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Diskutiere im Thema Medikinet im Straßenverkehr... im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 301

    AW: Medikent im Straßenverkehr...

    Ich zitiere mich aus einem anderen Thread mal selber:

    Nö. Das ist eine Frage der Sichtweise. MPH und AMP sind Medikamente. Wer auf der Suche nach dem Rausch ist, der wird von MPH und AMP einfach nur enttäuscht sein. Wir ADS/ADHS-ler haben auf Grund unseres diagnostisch nachgewiesenen Neurotransmitter-Ungleichgewichtes den Erlaubnisschein uns medizinisch verschriebene Substanzen im Zuge einer ambulant überwachten Behandlung einzunehmen, die andere nach der Gesetzeslage nicht besitzen dürfen, weil der Staat und Gesetzgeber die Allgemeinheit vor dem Missbrauch schützen will. Wir haben auch die Erlaubnis uns unter dem Einfluss unserer psychatrisch verschriebenen Medikamente im Strassenverkehr zu bewegen. Wer unsere Medikamente missbraucht, der verliert seinen Führerschein und muss zur Medizinisch Psychologischen Untersuchung - MPU. Da spaziert aber keiner anschliessend mit einer frischen AD(H)S-Diagnose inklusive BTM-Rezept für Stimulanzien raus und darf weiterfahren.

    So gesehen ist unser Rezept nicht nur Stück Papier mit dem wir in der Apotheke Medikamente holen, sondern auch ein rechtlich abgesicherter Erlaubnisschein zum Mitführen/Besitz dieser Medikamente, sowie zur ärztlich verordneten Einnahme und damit auch zur Teilnahme am Strassenverkehr.

    Ich bezahle meine Medikamente aus eigener Tasche und erhalte neben der Apothekenrechnung den Durchschlag oder die Kopie des Rezeptes nach dem Bezahlen der Medikamente. Ich weiss nicht wie das bei Kostenübernahme durch die Krankenkasse aussieht, aber eigentlich sollten die Rezepte so wie meines aus einem Original und einem Durschlag bestehen. Falls nicht würde ich das mal mit meinem behandelnden Arzt besprechen und darum bitten ein Gutachten (Attest) mit allem drum und dran auszustellen oder einfach zwei-seitige Rezepte auszustellen. Es geht ja auch darum unterwegs ein gutes Gefühl zu haben und sich nicht selbst einem überflüssigen schlechten Gewissen auszusetzen. Ich fühle mich mit dem Medikament in der Tasche oder nach Einnahme im Blut nicht anders als jemand der Aspirin dabei oder genommen hat.

    PS und an die Moderatoren: Ich wundere mich, warum dieses leidige Thema "BTM-Medikamente im Strassenverkehr" und "BTM-Medikamente in der Tasche", sowie "Lesen und interpretieren von Beipackzetteln" und "Einlösen von BTM-Rezepten" nicht einfach mal ganz oben im Forum dauerhaft angepinnt wird, damit es nicht immer wieder zu Threads kommt und man besonders als neuer ADHS-Patient hierzu schnellstmöglich aufgeklärt wird. Denn jeder wird am Anfang der Medikation verunsichert sein oder ein schlechtes Gewissen haben, weil es sich schliesslich um "etwas andere" BTM-Rezepte handelt mit denen man etwas andes umgehen muss.

    Zum Einlösen der BTM-Rezepte sollte auch mal erwähnt werden, dass man das BTM-Rezept nur eine Woche nach dem Ausstellungstag in der Apotheke abgeben kann und dass die BTM-Rezepte danach ihre Gültigkeit verlieren. Die Abholung des Medikamentes hingegen ist frei wählbar.
    Geändert von Brrrzz (20.12.2015 um 18:53 Uhr)

  2. #12


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.806
    Blog-Einträge: 40

    AW: Medikent im Straßenverkehr...

    Hallo.

    Brrrzz schreibt:
    PS und an die Moderatoren: Ich wundere mich, warum dieses leidige Thema "BTM-Medikamente im Strassenverkehr" und "BTM-Medikamente in der Tasche", sowie "Lesen und interpretieren von Beipackzetteln" und "Einlösen von BTM-Rezepten" nicht einfach mal ganz oben im Forum dauerhaft angepinnt wird
    Das wäre durchaus ein Option, die man sich überlegen könnte, zumal es noch allgemeine Unsicherheiten zu geben scheint.

    Brrzz schreibt:
    Wir haben auch die Erlaubnis uns unter dem Einfluss unserer psychatrisch verschriebenen Medikamente im Strassenverkehr zu bewegen.
    Theoretisch ja.

    Trotzdem bewegt man sich in einer Grauzone.

    Ich zitiere mich auch mal selbst aus einem älteren Thread, wobei sich an der Rechtslage jedoch nichts geändert hat:

    Die rechtliche Lage zum Thema Methylphenidat und Autofahren ist derzeit folgende:

    Zwar hat das Bundesamt für Arzneimittel mit Bescheid vom 22.6.2009 und aufgrund einer Entscheidung der EU-Kommission alle Methylphenidat-Hersteller angewiesen, die Inhalte der Packungsbeilagen - sprich Beipackzettel - derart abzuändern, dass das Führen von Kraftfahrzeugen in den Beipackzetteln nunmehr nicht mehr vollständig verboten ist, sondern in den Beipackzetteln die Patienten davor gewarnt werden, Kraftfahrzeuge zu führen, falls bei ihnen Nebenwirkungen auftreten sollten.

    Dieser Bescheid trat mit Wirkung zum 1.9.2009 in Kraft und seither dürfen nur noch MPH-Präparate mit denn entsprechend geänderten Packungsbeilagen in Umlauf gebracht werden.

    Aber: (dickes aber)

    Das hat derzeit in Deutschland noch keinerlei Bedeutung, da in der aktuellen Version der Fahrerlaubnisverordnung FeV, Anlage 4 Ziffer 9 nach wie vor eindeutig geregelt ist, dass man unter dem Einfluss jeglicher unter dem Betäubungsmittelgesetz BtmG stehenden Stoffe (mit Ausnahme von gelegentlichem Konsum von Cannabis, wenn der Konsum und das Autofahren vom Konsumenten eindeutig getrennt werden kann) seine Fahreignung in jedem Fall komplett verliert, sprich: in diesem Moment gar keinen Führerschein besitzen darf.

    Ausnahmen gibt es hier gemäß der FeV dann, wenn man als Patient im Einzellfall und bei sich durch eine medizinisch-psychologische Untersuchung (auch bekannt als "Idiotentest") trotzdem Fahrtauglichkeit nachweisen kann, aber ansonsten gilt eben in Deutschland ganz klar, dass man keinen Führerschein besitzen darf, wenn man unter der Behandlung mit MPH steht.

    Inwieweit ärztliche Gutachten (z.B. vom behandelnden Arzt oder der Klinik) bei dem Ganzen die MPU ersetzen können, dazu gibt es viele und eben auch leider sehr widersprüchliche Informationen, Angaben und Urteile, so, dass man sich also wohl immer noch in einer rechtlichen Grauzone bewegt und allem Anschein nach der Auslegungsspielraum der entsprechenden Behörden groß ist.

    Das alles gilt auch nur im Falle einer Fahrt ohne Auffälligkeiten.

    Soweit man durch seinen Fahrstil auffällig wird (rote Ampel überfahren, beim Abbiegen Bordstein mitgenommen, viel zu schnell oder viel zu langsam gefahren, allgemein unsicher gefahren ...) und man aufgrund dessen angehalten wird oder man gar in einen Unfall verwickelt wird und Auffälligkeiten zeigt, sieht die Sachlage noch einmal anders aus.

    Dann steht der §316 StGB im Raum, man wird entsprechend einer verkehrsärztlichen Untersuchung zugeführt (unmittelbar) und selbstverständlich wird dann auch nach Medikamenten gesucht, soweit sich der Zustand nicht anders erklären lässt.

    Es gibt keinen Freibrief zum Fahren unter Medikamenteneinfluss, gleich, um welches Medikament es sich handelt und ob man dieses vom Arzt verschrieben bekommen hat oder nicht.

    Insbesondere gibt es auch keine Bescheinigung von einem Arzt, die einem die Fahrtauglichkeit unter einer Medikation bescheinigt.

    Ein Arzt, der so etwas ausstellt. müsste von allen guten Geistern verlassen sein, da er im Zweifelsfall mithaftet und zudem keinerlei Kontrolle über die Einhaltung der verordneten Menge hat.

    Das Gesetz sieht vor jedem Fahrtantritt die sogenannte "kritische Selbstprüfung" vor und überträgt damit die Verantwortung für die eigene Fahrtauglichkeit auf den Fahrer.

    Sollte man nicht fahrauglich sein, dann wird im Falle des Falles eine Ursache gesucht und soweit man dabei medikamentöse Wirkstoffe findet, welche die Fahrtauglichkeit beeinflussen können, wird man auch das entsprechend als Ursache der Fahruntauglichkeit festlegen.

    Da ich keine Zeit habe, diesen Thread weiter zu verfolgen und ich ziemlich sicher bin, dass unter meiner Antwort noch andere auftauchen würden, die aussagen, dass das alles gar nicht so wild ist, schließe ich hier, um weitere unrichtige und gefährliche Informationen zu verhindern.

    Bei Gelegenheit werde ich ein passendes Thema aber - wie gewünscht - entsprechend erstellen und anpinnen.



    LG,
    Alex

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