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Diskutiere im Thema ADHS und Equasym im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #21
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 177
    Marvinkind

    nein dich oder deinen Junior wollte ich doch nicht auslachen sorry :axx:

    Aber wie Eiselein schon schrieb ist das Nadelbaumproblem von Marvin auch uns
    mehr als bekannt und trifft uns dauernd im täglichen Leben.
    Denke dies wird Marvin auch nie ganz verlieren wie wir es auch alle nicht
    verloren haben aufs Alter.

    Es ist tatsächlich so wie der Clown geschrieben hat. Schreibst du nicht haargenau
    auf was ein ADS'ler zu tun bzw. zu denken hat, dann wirds gefährlich und der ADS'ler
    beginnt selber zu denken.
    Somit kommt seine eigene Logik zum tragen die in einer anderen Dimension abläuft
    und die ist nicht kompatibel mit den sogenannten "Normalos"

    Dies siehst du eigentlich nur schon daran, dass Marvin mit seiner Lehrerin rumdebattiert
    und ihr versucht seine Logik zu erklären. Nun im Gegenzug kann die Lehrerin den Marvin
    nicht verstehen oder will ihn nicht verstehen, wie auch immer.
    Am kürzeren Hebel bei dieser Geschichte hockt natürlich Marvin als Kind und hat sich die
    nächste schlechte Schulnote eingefahren, wo ihm einmal mehr schön zeigt wie blöd er
    eigentlich ist, wie die anderen sagen.

    Was dabei aber wohl keiner sehen will welche Gedankenwege er genommen hat um auf so
    ein Resultat zu kommen. Kaum ein anderes Kind in seiner Klasse hat die Faktoren soweit
    abgeklopft wie der Marvin und dies zeigt ganz schön sein Potential wo der Kleine schon hat.

    Also bei dieser Immergrün-Frage kann man sich wirklich langsam fragen, ob ADS'ler nicht
    selbständig denken dürfen, weil sich sonst erweisen könnte das die Lehrer nicht gerade die
    Hellsten sind, oder wie ging das jetzt genau .....

    Na nimm den Kleinen mal kräftig in den Arm und sag ihm das er sich nicht so grämen soll
    wegen der 3 im Zeugnis.
    Ich bin auch eine wo solche Schulnoten brachte, ausser in Mathe hatte ich immer ne 5 bis 5,5
    also bei euch wäre das ne 2,0 bis 1,5.
    Ne Ausbildung im üblichen Sinne habe ich auch nie gemacht. Habe erst später meine Diplome
    abgeholt in Abendschulen und so....
    Bis ich in Rente musste, habe ich dann aber einige von meinen ach so gescheiten Schulkameraden
    in die Taschen gesteckt gehabt

    Auch die Leute wo heute noch meinen sie müssten lachen, weil ich im üblichen Sinne keine
    Ausbildung gemacht habe nach der Schule, machen den farbenwechsel wenn ich meine Diplome
    auf den Tisch lege
    Drum mach dir da mal nicht so grosse Sorgen um den Marvin. Er wird es schaffen auf seine Weise
    und auf Umwegen.
    Wenn du ihm gut guckst damit ihm niemand das Rückgrat brechen kann, dann wird er seinen Weg
    machen, da bin ich mir heute schon sicher !

    Grüessli
    Haexli

  2. #22


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.522
    Marvinkind schreibt:
    Stimmt schon, aber für diese Berufe braucht er ein Zeugnis, was er wohl nie haben wird. Es ist ja immer noch so, dass in erster Linie die Zensuren zählen und nicht das, was man evtl. kann.
    Das stimmt leider. Ein Zahlenwert auf einem Blatt Papier sagt nämlich tatsächlich fast nichts über das Können aus. Was noch trauriger ist, die Zahlenwerte selber sagen manchmal nicht mal, ob der Schüler den Auftrag der Klassenarbeit erfüllt hat. Aus meinem Verwandtenkreis habe ich mal ein Blatt zur Aufstzbewertung, abgesegnet von mehreren Deutsch-Professoren und einem Schulbuchverlag zugesteckt bekommen (eigentlich ist das nur für Lehrer und es ist bei Todesstrafe verboten es unwissenden zugänglich zu machen). Die Punkteverteilung war interessant. Ein Drittel machten Rechtschreibung und Textgestaltung (Absätze, Linien freigelassen...) aus. Die Hälfte waren formale Sprachkriterien wie 'Zeit eingehalten', 'abwechslungsreiche Wortwahl', 'abwechslungsreiche Satzanfänge' und man höre und staune 'wörtliche Rede'. Der kümmerliche Rest, nämlich ein Sechstel blieb noch für den Inhalt. Mit dem Erfolg, dass wer einen Aufsatz mit wenig Rechtschreibfehlern, der dafür aber vom Inhalt her völlig daneben war, geschrieben hat, war die Note besser als bei jemand mit einem ganialen Inhalt, der aber Formale Fehler eingebaut hatte. Das einzige was sich da zur Entschuldigung sagen lässt, ist, dass die Lehrer gerade beim Aufsatz sehr oft ihre Noten rechtfertigen müssen. Rechtschreibfehler lassen sich objektiv zählen, ob eine Geschichte inhaltlich gut ist, ist immer bis zu einem gewissen Grad subjektiv.

    Ach ja, hier noch als lustiger Nachtrag eine Zensur für Eiseleins Beitrag von heute, 1.2 16:35

    Rechtschreibung: (Ziemlich viele Fehler)
    Grammatik: (keinen Dialekt verwenden!)
    Wörtliche Rede: (kommt nicht vor)
    Wortreichtum: (guter Wortschatz, aber zu viele Worterfindungen)
    Zeit: (richtige Zeit und Zeit konsequent eingehalten, kaum Variation)
    Thema: (Gute Geschichte, trifft das Thema, lebendig geschrieben)

    Macht: 3/12 Punten, als Note 5

  3. #23
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 177
    Jo dein Notenbeispiel könnte hinkommen für viele ADS'ler und erklärt wohl
    auch wieso soviele von uns durch die Schule schlittern.
    Dann haben sie noch die Frechheit nicht zu verstehen, weshalb so vielen von
    uns noch heute das kommt wenn wir daran zurück denken.

    Wer meint mit dem Schulende sei auch mit diesem Terror fertig irrt sich gewaltig !
    Nein es geht weiter auch für einen Erwachsenen ADS'ler, einfach auf andere Weise
    und viel subtiler.

    Schaue ich mir dieses Notenbeispiel nochmals an, dann packt mich die Wut !
    Irgendwie werden ADS'ler doch dauernd nach so einem Beispiel eingestuft,
    weil sie eben nicht der allgemein gültigen Norm entsprechen

    Sorry aber ich glaub jetzt ich

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 3.146
    haexli, ich hatte nie angenommen, dass Du mich oder Marvin auslachst und wollte ja auch nicht so eine Diskussion auslösen, dennoch geht es mir auch so, wie Euch.

    Ich könnte schreiend die Wände hochgehen, wenn ich das lese, wie sich die Zensuren zusammensetzen. Ich finde es z.B. auch grauenvoll, dass es in Fächern wie Sport, Musik oder Kunst Zensuren gibt. Wenn ich nicht sportlich bin, bin ich es eben nicht und da kann ich machen, was ich will (hat mein Zeugnis regelmässig versaut) und wenn ich ich ums verrecken nicht singen kann, ich lerne es nie. Und wenn ich ein Bild male und es wunderschön finde, aber der Lehrer nicht, habe ich wieder die Arschkarte. WAr bei mir auch immer so. Ich kann zwar gut basteln und so aber eben nicht malen und malen war aber nun mal gefragt und nicht ob ich basteln kann.

    Bei Aufsätzen hatte ich immer Glück, weil meine so lang waren, dass ich die paar Rechtschreibfehler wieder wetttmachen konnte. Ich habe echt geschafft, seitenweise um den Brei herumzuschreiben, bevor ich zum Punkt gekommen bin und hatte dadurch immer tolle Aufsatzbewertungen.

  5. #25
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 177
    Marvinkind

    da bin ich froh war einwenig verunsichert

    Na ich seh schon du kennst es auch, wie wir alle.
    Manche haben noch Glück jeweils in der Schule in dem sie sich mit einer
    einseitigen Hochbegabung einigermassen in die nächste Klasse schummeln.
    Du hattest offenbar gute Aufsätze um es wett zu machen. Ich konnte mich
    mit Mathe durchschummeln.

    Mein Mann z.b. ist offiziell kein diagnostizierter ADS'ler, aber hatte seinen
    Kummer in der Schule mit schwerer Legastenie. Schreiben geht heute sehr
    gut, aber das er ein Durcheinander mit Recht und Links kriegt hat er heute
    noch.
    Seine Begabung ist aber, dass er Sprachen in sich aufnehmen kann wie ein
    Schwam, wenn er sie hört. So ist er einer der Wenigen wo alle 4 Landessprachen
    spricht wo die Schweiz hat und davon gibt es nicht Viele. In der Regel biste schon
    gut wenn man 3 von den 4 Landessprachen spricht.

    Das war in der Schule aber nicht gefragt, erst später in der Oberstufe.
    Somit konnte er sich in der Primarschule gar nicht damit durchschummeln.
    Nun hatte er das Dussel das er in Mathe auch nicht so schlecht war, aber
    es reichte nicht jedes Jahr und musste deswegen auch mal auf ne Ehrenrunde.

    So nun müsste man meinen, dass er mit so einer Sprachbegabung wohl Dolmetscher
    geworden ist.
    Nein ! Weit gefehlt !
    Er wurde nicht gefördert, sondern von seinem Vater aufs übelste verprügelt.
    Sein Vater brachte es gar zustande ihn mit dem Auto über den Haufen zu fahren.
    Er war über 6 Monate in einer Spezialklinik für Kinder in der Nähe von Basel.
    Der Vater meinte dazu lediglich: "schade ist er nicht verreckt"

    Ich glaub ich muss nicht weiter ausführen, was aus diesem Jungen geworden ist. oder ?

    Er war 32ig als ich ihn kennenlernte, ohne Rückgrat und Selbstvertrauen. Ein pfundiges Kerlchen
    von über 2m und was über 170kg wo den Kopf einzieht und Angst kriegt. Ist er mal nicht
    ausgewichen, so schlug es in pure Agression um wo es gefährlich wurde.

    Schnell habe ich begriffen, dass ich wohl der erste Mensch bin in seinem Leben wo er ein
    klitzeklein wenig vertraute und nicht gleich abhaute. Na ok versucht hat er es schon, aber
    lustigerweise kam er nie weiter als bis zur Haustür und er drehte wieder um.
    Ahhh doch einmal kam er bis zum Bahnhof und kehrte dann wieder um :lol:
    Heute muss er selber lachen über seine Aktionen von damals, aber er hat auch gewisse
    Zusammenhänge langsam gelernt zu erkennen.
    (Drum kommt mir der kuriose Weg vom Eiselein, wie komme ich am besten aus em
    Haus um Zigi einkaufen zu können, so bekannt vor)

    Heute hat er auch um einiges mehr Rückgrat und bellt auch schon mal heftig zurück ohne
    die Hand zu erheben. Ok wobei ich sagen muss gegen mich hat er die Hand nie erhoben
    in all den Jahren, aber gegen seine Mutter, Schwester, Brüder und was ihm sonst so in die
    Quere kam.
    Er nutzt heute auch seine Sprachbegabung um sich in Job's zu halten, wo eigentlich Diplome
    vorausgesetzt sind, die er jedoch nicht hat
    Somit auch er ein Quereinsteiger ohne Ausbildung.

    Als ich vor 7 Jahren meinen Zusammenbruch hatte, blieb er bei mir und sorgte dafür das ich
    in keine Klinik kam, weil er wusste das dies mein Tod gewesen wäre.
    Am Feierabend hat er mir beim Duschen geholfen und bei umziehen, weil ich über 3 Monate
    dies alles nicht mehr konnte, wegen dem Teilausfall meines Gleichgewichtsorganes.

    Sicher gab es Ausraster von ihm, weil er weit über Limit lief. Aber gäbe es ihn nicht, wäre ich
    heute nicht mehr am leben.

    Dies die Geschichte in kurzer Version, weshalb ich dir geschrieben habe, dass du darauf
    achten sollst das dem Marvin nicht das Rückgrat gebrochen wird

    Jene wo am Chaoten-Treffen 2008 waren, kennen diesen Brummbär wo ich da beschrieben
    habe und wissen auch was er für ein Büffel sein kann, wenn er den Hebel umlegt

    Grüessli
    Haexli

  6. #26


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.522
    Hallo Marvinkind,

    ich muss auch ehrlich sein, ich war zu einer Zeit auf der Schule, als die Eltern kaum mit den Lehrern über die Noten diskutiert haben. Darum konnten die Lehrer damals ihre Noten noch nach dem Inhalt und danach, ob die Geschichte ansprechend geschrieben war verteilen. Das war auch mein Glück. So kam eine halbe Note Abzug, wegen Rechtschreibfehlern, doppelter Worte (Er ist ist gegangen), Buchstabendreher und solcher Kleinigkeiten drauf, aber das Gesamtergebnis war normalerweise im oberen Drittel der Skala. Neulich habe ich aber Spasseshalber einen meiner Aufsätze (Note: 1-2) nach einem Bewertungsschema von heute ausgewertet und es wäre eine 4-5 herausgekommen. Das hat mich geschockt. Daraufhin hab ich für die Lehrerin von der ich die Bewertungshilfe bekommen hatte einen Aufsatz geschrieben, konstruiert wäre besser, der mit dem Thema nichts zu tun hatte, nach dem Bewertungsschema aber auf 2+ gekommen wäre.

    Das hört sich jetzt an wie eine Horrorgeschichte, es ist aber nicht erfunden. Was ich sagen wollte ist, dass ADSler wohl schlecht abschneiden, sobald es starre Bewertungsschemata gibt. Wenn dagegen eine Lehrerin für 3 Seiten Aufsatz 6 Seiten Kommentar schreibt und alles genau erklärt, dann kommen sie im vergleich (zu?) gut weg.

    Gruß

    Clown

  7. #27
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 177
    Clown

    verstehe ich das jetzt richtig, dass wenn du heute nochmals in die schule
    müsstest nicht die Norm zu erfüllen, geschweige den dein Studium anstreben
    könntest, wegen zu blöd ?

    ja also da ich weiss was du studiert hast, habe ich nur noch einen vorschlag
    für solche schulsysteme:
    "schliesst die schulen, aber schnellstens"

    kann ja nicht sein das du heute feststellen musst, dass du damals mehr glück
    als verstand hattest

  8. #28


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.522
    Haexli schreibt:
    Clown

    verstehe ich das jetzt richtig, dass wenn du heute nochmals in die schule müsstest nicht die Norm zu erfüllen, geschweige den dein Studium anstreben könntest, wegen zu blöd ?
    In den meisten Fächern, besonders aber in Deutsch wahrscheinlich ja. Wohl gemerkt, das damalige System, Lehrer liest den Aufsatz und gibt die Note 'nach Gefühl' hat sicher andere benachteiligt. Besonders wenn ein Lehrer einen Schüler auf dem Kieker hatte. Ich hatte eben Glück, oft auch zu unrecht. Heute geht so was unter anderem darum nicht mehr, weil sich die Lehrer für jede Zehntelnote, die jemand schlechter oder jemand anders besser ist, gegenüber den Eltern rechtfertigen müssen. Darum verstehe ich auch, warum solche formalen Bewertungsbögen entstehen. Rechtschreibfehler sind objektiv, ob die Geschichte lebendig erzählt ist, ist es nicht. Darum darf so was in der Bewertung keine wesentliche Rolle spielen.

    Was natürlich auch wichtig war, ist die Tatsache, dass viele Lehrer ein sehr angenehmes Arbeitsklima aufbauen konnten. Es geht besser, wenn man vom Leherer hin und wieder ein Kompliment hört, als wenn es immer nur negative Rückmeldungen sind.

    Ein "liberaler" Umgang mit der Hausaufgabenmoral war auch ein Pluspunkt bei vielen Lehrern, besonders in der Oberstufe. Das waren oft "alte Haudegen", die schon Schlachten mit Generationen von Schülern geschlagen hatten und darum wussten: "Au aus uam wo d'Hausufgab it ebbl macht, wird ebbes rechts" (Übersetzung: Auch ein Schüler der nicht immer alle Hausaufgaben macht, wird im allgemeinen ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft)

    Besonders interessant waren aber die Reaktionen auf "kreative" Antworten. Wenn etwas gefragt wurde und es stand da eine absolute Trivilallösung, die direkt aus der Frage hervorging, eine korrekte Antwort auf die Frage war, aber nicht das was der Lehrer als Antwort haben wollte, gab es einige, die so souverän waren, es als richtig anzuerkennen. Ein (nicht ganz wörtliches) Zitat aus so einem Fall: Die Antwort ist richtig. Das wollte ich aber nicht wissen und ich weiß, dass sie das auch wissen. Das gab dann sogar einen Pluspunkt, offiziell für das auffinden der einfachsten Lösung. Inoffiziell war er für kreative Frechheit.

    Solche Lehrer haben mich durch die Schulzeit gebracht. Nebenbei ließ es doch nicht ganz vermeiden, dass ich was gelernt hab, aber was soll ich denn machen, wenn der Deutschlehrer so spannendes Zeug über E. T. A. Hoffmann erzählt. Also ist er Schuld, nicht ich.


    So, genug der Schulerinnerungen

    Clown

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632
    :cscs: Thema verfehlt, 6,0.

    Aber ich habe noch ein paar Aufsätze hier und wie die bewertet wurden. Ich finde sie grad nur nicht. Aber es wäre sicherlich einmal interessant, diesen hahnebüchernen Schwachsinn exemplarisch zu zitieren. Das bewegt sich ja teilweise auf Monthy-Python-Niveau, nur dass es ernst gemeint ist.

    Ich bin grad sowieo drbei Ordnung zu schaffen. Ich habe mir sogar schon zwei Leitz-Ordner beschafftet, um gegen die Zettelflutwirtschaft entschieden bis aggressiv-energisch vorzugehen. Ich hab bloß no nix eingeheftet.


    Interessant ist aber was dr Clown schreibt, in der Tat, so war das. Der Inhalt zählte einen Scheißdreck. Ich kann mich sogar noch daran erinnern, dass von Deutschlehrern GEPREDIGT wurde, dass eine eigene Meinung, beispielsweise bei einer Textinterpretation (!!!), möglichst nicht vorkommen DARF. Und wenn dann allenfalls im letzten Absatz in ein paar Sätzen.

    Es gibt allerdings auch Gegenbeispiele. Unter den Dutzenden an Deutschlehrern, die man über sich ergehen lassen musste, waren immerhin zwei (!!!), die eine absolute Ausnahme darstellten. Von diesen Ausnahmen, von den Lücken im Normalo-System - da simmer wieder beim Thema - lebt der ADSler ausschließlich. Im wörtlichen Sinne: Nur durch Leute, die eine Ahnung haben und die notwendige Nachlässigkeit, kommt er überhaupt zum Abitur.

    Man muss aber bedenken, dass die Lehrer in dieser Gesellschaft eine ganz andere Funktion ausüben sollen, als allgemein immer angenommen wird. Sie sollen die Schüler wirklich auf das Berufsleben vorbereiten, und das machen sie ausgezeichnet. Das Ziel ist ja eben, möglichst viele Leute in diese Gesellschaft zu entlassen, die sich KEINE eigene Meinung zu den Verhältnissen bilden können, und nur das bereits Vorhandene nachplappern. Ein eigenes Denken ist nicht nur nicht erwünscht, sondern einer beruflichen Karriere sogar hinderlich.


    Später im Journalismus bekam man dann massive Probleme mit der Zensur, wenn man mal die Unverfrorenheit besaß, eine eigene Meinung irgendwo einzuflechten. Interessant, denn bis dato war ich davon ausgegangen, dass eine Zensur gar nicht existierte, ganz im Gegenteil, sogar eine Pressefreiheit, ja sogar noch Meinungsfreiheit. Naja, ich war damals halt no völlig naiv. Nun ja, eine Meinugsfreiheit ischd schon vorhanden, so lange niemand davon Gebrauch macht. Erschd dann sieht die Sache anderschd aus.


    Vollends grotesk wurde des ganze an der Uni. Ich kann mich noch an die allererste Klausur in Germanistik erinnern. Es ging um eine Gedichtinterpretation, ein Gedicht von Georg Trakl.

    Da dacht ich mir schon: Gute Sach, erstens ist Trakl Dein Lieblingsdichter, zweitens schreibst Du selber Gedichte, wirst also schon eine Ahnung davon haben. In der Tat war das erste Buch, dass ich mir überhaupt in meinem Leben gekauft habe, von Trakl. Zum Zeitpunkt der Klausur hatte ich also bereits eine mehrjährige intensive Auseinandersetzung mit Trakl hinter mir. Lange Rede, kurzer Sinn, Zensur 4 - 5.

    Die Einsen und Zweien wurden dagegen geschrieben von Leuten, die den Namen Trakl allesamt an diesem Morgen zum ersten Mal in ihrem Leben überhaupt gehört hatten.


    Das ist ja nur ein kleines Beispiel von Dutzenden bis Hunderten. Ich denke, der Clown wird meinen Eindruck in der Germanistik auch für sein Fach Physik bestätigen können? Dass die Mittelmäßigen stets gefördert und die wenigen kreativen Köpfe stets bekämpft werden? Dies gilt natürlich nicht nur für das Universitätssystem, sondern für das System überhaupt.


    "(eigentlich ist das nur für Lehrer und es ist bei Todesstrafe verboten es unwissenden zugänglich zu machen)."

    Gut gesprochen, Genoss. :erkältet: Ich würde aber sagen UNEINGEWEIHTEN, denn dass sie eigentlich nichts wissen, und deswegen ist ja die ganze Geheimkrämerei, ist diesen Leuten selber klar. Deswegen müssen sie ja die eigene Position stets hinaufbeweihräuchern. Es geht nicht um Pädagokik, sondern - analog zu den Psychotherapeuten und Psychiatern - um Theologie: Ich bin der Lehrer, Dein Gott, Du sollst keine anderern Götter haben neben mir. :cscs: Und scho glei mal gar net die neue Relegionsreferendarin.

    Aber genug von der Litanei, alles was man über das deutsche Schulsystem wissen kann, steht ja schon bei Hesse gültig ausformuliert: "Unterm Rad". Alternativ kommt au no Heinrich Mann in Frage: "Professor Unrat."


    "Ein "liberaler" Umgang mit der Hausaufgabenmoral
    war auch ein Pluspunkt bei vielen Lehrern, besonders in der Oberstufe.
    Das waren oft "alte Haudegen", die schon Schlachten mit Generationen
    von Schülern geschlagen hatten und darum wussten: "Au aus uam wo
    d'Hausufgab it ebbl macht, wird ebbes rechts""

    Absolut, man darf das Schulsystem nicht in Bausch und Bogen verdammen. Es gibt immer wieder Lehrer mit Charakter: "Ich habe schon längst aufgehört die Intelligenz meiner Schüler an ihren Zensuren zu bewerten." An solche Sätze erinnert m,an sich dann bis zum Todesbett. Man muss allerdings darauf hinweisen, dass es sich um absolute Ausnahmen, genaugenommen um Lücken im Normalo-System handelt, mit deren Vorhandensein man eigentlich nicht rechnen kann, aber rechnen muss, wenn man ABI oder Uni-Abschluss haben will. Das heisst, nur es zu wollen, hat ja keinen Sinn, man muss halt eben auch den Dusel dazu haben. Und die Geduld für Ehrenrunde oder das ein oder andere "Zusatz"semester.


    "Solche Lehrer haben mich durch die Schulzeit gebracht."

    Absolut, so ist das. Der Lehrer war übrigens sowohl unter seinen Kollegen als auch unter den meisten Schülern eher unbeliebt, gerade weil er stets Charakter zeigte. Für seine Kollegen war jemand, der eine Ahnung hat von seinem Fach und darüber hinaus auch noch Charakter zeigt, bereits Ärgernis genug, ein rotes Tuch.

    Jo, E.T.A. Hoffmann habe ich, ähnlich wie E. A. Poe, unter ganz-ganz starkem Hypo-Verdacht. Ich kann seine Texte bis heute kaum lesen, weil sie mich bis in die Nächte hineinverfolgen. Vom Sandmann (nicht zu verwechseln mim Sandmännchen) werde ich heute noch verfolgt. Sogar die Katz des Teufels ischd hinter mir her gwesen. Ich kann mich noch an eine Nacht in Tübingen erinnern, wo ich ersthaft mich mit einem schwarzen Straßentiger unterhalten hab, weil ich dachte er wäre Herr Murr. Von da an wusste ich, es gibt Schriftsteller die gut sind, aber nicht gut tun. Und zwar auf ähnlich strukturierte Menschen. Damals wusste ich natürlich no nix von ADS, ich hab nur die Festellung gemacht, dass ich des was Hoffmann beschrieb aus meinem Alltagsleben kannte, für mich war des bloß Alltagsbeschreibung, für die Normalos waren des bloße Fabeln, Märchen und Mythen.

    Dem Poe hat mal ein Kritiker vorgeworfen, dass er Hoffmann plagiere. Dann hatter gschrieben: Noi, des ischd net dr Fall. Mein Terror kommt nicht aus Deutschland, sondern aus der Seele. Jo, der Poe war halt au a Psycho. Do führt koi Weg vorbei an der Feschdstellung.

    Seitdem les i bloß no Brecht.



    Clown, mal ne persönliche Frage, wie stehst Du denn in diesem Zusammenhang zu Eduard Zimmermann und seiner Sendung Aktenzeichen XY? Und Konrad Tönz? Und Peter Niedetzky?

  10. #30


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.522
    Hmm,

    also ehrlich gesagt war mir Aktenzeichen XY immer ein wenig zu gruselig, gleichzeitig fand ich schon als Jungendlicher vieles zu reißerisch. Das klingt jetzt blöd, vor allem da ich E. T. A. Hoffmann mag und es genossen habe, als wir den Sandmann gelesen haben.

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