bis dahin ... waren einfach (Achtung Ironie) göttlich.

    Ich habe Ihr dann auch gesagt (ganz erwachsen, wie ich ja auch sein kann), dass ich es mit Medikamenten versuchen möchte und dann hat sie zugestimmt und mir Rilatine (so heißt Ritalin hier im Benelux-Raum) verschrieben.

    Also meine Erfahrung bis jetzt ist einfach, dass man sich wirklich nicht damit verrückt machen sollte, aber leichter gesagt, als getan. Ich kann nur an alle unentschlossenen Chaoten sagen, dass man mal zum richtigen "Psychiater" gehen sollte, die rupfen einem nicht dem Kopf ab und schicken einen in die geschlossene.
    Geändert von lautsprecher (16.02.2016 um 20:53 Uhr)

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