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Diskutiere im Thema Wahrnehmung vor der zweiten Wirkphase Medikinet im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 301

    AW: Wahrnehmung vor der zweiten Wirkphase Medikinet

    Was?
    "Kanalratten" sind gewünscht?
    Nun hakt es aber an der Synapse.

    Obwohl und deswegen, mein Zeugs wirkt im positiven Sinne nach.

    Das einzig gewünschte an einer Medikation sollte eine bewusste Änderung der Wahrnehmung sein, die eine besser Selbstkontrolle oder ein Regulation der Symptome zur Folge hat.

    Auch bei mir ist MPH spürbar wahrnehmbar, was ich aber als unangenehme, weil unnatürliche Einschränkung meiner Gedanken in Form eines Spleens (einer Klatsche, einer Strumpfhose über dem Kopf oder eines zu engen Schuhs) empfinde, was sich nicht durch Feindosierung und Nahrung abstellen liess und weshalb ich denke, dass Vögel frei fliegen sollen, Flüsse frei fliessen sollten, was dem geistig gesunden Normalzustand entspricht. Vögel in Käfigen und durch Staudämme behinderte Flüsse entsprechen als Blockade der Auswirkung von ADHS. Die Neurotransmitter-Wiederaufnahmehemmung befreit keinen Vogel es ist der Sack über dem Käfig und bricht keinen Staudamm durch Erhöhung des Pegels. Die Neurotransmitter-Ausschüttung von Licht, das Vögel munter macht und Regen, der Flüsse über die Staumauern schwappen lässt, spenden dem Vogel und dem Fluss nicht nur Freude und Leben, sie stellen auch eine Chance dar, die Blockade zu durchbrechen, obwohl man eigentlich nur den Käfig öffnen und den die Staumauer entfernen müsste, um beiden die Freiheit zu schenken.

    Falls ich jemals "Kanalratten" wahrnehmen, sehen oder gar mit mir reden hören sollte, dann werde ich das Medikament aus Angst um meinen Geisteszustand sofort absetzen.
    Geändert von Brrrzz ( 3.02.2016 um 20:40 Uhr)

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wahrnehmung vor der zweiten Wirkphase Medikinet

    Brrrzz schreibt:
    Was?
    "Kanalratten" sind gewünscht?
    Nun hakt es aber an der Synapse.

    Naaaaiiinnn!!!


    Ernsthaft:
    Da hakt gar nix, man muss das nur richtig verstehen .
    Is' auch nicht immer so ganz einfach ....

    Da wären wir wieder beim Thema Wahrnehmung
    Ich habe ja nicht geschrieben, dass die Kanalratten erwünscht sind und ich frag mich gerade, wie man das herauslesen kann ...

    Die Wahrnehmung dieser Probleme, also dieser Kanalratten ist gewünscht ...


    Diese Kanalratten sind Dinge, die unter der Oberfläche lagen und nicht erkannt wurden, dennoch sind sie da und es ist wichtig, sie zu erkennen und zu behandeln.
    Dissoziatonen z.B. sind ein ernstes Problem, aber man muss sie erstmal erkennen.

    Die Kanalratten, also die unter der Oberfläche liegenden Probleme, sind keineswegs erwünscht, sie wahrzunehmen dagegen schon, zumal sie dafür sprechen, das die Medikation funktioniert.
    So schwer isses doch aber nicht oder?
    Geändert von Fliegerlein ( 3.02.2016 um 21:02 Uhr)

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wahrnehmung vor der zweiten Wirkphase Medikinet

    Brrrzz schreibt:
    Falls ich jemals "Kanalratten" wahrnehmen, sehen oder gar mit mir reden hören sollte, dann werde ich das Medikament aus Angst um meinen Geisteszustand sofort absetzen.
    Könnte aber ein fataler Fehler sein.

    Sehen wir es mal so:
    ADHS'ler sind nicht selten traumatisiert.
    Nicht unbedingt mit dem, was man üblicherweise unter einer PTBS versteht, aber auch dazu gibt es hier einiges an Lesestoff im Forum, der schon mal verlinkte Thread über ADHS und Dissoziationen dürfte dazu auch einiges an Stoff beinhalten.

    Diese Traumata führen bei einigen Betroffenen in die Dissoziation, das ist ein recht typischer Schutzmechanismus von betroffenen Menschen.
    Nur nimmt man selber das nicht unbedingt wahr.

    Man könnt na klar sagen "Pfeif drauf, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß und warum soll ich mich um Probleme kümmern, die ich vorher nicht hatte??" ... aber so einfach ist es nicht.
    Denn die Probleme hatte man ja eben doch, nur konnte man sie nicht sehen, weil sie, wie Ratten im Kanal, unter der Oberfläche verborgen waren.

    Traumatisierungen kosten Kraft, weit mehr, als man meinen mag und sie sind eine große Belastung.

    Wenn nun die Medikamente helfen, genau so etwas überhaupt erstmal wahrzunehmen, zu erkennen, dann würde ich die Medikamente keineswegs absetzen und auch nicht an meinem Geisteszustand zweifeln, sondern hätte eher einen Grund, mich zu freuen.

    Natürlich nicht darüber, dass ich traumatisiert bin und dissoziiere, das ist mit Sicherheit kein Grund zur Freude.

    Aber darüber, dass dies nun an die Oberfläche gelangt ist und damit auch behandelt/ bekämpft, gelöst werden kann und man einen Energievampir weniger hat, der einem Kraft und Energie raubt, ohne dass man selber das mitbekommt.

    Das hat nichts mit Wahrnehmungsstörungen oder zweifelhaftem Geisteszustand zu tun ... das hat was damit zu tun, dass man als Fehlsichtiger mit einer Brille besser sehen kann und so ist es hier auch.

    Um ein Problem zu lösen, einen Gegner zu bekämpfen, muss ich es oder ihn ja überhaupt mal (er-)kennen oder nicht?
    Geändert von Fliegerlein ( 3.02.2016 um 21:17 Uhr)

  4. #14
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wahrnehmung vor der zweiten Wirkphase Medikinet

    Die Kanalratten sind ja auch Gefühle und Zustände, die eigentlich als Nebenwirkung deklariert sind. Vielleicht interpretiert Herr Winkler auch mehr rein als wirklich vorhanden ist.


    Bei mir waren sie jedenfalls genau wie beschrieben da, und mit zusätzlicher Einnhame von Antidepressiva abrupt wieder weg. Heisst das jetzt das ADs die Wahrnehmung verändern??

    Die andere Wahrnehmung, die Trauer, weil man durch die Medikamente besser wahrnimmt, passiert doch nicht nur bei Retardpräparaten. Seit RItalin adult gibt es auch viel weniger, die dies beschreiben.

  5. #15
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 301

    AW: Wahrnehmung vor der zweiten Wirkphase Medikinet

    Fliegerlein schreibt:
    keine nicht gewünschte Wirkung
    Das ist eine doppelte Negierung, woraus man eine "gewünschte Wirkung" oder eine "eher gewünschte Wirkung" als eine "nicht gewünschte Wirkung" herauslesen kann.



    Ahaaaaa,

    jetzt habe ich verstanden, was "Kanalratten" umschrieben werden soll. Ich finde es trotzdem nicht gut, eine solche Metapher zu verbreiten und zu wiederholt aufzugreifen, weil das Potential zu Missverständnissen im Sinne der Aufklärung zu hoch ist. Eine objektive und rationelle Erklärung ist nicht durch subjektive Metaphern zu ersetzen.

    Es geht also letztendlich um die objektive Einordnung subjektiver Erkenntnisse durch Selbstreflektion.

    Kann ich dann daraus folgern, dass die therapeutische Begleitung bei der objektiven Einordnung der subjektiven Erkenntnisse helfen soll? Ich muss leider so doof fragen, weil ich sowas aus Gewohnheit selbst mache und das objektive Filtern aus der subjektiven Zerstreuung als "divergentes Denken" betrachte.

    Demnach können diese subjektiven Erkenntnisse zu den als möglichen Nebenwirkungen genannten Depressionen führen.

    Creatrice,
    das heisst nicht unbedingt, dass Antidepressiva die Wahrnehmung verändern. Ich denke das heisst in dem Sinne eher, dass die Antidepressiva das Bewusstsein verändern, also einen Einfluss auf den Grad der bewussten Reflektion der Wahrnehmung subjektiver Erkenntnisse haben, was einem den Schweregrad der Konfrontation mit diesen Erkenntnissen erleichtert, fallweise je nach Wirkung und Funktionalität auch ausblenden lässt, was zu einer verzögerten objektiven Einordnung führen kann.

    Das ist höchst komplex.

    Die durch MPH reduzierte Affektlabilität oder Vulnerabilität gegenüber äusseren Einflüssen wirkt an anderer Stelle als die durch Antidepressiva reduzierte Konfrontation mit der subjektiven Erkenntnis.
    Geändert von Brrrzz ( 3.02.2016 um 22:24 Uhr)

  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wahrnehmung vor der zweiten Wirkphase Medikinet

    Brrrzz schreibt:
    Das ist eine doppelte Negierung, woraus man eine "gewünschte Wirkung" oder eine "eher gewünschte Wirkung" als eine "nicht gewünschte Wirkung" herauslesen kann.
    Korrekt, das ist eine doppelte Verneinung und auch durchaus beabsichtigt, denn die Wirkung in Form der Wahrnehmung ist gewünscht.
    Die unter der Oberfläche liegenden Probleme dagegen sind nicht erwünscht, wohl aber, sie zu entdecken,


    Brrrzz schreibt:
    jetzt habe ich verstanden, was "Kanalratten" umschrieben werden soll. Ich finde es trotzdem nicht gut, eine solche Metapher zu verbreiten und zu wiederholt aufzugreifen, weil das Potential zu Missverständnissen im Sinne der Aufklärung zu hoch ist.
    Kann passieren, keine Frage, aber dann gibt es ja die Möglichkeit der weiteren Erklärung.

    Brrrzz schreibt:
    Eine objektive und rationelle Erklärung ist nicht durch subjektive Metaphern zu ersetzen.
    Für sehr viele Menschen schon.
    Ich war u.a. auch Ausbilder (im Bereich Nachrichtentechnik/ Funktechnik) und gerade wegen meiner Fähigkeit, abstrakte Dinge in Metaphern und Analogien zu übertragen, bekam ich von vielen Azubis und anderen Kollegen die Rückmeldung, ihnen damit am meisten geholfen zu haben, als alle anderen,

    Auch im Bereich dieser Thematik kann ich das sagen und auch umgekehrt, haben mir die vielen Analogien und Metaphern sehr vieles weitaus besser verständlich gemacht, als es jede rationelle Erklärung hätte schaffen können.
    Das mag sicherlich nicht jedermanns Sache sein, aber die Meisten, die ich kenne, kommen mit solchen Mitteln prima zurecht.

    Auch bei der Psychoedukation in den kliniken werden Analogien und Metaphern zu hauf gebraucht, weil sie den Betroffenen die Möglichkeit geben, sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von Dingen zu machen, die sonst einfach viel zu abstrakt sind.


    Brrrzz schreibt:
    Es geht also letztendlich um die objektive Einordnung subjektiver Erkenntnisse durch Selbstreflektion.
    .
    Es geht schlicht und ergreifend darum, ganz objektive Probleme, die plötzlich ans Tageslicht kommen, zu erkennen, (möglichst korrekt) zuzuordnen und zu bearbeiten.
    Das ist alles.
    Denk mal nicht immer so kompliziert
    Manchmal ist die Lösung ganz nah und simpel


    Brrrzz schreibt:
    Kann ich dann daraus folgern, dass die therapeutische Begleitung bei der objektiven Einordnung der subjektiven Erkenntnisse helfen soll? Ich muss leider so doof fragen, weil ich sowas aus Gewohnheit selbst mache und das objektive Filtern aus der subjektiven Zerstreuung als "divergentes Denken" betrachte.
    Wie gesagt:
    Ein wenig weniger kompliziert und um weniger Ecken denken, dann wird's vielleicht von selbst ganz klar und einfacher.



    Wir fangen allerdings so langsam an, aus dem eigentlichen Thema herauszudriften!

    Die Thematik als solche gehört zwar indirekt dazu, als es hier ja auch darum ging, Wahrgenommenes zuzuordnen, aber wenn wir das Thema "unter der Oberfläche liegende Probleme und deren weitere Behandlung" ("Kanalratten" schreibt sich da irgendwie einfacher ), sowie Sinn und Unsinn von Analogien u Metaphern weiter vertiefen wollen, ist dies hier nicht der richtige Thread.

    Wir sollten also dies hier nicht weiter vertiefen, sondern uns an das eigentliche Thema und die eigentliche Frage erinnern und dem Threadthema wieder den angemessenen Raum zurückgeben
    Geändert von Fliegerlein ( 3.02.2016 um 22:38 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  7. #17
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Wahrnehmung vor der zweiten Wirkphase Medikinet

    Brrrzz schreibt:
    weshalb ich denke, dass Vögel frei fliegen sollen, Flüsse frei fliessen sollten, was dem geistig gesunden Normalzustand entspricht. Vögel in Käfigen und durch Staudämme behinderte Flüsse entsprechen als Blockade der Auswirkung von ADHS. Die Neurotransmitter-Wiederaufnahmehemmung befreit keinen Vogel es ist der Sack über dem Käfig und bricht keinen Staudamm durch Erhöhung des Pegels. Die Neurotransmitter-Ausschüttung von Licht, das Vögel munter macht und Regen, der Flüsse über die Staumauern schwappen lässt, spenden dem Vogel und dem Fluss nicht nur Freude und Leben, sie stellen auch eine Chance dar, die Blockade zu durchbrechen, obwohl man eigentlich nur den Käfig öffnen und den die Staumauer entfernen müsste, um beiden die Freiheit zu schenken.
    Na, ob deine Metaphern treffender sind als die mit den Kanalratten?

    Ob die Medikamente Staudämme/Käfige sind oder die ADHS selbst, das kann man so oder so sehen.

  8. #18
    hästkrake

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 808

    AW: Wahrnehmung vor der zweiten Wirkphase Medikinet

    Ist da noch jemand? Die Themen hier erscheinen mir extrem wichtig, und Ihr habt hier so wesentliche Gedanken aufgeworfen! Diese Fragen um den Sinn der Medikamente, die richtige Dosierung, erwünschte Wirkungen, unser Wesen mit ADHS und die Veränderung unseres Wesens, unserer Person durch die Medikamente.... Ich kann mich dem Ganzen nur schrittweise nähern, und dieser Thread ist mir ein wertvoller Schritt.

    An welchem Faden soll ich ziehen?

    DIE KANALRATTEN.
    Da geht es um die richtige Dosierung und mögliche Wirkungen. Kann mir das bitte noch mal jemand erklären?

    Ein Kanal ist ein Verbindungsweg zwischen zwei Punkten. Der Kanal gehört weder zum Einleiter noch zum Abnehmer. Seine Aufgabe ist lediglich die Übertragung.
    Meistens sind von Menschen künstlich erstellte Verbindungen gemeint (Abwasser-, Daten-, Schiffahrtskanal), es werden aber auch gelegentlich natürliche Verbindungen wie Meerengen oder Nervenbahnen, als Kanäle bezeichnet.

    Hier ist offenbar die Entsorgung von Abwässern über ein Kanalsystem gemeint sein. Ein funktionierender Entsorgungskanal leitet nur in eine Richtung und ist gegen Rückfluss der Abwässer baulich geschützt. Abwässer, die den Kanal erreicht haben, haben den Verursacher endgültig verlassen. Ein Rückfluss der Schmutzwässer wäre ein gefährliche Bedrohung.

    Kanalratten. Metaphorisch stehen Ratten (in unserer Kultur) für eine Bedrohung von außen.
    In Abwasserkanälen leben Wanderratten. Ratten übertragen die Pest. Und alle möglichen Krankheiten. Aber vor allem den schwarzen Tod. Ratten können große Schäden in Gebäuden und Schiffen anrichten. Sprichwörtlich sind die Ratten, die das sinkende Schiff verlassen – nachdem sie wohl selber die Löcher in dessen Rumpf gefressen haben.

    Einzig in der Traumdeutung habe ich einen Versuch gefunden, die Ratte als Traumbild als Anteil der eigenen Person zu deuten. Nur ist das doch die Idee der Traumdeutung, dass Träume in Bildern Anteile von einem Selbst wiedergeben, oder?

    Wenn in meiner Wohnung eine Ratte auftauchte, dann wüsste ich jedenfalls, was zu tun wäre. Ich würde die Ratte im Auge behalten, damit sie mir nicht entwischt. Zuerst wollte ich das Loch stopfen, wo sie hereingekommen ist, damit nur ja keine nachkommen kann. Dann die Ratte ohne Umwege erschlagen. Und dann wäre Zeit, den Kanal zu reparieren und so mit einem Ventil zu versehen, dass er verlässlich gegen Rückflüsse aller Art schließt.
    Ich würde mir jedenfalls nicht die Frage stellen, ob die Ratte mir etwas zu sagen hätte, mit ihr ein inneres Gespräch beginnen oder mich sonst auf irgendeine Weise mit ihr befassen.

    Wenn die Medikamente dazu führen, dass Dinge, die sich bereits im Entsorgungssystem befinden, wieder hochkommen, dann ist das doch gefährlich. Ich meine, dass die Kanalratten eine Überdosierung beschreiben. Das, was ich mit den Medikamenten erlebt habe, hat genau zu dem Bild gepasst: Bedrohlich. Ich habe sofort herunterdosiert und würde es wieder tun.

  9. #19
    hästkrake

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 808

    AW: Wahrnehmung vor der zweiten Wirkphase Medikinet

    Die unter der Oberfläche liegenden Probleme dagegen sind nicht erwünscht, wohl aber, sie zu entdecken,
    Fliegerlein, da schließe ich mich dir sofort an, danke, dass du das oben so ausführlich erklärt hast. Ich nehme diesen einen Satz, in dem es zusammenfließt. Hier nähern wir uns der Grenze, die ich suche, wo sich das Erwünschte vom Unerwünschten trennen lässt.

    Die Verheißung der Medikamente ist: Mehr Handlungsspielraum. Mehr Autonomie. Tieferen Zugang zu den eigene Quellen.
    Jedenfalls wurde mir das so vermittelt, und ich wüsste nichts anderes damit zu wollen.

    Nun fangen die Quellen an zu sprudeln, und da kommt nicht nur Thermalwasser hoch.
    Mein Vorschlag ist, statt von Ratten von Quellen zu sprechen. Damit lässt sich das ganze Spektrum der Medikamente fassen.

    Es gibt Quellen mit reinem Wasser. Aber gibt auch welche, die verschmutzt sind, die sich aus verdorbenem Grundwasser speisen - hier gehören die Traumata, die biografischen Fehlschläge hin - . Es gibt welche, die gefährlich heiß sind wie mancher Geysir, also von sich aus, ohne äußeren Einfluss, schwierig sind. Oder welche, die unter einem undichten Kanal entlang verlaufen. Das sind die Probleme, die sich entdecken lassen und mit denen man sich befassen muss, wenn man sich auf die eigenen Quellen einlässt.

    Das ist auch ein gefährlicher Prozess, bei dem man nicht vorsichtig genug sein kann. Denn sensibel ist die Erde über den Quellen. Wer die Quellen falsch fasst oder umleitet, gefährdet die feinen Systeme, die darüber wachsen. Kein Baum darf über einer Quelle gerodet werden.

    Auch an heißen oder salzigen Quellen wächst etwas. Hat sich ein System angesiedelt, das dort angepasst ist und auf seine Weise funktioniert. Es zu verändern, hat auch seinen Preis. Es gibt immer auch etwas zu verlieren. Immer.

    Deshalb weiß ich auch nicht, ob das tunlichst alle wollen sollen. Ich meine nicht, dass es eine Verpflichtung gibt, jeden Sumpf trocken zu legen, auch, wenn dort die Irrlichter geistern. Ich kann nur für mich sprechen, dass ich froh bin, Zugang zu Quellen zu finden, an die ich bisher nicht herangekommen bin. Aber die Gefahr finde ich nicht zu unterschätzen.


    Indem ich das hier schreibe, wird mir die Dosierungsfrage langsam klarer, mit der ich mich schon lange herumschlage. Ist nicht der Handlungsspielraum die Gretchenfrage der Dosierung? Es gibt einen Ausschnnitt, in dem sich der eigene Handlungsspielraum vergrößert. Durch Integration von Zusammenhängen. Durch bessere Verbindung von Einzelheiten. In dem sich Dissoziation in Assoziation verwandelt.

    Wenn ich diese Lichtung überschreite, gerate ich auf der anderen Seite wieder ins Dickicht. - Lauter Bilder. Aber das meine ich: Dann geht die Weitsicht, der Horizont, die Sternbilder wieder verloren. Autonomie wird wieder zu einer Abhängigkeit. Mehr als vorher, denn nun ist die Enge nicht mehr Teil meiner selbst, sondern durch die Medikamente gesteuert. Die Medikamente werden zur Bedrohung. Da schließt sich der Bogen zur Frage des Threads und zu den Kanalratten. Das würde ich (heute) als Überdosierung der Medikamente verstehen, und da passt mir das Bild der Ratten dann gut.

    Was denkst du, denkt Ihr zu der Idee? (Bitte vergesst nicht, dass ich erst ein Jahr dabei bin und das meiste im Alleingang herausfinden muss. Und mit dem Lesen ist es mir noch immer eine große Mühe.)

  10. #20
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 493

    AW: Wahrnehmung vor der zweiten Wirkphase Medikinet

    Ich kenn mich zwar mit dem medikinet nicht aus, habe aber ähnliches erlebt bei Concerta, bevor ich meine Dosis gefunden hab
    ich hab mit 18 mg angefangen, das ging etwa eine Woche super, dann kamen diese Wahrnehmungen, die Du beschreibst.
    Haben dann auf 27 erhöht.
    Wieder nach einiger Zeit das selbe.
    Schlimmer wurde es als ich die Dosis innert 2 mal einnahm, also morgends 27 mg und mittags 18 mg.
    Irgendwie hats sichs immer so angefühlt, als wär ich fast angekommen, aber eben doch nicht ganz, ich hing da irgendwie dazwischen.
    Erst als ich bei meiner jetzigen Dosis ankam, verschwanden diese Wahrnehmungen.
    Seither fühle ich mich zum ersten mal in meinem Leben in einem einigermassen konstanten Gefühlszustand.
    Ich hab da auch meine eigene Theorie dazu, aber die kann ich hier nicht öffentlich schreiben.
    wünsche Dir das Du bald Deine geeignete Dosis findest.

Seite 2 von 3 Erste 123 Letzte
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