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Diskutiere im Thema Strattera in USA vom Markt genommen?? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.728

    AW: Strattera in USA vom Markt genommen??

    Kann ich mir nicht vorstellen.

    Ja, es gibt einen gewissen öffentlichen Druck, die ADHS-Medikamentenverschreibung insgesamt zu minimieren. Weil es ja noch Kinder sind und es gibt Nebenwirkungen usw., und Ritalin ist nun mal das Bekannteste.

    Aber Vermeidung von Stimulanzien zu Gunsten von Strattera, das ist unsinnig und ich glaube nicht dass das irgend jemand vorgeben würde (außer der Hersteller selbst natürlich, der weist ja gern darauf hin dass sein Produkt nicht unter das BTM fällt). Denn Strattera ist teurer, hat stärkere Nebenwirkungen und wirkt mit geringerer Wahrscheinlichkeit. Und gehört in den Augen der Laienöffentlichkeit auch zu den "bösen" Medikamenten.

    (Nix gegen Strattera, für Leute die Stimulanzien nicht vertragen eine gute Sache. Aber eben nicht als erste Wahl.)

  2. #12
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 301

    AW: Strattera in USA vom Markt genommen??

    Die Öffentlichkeit hat von Strattera noch nie was gehört. Jede Schüler-Mutti kennt den Namen Ritalin,
    was spätestens dank BTM-Rezept im Volksmund als Droge gilt. Wir stehen vor einem politischen
    Rechtsruck, das kann für ADHS-Medikamente schnell nach hinten losgehen und alles, was im liberalen
    Sinne erreicht wurde, auf den Stand der 80iger Jahre zurückwerfen, ohne gross konspirativ zu denken.

    Man kann nur hoffen, dass der Verein ADHS-Deutschland für alle Betroffenen eine gute Lobby(-arbeit) macht.

  3. #13
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: Strattera in USA vom Markt genommen??

    @Brrrzz

    Ich mache seit Jahren selbst Lobby-Arbeit für Menschen mit ADHS, und wo glaubst du,
    wo ich auf mehr Widerstand gestoßen bin?

    Ich lebe in Bayern, vor vielen Jahren haben wir die Vorsitzenden der großen Parteien
    angeschrieben, rate mal, wo wir positive Resonanz gefunden haben?

    Bei der CSU! Es konnte ein Artikel übe ADHS in der Schulzeitschrift für Eltern platziert werden.
    Schwer tat sich die SPD und von den Grünen gar nicht zu reden..............

    Mit diesen neuen Gruppierungen möchte ich allerdings vorerst gar nicht reden, natürlich am liebsten
    nichts zu tun haben, aber auch uns ist schon ein Zettel ins Haus geflattert.

  4. #14
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Strattera in USA vom Markt genommen??

    Es wäre sehr schade für mich da Strattera das einzige Medi wäre, bei welche ich es noch vorstellen könnte, es zu nehmen (kien BTM, nur 1 mal pro Tag nehmen u.s.w)

  5. #15
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 301

    AW: Strattera in USA vom Markt genommen??

    Gretchen,

    ich meine die allgemeine BTM-Problematik hängt nicht von Parteien ab, sondern von der Spirale des Populismus und der Fehlinformation, was sich aber auch die Parteien zu nutze machen. Besonders gefährlich wird das, wenn der Populismus überhand nimmt, weshalb mich der Gedanke aufschreckt. Andererseits könnte ich mir aber auch vorstellen, dass man Methylphenidat durch Kauen von Kokablättern oder dem Aufbrühen eines Tees aus den Blättern ersetzen könnte. Ein "Bio-Methylphenidat" wäre sicher glaubhafter als ein "Zappelin". Welche der grossen Parteien würden so ein Querdenken unterstützen?


    felis,

    damit unterstützt du leider diese merkwürdige Einstellung. Jedes Spiegelmedikament, also Antidepressiva und Strattera, führt in eine echte Abhängigkeit, zwar keine Sucht ... Entscheidend aber ist, dass die Menschen mal umdenken und das Wort Droge anders sehen. Kaum einer kann zwischen Sucht und Abhängigkeit unterscheiden. Süchte hat jeder Mensch, abhängig will aber keiner sein. Das ist doch ein komischer Gedanke im Bezug auf Dinge, die einem helfen! Die Zahl der "Medikamentenabhängigen" in diesem Land ist sicherlich deutlich höher als die der "Drogensüchtigen". Grotesker weise kann man MPH aber jeden Tag absetzen, weil es nicht abhängig macht. Süchtig macht es auch nicht. Warum soll es dann ein BTM sein? Würdest Du MPH nehmen, wenn es kein BTM mehr wäre und auf normalem Rezept verordnet wird?

    Um an der Stelle nochmal auf den ersten Beitrag von Ellipirelli einzugehen: Man sollte nicht immer schwarz malen und die Gefahren über den Nutzen stellen, sondern die Risiko-/Nutzenabwägung, oder besser die Entscheidung ein Risiko für einen Nutzen einzugehen, nach !!!! ordentlicher Aufklärung !!!! (nicht so wie in den Beipackzetteln oder pauschal zu unterschreibenden Patienteninformationen) auch ein bisschen in die Hände des Patienten legen. Mir ist nicht bekannt, dass man bei Strattera oder Antidepressiva vom verschreibenden Arzt vor Suizidgedanken/-gefahr gewarnt wird. Die Gefahr der Abhängigkeit wird totgeschwiegen.
    Geändert von Brrrzz ( 1.02.2016 um 02:43 Uhr)

  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Strattera in USA vom Markt genommen??

    Das ist keine Abhängigkeit, weder psychisch noch physisch. Ich kann meine Antidepressiva, und ich nehme täglich mehrere davon absetzen wie MPH auch. Und wenn du von Absetzerscheinungen sprichst, dann ist es bei MPH auch der Fall. Nicht umsonst sind so viele extrem müde wenn sie sie nicht nehmen, der Rebound etc. Bei MPH weisst auch kein Arzt explizit darauf hin, das es Depressionen triggern kann, besonders die agitierte, die wo die Suizidgefahr besonders hoch ist.

    Bei Patienten die versuchte Suizide oder Suizidgedanken mit Plänen in ihrer Anamnese haben, wird übrigens grundsätzlich bei Beginn der Medikation sehr engmaschig kontrolliert. Und es gibt auch Ärzte, die diese Patienten hinweisen, das es dazu kommen kann. Nicht jeder bekommt Suizidgedanken, und es gibt Patientengruppen, die besonders gefährdet sind, diese werden aber auch gesondert behandelt. Ich werde IMMER!!!! wie ein rohes Ei behandelt, egal ob Klinik oder niedergelassene Ärzte, und das waren einige, und wurde immer auf Suizidgefahren oder Verschlechterung der Depression hingewiesen. Und das sogar bei Ärzten, die fachfremd sind und mir andere Medis verschreiben als AD, die aber auch Depressionen hervorrufen können.

    In jedem Beipackzettel von Ibuprofen steht, das es zu schweren Magen-Darmblutungen kommen kann, wirst du darauf hingewiesen? Nee, denn es wäre Panikmache, das betrifft Risikopatienten, die bestimmte andere Medikamente zu sich nehmen oder andere Krankheiten haben.


    Du pickst dir eine Nebenwirkung raus (Suizid), die sehr sehr selten ist und auch fast nur bestimmte Risikogruppen betrifft, ob diese speziell informiert oder behandelt werden checkst du nicht mal. Das ist Panikmache und Verteufelung von Medikamenten, die durchaus ihre Berechtigung haben und in bestimmten Bereichen sogar besser als MPH oder Amphetamin wirken.
    (Übrigens kam es bei mir bei MPH ohne AD zu schweren Depressionen mit Suizidgedanken)

  7. #17
    ellipirelli

    Gast

    AW: Strattera in USA vom Markt genommen??

    sorry, creatrice-- wie du aus dem alten Thread "wer hat auch grade mit Strattera angefangen" (für Interessierte --> Suchfunktion) weißt, habe ich es auch mal mit Strattera versucht/versuchen müssen.
    Wie würdest du es denn nennen, wenn ich persönlich beim Absetzen (langsamen Ausschleichen!!!) nach 3 Monaten Strattera nicht nur absolute Depersonalisierungs, -realisationserscheinungen und insgesamt das starke Gefühl "holla- was ist denn jetzt los, ist das eine Psychose??" hatte..
    (Mehr auch in "Horrorabsetzsymptome bei Strattera" -->ebenfalls Suchfunktion bemühen)
    Meine Psychiaterin erklärte dazu: ich sollte das mal genauer dokumentieren- ich hab das (und andere Absetzsymptome in Bezug auf Strattera) jetz schon öfter von Patienten gehört...

    Aber diese Debatte wollte ich hier gar nicht zum zigsten Mal führen-- meine Frage steht klar im Eingangsposting, das kann offenbar niemand bestätigen und mehr wollte ich jetzt gar nicht wissen.

  8. #18
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Strattera in USA vom Markt genommen??

    Ich würde es Absetzsymptome und nicht Entzugssymptome nennen. Es sind zwar von den Auswirkungen teils die selben, unterscheiden sich aber wegen des erzeugenden Medikamentes. Ein nicht abhängig machendes Medikament verursacht keine Entzugssymptome.
    Und die meisten Antidepressiva und auch Strattera machen NICHT abhängig. Abhängigkeit zeichnet sich durch mehrere Dinge aus, worunter eine neurochemische Gewöhnung nur eine Sache ist. Und eine neurochemische Gewöhnung tritt auch bei MPH auf, da sind nur die Absatzsymptome oft wesentlich geringer.

    Ich wollte nicht irgendwelche Absetzsymptome klein reden, aber eben auch nicht in Töpfe gesteckt wissen, wo sie nicht reingehören.



    Bin halt ein Korinthenkacker. ich bemühe mich ja um Besserung, geht nur nicht so schnell

  9. #19
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 301

    AW: Strattera in USA vom Markt genommen??

    Liebe Creatrice,

    "ich habs gecheckt" (ok, jetzt picke ich mir mal die Korinthe), ich hab mich kurz schlau gemacht, wie die amerikanische Gesundheitsbehörde
    heisst und habe dann nach "FDA Strattera" gegoogled. Das Ergebnis habe ich gepostet. Ich habe mir nicht ausgedacht wegen was bei Strattera
    eine Warnung ausgesprochen wurde. Das ist aber auch nur eine allgemeine Warnung. Sowas führt nach dem US-Prinzip, wie auf unseren
    Zigarettenschachteln, auf den US-Beipackzetteln zu einem grossen Kasten mit Ausrufezeichen und Warnhinweis. Jeder weiss, wie von den
    Zigarettenschachteln, wie solche ein Art der Warnung verpufft. Aufklärung ist anders. Man müsste den Menschen erklären, was in einem passiert,
    was die Folgen sind, auf was sie bei Verwendung von Medikamenten achten müssen, woran sie Wirkungen und Nebenwirkungen erkennen können.
    Vor allem sollte man den Patienten erklären, wann sie ein Medikament sofort absetzen müssen, wann sie den Arzt kontaktieren sollen oder den
    Notarzt rufen müssen. Verglichen mit Drogen ist der Umgang mit Medikamenten erstmal grundsätzlich falsch. Die Verantwortung der Pharma per
    Beipackzettel, die Verantwortung des Arztes wird per beruhigender Worte zum Beipackzettel auf den nichts ahnenden Patienten übertragen.
    Glücklicherweise gibt es so verantwortungsvolle Ärzte, die Zusatzuntersuchungen machen, um die Medikamentenverträglichkeit im Vorfeld
    sicherzustellen und potentielle gefährliche Nebenwirkungen auszuschliessen. "Drogen" haben keine Beipackzettel, Dosierungshinweise und
    Tipps werden unter den Konsumenten weitergegeben. "Drogen" sind teils schmutzig, verpanscht und toxisch belastet. Medikamente sollte "rein"
    sein, wenn sie aus verlässlichen Quellen stammen und nicht aus einem pakistanischen Labor den Weg in die heimische Apotheken finden.

    Die Zahl der Medikamentenabhängigen in diesem Land ist höher als die der Drogenabhängigen.
    Ebenfalls ist die Zahl der Todesfälle durch Medikamente höher als die durch Drogen.

    Ich bin eine Querdenkerin und schmeisse "Medikamente" und "Drogen" in einen Topf. Im englischen heissen beide "drug". Die deutsche
    Sprache trennt dazwischen. Es handelt sich bei beidem um Substanzen, darunter chemische, natürliche und chemisch veränderte natürliche.
    Den Konsum von Drogen als "Selbstmedikation" zu betrachten ist ein sehr richtiger Gedanke. Egal ob böse "Droge" oder gutes "Medikament",
    von beidem erwartet sich der Mensch, dass es hilft, dass es von Leid erlöst, eine Veränderung des Zustandes oder Befundens. Die Menschheit
    nutzt schon immer jegliche Substanzen. Entscheidend ist aber letztendlich der vernünftige Umgang mit Substanzen und eine Aufklärung, wie
    man sie nutzen kann und ab wann man sie missbraucht. Ebenso liegt das Verlangen nach Rausch in der Natur des Menschen

    Ich wurde auch mal wegen eines akuten BurnOuts mit SSRI behandelt und habe diese über einen längeren Zeitraum genommen. Sie haben ab
    dem ersten Tag wie "HappyPills" auf mich gewirkt. Ich hätte jedem Menschen umarmen können. Diese Tabletten haben mir aber letztendlich durch
    eine Fehlbehandlung meinen kompletten Neurotransmitterhaushalt durcheinandergebracht und meine Persönlichkeit dauerhaft verändert.
    Irrwitzigerweise gaben mir ungefähr zehn Jahre später die Ersteinnahmen von Elvanse (Amphetamin) das wieder, was ich verloren hatte.
    Die Behandlung mit SSRI war eine Fehlbehandlung, die ich zwei Jahre durchgezogen habe, in der ich nicht auf die behandelnde Ärztin gehört
    habe, die Dosierung schleichend von einer ganzen Tablette auf eine halbe Tablette und dann auf zweitägliche Einnahme und so weiter reduziert
    habe bis ich an den Punkt kam, dass ich bei ungefähr 5-7-täglicher Einnahme eines kleinen Brockens spürte, dass die Minimalwirkung in einen
    regelrechten Entzug umschlägt und ich mich endgültig für das totale Absetzen des SSRI entschieden habe. Darauf folgten mindestens zwei ganz
    beschissene Monate der Rückregulierung meines Neurotransmitterhaushaltes, enorm beschissener als die Symptome wegen der ich die Behandlung
    angefangen habe. Ich weiss sehr genau, warum ich Spiegelmedikamente ablehne, warum ich sie ablehne. Solche Negativerfahrungen habe ich mit
    "Drogen" nie gemacht. Meinen BurnOut, der mich durch schwere innerliche Ablehnung fast ein Jahr berufsunfähig machte, habe ich letztendlich
    besonders durch Selbstmedikation mit Cannabis, Reizveränderung, Extremisierung von Sport in den Grenzbereich, eindrucksvollen Erlebnissen,
    bewusstes Einlassen auf Ängste oder einfach nur "mir jeden Tag etwas Gutes" tun, sei es auch nur Schwimmen, in der Sonne liegen, Spazierengehen,
    Kinobesuche, Freundinnen treffen oder banalem Jogging erfolgreich bekämpft. Die SSRI waren definitv kein Schlüssel dazu, sie waren in meinem
    Fall nur fatal. Das einzig positive daran war die anfängliche euphorisierende HappyPill-Wirkung, die aber schnell nachliess und nie wieder kam.
    Wer jemals "Drogen" genommen hat, kennt diese anfängliche positive jedoch im Bezug auf Langzeitkonsum täuschende Wirkung, nach der der
    Langzeitkonsument vergeblich jagt.

    Vielleicht kann der ein oder andere meine Erfahrungen oder weiterführenden Gedanken nachvollziehen, weshalb ich der Meinung bin dem Menschen
    mehr Freiheiten einzuräumen, mit denen er anderen nicht schadet. Wieviel Geld liesse sich durch ein "Bürgergeld" oder ein "Grundeinkommen" was
    Finnland in diesem Jahr in Höhe von ca 700€/Monat an seine Bürger auszahlen will, was die Schweiz in Höhe von 1500 Franken/Monat als Pilotprojekt
    testet alleine im medizinischen Bereich einsparen, wenn man dem Menschen durch Einräumen von Freiheit Selbstmedikation, Selbstreflektion und
    Selbstverwirklichung ermöglicht anstelle irrationale entmündigende Zwangsmassnahmen anzuordnen. Diese ganze bürokratische irrsinn dient nur den
    Interessen Einzelner und von Lobbyverbänden anstelle jedes Menschen.

    Ein erster Schritt zu rationalem Denken und weg von einer verfehlten "Substanzpolitik" wäre, wenn zb die "Deutsche Stelle für Suchtfragen e.V"
    neben den zu "Suchtmitteln" stigmatisierten Dingen ebenso Medikamente in ihren Report aufnehmen würde. Ich fordere nichts anderes als einen
    verantwortungsvolleren und vor allem vernünftigeren Umgang mit allem was dem Menschen hilft, was er nutzen kann.

    Ein weiterer sinnvoller Schritt wäre es über "Gegenmittel" aufzuklären, um dem Menschen die Möglichkeit zu geben bei riskanten Wirkungen oder
    Nebenwirkungen einzugreifen. Mich schockieren in "unseren Beipackzetteln zu Stimulanzien" besonders die "möglichen Nebenwirkungen aufs Herz".
    Wäre eine "Notfallpille" in jeder Medikamentenpackung oder wenigstens eine Telefonnummer anhand eines kurzen zu übermittelnden Codes, mit dem
    sofort richtige Schritte eingeleitet werden können, nicht wünschenswerter als der Hinweis: "Bitte verständigen Sie sofort Ihren behandelnden Arzt?"

    Wir leben in einem digital-medialen Zeitalter, es könnte zu jedem Medikament, zu jeder Substanz eine Erklärung zum Umgang auf einem billigen Daten-
    träger, im Internet oder auch beim Arzt vor Aushändigung des Rezeptes auf einem Monitor abrufbar geben. Wie erkenne ich eine Nebenwirkung?
    Wie erkenne ich eine Überdosierung? Wie erkenne ich eine Herzrythmusstörung? Wie erkenne ich eine Depression?

    Dagegen verschluckt man sich immer noch in einem Bürokratiedschungel, man drückt sich vor Verantwortung und verhindert Aufklärung!

    Letztendlich werde wir alleine gelassen, sind verunsichert, müssen im Internet recherchieren, uns in Foren von Laien Meinungen einholen, aus einem
    irrsinnigen Konglomerat an "Daten" die "relevanten Informationen" filtern, obwohl es doch so einfach wäre dieses gebündelt von unabhängiger Stelle
    zur Verfügung zu stellen.


    Ja, mir drückt vieles auf der Seele, ich bin auch dank ADHS jung geblieben und habe mir immer noch einen Idealismus erhalten, den sonst nur die Jugend
    kennt. Die Ideen liegen in vielen Schubladen bereit. Die Umsetzung scheitert an der Politik wegen einem übergeordneten Interesse am Erhalt der Macht
    und daraus resultierendem parteitaktischen Handeln, das Volk kann nicht weitsichtig denken. Aber die Hoffnung auf Besserung stirbt zuletzt.


    PS: Egal ob Absetzungssymptome oder Entzugssymptome, die Begriffsfindung ist durch Vielfältigkeit unserer Sprache und daraus bedingte Möglichkeit
    des Ausdrucks Korinthenkackerei, weshalb ich mir auch oben die Frechheit herausgenommen habe "Medikamente" und "Drogen" als "Substanzen" in einen
    Topf zu werfen. Genau genommen ist Absetzen im Sinne des Verzichtes etwas positives, das Symptom etwas negatives und der Entzug das negative
    Empfinden des Absetzens.



    Anarchie oder Rationalität?

    oder

    Bewusste Wahrnehmungsänderung? (als Stärke von ADHS)
    Geändert von Brrrzz ( 1.02.2016 um 17:49 Uhr)

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Strattera in USA vom Markt genommen??

    Wenn du positive Erfahrungen mit Drogen und negative mit Medikamenten gemacht hast, dann ist das für dich so. Das heisst aber nicht, das Medikamente allgemein und auch SSRI bei jedem schlimmere Nebenwirkungen oder keine Wirkung oder was auch immer haben.

    Eine Notfallpille?????

    Woher weiss der Laie ob er Herzrhythmusstörungen, einen Infarkt, eine Panikattacke oder oder hat? Woran ich eine Nebenwirkung erkenne? An den Dingen, die im Beipackzettel stehen. Und selbst dann ist nicht klar, ob man durch die Nebenwirkung trockener Mund Halsschmerzen hat, oder weil man eine Erkältung bekommt.

    Einerseits willst du Totalaufklärung, andererseits willst du die Diagnostik in Laienhand geben.....


    Wie man etwas erkennt ist dank Internet schon sehr gut verbreitet, leider viel zu gut, denn nur eine differenzierte Diagnostik mit EKG und Blutbild kann eine Herzrhythmusstörung von einem Infarkt, einer Angina pectoris, Schmerzen hinterm STernum wegen Reflux, Panik, psychosomatisch, ungefährlich, QTC-Verlängerung etc erkennen.
    Und genau deshalb sollte man zum Arzt und nicht selbst rumdoktern, weil man ja "schon alles weiss".


    Wenn du "nur" das brauchst, was Drogen dir geben können, dann ist es schön für dich, aber deswegen musst du nicht Medikamente generell verteufeln, die anderen, die eine Indikation für dieses Medikament haben das Leben retten.


    Und eine Stelle für Suchtfragen muss keine Dinge aufnehmen, die keine Sucht erzeugen.

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