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Diskutiere im Thema Paradoxe Wirkung von MPH und Wirkung bei gesunden im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    pau


    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    Paradoxe Wirkung von MPH und Wirkung bei gesunden

    Hallo ihr Lieben,

    da ich seit einiger Zeit meine definitive Diagnose habe und bald ein Versuch mit Medikation losgeht, habe ich mal eine Frage:

    In meinem ADHS-Buch (das mir der Arzt empfohlen hat) steht, dass bei ADHS-Leuten die Wirkung des MPH paradox ist, also das Gegenteil von dem Bewirkt, was es bei Gesunden ausmacht. Das ist mir auch klar, wenn man von der Prämisse ausgeht, dass ADHS eine Gehirnstoffwechselstörung ist und die durch das MPH ausgeglichen wird.

    Jetzt ist es aber so, dass viele Studenten, v.a. Medizin/Jura/BWL (ich kenne selbst viele viele ehem. Kommilitonen), Ritalin zum Lernen "geschmissen" haben. Andere aber haben es zum Party machen genommen, weil sie dann länger durchgehalten haben. Wie kann es nun sein, dass die unter MPH besser lernen konnten, wenn es doch eigentlich "stimulierend" ist? Steckt vielleicht ein gewisser Anteil von unerkannten ADHS-Patienten unter den Studis, bei denen das Lernen unter MPH besser klappt (weil es dann eben auch paradox gewirkt hat) oder mache ich jetzt einen Denkfehler und ist die Konzentrationsfähigkeit unter MPH sowohl bei paradoxer (ADHS) als auch nicht-paradoxer Wirkung verbessert? Denn ich dachte mir jetzt so, dass die gesunden Leute ja eigentlich kaum stillsitzen und lernen könnten, sondern eigentlich wie Duracell-Hasen durch die Bibliothek springen müssten.

    Bitte erhellt mich :-)
    Viele Grüße

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 20
    Forum-Beiträge: 86

    AW: Paradoxe Wirkung von MPH und Wirkung bei gesunden

    Hi,

    ich ziehe da gerne einen vergleich mit dem motoren heran.
    Sagen wir mal, bei adhs sind die einstellungen des motors nicht korrekt. Mit ritalin wird das ausgeglichen. Bei gesunden ist der motor mehr oder weniger richtig eingestellt.
    Ein wenig geht vllt. noch, aber wirklich viel wird man nicht mehr rausholen.
    Aber es ist schon so, dass ritalin auch bei gesunden die konzentration steiert, aber besonders auch verlängert→längere zeit am stück lernen können=bessere ergebnisse. (Hoffe, das geht wegen der forenregeln?)

    Aber dieser zustand wäre ein betreiben über der leistungsgrenze, vllt. gehts eine zeit lang gut, aber irgendwann wird die grenze erreicht sein.

    Mfg

    Gesendet von meinem A0001 mit Tapatalk

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    Paradoxe Wirkung von MPH und Wirkung bei gesunden

    Die paradoxe Wirkung bezieht sich auch eher auf die Unruhe, nicht auf die Konzentration. Es ist paradox, das ein ADHSler unter Stimulanzien ruhiger wird, teils sogar müde.

    Stimulanzien in gewissen Dosen machen ja auch nicht motorisch total unruhig, die typischen Nebenwirkungen die teils auch ADHS-Diagnostizierte haben, sind die "normale" Wirkung von Stimulanzien, so z. B. die Schlaflosigkeit oder Angstgefühle, innere Unruhe, Appetitlosigkeit, etc.
    Geändert von creatrice (19.09.2015 um 15:46 Uhr)

  4. #4
    pau


    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Paradoxe Wirkung von MPH und Wirkung bei gesunden

    Danke für die Ausführungen. Ich fasse also zusammen:
    Gesunde Menschen werden aufgeputscht und konzentrierter, ADHSler hingegen ruhiger und bestenfalls konzentrierter, sofern die paradoxe Wirkung das zulässt?

    Sent from my D5503 using Tapatalk

  5. #5
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Paradoxe Wirkung von MPH und Wirkung bei gesunden

    Ich würde aufgeputscht durch unruhiger (nicht unbedingt motorisch) ersetzen,aber sonst...

    Wichtig wäre mir noch,das durch den persönlichen Erfahrungswert zu ergänzen,dass ich mich nicht sozusagen wahllos auf einfach alles,was ich tue stärker konzentriere(wäre wohl auch wieder eher unangenehm),sondern meine Aufmerksamkeit besser selbst steuern kann und die nicht so herumhüpft,immer auf der Suche nach etwas Neuem(wobei Suche es nicht ganz trifft,mir fällt aber gerade kein besserer Begriff ein ),bzw.sich nicht mehr so extrem "festsaugt",wenn etwas Interessantes gefunden wurde.

  6. #6
    pau


    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Paradoxe Wirkung von MPH und Wirkung bei gesunden

    Okay, besten Dank!
    Ich frage deshalb so genau, weil ich mich frage, was ich machen soll. Beim nächsten Termin wird ja die Frage kommen, ob ich eine medikamentöse Therapie versuchen will oder nicht. Dahingehend sollte ich mich halt informieren. Die ADHS-Bücher sind ja die eine Sache, aber ich frage mich natürlich auch, was die Risiken sind. Unter Gesunden hat MPH ja teils schwere Nebenwirkungen, oder besser gesagt "Nachwirkungen", wenn man sie nicht nimmt. Schön wird das in dem folgenden ZEIT-Artikel beschrieben: http://www.zeit.de/studium/uni-leben...ment-studenten

    Kommt es bei ADHSlern häufig vor, dass die Wirkung nachlässt und man immer höhere Dosen braucht? Davor habe ich nämlich Angst. Ich würde ja am liebesten die Strategie fahren, dass ich ab und an mal Pausen einbaue (wenn das nicht ohnehin schon vorgesehen ist). Man hat ja auch 1-2x im Jahr Urlaub und es gibt lange Wochenenden, Feiertage u.ä. Zwar würden dann nach dem zwischenzeitlichen Absetzen womöglich auch die anderen ADHS-Symptome abseits von der Konzentrationsfähigkeit wieder kommen (Stimmungsschwankungen, Impulsivität zB hinsichtlich Geld ausgeben, Vergesslichkeit), aber in Urlaubszeiten ist das ja vorübergehend verkraftbar, immerhin hat man sich bisher sein ganzes Leben so durchgeschlagen.

    Wie handhabt ihr das?

  7. #7
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Paradoxe Wirkung von MPH und Wirkung bei gesunden

    Das immer höhere Dosen nötig würden,ist-außer bei Kindern,bei denen manchmal die Dosis angepasst werden muss(Pubertät)-nicht der Fall.

    Ich selbst würde nur,wenn das absolut notwendig wäre,eine längere Einnahmepause einlegen(unbeabsichtigte kürzere gibt's,wg. Vergesslichkeit bei der Rezeptnachbestellung,schon genug),da ich halt nicht wirklich so durchgekommen,sondern stark eingeschränkt bin und sämtliche Symptome dann eben ungebremst wieder da sind. Darauf kann ich sehr gut verzichten.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Paradoxe Wirkung von MPH und Wirkung bei gesunden

    Ich mache freiwillig keine Pausen, weil es mir mit Medikament im Alltag ( nicht beruflich) deutlich mehr Lebensqualität gibt.
    Allerdings musste ich mal für ein paar Monate aussetzen, gesundheitl. bedingt, da stand auch zur Frage ob ich es je wieder nehmen kann, mein Fazit: ich bin dankbar für diese Hilfe, aber sie ist mir nicht so wichtig, das ich dafür andere schwere gesundheitl. Baustellen aufmachen würde.

    Die Dosis ist durchgehend relativ konstant, bei mir schwankt das meist nur, weil ich die vergesse zu nehmen.

    In der Pause ist zwar viel an ADHS-Symptomatik und Problemen hochgekommen, die vorher schon viel besser klappten, aber es war nicht so schlimm wie vor der Diagnose, denn in der Therapie habe ich auch Dinge gelernt, wie ich (zwar mit Mehraufwand) meine Symptome besser kompensieren kann. Auch das finde ich einen wichtigen Baustein.

  9. #9
    pau


    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Paradoxe Wirkung von MPH und Wirkung bei gesunden

    Super. Danke für die ganzen Antworten, das hat mir sehr geholfen. Man blickt ja fast nicht durch bei der ganzen Flut an Informationen... :-) Letztlich wird der Arzt mir bei der Entscheidungsfindung ja (individuell) helfen können, aber es macht - finde ich - immer Sinn, informiert an die Sache heran zu gehen.

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Paradoxe Wirkung von MPH und Wirkung bei gesunden

    pau schreibt:
    Ich frage deshalb so genau, weil ich mich frage, was ich machen soll. Beim nächsten Termin wird ja die Frage kommen, ob ich eine medikamentöse Therapie versuchen will oder nicht. Dahingehend sollte ich mich halt informieren. Die ADHS-Bücher sind ja die eine Sache, aber ich frage mich natürlich auch, was die Risiken sind. Unter Gesunden hat MPH ja teils schwere Nebenwirkungen, oder besser gesagt "Nachwirkungen", wenn man sie nicht nimmt.
    Lieber Pau,

    ein Zeit-Artikel ist so ziemlich das Gegenteil einer seriösen Quelle über ADHS und Medikamente.

    Dass Methylphenidat bei Gesunden aufputschend wirkt und bei ADHS-Betroffenen nicht und dass es bei Gesunden schwere Nebenwirkungen hat und bei Betroffenen nicht, ist so eine urbane Legende, die durch solch journalistisch fragwürdige Artikel weiterverbreitet wird.

    Also kümmer dich nicht um Komilitonen oder irgendwelche Nichtbetroffene, sondern um dich. Für dich wird das Medikament als Therapeutikum verordnet. Risiken für Gesunde können dir egal sein, du willst es ja nicht als Gesunder nehmen.

    Methylphenidat wirkt auch bei uns ADHS-lern unangenehm aufputschend, wenn es zu hoch dosiert ist. Ich könnte mir vorstellen das diese Schwelle bei Nichtbetroffenen eher erreicht wird, aber das ist Spekulation.

    Ich kenne Leute, die durch eine Tasse Kaffee oder eine Zigarette (Nikotin ist ebenfalls ein Stimulans) ruhig und entspannt werden. Oder die spätabends eine Tasse Kaffee trinken und dann prima einschlafen. Sind das jetzt alles ADHS-ler?

    Ich denke eher dass diese Beispiele zeigen, dass die Denkweise Stimulans=aufputschend und Entspannung=paradoxe Wirkung einfach zu simpel gedacht ist.

    Wer seine Leistung übernatürlich steigern will und sich dafür 20 Stunden am Tag Kaffee oder Medikamente zuführt, kriegt vom Körper die Quittung. Und das gilt für ADHS-Betroffene und Nichtbetroffene.

    Wenn du die Dosis langsam steigerst und dich in dem Rahmen bewegst, den dein Arzt dir vorgibt, musst du natürlich auch mit Nebenwirkungen rechnen- Kopfschmerzen v. A. zu Anfang, Appetitlosigkeit, teilweise Magen-Darm-Irritationen, Schwitzen oder Ähnliches, aber die Horrorphänomene aus diversen Internetartikeln existieren nur in den Köpfen der Autoren.

    Absetzen in Ferien, um Toleranzentwicklung zu vermeiden, muss man auch nicht, das dachte man früher mal. In Urlaubszeiten ist das vorübergehend verkraftbar, dass die Symptome wiederkommen? Na dann schönen Urlaub. Gerade wenn du voraussichtlich die meiste Zeit mit deiner eh schon skeptischen Freundin verbringst, sind "Stimmungsschwankungen, Impulsivität zB hinsichtlich Geld ausgeben, Vergesslichkeit", ich möchte ergänzen höhere Wahrscheinlichkeit einen Unfall zu erleiden (!), nicht so schlimm? Doofe Idee.

    Innerhalb der ersten zwei bis drei Monate gibt es eventuell einen einmaligen Gewöhnungseffekt, dann muss man eventuell einmal steigern um die gleiche Wirkung zu haben. Das wiederholt sich danach aber nicht mehr, die Dosis bleibt voraussichtlich viele Jahre so (bei Erwachsenen).
    Geändert von 4.Kl.konzert (19.09.2015 um 23:31 Uhr)

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