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Diskutiere im Thema Hyperakusis durch Medikation (Langzeitfolge?!) im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    Hyperakusis durch Medikation (Langzeitfolge?!)

    Hallo,

    Geräuschempfindlich war ich schon immer- je nach Lebenssituation mit unterschiedlich viel Leidensdruck verbunden und phasenweise waren es auch nur ganz bestimmte Geräusche, die mich belastet haben.

    Während der medikamentösen Behandlung hat sich das Problem leider nicht gelöst, sondern ganz im Gegenteil: verschärft! Das Schlimmste ist, dass diese Verschlimmerung nun geblieben ist und sowohl mit, als auch in längeren Phasen ohne Medis, verstärkt auftritt.

    Selbst normale Situationen (Freibad, Park, Löffelkratzen im Teller aus dem Nebenzimmer...), die andere Menschen teils sogar als entspannend empfinden würden, treiben mir die Tränen in die Augen und sind mir zu viel. Innerlich setzt mir zu, dass ich mir der Abnormalität dieser Regungen bewusst bin und mich wie ein Voll-Freak fühle.

    Da ich diese extreme Art der Reizoffenheit vorher nicht kannte und ich auch schon gelesen habe, dass es Hinweise darauf gibt, dass sich eine medikamentöse Behandlung nachteilig auf den Gehirnstoffwechsel auswirken könnte, mache ich mir natürlich Sorgen, dass ich mir hier einen im schlimmsten Fall dauerhaften Schaden zugefügt haben könnte (http://www.focus.de/gesundheit/ratge..._992226.html)?!

    Außerdem finde ich es höchst seltsam, dass mir Methylphenidat bisher in keiner Form geholfen hat, Geräusche zu filtern. Taktile Reize hingegen kann ich wesentlich besser ausblenden. Auch Antidepressiva halfen da nie, gegen die depressive Verstimmung hingegen schon. Und so zweifle ich mal wieder an allem insgesamt und wäre sehr froh über ein bisschen Input von eurer Seite zu dieser Sache...

    LG, Ennie

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Hyperakusis durch Medikation (Langzeitfolge?!)

    Hi,ich weiß nicht ob das mit MPH zusammen hängt.Ich habe auch ein extremes Problem mit Geräuschen,u.MPH schärft die Wahrnehmung,ich nehme Geräusche dann auch intensiver wahr.

    Ich habe immer Ohrstöpsel dabei ,in der Nacht sowieso,tagsüber oft Kopfhörer bei der Arbeit.
    MPH wirkt super bei Ruhe,dann ist der innere laerm bei mir gebremst,aber den äusseren muss ich treotzdem bekämpfen bzw.mich abschotten.

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Hyperakusis durch Medikation (Langzeitfolge?!)

    Ich habe die gleiche Erfahrung gemacht und bin nun wahrscheinlich, wie du sagst, tatsächlich dauerhaft geräuschempfindlicher als vor der Einnahme von MPH. Seit ich es jedoch nicht mehr nehme, ist es ein wenig besser geworden, ich bin nicht mehr ganz so empfindlich wie unter der Einnahme, jedoch empfindlicher als vor der Einnahme (also, bevor ich das Zeug genommen hab, war es nicht so schlimm wie nach dem kompletten Absetzen). Dass das eine dauerhafte Folge sein könnte, ist mir nun nur wegen deines Beitrages überhaupt in den Sinn gekommen, mir ist zwar schon aufgefallen, dass ich reizoffener bin als früher, dass es mit MPH zusammenhängen könnte und eine Langzeitfolge sein könnte, war mir jedoch nicht in den Sinn gekommen. Ich muss jedoch hinzufügen, dass ich auch nach einer mittelschweren Erkrankung (Mononukleose) bereits eine erhöhte Reizoffenheit hatte, ich könnte mir jedoch vorstellen, dass das MPH das noch weiter verstärkt hat. Ist halt schwer, das im Rückblick über so viele Jahre zu beurteilen, was welche Effekte hatte.

    Auf jeden Fall ist das - für mich - ein Teufelszeug und ich werd es nie wieder anrühren! Ich kann auch ganz genau sagen, dass MPH (bei mir) die Geräuschempfindlichkeit und generelle Reizbarkeit erhöht, da ich extra ein Selbstexperiment damit gemacht habe, um zu testen, ob es von MPH kommt, d.h., ich hab es eingenommen für 2-3 Tage und konnte feststellen, dass die Empfindlichkeit nach Absetzen wieder zurückging.

    Naja, nun ist der Schaden angerichtet und ich muss damit leben, mein Leben nach meiner Geräuschempfindlichkeit auszurichten (von Wohnung zu Wohnung zu flüchten, weil es immer zu laut ist zB)...

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: Hyperakusis durch Medikation (Langzeitfolge?!)

    Eine Langzeitnebenwirkung ist es sicher nicht. Aber es könnte sein, dass eben eher (oder zusätzlich) eine auditive Wahrnehmungsstörung bei Dir vorliegt.

    Die Reizoffenheit bei Reizfilterschwäche ist ja nur ein Symptom von ADHS. Und ADHS kommt selten allein.

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Hyperakusis durch Medikation (Langzeitfolge?!)

    Ich tendiere eher zu der Annahme, dass ich unter MPH erstmals meinen leichten Tinnitus wahrgenommen habe.

    In der Anfangsphase zeigten sich bei mir auch diverse Problemchen, die ich so vorher nie wirklich registrierte. Ich war auch sehr viel schreckhafter, was ich sonst nur aus Extremzeiten kenne.

    Nach einer Dosisreduktion von MPH wurde es deutlich besser.

    Dafür wurde das Sertralin angehoben, so dass ich insgesamt ruhiger wurde, weil der Hang zu endlosen Gedankenspiralen aufgehört hat.

    Es stellte sich dann auch raus, dass bei mir die Ohren regelmäßig richtiggehend verstopfen und ich deshalb natürlich nervös werde, schließlich hängt das Hören ja auch ganz stark mit dem räumlichen Erleben zusammen. Damit war auch klar, dass ich schneller zum HNO-Arzt gehen muss, wenn ich wieder mal exxtrem schreckhaft bin.

    Es ist einfach total verwirrend, wenn ich bestimmte Geräusche auf einem Ohr wahrnehme und auf dem anderen Ohr ist nichts.

    Mit dem eröhten Sertralin fällt es mir auch erheblich leichter mit Menschen umzugehen, die ständig ein "Ja-Aber" dazwischen werfen müssen und einfach niemals beim Inhalt eines Gesprächs bleiben können.

    Heute übergehe ich die einfach bzw. meine Antworten werden immer knapper und klarer - für mich ist das ein echter Erfolg, einfach nicht mehr auf jede Zwischenfrage einzugehen. Mittlerweile auch nicht mehr mit der Bitte um Verschiebung der Auskunft.

    Diese ständigen Gesprächsstörer, die sowieso den Sinnzusammenhang eines Satzes nicht kapieren, kann ich nicht ändern!

    Dieses besser abgrenzen können schiebe ich ganz wesentlich auf das Sertralin, nicht auf MPH.

  6. #6
    m-s


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 296

    AW: Hyperakusis durch Medikation (Langzeitfolge?!)

    Ich nehme jetzt schon ne Weile kein MPH mehr weil es auch in größeren Mengen nicht ausreichend geholfen hat. Nehme jetzt schon lange Elvanse und Attentin und ich habe genau die Gegenteilige Erfahrung gemacht.

    Sicherlich ist es nicht verschwunden, aber ich komme wesentlich besser zurecht. Ich sehe zwei Gründe, zum einen wird die Konzentration auf das Wesentliche besser und zum anderen geht es mir insgesamt besser und da ich nicht mehr so auf dem Zahnfleisch laufe, kann ich auch mehr wegstecken bevor es mir schlecht geht.

    Die Verbesserung hatte ich auch schon unter MPH.
    Ob es jetzt ohne Medies schlechter wäre kann ich nicht sagen, denn ich habe keinerlei Interesse diesen Zustand (nämlich den vor der Diagnose und Medikation und Therapie) wieder herzustellen.

    Was mir auch ganz gut hilft, ist das tägliche autogene Training.
    Ich denke mal generell Medies sind nicht alles. Man muss auch die alten Verhaltensmuster finden und ändern . . .
    m-s
    Tapatalk Windows 10

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Hyperakusis durch Medikation (Langzeitfolge?!)

    Danke für die bisherigen Antworten! Was könnte man denn gegen eine auditive Wahrnehmungsstörung machen? Außer Ohropax...^^

    Seit ich zusätzlich Moclobemid einnehme, hat sich die Problematik übrigens leicht verbessert- ich bin auch insgesamt stressresistenter und frustrationstoleranter! Wenn sich das noch weiter verbessern ließe, hätte ich natürlich nichts dagegen!

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Hyperakusis durch Medikation (Langzeitfolge?!)

    Entropie schreibt:
    Danke für die bisherigen Antworten! Was könnte man denn gegen eine auditive Wahrnehmungsstörung machen? Außer Ohropax...^^
    Wenn sie denn dann diagnostiziert ist, kannst du z.B. Ergotherapie machen. Aber so richtig gibt es da glaube ich nichts, was wirklich hilft. Mir hat man Horchtherapie empfohlen,gibt auch andere Hörtherapien, halte das aber für Nonsens. Denke mal damit muss man leben und versuchen das beste draus zu machen. Allgemein stärkende Massnahmen für die Psyche und Achtsamkeitstraining hilft da auch.

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