Seite 2 von 6 Erste 123456 Letzte
Zeige Ergebnis 11 bis 20 von 55

Diskutiere im Thema Diagnose jetzt doch keine Medikamente im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Pepperpence

    Gast

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    lautsprecher schreibt:
    Bei der Frage, was ich an mir ändern will, ist mir auch spontan nix wirklich eingefallen.

    Ich denke genau darum geht es aber. Medikamente können einem nur dabei helfen bestimmte Verhaltensweisen zu ändern ... wer sie nimmt ist nicht automatisch, ordentlich, pünktlich, bescheiden und still
    Zu wissen was man aktiv ändern will lässt eine medikamentöse Behandlung meiner Ansicht nach erst sinnvoll werden . . vielleicht möchte sie die Punkte erst in einer Therapie mit Dir klären

  2. #12
    DaveR

    Gast

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    Pepperpence schreibt:
    .. wer sie nimmt ist nicht automatisch, ordentlich, pünktlich, bescheiden und still
    ein bißchen manchmal eben schon.....

    Es kommt immer darauf an, wo es hakt,

    wenn jemand eigentlich gute Problemlösungs-Strategien hat hilft es nichts,wenn er sie nicht umsetzen kann weil es an der Aufmerksamkeit fehlt.

    Wenn jemand super aufmerksam ist, aber auf der strategischen Seite happert es, ist Scheitern mit MPH genauso wahrscheinlich wie ohne.

    In der Realität werden die meisten "Fälle" irgendwo zwischen den beiden Extremen anzusiedeln sein insofern macht eine Behandlung ammeisten Sinn,wenn sie sich eben auf den jeweiligen Ist-Zustand bezieht.

    Wo ich Dirauf jeden Fall Recht gebe ist,dass es schon bezeichnend ist, dass lautsprecher keine Antwort auf die Frage nach möglichen Veränderungen hatte.

    Die fallen einem mit MPH auch nicht eher ein.

    Aber genau das wäre eigentlich die erste Frage, die man sich stellen bzw. zumindest teilweise beantworten müsste.....

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    Pepperpence schreibt:
    Ich denke genau darum geht es aber. Medikamente können einem nur dabei helfen bestimmte Verhaltensweisen zu ändern ... wer sie nimmt ist nicht automatisch, ordentlich, pünktlich, bescheiden und still
    So ist es.

    Die Medikamente bilden sozusagen das Fundament, auf dem ein Gebäude aufgebaut wird.

    Ohne dieses Fündament wird das Gebäude an allen Ecken und Enden instabil, muss aufwändig gestützt und immer wieder repariert werden, aber so richtig genutzt werden, kann es nicht und man vergeudet unglaublich viel Energie damit, das ganze Gebilde am stehen zu behalten.

    Die Medikation ist dieses Fundament, aber das Gebäude muss man schon selbst bauen, wozu man damit aber auch die nötige Basis hat.

    Das findet sich im Forum auch immer wieder schön erklärt von web4health ... müsste ich aber suchen, das kann schon etwas her sein ... ich krieg das nicht mehr zusammen.
    Geändert von Fliegerlein ( 3.02.2016 um 17:52 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.728

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    Pepperpence schreibt:
    Ich denke genau darum geht es aber. Medikamente können einem nur dabei helfen bestimmte Verhaltensweisen zu ändern ... wer sie nimmt ist nicht automatisch, ordentlich, pünktlich, bescheiden und still
    Zu wissen was man aktiv ändern will lässt eine medikamentöse Behandlung meiner Ansicht nach erst sinnvoll werden . . vielleicht möchte sie die Punkte erst in einer Therapie mit Dir klären
    Nein, das sehe ich anders. Medikamentöse Therapie ermöglicht auch eine andere Wahrnehmung und versetzt einen eventuell auch in einen Zustand, zu erkennen was man ändern will. Oder auch nicht ändern will, aber zufriedener zu sein.

    das merkwürdige ist, dass sie selbst ADSlerin ist, deswegen dachte ich mir ja, dass sei eine ganz angenehme Therapeutin, da sie ja von sich selbst aus die ganze Problematik besser verstehen kann.

    Sie gibt sie ihren Kindern nur zum Lernen, und sagte, dass sie aufpassen sollen, dass sie auch was lernen, was sie wirklich interessiert.
    Tja, hier könnte das Problem liegen. Wenn sie selbst ADS-lerin ist und ihre Kinder auch, dann hat sie Entscheidungen bezüglich Medikamentengabe getroffen, und überträgt möglicherweise diese (bzw. die Kriterien, die für sie zu diesen Entscheidungen geführt haben) auch auf ihre Patienten.

    Dann fällt es schwerer zu akzeptieren, wenn jemand sich für Medikamente entscheidet, auch wenn er/sie keine größeren Schwierigkeiten im Leben hat als sie selbst oder ihre Kinder.

    Ich denke, dir bleibt nichts Anderes übrig als ihr klar zu sagen, dass du dich für Medikamente (bzw. erstmal den Versuch damit) entschieden hast und das auch wenn sie dir davon abrät. Wenn sie sie dir dann dennoch verweigert, solltest du dir die Diagnose ausführlich schriftlich geben lassen (solltest du unabhängig davon sowieso) und woanders hingehen.

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    4.Kl.konzert schreibt:
    Nein, das sehe ich anders. Medikamentöse Therapie ermöglicht auch eine andere Wahrnehmung und versetzt einen eventuell auch in einen Zustand, zu erkennen was man ändern will. Oder auch nicht ändern will, aber zufriedener zu sein.
    Das ist allerdings wahr.

    Da ADHS ja eine recht komplexe Störung ist, welche auch mit ebensolchen Wahrnehmungsproblemen einhergeht, kommt es mit der Medikation dazu, dass man plötzlich, wie ein Fehlsichtiger, der eine Brille bekommt, dazu, dass man "klarer sieht".
    Plötzlich erkennt man, dass die Probleme möglicherweise eine andere Ursache haben, als man sonst immer dachte, bzw. man nimmt Probleme überhaupt erst als solche wahr.

    Und man muss auch bedenken, dass ADHS neben den genannten Punkten Aufmerksamkeitsinkonsistenz und Wahrnehmungsprobleme (Selbst- u. Fremdwahrnehmung) auch eine Entwicklungsverzögerung in den Exekutiven Funktionen bedeutet.

    Die Medikation ist irgendwie in allem ein bisschen involviert.

    Keine Pille beinhaltet Wissen, aber dennoch kann sie einem den "Blick etwas freier machen".

    Man muss allerdings dazu sagen, dass die andere Wahrnehmung und die Erkenntnis, dass und wenn, was zu ändern ist, nicht gleichzeitig bedeuten muss, dass man es auch ändern kann.
    Da setzt dann die Therapie an.
    Nicht alles kann man sich selbst beibringen.

    Soll heißen:
    Das alles ist sehr vielschichtig und ich würde sagen, es trifft beides zu .

    Allein schon deshalb wird ja an allen möglichen (fachkundigen) Stellen dazu geraten, immer eine kombinierte Therapie durchzufühen, Medikation und Therapie/ Coaching .... vollkommen logisch eigentlich.
    Geändert von Fliegerlein ( 3.02.2016 um 17:51 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  6. #16
    DaveR

    Gast

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    4.Kl.konzert schreibt:
    Ich denke, dir bleibt nichts Anderes übrig als ihr klar zu sagen, dass du dich für Medikamente (bzw. erstmal den Versuch damit) entschieden hast .
    rein technisch bleibt ihm sehr wohl was anderes übrig, z.B. mal auszuprobieren wie es für ihn funktioniert wenn er ihren Vorschlag umsetzt.

    Versuch macht klug.


    Ich glaube zwar auch,dass eine medikamentöse Therapie einem dabei helfen kann klarer zu erkennen,was man ändern möchte.

    Aber wenn man sich die Frage nicht sowieso stellt fängt man mit MPH halt auch nicht plötzlich damit an. Das muss man sich schon angewöhnen.

    Ich sehe für lautsprecher viele Benefit-Optionen durch "angeleitete Selbstreflektion".


    Ich find es ziemlich problematisch den Patienten/Therapeuten aus der Ferne so mitreinreden zu wollen, obwohl man die Situation eigentlich gar nicht kennt.
    Dem Therapieverlauf tut es sicher nicht gut.
    Geändert von DaveR ( 3.02.2016 um 17:09 Uhr)

  7. #17
    DaveR

    Gast

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    Hallo Fliegerlein,

    Dein Zitat bietet sich wunderbar an,um etwas zu verdeutlichen, was ich mir in letzter Zeit oft gedacht hab. Deswegen erlaube ich mir,es dafür zu benutzen.
    Versteh es bitte (!!!) nicht als Kritik an Dir. Bei dem was Du sagst hast Du ja Recht - im Prinzip.
    Wobei..und darauf will ich hinaus...man im Prinzip Recht haben und trotzdem den Kern der Sache völlig verfehlen kann.
    Ich möchte allgemein ein bißchen dafür werben,sich bewußt zu machen,dass der Fall oft viel weniger klar ist als man auf den ersten Blick sieht.......


    Fliegerlein schreibt:
    Basierend auf der einzelnen Aussage, die Medikation sei nur für's Lernen ....: Dem ist nicht so ...

    Bei solchen Aussagen muss man halt auch verstehen, warum sie so gefallen sind.

    Manchmal hat sowas einen durchdachten Hintergrund.

    Wenn Therapeuten ihren Patienten auf den Kopf zusagen: "Nein, das Medikament um das Sie mich bitten gibt es nur für Patienten mit schwererem Verlauf" - was passiert dann wohl?

    Genau, der Patient wird an sich selbst erkennen, dass die Symptome immer ausgeprägter werden.

    (vgl lautsprechers Eröffnungspost dazu: "Verhalten wird nicht besser, außer, dass ich sich irgendwie das ganze ADHS Spektrum erkennbar macht. Immer mehr verpeilt und so. Bin letztens sogar auf Arbeit gegangen, obwohl ich Urlaub hatte.")

    Deswegen sagen sie mitunter lieber "Nein, dass Medikament ist doch für was ganz anderes" - methodische Gesprächsführung (in diesem Fall: Reframing) - provoziert manchmal weniger Widerstand. Hat in diesem Fall offensichtlich nicht geklappt.

    Außerdem hat sie nicht mal das gesagt, sondern nur (wenn lautsprecher richtig zitiert hat) "sie gibt es nur zum lernen"....jeder Mensch lernt hoffentlich jeden Tag was...ergo ist die Aussage sehr unverfänglich.

    Vielleicht hat sie sich auch was ganz anderes dabei gedacht.....!

    Aber aus dieser Perspektive ist es jedenfalls schon deutlich mehr, als schlicht eine unzutreffende Aussage.

    Solche Zusammenhänge erschließen sich aber aus der Ferne nur schwer und man kennt weder die Beteiligten noch den therapeutischen Ansatz, dem die Leute folgen.

    Oft fühlt man sich zwar eigentlich gut informiert...aber wenn man es sich bewusst macht erkennt man,dass 80-90% im Verborgenen liegen.

    Interessant oder...?

  8. #18
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 301

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    lautsprecher schreibt:
    Hab ich da was falsch verstanden? Wie ich durch den Tag komme ist wohl egal?
    Das nennt sich dann Bedarfsmedikation.

    Es ist immer besser weniger als mehr Medikamente zu nehmen.

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    Brrrzz schreibt:
    Das nennt sich dann Bedarfsmedikation.
    Nur daß die Medikation bei ADHS keine Bedarfsmedikation ist....

    Es gibt dabei allerdings durchaus Ausnahmen, in denen man dazu übergehen kann.
    Das ist aber nicht in der Anfangsphase der Fall, sondern wird dann jenen angeboten, die schon einen guten, meist langjährigen Therapieverlauf und eine für sich jeweils gut funktionierende Umgebung mit einer sauberen Struktur haben.
    Und die vor allem gelernt haben, zu erkennen, wann der Bedarf eintritt, was ja eine gehörige Leistung an Selbstwahrnehmung erfordert.

    Brrrzz schreibt:
    Es ist immer besser weniger als mehr Medikamente zu nehmen.
    Da stimme ich zu, allerdings ohne das mir etwas zu fatalistische "immer" .

    Es muss Sinn machen und vertretbar sein und sollte nicht auf absehbare Zeit neue Probleme bereiten können.

    Man kann ja mit ADHS auch ohne Medi's zurecht kommen .... so irgendwie .... bis man dann irgendwann an den Punkt gelangt, an dem der eigene Akku leer ist, während die anderen noch munter weiter machen können.
    Man selber nimmt das ja nicht so wirklich wahr.
    Man fühlt sich vielleicht, als würde man "irgendwie mit angezogener Handbremse fahren" ... aber erklären und genauer beschreiben kann man's nicht.

    Da ist eben auch Weitsicht gefragt.

    Da verweise ich mal auf das schöne Vergleichsmodell von Martin Winkler (web4health) mit dem Poolreinigungsroboter.
    Einfach mal danach suchen, ich kanns's auf die Schnell nicht finden.
    Es erklärt schön, dass die Probleme sich nach und nach häufen, bis man am Ende im Schlamm versinkt ... schöne Analogie.

    ----------------------------------


    @DaveR:

    Danke!!!


    Das fand ich sehr hilfreich!
    Geändert von Fliegerlein ( 3.02.2016 um 19:01 Uhr) Grund: Irgend 'nen Fehler finde ich doch immer ...

  10. #20
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Diagnose jetzt doch keine Medikamente

    Manchmal denke ich, dass die ADHS-Therapeuten sowas besser nur dann sagen sollten, wenn Sie gerade selber Medikamente genommen haben.

    Wenn man die Effekte von MPH oder Amphetaminen auf die Selbstregulation nicht versteht und ADHS auf ein Konzentrationsmangel beschränkt, ist man als Therapeutin vielleicht gerade selber ziemlich abgelenkt und nicht bei der Sache.

    Therapien können ja einen Hyperfokus darstellen. Alle 50 min neue Patienten in der Psychotherapie, sonst alle 7 Minuten in der Psychiaterpraxis. Das geht unbehandelt.

    Wenn ich aber Leben leben soll , Beziehungen führen, Kinder erziehen oder eigene Ziele entwickeln und den Kurs beibehalten soll, dann sind solche Aussagen wie ein Hohn.

    Biete Ihr an, die Stunde in mediziiertem Zustand zu wiederholen. Sie soll ihre Medikamente nehmen und Dir auch eine Chance geben.

    Vielleicht klappt es dann mit dem Verständnis

Seite 2 von 6 Erste 123456 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Will keine Medikamente
    Von Berlinerin im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 21.11.2012, 19:30
  2. ADHS- und doch keine Gemeinsamkeit?
    Von Erna im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 40
    Letzter Beitrag: 20.03.2012, 19:05
  3. Diagnose - und woher jetzt die Medikamente?
    Von Chamaeleon im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 11.07.2011, 14:30
  4. Doch keine Genschäden durch Ritalin und co
    Von Sally im Forum ADS ADHS Allgemeines
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 5.10.2010, 13:22
Thema: Diagnose jetzt doch keine Medikamente im Forum ADHS Erwachsene Medikamente bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum