Seite 1 von 3 123 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 23

Diskutiere im Thema Medikamentenaufbewahrung im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 125

    Medikamentenaufbewahrung

    Hi,

    da es sich bei einigen der gängigen ADHS-Medikamente ja um BTM-Medikamente handelt, habe ich mich gefragt, ob man zuhause besondere Maßnahmen treffen muss, um sie gegen Zugriff zu sichern.

    Klar ist, dass man sie vor dem Zugriff durch Fremde (Besucher etc.) und natürlich auch vor eventuell im Haushalt lebenden Kindern sichern muss. Hierfür würde ja ein abgeschlossener Medikamentenschrank reichen. Wie sieht es aber zum Beispiel mit im Haushalt lebenden Erwachsenen aus, wie der Partnerin/dem Partner? (Diese Frage stellt sich ja, wenn man BtmG liest, völlig unabhängig davon, ob man seinem Partner vertraut oder nicht)

    Im Internet finden sich Interpretationen des Gesetzes, bei denen die Rede davon ist, dass eine ausreichende Sicherung im Sinne des Gesetzes nur in drei Fällen vorliegt:


    • in einem speziellen Wertschutzschrank
    • in Räumen mit einer besonderen Raumsicherung
    • mit einer entsprechenden Einbruchmeldeanlage


    Ich interpretiere das im Wesentlichen so, dass man die Medis tatsächlich mindestens in einem solchen Wertschutzschrank aufbewahren muss, also quasi in einem Tresor.

    Ist das wirklich so? Gibt es irgendwo konkrete Empfehlungen hinsichtlich der Aufbewahrung, evtl. auch mit in Frage kommenden Produkten, die nicht gleich hunderte von Euro kosten?

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 22
    Forum-Beiträge: 163

    AW: Medikamentenaufbewahrung

    Du nimmst die Sache aber besonders ernst. Klingt ein wenig utopisch als Privatperson in der eigenen privaten Wohnung derart aufwändige Maßnahmen zu treffen.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.927

    AW: Medikamentenaufbewahrung

    Nicht böse sein, wenn ich mich frage, wie lange es dauert, bis man den Code vom Tresor vergessen hat oder sich den aufschreiben muss ...

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 125

    AW: Medikamentenaufbewahrung

    Irian schreibt:
    Du nimmst die Sache aber besonders ernst. Klingt ein wenig utopisch als Privatperson in der eigenen privaten Wohnung derart aufwändige Maßnahmen zu treffen.
    Naja, noch überlege ich ja nur, wie es theoretisch sein müsste. Ob und wieviel Aufwand ich dann schließlich betreibe, ist eine noch zu beantwortende Frage

    ChaosQueeny schreibt:
    Nicht böse sein, wenn ich mich frage, wie lange es dauert, bis man den Code vom Tresor vergessen hat oder sich den aufschreiben muss ...
    Muss ja kein Tresor mit Code sein, wenn es denn überhaupt ein Tresor sein müsste, aber ja das Problem seh ich ein

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Medikamentenaufbewahrung

    Auf Putzmitteln steht z.B. auch teils, das sie nicht in die Hände von Kindern gelangen dürfen. Ü-Eier dürfen keine Kinder unter 3. Das heisst nicht, das diese zuhause in besonderen Schutzräumen gelagert werden müssen. Sollte ein extra Schutzraum oder Tresor oder gesicherter Schrank für die Haftung und/oder Versicherung von Nöten sein, würdest du sowohl vom Arzt, als auch von der Apotheke oder irgendwo schriftlich explizit drauf hingewiesen werden. So erfolgt es z.B. bei der Ausgabe von Waffen oder hoch gefährlichen Stoffen.

    Wenn du dir nicht sicher oder gar sicher bist das Personen in deinem Haushalt deine Medikamente missbrauchen, reicht versicherungstechnisch ein abschliessbarer Medikamentenschrank (der reicht nämlich auch in jeder Arztpraxis).

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: Medikamentenaufbewahrung

    patricks schreibt:
    Im Internet finden sich Interpretationen des Gesetzes, bei denen die Rede davon ist, dass eine ausreichende Sicherung im Sinne des Gesetzes nur in drei Fällen vorliegt:
    patricks schreibt:
    Ich interpretiere das im Wesentlichen so, dass man die Medis tatsächlich mindestens in einem solchen Wertschutzschrank aufbewahren muss, also quasi in einem Tresor.

    Ist das wirklich so?
    Diese Aufbewahrungspflichten gelten vor allen Dingen erstmal für Apotheken etc.


    Als Patient, der BtM verschrieben bekommt, ist man trotzdem kein erlaubnispflichtig am "Betäubungsmittelverkehr teilnehmender" i.S. z.B. § 15 BtMG (aus welchem die von dir zitierten Sicherungspflichten für den darin adressierten Personenkreis resultieren).

    Das sind Personen / Institutionen die BtM "anbauen, herstellen, mit ihnen Handel treiben, sie, ohne mit ihnen Handel zu treiben, einführen, ausführen, abgeben, veräußern, sonst in den Verkehr bringen, erwerben" (§ 3 BtMG). Unter anderem - und das ist jetzt entscheidend - mit der Ausnahme von jemandem, der "in Anlage III bezeichnete Betäubungsmittel" (verschreibungsfähige BtM) "auf Grund ärztlicher, zahnärztlicher oder tierärztlicher Verschreibung [...] erwirbt" (§ 4 BtMG).


    Wenn man natürlich ärztlich verordnete BtM fahrlässig ungeschützt irgendwo rumliegen lässt und sie dadurch in falsche Hände geraten, könnte man natürlich möglicherweise gegen das BtMG verstoßen haben. Dann aber wohl eher nach § 29 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 4 BtMG, also wegen fahrlässiger unerlaubter Abgabe. Aber nicht wie z.B. wie ein Apotheker wegen Verletzung des § 15 BtMG (Sicherungspflichten). Auch könntest du möglicherweise fahrlässig / aus Garantenpflicht ein Körperverletzungsdelikt (insb. eigene Kinder!) begangen haben, wenn jemand zu Schaden kommt.

    Aber was für den Patienten eine ausreichend sichere Aufbewahrung wäre, da gelten eben im Gegensatz zu Apothekern usw. keine konkreten Vorgaben / Richtlinien!
    ( Einzige Ausnahme: Inhaber einer Sondererlaubnis nach § 3 Abs. 2 BtMG z.B. für Cannabis als nicht-Fertigarzneimittel zu medizinischen Zwecken. )

    Wenn etwas passiert (z.B. Kind schluckt BtM, Besucher stiehlt BtM...), wird man das im Einzelfall beurteilen müssen.


    Lange Rede kurzer Sinn:

    Nein, das Gesetz verlangt von einem zuhause für verschreibungsfähige BtM keinen BtM-Tresor! Von einem Apotheker in seinen Räumen z.B. hingegen schon.

    Das heißt jedoch nicht, dass man bei unverantwortlicher Aufbewahrung / Umgang nicht nach anderen Paragraphen bestraft werden könnte.



    PS:

    Dies ist keine Rechtsberatung.
    Geändert von /dev/random ( 7.11.2015 um 15:33 Uhr)

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 125

    AW: Medikamentenaufbewahrung

    /dev/random schreibt:
    Diese Aufbewahrungspflichten gelten vor allen Dingen erstmal für Apotheken etc.


    Als Patient, der BtM verschrieben bekommt, ist man trotzdem kein erlaubnispflichtig am "Betäubungsmittelverkehr teilnehmender" i.S. z.B. § 15 BtMG (aus welchem die von dir zitierten Sicherungspflichten für den darin adressierten Personenkreis resultieren).

    Das sind Personen / Institutionen die BtM "anbauen, herstellen, mit ihnen Handel treiben, sie, ohne mit ihnen Handel zu treiben, einführen, ausführen, abgeben, veräußern, sonst in den Verkehr bringen, erwerben" (§ 3 BtMG). Unter anderem - und das ist jetzt entscheidend - mit der Ausnahme von jemandem, der "in Anlage III bezeichnete Betäubungsmittel" (verschreibungsfähige BtM) "auf Grund ärztlicher, zahnärztlicher oder tierärztlicher Verschreibung [...] erwirbt" (§ 4 BtMG).
    Das ist so nicht richtig.

    In §3 BtMG geht es nur darum, ob man eine Erlaubnis braucht für das was man mit BTM tut und §4 BtMG nimmt dann Patienten davon aus, weil sie sich sonst für jede BTM-Verschreibung zusätzlich zum Rezept noch eine Erlaubnis beim Bundesinstitut ... holen müssten.

    Damit gehört man aber trotzdem noch zu den Personen, die am BTM-Verkehr teilnehmen, denn man erwirbt es ja. Nur erlaubnispflichtig ist man nicht.

    Folglich fällt man auch unter die Personen für die §15 gilt, denn "Wer am Betäubungsmittelverkehr teilnimmt, hat die Betäubungsmittel, die sich in seinem Besitz befinden, gesondert aufzubewahren und gegen unbefugte Entnahme zu sichern."

    Dass hier explizit die Teilnehmer am BTM-Verkehr adressiert werden, werte ich so, dass die Verantwortung bei dem liegen soll, der erwirbt, und nicht nur bei dem der das BTM in seinem Eigentum hat (wie beispielsweise bei §16 BTM) weil das ja nicht zwingend die gleichen Personen sein müssen (z.B. wenn jemand BTM nur "findet").


    /dev/random schreibt:
    Wenn man natürlich ärztlich verordnete BtM fahrlässig ungeschützt irgendwo rumliegen lässt und sie dadurch in falsche Hände geraten, könnte man natürlich möglicherweise gegen das BtMG verstoßen haben. Dann aber wohl eher nach § 29 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 4 BtMG, also wegen fahrlässiger unerlaubter Abgabe. Aber nicht wie z.B. wie ein Apotheker wegen Verletzung des § 15 BtMG (Sicherungspflichten).
    Der § 29 enthält doch inhaltlich gar nichts Neues, sondern regelt nur, ab wann Verstöße gegen das BtMG nicht mehr Ordnungswidrigkeiten sondern strafbare Handlungen sind. Kurz und knapp: Wer gegen §15 verstößt, kann sich dabei strafbar machen, und wenn es besondere Vorgaben durch das Bundesinstitut gibt (zweiter Satz des §15), zusätzlich auch ordnungswidrig handeln.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Medikamentenaufbewahrung

    Also es geht hier nicht um das Lagern von Uran oder Plutonium.

    Es reicht wirklich vollkommen aus, die Medis nicht sichtbar offen liegen zu lassen, sollten sich Personen in deinem Haushalt aufhalten die eventuell damit Missbrauch betreiben könnten, reicht ein abschliessbarer Schrank oder ein abschliessbares Schubfach etc...

    Ich würde da jetzt keine Diplomarbeit draus machen.

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.927

    AW: Medikamentenaufbewahrung

    Kleiner Tipp am Rande, wenn man wirklich jemanden im Haus hat, dem man nicht vertraut oder vertrauen kann und man hat einfach keinen abschliessbaren Schrank o.ä. (soll ja durchaus vorkommen), dann kann man die ggf. auch vielleicht in ein Zimmer umlagern, was man nicht braucht (z. B. Schlafzimmer) und dieses einfach abschliessen, wenn möglich.

    Ich sag dazu mal pragmatisch ... Bargeld würde man ggf. ja auch nicht einfach offen rum liegen lassen - zumindest wenn es einen gewissen Betrag übersteigt.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 125

    AW: Medikamentenaufbewahrung

    creatrice schreibt:
    Also es geht hier nicht um das Lagern von Uran oder Plutonium.
    Wohl wahr. Aber es geht um Medikamente, die nicht ganz grundlos unters Betäubungsmittelgesetz fallen, für die also besondere Regeln gelten

    creatrice schreibt:
    Es reicht wirklich vollkommen aus, die Medis nicht sichtbar offen liegen zu lassen, sollten sich Personen in deinem Haushalt aufhalten die eventuell damit Missbrauch betreiben könnten, reicht ein abschliessbarer Schrank oder ein abschliessbares Schubfach etc...

    Ich würde da jetzt keine Diplomarbeit draus machen.
    Ja, ich steigere mich da vermutlich etwas rein. Ich fragte mich eben nur, ob man streng genommen unter Auslegung des Gesetzes noch mehr Aufwand betreiben muss. Seht ihr alle etwas pragmatischer, seh ich letztlich auch ein.

    ChaosQueeny schreibt:
    Kleiner Tipp am Rande, wenn man wirklich jemanden im Haus hat, dem man nicht vertraut oder vertrauen kann und man hat einfach keinen abschliessbaren Schrank o.ä. (soll ja durchaus vorkommen), dann kann man die ggf. auch vielleicht in ein Zimmer umlagern, was man nicht braucht (z. B. Schlafzimmer) und dieses einfach abschliessen, wenn möglich.
    Wie schon im ersten Beitrag gesagt, ging es mir nicht darum, ob ich man seiner Partnerin/seinem Partner vertraut. Die Frage war eher grundsätzlicher Natur.

Seite 1 von 3 123 Letzte

Stichworte

Thema: Medikamentenaufbewahrung im Forum ADHS Erwachsene Medikamente bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum