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Diskutiere im Thema Rückwirkende Kostenerstattung nach Diagnose? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 16

    Rückwirkende Kostenerstattung nach Diagnose?

    Hallo

    Meine ADS Diagnostik ist bald durch. Danach so meint die Ärztin bekomme ich Medikinet bis auf die btm Gebühr von der Kasse bezahlt. Da ich das Medikament bisher zu 100% selbst gezahlt habe würde mich interessieren ob man die Kosten evtl zurück erstattet bekommt. Bei der Krankenkasse ist natürlich mal wieder keiner zu erreichen. Vielleicht weiß ja hier jemand ob diese Möglichkeit besteht.

    Lg JuLe

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Rückwirkende Kostenerstattung nach Diagnose?

    Medikinet oder Medikinet adult?


    Medikinet adult hättest du auch bisher nicht selbst bezahlen müssen. Da könntest du die Apotheken-Quittungen aus der Vergangenheit in der Tat im Rahmen der Kostenerstattung (13 SGB V) zusammen mit den dazugehörigen Privatrezepten bei der Krankenkasse einreichen und hättest gute Chancen auf eine Erstattung abzgl. einiger pauschalen gesetzlichen Abschläge, die leider vorgesehen sind.

    Medikinet (ohne adult) ist ein ganz anderes Thema, da es offiziell keine Indikation für Erwachsene hat. Daher stünde dir eine Kostenerstattung nur im Ausnahmefall im Rahmen des sog. "Off-Label-Use" zu, der aber vor Beginn der Behandlung von der Krankenkasse zu genehmigen gewesen wäre (§2 Abs. 1a SGB V).


    PS:

    BtM-Gebühr (0,26€) trägt die Kasse .

    Deine Ärztin meinte wohl die normale Rezeptzuzahlung (10% vom Arzneimittelpreis, mind. 5€, max. 10€)?


    PPS:

    Ich nehme an, du bist gesetzlich krankenversichert?
    Geändert von /dev/random (10.11.2015 um 23:37 Uhr)

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Rückwirkende Kostenerstattung nach Diagnose?

    Ich weiss nicht ob das so eine gute Idee ist, überhaupt die bisherige Einnahme öffentlich zu machen. Da deine Diagnostik "bald durch" ist, heisst es, das du bisher ein BTM ohne Indikation bekommen hast.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Rückwirkende Kostenerstattung nach Diagnose?

    Naja der Arzt darf Methylphenidat nach eigener fachlicher Entscheidung verschreiben, prinzipiell auch für Off-Label-Zwecke (also ohne / mit abweichender Indikation) wie z.B. Narkolepsie, Depressionen oder Verdachts-ADHS. Das geben BtMG und BtMVV schon her.

    ( Wäre dem nicht so, wäre jede Verordnung von Amfetamin oder unretardiertem MPH an Erwachsene hochgradig illegal, ebenso jede Methylphenidat-Verordnung über 18 aus der Zeit vor der Zulassung von Medikinet adult / Ritalin adult. All das ist / war immer "ohne Indikation", da die entsprechenden Präparate eine solche nur für Kinder haben / hatten. )


    "Off-Label" geht halt nur nicht zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung, die die Verordnung auf Kassen(!)-Rezept verbietet, wenn Methylphenidat nicht zum Zwecke der Behandlung eines nach ICD 10 bzw. DSM diagnostizierten, seit der Kindheit bestehenden ADHS durch Facharzt verordnet wird ( siehe https://www.g-ba.de/downloads/83-691...2015-09-02.pdf Pkt. 44 Seite 18 ). Und natürlich ebenso nicht für alle Präparate, die gar keine Indikation für Erwachsene haben.

    Wäre ich in der Position eines "strengen" Krankenkassenmitarbeiters, würde ich also für die Medikinet adult-Privatrezepte aus der Vergangenheit im Rahmen der Kostenerstattung die Bestätigung fordern, dass die Verordnungen aufgrund der Indikation ADHS ausgestellt wurden. Wenn es Rezepte für Medikinet (ohne adult) waren - siehe oben.


    BtM-rechtlich sehe ich da aber kein Problem, vor allem nicht für die Threaderstellerin. Es gab eine gültige Verordnung.
    Geändert von /dev/random (11.11.2015 um 00:02 Uhr)

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Rückwirkende Kostenerstattung nach Diagnose?

    Aber eine ADHS kann nur behandelt werden, wenn sie auch diagnostiziert wurde......

    Ich meinte auch die Konsequenzen für den Arzt...... aber vielleicht ist es auch ganz gut, das er/sie bei dieser Verschreibungspraxis mal entdeckt wird....

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Rückwirkende Kostenerstattung nach Diagnose?

    Ja - die Vorhergehensweise der Ärztin erscheint mir auch sehr unüblich!

    Wobei sie sich rechtlich eigentlich korrekt verhalten hat: Sofern die Ausnahmekriterien der verlinkten "Anlage III" (also nach ICD 10 o. DSM diagnostiziertes ADHS seit Kindesalter, multimodales Behandlungskonzept, andere Maßnahmen allein nicht ausreichend, Ärztin ist Fachärztin einer der genannten Gruppen usw.) nicht erfüllt sind, darf sie Methylphenidat nur aufgrund eigener Abwägung auf Privatrezept verordnen.

    Sie muss dann ihr Verhalten zwar nicht mehr gegenüber einer Krankenkasse, aber im Zweifel trotzdem BtM-, haftungs- und standesrechtlich rechtfertigen können...


    PS:

    Vielleicht war aber auch gerade zur Einstellung Medikinet (ohne adult) verordnet, da unretardiert?

    Das würde die Privatrezepte erklären.
    Geändert von /dev/random (11.11.2015 um 00:13 Uhr)

  7. #7
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

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    Forum-Beiträge: 16

    AW: Rückwirkende Kostenerstattung nach Diagnose?

    Huhu

    Also die Diagnose und der aktuell verschreibende Arzt sind bei zwei verschiedenen Praxen/Klinik. Über die Vorgehensweise des Arztes sage ich mal nichts.... Er hat mir beispielsweise auch von einer Diagnose abgeraten da sie mir angeblich nichts bringen würde. Dazu sage ich jetzt mal nichts. Wechsel zu einem guten Arzt (von einem Bekannten mit adhs empfohlen) ist schon im Gange.

    Das heißt Medikinet adult würde mir auch jetzt schon bezahlt werden? Ich nehme die ganze zeit die normalen retard. Aber die 20 mg auf die ich jetzt gewechselt bin kosten 45€ 50 Stück. Kann mir das schlicht nicht leisten.

    Für eine Rückerstattung hätte ich alle Quittungen usw. Aufheben müssen? Habe ich natürlich nicht gemacht da mein Arzt ja sagte das ich keine Chance habe auf Kostenübernahme. Beiße mir wenn es so ist gewaltig in den Hintern.

    Anscheind hat der Arzt selbst keine Ahnung was er da so wirklich macht....

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

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    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 545

    AW: Rückwirkende Kostenerstattung nach Diagnose?

    Wenn Deine Krankenkasse das trotzdem erstatten würde, sag doch dem Arzt Du brauchst die Rezepte nochmal als Dokument.
    Vielleicht können sie es Dir noch mal ausdrucken, zwar so das Du es nicht bei der Apotheke einlösen kannst. Aber einen Beleg hast. Das würde ich probieren, sofern Du es brauchst,

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Rückwirkende Kostenerstattung nach Diagnose?

    Medikinet adult ist genau die gleiche Kapsel wie Medikinet retard.

    Allerdings ist Medikinet adult für Erwachsene zugelassen und für Kinder nicht.

    Medikinet retard ist für Kinder zugelassen, aber nicht für Erwachsene. Daher bei Erwachsenen auch nicht auf Kassenrezept verschreibbar.


    Lass dir in Zukunft Medikinet adult auf Kassenrezept verschreiben.

    Da zahlst du nur die normale Rezeptzuzahlung als GKV-Patient, also 10% des Preises, mindestens 5€, max. 10€. Bei den 20 mg wären das besagte 5€.

    Sobald du mehr als 2% bzw. 1% als Chroniker deines Jahresbruttoeinkommen für Zuzahlungen (Medikamente, Krankenhaus etc.) aufgewendet hast ("Belastungsgrenze"), kannst du dich sogar für den Rest des Jahres bei der Krankenkasse befreien lassen. Dann bekommst du einen Befreiungsausweis und zahlst gar nichts mehr zu den Medikamenten oder z.B. im Krankenhaus dazu. Bei Sozialleistungsempfängern zählt nur der Regelsatz, BAföG z.B. wird gar nicht gezählt.


    Kostenerstattung für Medikinet retard wird schwierig, da wie gesagt die Indikation für Erwachsene fehlt und es überhaupt keinen sinnvollen Grund gibt, einem erwachsenen Patienten Medikinet retard und nicht Medikinet adult zu verschreiben. Die Krankenkasse wird zurecht darauf verweisen, dass man einfach Medikinet adult auf Kassenrezept hätte verordnen können, bei entsprechender Indikation (ADHS-Diagnose).

    Das Gesetz gibt da also keinen Anspruch für dich her. Wenn du auf einen sehr sehr netten und verständnisvollen Krankenkassen-Mitarbeiter triffst ist da vielleicht trotzdem etwas zu machen. Ich würde die Chancen aber eher gering einschätzen. Zu verlieren hast du allerdings nichts! Außer das man sich bei der Krankenkasse - zu Recht - über die Verschreibungspraxis des Arztes sehr wundern wird.

    Aber natürlich bräuchtest du in jedem Fall die quittierten Privatrezepte. In der Apotheke werden die Rezeptdurchschläge noch vorliegen, weil diese bei BtM-Rezepten archiviert werden müssen! Es sollte ein Leichtes für die Apotheke sein, dir diese zu kopieren und die Kopien am Besten nochmal durch Stempel und Unterschrift zu "beglaubigen".



    PS:

    Dein ehemaliger Arzt gehört geteert und gefedert!

    Ich verstehe es immer noch nicht. Entweder keine ADHS-Diagnose, dann verschreibt man in der Regel auch kein Methylphenidat. Oder ADHS-Diagnose, dann verschreibt man Medikinet adult oder Ritalin adult auf Kassenrezept, das der Patient dann - bis auf die übliche Zuzahlung - nicht selbst bezahlen muss.

    Einzige denkbare Ausnahme: Du warst "unter der Hand" ambulant bei einem Klinikarzt (da du etwas von Klinik schriebst), der keine Kassenzulassung hat, wenn die Klinik nicht z.B. eine Institutsambulanz betreibt. Der kann ambulanten Patienten überhaupt keine Kassenrezepte ausstellen, sondern nur Privatrezepte. Aber selbst dann hätte man einem Erwachsenen schon haftungsrechtlich Medikinet adult verordnet und nicht das Medikinet retard für Kinder.

    Wenn aber ein Arzt, der keine Kassenzulassung hat, Medikamente verschreibt, wird die gesetzliche Krankenversicherung das i.d.R. nicht erstatten.
    Geändert von /dev/random (11.11.2015 um 16:11 Uhr)

  10. #10
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Rückwirkende Kostenerstattung nach Diagnose?

    Die Vermutung das absichtlich nur retard verschrieben wurde habe ich mittlerweile auch. Zumal vom Arzt (ist eine Praxis, Klinik ist nur zur Diagnostik) die Aussage kam das ich keinerlei Chance habe das die Medikamente bezahlt werden.

    Das ich keine Diagnostik machen lassen soll wurde damit begründet das sich für mich nichts ändern würde. Daher könne ich es gleich lassen.

    Vermute mal das die sich dann weigern das Medikinet adult zu verordnen.

    Ich versuche mein Glück einfach mal bei der Krankenkasse. Verlieren kann ich ja nichts.

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