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Diskutiere im Thema Abnehmende Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen als Nebenwirkung von Methylphe im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #51
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Abnehmende Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen als Nebenwirkung von Methy

    Hallo und vielen Dank an alle, die sich bemühten zum Thema beizutragen ! (ich hatte schon gedacht, dass vielleicht gar niemand antworten könnte, weil ich etwas ausschweifend beschrieben habe - Danke für Eure Geduld ! )

    Also ich nehme wahr, dass ich zum dest nicht der einzige bin, der eine Einschränkung an sich wahrnimmt - auch wenn einige das gar nicht empfinden. ich will mal einige punkte aufgreifen, die mir so aufgefallen/hängengeblieben sind beim durchlesen der Kommentare:

    Mein Eindruck ist , dass die allermeisten noch gar nicht so lange Medikamente einnehmen. Wie gesagt nehme ich schon seit etwa 14 Jahren Medikamente: am Anfang Ritalin /MPH, dann eine ganze Weile 2-3 Jahre vielleicht, Captagon, bis ich dann die wohl letzte erhältliche Pille eingenommen hatte, nachdem es vom Markt genommen wurde - den Grund dafür hab ich leider nie erfahren. Ich fand es viel angenehmer als MPH: ich hab mich tatsächlich "natürlicher" gefühlt als mit MOH, im Vergleich hatte ich bei MPH immer das Gefühl, dass sich ein hauchdünner Schleier über mein Bewusstsein legt, etwas veränderndes, aber rein vom Gefühl her, ohne dass sich nun sagen könnte, dass es bestimmte Aspekte meiner Persönlichkeit etc. verändert hätte - sorry wenn sich das nun etwas schwammig, ich kann es nicht besser beschreiben. Jedenfalls fühlte ich mich bei Captagon "klarer", auch wenn beides, Captagon und MPH natürlich euphorisierend wirkt/ wirken kann und beides natürlich die Wahrnehmung in gewisser Weise verändert (sorry: bei mir zumindest).
    Nach dem Verschwinden von Captagon, stieg ich wieder auf MPH um, und habe auch nie eine Pause eingelegt, da ich auch über viele Jahre keine negative Veränderung wahrgenommen oder zumindest mit dem Medikament assoziiiert hatte. Wahrgenommen hatte ich vor allem die Vorteile: ich konzentrierte mich besser, war allgemein "wacher und präsenter ", kam (und komm) morgens super aus der Falle, weil ich mir die erste Pille beim ersten aufwachen gebe, und mich dann nochmal hinlege, bis mir das MPH die augen öffnet. Früher , vor der Medikation, dauerte es ewig, bis ich in die Puschen gekommen bin, war häufig den halben tag schläfrig.

    Um zum Punkt zu kommen: ich habe die Sache mit dem Gedächtnis erst nach einigen Jahren wahrgenommen, weil es sich auch glaub ich langsam entwickelt hat... aber nun auch schon vor Jahren festgestellt, viel drüber nachgedacht, mit der zeit vor der Medikation verglichen, allen möglichen Untersuchungen gemacht : Tomographie, Gehirnströme, ein Leistungstest.. Organisch war alles unauffällig, und auch der test war im Normbereich, wenn auch im "unteren", wie ich das verstanden habe. Allerdings mache ich einen relativ anspruchsvollen Job, und dort wäre ich glaub ich mit (unter-) durchschnittlicher Leistung gar nicht hingekommen. Was ich meine: Ich nehme die Minderung letztlich sehr stark und kontinuierlich und vielleicht sogar fortschreitend war - es ist wie gesagt "nur" meine eigne Wahrnehmung, aber eine, die ich über Jahre beobachte.
    ich schließe aus, dass sie durch gesteigerte Ansprüche kommt: ich empfinde die Minderung im privaten Bereich genauso wahr wie im Job, in Stressperioden genauso wie in ruhigeren. (wobei sie natürlich bei großer Belastung schwerer wiegt und deutlich zum tragen kommt, da die zeit fehlt um länger nachzugrübeln über z.B. einen entschwundenen Namen, oder Sachverhalt etc.).
    Zur altersbedingten Reduzierung kann ich nur sagen: ich glaube, dass Training viel mehr wiegt als Alter, und ich kenne einige Menschen im Rentenalter, die viel leistungsfähiger sind als durchschnittliche Jugendliche.
    Alles in allem: Ich bin mir sicher, dass ich ein vermindertes Gedächtnis habe, und habe auch das starke Gefühl, dass ich schon sehr lange keine besonders lichten und klaren Momente und kreativen Ideen hatte, mit der ich früher meine Konzentrationsdefizite ausgeglichen hatte (ich meine damit zum Beispiel Schul- und Uni-Leistungen). Dinge werden mir schnell zu komplex, auch privat, übersteigen meine Vorstellungskraft (die Dinge irgendwie schemenhafter darstellt) , und dies war früher einfach nicht Fall. ich scheine auch weniger kraft /Ausdauer zu haben, mich länger mit Komplexen/schwierigen Problemen auseinanderzusetzen und mich durchzubeißen.
    Ob es durch die Medikamente kommt, kann ich nicht 100% sagen, aber es könnte zeitlich schon hinkommen, und ich fühle einfach, dass es irgendwie mit dem MPH zusammenhängt, mich das Medikament verändert hat.

    Fliegerlein, vielen Dank für die Hinweise auf die Studien !. Ich glaube zwar auch, dass man immer kritisch hinschauen muss (ich habe selbst wissenschaftlich gearbeitet und war überrascht wie sehr manche ihre Interpretation von Ergebnissen von Interessen leiten lassen, und wenn es nur darum geht, sich und der Studie mit einer knackigen Aussage Aufmerksamkeit zu verschaffen), denke aber dass es grundsätzlich mal sehr hilfreich ist und man ein gewisses Grundvertrauen entgegen bringen kann. Aus dem von Dir benannten Artikel (https://www.dasgehirn.info/aktuell/f...en-von-ritalin) wird auch klar (letzter Para), dass über die kognitiven Auswirkungen auf geistige/kognitive Leistungsfähigkeit und Persönlichkeit nicht viel (er sagt: "fast keine Daten" !) Gesichertes bekannt ist. Es ist ja auch sehr schwer zu erfassen - man müsste ja vermutlich hunderte Probanden (und ihr Umfeld vermutlich auch) über Jahre systematisch befragen und testen. Viele Betroffene würden es an sich vielleicht gar nicht wahrnehmen.
    Gibt es denn eine Seite/Thread, wo solche Studien mal systematisch gelistet sind ?

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    Übrigens: nochmal entschuldigen für die Ausschweifungen.. ich werd versuchen meine Beiträge kurz und prägnant zu halten !

  2. #52
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Abnehmende Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen als Nebenwirkung von Methy

    Danke Creatrice und Brrrz !
    Welches sind denn da die üblichen Produkte ? oder: Brrrz, welches Präparat wirkt bei dir denn besser als MPH ?

    Macht's gut !

  3. #53
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 301

    AW: Abnehmende Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen als Nebenwirkung von Methy

    Maxmax,

    danke Dir für diese gehaltvolle ausführliche Antwort und dass Du diesen Schatz an Medikations-Langzeiterfahrung so offen mit uns teilst. Ich denke nicht, dass Du kürzer schreiben solltest. Es ist sehr interessant und sicher nicht nur für mich das erste mal in dieser Weise von einer Langzeitmedikation zu lesen. Ich wünsche mir es gäbe mehr Beiträge dieser ausführlichen Art.

    Das Captagon, Wirkstoff Fenetyllin, was Du eine Zeit lang genommen hast, ist laut Wikipedia.de mit dem MethAmphetamin verwandt. Fenetyllin
    Das englischsprachige Wikipedia schreibt hingegen von einer Mischung aus 24.5% Amphetamin und 13.7% Theophyllin. Fenethylline

    Aus dem was ich bei Wikipedia und Deinen Beschreibungen gelesen habe, scheint es eine ähnliche Wirkung wie das Lisdexamphethamin mit dem Handelsnamen Elvanse zu haben, was ich nehme. An Amphetamin-Präparaten sind neben diesem Dexamphetamin (Attentin) oder D-Amphetamin und D/L-Amphetamin in flüssiger Form als Tropfen oder Saft oder auch als von der Apotheke gefüllte Kapseln verschreibbar. Ich nehme Elvanse erst seit knapp über 2 Monaten, kann mich an MPH noch recht gut erinneren und versuche es mal noch tiefer zu vergleichen. Ähnlich wie Du das Captagon beschreibst, habe ich eine "natürlichere", weil subtilere Wirkung als mit MPH. Im Vergleich ist es kaum spürbar, aber ist dennoch da. Der erste Wirkbeginn von MPH, was ich eigentlich nur in unretardierter Form kenne, ist nach 15 Minuten, kommt schnell, meine Mimik friert eher ein und wirkt nach insgesamt 30-45 Minuten voll. Das AMP kommt nach 30 Minuten mit einem sanften Lächeln im Gesicht und es entfaltet sich voll in weiteren 30 bis 60 Minuten. Den von Dir beschriebenen Schleier mit MPH hatte ich in einem anderen Beitrag als Blick durch ein Loch beschrieben, wogegen das Elvanse mir mein subjektiv "natürliches Wahrnehmungsfeld", mein geistiges Sichtfeld nicht beschneidet. Das eine empfinde ich als schwarz/weiss-gegenübergestellt geistig beengend/einschränkend/hemmend und das andere geistig frei/sprudelnd empfinde, wobei das freie/sprudelnde dem Zustand ohne oder vor der Medikation näher kommt. Nicht, dass hier wieder jemand einen Rauschzustand herausliest, ich sprudle auch ohne Stimulanz vor Ideen, wenn ich gute Laune habe. Die Art der Konzentration ist eine andere. Ich empfinde sie mit MPH als künstlich antreibend und kalt, man könnte sagen robotisch, vielleicht nur subjektiv etwas stärker, das AMP ist hingegen motivierend und warm, es kommt mehr von mir selbst und ich meine die Konzentration ist objektiv stärker. Die Aufmerksamkeit würde ich unter MPH und AMP als gleichwertig beschreiben. Ich fühle mich mit dem AMP deutlich gelassener ( ruhiggestellter @Fliegerlein :-p ), aber auch kurzentschlossener als mit MPH. Ich kann viel tiefer in mich gehen und fühle mich quasi (lebens-)bejahender als mit MPH, was fast eine leicht depressive Komponente hat. Es wäre falsch das AMP als euphorisierend zu bezeichnen, es schenkt mir im Vergleich zum MPH nur eine positive Grundstimmung. Einfach nur warme Mimik und kein Grinsen, im Gegensatz zu kühler Mimik. Es ist aber nicht so, dass ich MPH schlecht machen will oder ablehnen würde. MPH und AMP sind sich sehr ähnlich aber doch anders. Beides vor mir liegend und vor die Wahl gestellt, ob rote oder blaue Pille, würde ich zum AMP greifen, weil die Vorteile in meinem Fall überwiegen.

    Der Hauptunterschied vom Elvanse zu den anderen Amphetaminen liegt wohl darin, dass es einen Missbrauchsschutz hat. Der Wirkstoff ist an eine Aminosäure gebunden und wird erst im Magen-Darm-Trakt umgewandelt oder freigegeben. Andere Amphetamine kenne ich nicht, sie sollen aber nicht wie Elvanse bis zu 13h wirken, wohl eher 4-6h.

    Ich gehe später noch auf den Rest ein.
    Geändert von Brrrzz (18.01.2016 um 08:00 Uhr)

  4. #54
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Abnehmende Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen als Nebenwirkung von Methy

    Brrrzz schreibt:
    Das Nachlassen des Gedächtnisses im Alter nennt man in der Regel Senilität. Auch Alzheimer kann im Spiel sein. Das ist ein Prozess der sich nicht aufhalten lässt. Dagegen kann man sich aber auch im Alter wehren indem man sein Gehirn trainiert. Das passiert aber nicht mit 40 Jahren. Auch mit 40 Jahren ist man noch in der Lage zu lernen oder zu studieren und das teilweise sogar besser als mit 20 Jahren, wenn man es gelernt hat Ziele strikt zu verfolgen. Mit 40 Jahren sollte man eigentlich in der Blüte seines Lebens stehen und die höchste Leistungsfähigkeit durch Effizienz haben, auch wenn die Leistungsbereitschaft bei jüngeren, den jungen Wilden, stärker ausgeprägt ist. Es gibt aber durchaus nicht wenige Menschen, deren geistige Fähigkeiten auch mit 30 Jahren bereits nachlassen, weil sie ihren Geist nicht mehr fordern, nicht mal mehr lesen. Man sollte auch mit ADHS sein Gehirn trainieren anstatt zu resignieren.

    Diese Zeilen bitte nicht schon wieder als unangebrachten Sarkasmus interpretieren. Ich liebe es schon immer mir im Fernsehen die Paralympics ( Olympiade für Behinderte ) anzuschauen. Ich bin einfach begeistert, was für einen Kampfgeist diese Menschen haben. Das sind wahre Vorbilder und Helden! Es zeigt mir einfach, dass man, egal wie dreckig es einem geht, mit Kampfgeist so viel erreichen kann, wenn man nur will!

    Alternativ:
    Kreuzworträtsel lösen wie Oma, Denksportaufgabenheftchen kaufen oder Gehirn-Joggen! (Ok, das war Sarkasmus!)
    Liebe Brrrzz,

    es ging mir nicht um Senilität,sondern um das "Überschreiten des Zenits",den Beginn der nachweisbaren Leistungsminderung der,wie Du sicher weißt,ein wenig früher anzusiedeln ist.

    Selbstverständlich helfen die von Dir beschriebenen Gegenmaßnahmen dabei,die Auswirkungen abzumildern.

    (Und vielen Dank für den extra Hinweis. Ich erkenne Sarkasmus,wenn ich ihm begegne und finde ihn noch immer unangenehm. )

    Ups vergessen...

    Hallo maxmax,

    vielen Dank für Deine Antwort.
    Zu lang fand ich sie auch nicht,wenn auch ein paar zusätzliche Absätze an strategischer Stelle ihre Lesbarkeit erhöhen könnten.

    Was Du beschreibst ist sehr schön nachvollziehbar und ich entnehme daraus u.a.,dass die Leistungsminderung weitestgehend subjektiv wahrgenommen wird. Das wiederum finde ich interessant(sorry,mir fällt gerade kein besseres Wort ein),denn es bringt mich wiederum zurück zur zuvor angesprochenen Wahrnehmungs"problematik".

    Aus Neugier: Weißt Du noch,was alles beim Leistungstest überprüft wurde?

    Ein Zweites sprang mir ins Auge: MPH als eye-opener am Morgen verwenden zu können deutet auf eine eventuelle leichte Überdosierung hin. Nicht falsch verstehen,ich unterstelle keine Missbrauchsabsicht,es geht mir ausschließlich um den beschriebenen Effekt.

    Eine leichte Überdosierung könnte für das von Dir beschriebene Empfindung durchaus verantwortlich sein. Ich kann aber auch,wie so oft,komplett danebenliegen.

    Ansonsten kann ich mich dem Rat von Queeny nur anschließen und eventuell kommst Du auch wirklich besser mit einer Amphetaminmedikation klar. Das ist einfach individuell verschieden.
    Geändert von luftkopf33 (18.01.2016 um 08:08 Uhr)

  5. #55
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.962

    AW: Abnehmende Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen als Nebenwirkung von Methy

    Jetzt mal eine anderen Überlegung ...

    Du hast Stress und du hast offenbar Angst. Mich selbst hat der Stress ja ins Aus katapultiert und damit auch meinen Kopf "zersetzt". Damit kam auch die Angst, denn plötzlich konnte ich nicht mehr "richtig Denken". Ich war unkonzentriert(er), fahrig(er), vergesslicher und mein Kopf war deutlich unzuverlässiger als davor. Die Ärzte meinten, das bleibt so und ich solle doch froh sein über das, was noch da ist, das wäre doch ausreichend. Und statt der Ursache nachzugehen oder zumindest die Symptome zu behandeln sollte ich doch die Angst und die Depressionen behandeln lassen, wobei ich letztere nicht hatte, ich war einfach nur verzweifelt. - Was für eine verkehrte Welt!

    Notgedrungen fuhr ich also viel Stress runter, weil teilweise gar nichts mehr ging. Dafür bekam ich natürlich neuen Stress, weil eben teilweise gar nichts mehr ging. - Ja, die Katze biss sich da in den Schwanz.

    Immerhin fand ich eine Ärztin, die sich auf mich einliess und die Symptome behandelte, nachdem die Ursache u.a. AD(H)S ist. Nachdem mein Kopf nun wieder nach und nach besser funktioniert, klappt es auch wieder besser - allerdings weiss ich nicht, ob ich jemals wieder voll einsatzfähig sein werde, auch wenn ich mein Leben ein ganzes Stück umgestellt habe.

    Was ich damit sagen will? Stress kann ein "Kopfkiller" sein! Aber nicht immer muss es bis zum Äussersten kommen und der Körper einen so still legen, wie er es bei mir tat. Tatsache ist, oft ist man sich gar nicht bewusst, was da so alles auf einen einstürzt, weil es ja "noch geht". Die nachlassenden Fähigkeiten könnten aber ein auch ein Zeichen dafür sein, dass es eben nicht mehr so geht und es muss nicht zwangsläufig etwas mit den Medikamenten zu tun haben.

    Was in dieser Hinsicht wichtig wäre:
    - ausreichend und erholsamer Schlaf
    - möglichst gute Ernährung
    - Pausen
    - (aktive) Entspannung (Ich rate zur aktiven, weil die ggf. unter AD(H)S besser funktioniert als passive und ggf. auch gleich etwas für das körperliche Wohlbefinden tun kann.)
    - Ausgleichssport

    Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, wer immer auf 200 % gefahren ist, der wird mit 100% nicht wirklich zufrieden sein. Wer das aber auf Dauer durchhalten will, kann nicht auf Dauer 200% leisten, das geht irgendwann schief. Gerade AD(H)Sler neigen aber (u. U. auch medikamentiert) oft zu schwarz oder weiss und es ist sehr schwer die Grautöne zu lernen, aber es ist wichtig, denn Gesundheit hat man nur einmal.

    Und so gemein es klingt, aber der menschliche Körper baut ab 25 / 30 leider ab. Theoretisch überaltern wir, denn eigentlich sind wir nicht dafür gemacht, unser heutiges Alter zu erreichen. Sicherlich kann man mit Training einiges erreichen, Überforderung (die sich oft unmerklich einschleicht und verfestigt) erreicht aber genau das Gegenteil. - Die Überalterung des Menschen ist aber ein anderes Thema und das daher hier nur am Rande.
    Geändert von ChaosQueeny (18.01.2016 um 07:52 Uhr)

  6. #56
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Abnehmende Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen als Nebenwirkung von Methy

    maxmax,du kannst mal bei pubmed nach Studien gucken (ist aber auf englisch)

  7. #57
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 301

    AW: Abnehmende Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen als Nebenwirkung von Methy

    Die Antworten im Artikel "Was sind die Langzeitfolgen von Ritalin?" lesen sich genau genommen sehr schwammig und sagen eigentlich nur, dass je nach Patient alles möglich ist, was wohl der Art der Fragestellung geschuldet ist.

    Ich habe mir heute Pillenfrei genommen und wollte eigentlich noch ausschweifend zu diesem doch sehr komplexen Thema schreiben, denke aber, dass das meiste und wichtigste bereits gesagt ist. Worte fallen leicht. Tief reflektierende Betrachtungen und deren Formulierungen sind anstrengend und die Reduktion des Wesentlichen auf den Kern und die Lösung der Problemes sind entscheidend. Mögliche kognitive Veränderungen oder Langzeitwirkungen lassen mich nicht los und bekräftigen mich darin meine Medikamente nicht dauerhaft und täglich zu schlucken, sondern daran zu arbeiten den Bedarf noch besser kennenzulernen, sowie lieber weniger als mehr zu nehmen und nach Möglichkeit noch öfter auszusetzen. Ich komme zu dem Schluss, dass die wahre Therapie in der Selbstmedikation durch das Leben selbst, durch Anerkennung und Erfolge und in einem daraus resultierenden befriedigten Belohnungssystem liegt, weil die positive Gelassenheit die anzustrebende Entspannung nach der Leistung ist und die Kraft und Vorfreude für die nächste geistige Herausforderung spendet. Die Persönlichkeit eines Menschen ist unveränderlich, die Disfunktion oder Funktion einzelner Bereiche des Gehirns werden durch Medikamente beeinflusst. Es steht ausser Frage, dass die geistige Leistungsfähigkeit ohne Training, bei Überbelastung oder durch mangelnde Belohnung abnehmen kann. Ich kann mir im Umkehrschluss sehr gut vorstellen, dass es Sinn macht bei einer Abnahme der geistigen/kognitiven Leistungsfähigkeit unter Medikation das Gehirn in Intervallen unter bewusst erschwerten Bedingungen ohne Medikation, wie zb beruflich entspannteren Phasen, zu trainieren und dabei stets die Befriedigung des Belohnungssystems im Blick zu haben. Ich bin so frei und wähle in diesem Ansatz bewusst die Begriffe des paradoxen Gehirndopings/Neuro-Enhancements/Selbstoptimierung durch Medikamentenverzicht bei täglicher Medikation durch MPH oder AMP.

    Lieber Maxmax,
    ich würde mich sehr freuen von Dir einen ausschweifenden Beitrag zu beruflicher Motivation, Stabilität durch Anerkennung und Deiner Sichtweise zu Belohnung durch Erfolg zu lesen.



  8. #58
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Abnehmende Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen als Nebenwirkung von Methy

    Ich hatte mir vorgenommen, nicht mehr hier zu schreiben, aber wenn ich darf, würde ich doch gerne noch einige Anmerkungen dalassen, einfach nur, um sie als Zusatzinformation auch für andere Leser dieses Threads zur Verfügung zu stellen, denn es ist mir sehr wichtig, aus unterschiedlichen Gründen.

    Damit will ich ausdrücklich NICHT sagen, dass Du falsch liegst oder das für Dich und auch Andere nicht funktioniert, sondern vielmehr ein Stück Werkzeug mehr in den Werkzeugkasten legen, damit man selbst für sich das richtige raussuchen kann.

    ADHS ist komplex und sehr vielfältig und hat viele Gesichter, aber gewisse Gemeinsamkeiten gibt es dennoch.
    Und ich denke, es ist nicht falsch, sie zu kennen, allein um abschätzen zu können, ob da vielleicht irgendwelche Fallstricke vor einem liegen, die man so rechtzeitig erkennen und umgehen kann.

    Brrrzz schreibt:
    Ich komme zu dem Schluss, dass die wahre Therapie in der Selbstmedikation durch das Leben selbst, durch Anerkennung und Erfolge und in einem daraus resultierenden befriedigten Belohnungssystem liegt, weil die positive Gelassenheit die anzustrebende Entspannung nach der Leistung ist und die Kraft und Vorfreude für die nächste geistige Herausforderung spendet.
    Mit zu den Problemen einer ADHS gehören auch Probleme mit der Zeit, dem Belohnungsaufschub und auch dem Belohnungssystem selbst.

    ADHS-Betroffene sind, wie man es nennt, "zeitblind".
    Je ferner etwas in der Zukunft liegt, desto weniger können sie es "greifen".
    Das bringt, neben den Problemen im Zeitmanagement, auch Probleme mit dem sog. Belohnungsaufschub mit sich.
    Während Menschen ohne ADHS sich dahingehend motivieren können, dass sie sich auf einen späteren Erfolg (vor-) freuen können und daduch ihren Antrieb gewinnen, läuft das bei ADHS'lern über das Angstzentrum.
    Belohnungsaufschub auf lange Sicht macht ADHS-Betroffenen Angst und das ist zwar auch ein Motivator, aber auf Dauer ein dysfunktionaler (mit ein Grund dafür, dass Angststörungen so weit oben auf der Komorbiditätenliste bei Adhs stehen...)

    Man kann so arbeiten, sollte dabei auch wissen, wie man das am besten managed.
    Während Menschen ohne ADHS mit weiten Zielen arbeiten können, sollten bei ADHS'lern die Ziele so zeitnah wie möglich gewählt sein, bzw. lieber viele kleine Zwischenziele gesetzt werden, so dass eben genau diese Angstschleife umgangen wird, denn ADHS'ler leben im Moment.

    Wichtig ist zu wissen, dass bei den meisten ADHS- Betroffenen Belohnungsaufschub zu (unbewusster) Angst führt (da gibt es wunderbare FMRT-Scans, die Prof. Manfred Spitzer dazu mal in seiner Sendung "Geist und Gehirn" präsentiert hat).
    Und man sollte wissen, dass das Belohnungssystem an sich halt 'ne Macke hat und ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt oftmals nicht die gleiche Wirksamkeit hat, wie bei einem Nicht-ADHS-Betroffenen.
    Es bedarf viel mehr positive Rückmeldung, als bei Nichtbetroffenen, um den Zustand eines befriedigten Belohnungssystems zu erreichen und oftmals reicht es nicht, sich selbst diese Rückmeldung zu geben, sondern vielmehr muss sie von außen kommen.
    Das ist nur nicht typisch in unserer Gesellschaft... (weil üblicherweise auch nicht nötig, bzw. sogar kontrakproduktiv)

    Und bei vielen (so z.B. auch bei mir) fehlt die positive Gelassenheit und Entspannung nach der Leistung, sondern es folgt die Angst vor dem, was als nächstes kommt.
    Das sind Mechanismen, die nur schwer zu verändern sind und die von der Medikation auch nicht direkt verändert werden, uns aber die Möglichkeit geben, sie überhaupt zu erlernen und möglicherweise auch, sie dauerhaft beizubehalten.

    Barkley hatte dazu mal ein schönes Beispiel genannt, das er bei einem Vortrag vor Lehrern nannte.
    "Wenn man einem Schüler im Rollstuhl in der Vorhalle neben der großen Treppe eine Rampe baut, damit er hinaufgelangen kann, dann wird man auch nicht sagen, dass man dass jetzt eine zeitlang so lassen wird und dann die Rampe wieder abbaut, weil er das dann ja auch langsam mal ohne die Rampe können muss" ...
    Das Beispiel finde ich nicht schlecht .... denn es zeigt, dass und die Medikation in vielen Fällen ebendiese Rampe bieten kann.
    Aber wenn die Rampe weggenommen wird, ist das Hindernis und sind die Probleme wieder da.
    Es sei denn, man hat andere Wege gefunden.
    Das kann funktionieren, aber man sollte das Wissen dazu im Hinterkopf haben.

    Das hat primär natürlich nicht alles etwas mit der Medikation zu tun, aber indirekt schon.
    Da spielt auch viel das Umfeld mit eine Rolle und das Wissen um all diese Mechanismen.

    In einem passenden Umfeld kann ein ADHS'ler durchaus auch ohne Medikation auskommen, es ist wie so oft, das Zusammenspiel von beidem, Betroffenen und Umfeld.
    Wie der berühmte Pinguin aus der Pinguingeschichte von Eckart von Hirschhausen.

    Wie sagt er so schön:
    "Wenn Du ein Pinguin bist und in der Wüste stehst, liegt's nicht an Dir, wenn's nicht flutscht."

    Aber in den meisten Fällen müssen ADHS-Betroffene sich mit dem Umfeld "Wüste" arrangieren und da gilt es, die richtigen Strategien zu haben und seine ADHS zu kennen und zu verstehen und sich mit ihr zu arrangieren.

    Ich weiß, dass das hier völlig OT ist, aber es ist wichtig, denn es trägt zum Verständnis der ADHS als solche bei.






    Brrrzz schreibt:
    Die Persönlichkeit eines Menschen ist unveränderlich, die Disfunktion oder Funktion einzelner Bereiche des Gehirns werden durch Medikamente beeinflusst.

    Das ist ein wunderbarer Satz, den ich daher zitiere, um ihn nochmal deutlich zu unterstreichen!!!
    Geändert von Fliegerlein (19.01.2016 um 15:52 Uhr) Grund: Satzfehler korrigiert

  9. #59
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 183

    AW: Abnehmende Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen als Nebenwirkung von Methy

    Dir ist aber klar Fliegerlein dass ADHS keine pathologische Ursache hat, sprich, am Gehirn nichts kaputt ist, oder?
    Ich denke, dass ADHS eine Verhaltensstörung aufgrund von fehlgeleiteter Erziehung ist. Ein Teil der Krankheit beruht darauf, dass die Eltern es nicht hinbekommen haben, dem Kind soviel Liebe und Weisheit mit auf den Weg zu geben, womit es sich hätte seine Persönlichkeit aufbauen können. So gesehen, sind Erwachsene mit ADHS in gewissen Bereichen der Persönlichkeit unterentwickelt und können dadurch unter anderem nur schwer Kontakte knüpfen und halten. Das führt oftmals zur Isolation und Einsamkeit, Depressionen und anderen "Komorbiditäten". Das ist wie gesagt nur ein Teil der Krankheit. Aber daran sieht man, woher die Krankheit kommt und wie sie aufgebaut scheint.

  10. #60
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Abnehmende Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen als Nebenwirkung von Methy

    Na da scheinst du ja mehr zu wissen als die aktuelle weltweite Forschung


    Die geht nämlich von einer pathologischen (Mit)Ursache aus, sonst würden sie Kindern und ihren Eltern NUR Verhaltenstherapie/training empfehlen, und keine multimodale Therapie.

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