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Diskutiere im Thema ADHS + Fehldiagnose + Falsche Behandlung. Folgen? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Ehem. Mitglied

    Gast

    ADHS + Fehldiagnose + Falsche Behandlung. Folgen?

    Hallo liebe Chaoten-Familie,

    mich würde eines sehr interessieren. Meine ADHS wurde leider im Kindesalter nicht erkannt. Irgendwann war ich als junger Erwachsener so verzweifelt, dass ich zu einem Psychiater ging. Er diagnostizierte nach Lust und Laune mal eben eine Bipolare Störung. Auf ADHS kam keiner. Tests wurden damals auch nicht gemacht. Über viele Jahre wurde ich mit allen Gruppen an Antidepressiva ( SSRI, trizyklische Antidepressiva, SSNRI etc. ) UND ZUSÄTZLICH mit Neuroleptika behandelt.

    Der Arzt wollte es mir nie glauben. Ich bin duch diese Medikamente "wahnsinniger" geworden, als ich eh schon war. Gedankenkarussell, Hyperaktivität, Ungeduld, Stimmungsschwankungen usw. haben einfach nicht nachgelassen und wurden teilweise viel stärker. Das bisschen Konzentration, was ich noch hatte, war auch in Luft aufgelöst. Ich habe ein Leben in Chaos verbracht.

    Irgendwann habe ich meinen Arzt gewechselt. Dem neuen Arzt habe ich eine komplette DinA4 Seite in die Hand gedrückt, was ich bislang alles eingenommen hatte. Er war schockiert. Die erste Frage war: WELCHES DIESER MEDIKAMENTE HAT DENN ÜBERHAUPT WENIGSTENS ETWAS GEHOLFEN? Ich war ehrlich und sagte "Venlafaxin".....und er: Ich bin nicht überrascht. Das ist auch ein ADHS Medikament.Und wenn ich mir ihren Lebenslauf so angucke, dann habe ich tatsächlich das Gefühl, dass Sie eine ADHS haben.

    So....dann wurden Tests usw. gemacht bei einem Spezialisten und siehe da: Es hat sich bewahrheitet. Dann habe ich eben Ritalin bekommen und mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht. Sämtliche Symptome, die mich seit meiner Kindheit belastet haben, waren verschwunden. Ich war wie neugeboren.

    Meine Frage richtet sich an Leute, die auch eine sehr lange Zeit FALSCH therapiert wurden ( also ohne MPH ) . Was waren die Folgen von der falschen Medikation/Therapie? Was hat das bei euch ausgelöst? Und was sollte man ADHS´lern auf keinen Fall verordnen und warum?

    Ich bin gespannt von euch zu lesen! Mehr als irgendwelche Studien interessieren mich EURE Erfahrungen. Danke

  2. #2
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 30

    AW: ADHS + Fehldiagnose + Falsche Behandlung. Folgen?

    Hallo Christian89

    Was du schreibst hört sich ja UNGLAUBLICH an. Wie kann sowas in der heutigen Zeit passieren? Sind denn unsere Ärzte zu schlecht ausgebildet, oder wie?
    Da ich mich erst seit neuestem mit dem Thema befasse, kann ich zu deinen Fragen leider nichts persönliches beitragen. Nur bestätigt sich mein Verdacht immer mehr, dass es:
    1. Sehr viel mehr adhs (mit oder ohne "h") Betroffene gibt wie die "Welt" zugeben will
    und:
    2. Dass man mit der Krankheit ziemlich allein gelassen wird und nur Hilfe bekommt, wenn man selbst darum kämpft, oder eben Glück hat und auf einen kompetenten Arzt trifft.
    Ich freue mich sehr für dich, dass du endlich auf einen Arzt getroffen bist, der dir hilft.
    Liebe Grüße
    Nobbi

  3. #3
    Ehem. Mitglied

    Gast

    AW: ADHS + Fehldiagnose + Falsche Behandlung. Folgen?

    Nobbi schreibt:
    Hallo Christian89

    Was du schreibst hört sich ja UNGLAUBLICH an. Wie kann sowas in der heutigen Zeit passieren? Sind denn unsere Ärzte zu schlecht ausgebildet, oder wie?
    Da ich mich erst seit neuestem mit dem Thema befasse, kann ich zu deinen Fragen leider nichts persönliches beitragen. Nur bestätigt sich mein Verdacht immer mehr, dass es:
    1. Sehr viel mehr adhs (mit oder ohne "h") Betroffene gibt wie die "Welt" zugeben will
    und:
    2. Dass man mit der Krankheit ziemlich allein gelassen wird und nur Hilfe bekommt, wenn man selbst darum kämpft, oder eben Glück hat und auf einen kompetenten Arzt trifft.
    Ich freue mich sehr für dich, dass du endlich auf einen Arzt getroffen bist, der dir hilft.
    Liebe Grüße
    Nobbi

    Hi Nobbi,

    für viele Ärzte ist ADHS immer noch eine "Modekrankheit". Noch viel mehr Ärzte dagegen glauben, dass die jungen Erwachsenen einfach solche krassen Symptome erfinden, um an MPH ranzukommen. Eine grosse Anzahl von Ärzten haben einfach ihre Routine. Wenn sie nie MPH oder überhaupt ein BTM Rezept ausgestellt haben, dann bleiben sie auch weiterhin dabei.
    Dann habe ich durch einen bekannten Arzt rausgefunden, dass sich das auch von Bundesland zu Bundesland unterscheidet. Ausserdem ist das mit ADHS immer so eine Sache.....manchmal sagt man einfach Bipolare Störung, weil die ADHS Symptome und die Symptome, die man in einer Manie/Hypomanie hat einfach fast dieselben sind. Tja, und Ärzte müssen halt auch an ihr Budget denken.

    Was solls, lieber zu spät als nie. Wünsche Dir viel Spass hier im Forum. Bin jetzt mal echt gespannt auf Erfahrungsberichte.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 237

    AW: ADHS + Fehldiagnose + Falsche Behandlung. Folgen?

    Bei mir war es ähnlich. Ich bin mit 17 oder -
    18 Jahren zum Psychiater. Ich kam nicht mehr klar. Ich bekam verschiedenste Diagnosen. Unter anderem schizophren affektive Psychose oder manisch depressiv. Ich bekam über einen Zeitraum von 2-3 Jahren zig Antideptessiva und neuroleptika. Neuroleptika machten mich einfach stumpf. Ich war nicht mehr fähig kreativ zu sein. Naja irgendwann las ich im Netz von ADHS und was da stand traf zu. Ich war perplex. Meine damalige Ärztin kannte sich mit ADHS nicht aus. So machte ich einen Termin in einer Uniklinik für eine Testung. Das war 2009/2010
    Dann ist nochmal Mega viel passiert und jetzt ist jetzt.


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  5. #5
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: ADHS + Fehldiagnose + Falsche Behandlung. Folgen?

    Christian89 schreibt:
    Hallo liebe Chaoten-Familie,

    mich würde eines sehr interessieren. Meine ADHS wurde leider im Kindesalter nicht erkannt. Irgendwann war ich als junger Erwachsener so verzweifelt, dass ich zu einem Psychiater ging. Er diagnostizierte nach Lust und Laune mal eben eine Bipolare Störung. Auf ADHS kam keiner. Tests wurden damals auch nicht gemacht. Über viele Jahre wurde ich mit allen Gruppen an Antidepressiva ( SSRI, trizyklische Antidepressiva, SSNRI etc. ) UND ZUSÄTZLICH mit Neuroleptika behandelt.

    Der Arzt wollte es mir nie glauben. Ich bin duch diese Medikamente "wahnsinniger" geworden, als ich eh schon war. Gedankenkarussell, Hyperaktivität, Ungeduld, Stimmungsschwankungen usw. haben einfach nicht nachgelassen und wurden teilweise viel stärker. Das bisschen Konzentration, was ich noch hatte, war auch in Luft aufgelöst. Ich habe ein Leben in Chaos verbracht.

    Irgendwann habe ich meinen Arzt gewechselt. Dem neuen Arzt habe ich eine komplette DinA4 Seite in die Hand gedrückt, was ich bislang alles eingenommen hatte. Er war schockiert. Die erste Frage war: WELCHES DIESER MEDIKAMENTE HAT DENN ÜBERHAUPT WENIGSTENS ETWAS GEHOLFEN? Ich war ehrlich und sagte "Venlafaxin".....und er: Ich bin nicht überrascht. Das ist auch ein ADHS Medikament.Und wenn ich mir ihren Lebenslauf so angucke, dann habe ich tatsächlich das Gefühl, dass Sie eine ADHS haben.

    So....dann wurden Tests usw. gemacht bei einem Spezialisten und siehe da: Es hat sich bewahrheitet. Dann habe ich eben Ritalin bekommen und mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht. Sämtliche Symptome, die mich seit meiner Kindheit belastet haben, waren verschwunden. Ich war wie neugeboren.

    Meine Frage richtet sich an Leute, die auch eine sehr lange Zeit FALSCH therapiert wurden ( also ohne MPH ) . Was waren die Folgen von der falschen Medikation/Therapie? Was hat das bei euch ausgelöst? Und was sollte man ADHS´lern auf keinen Fall verordnen und warum?

    Ich bin gespannt von euch zu lesen! Mehr als irgendwelche Studien interessieren mich EURE Erfahrungen. Danke
    Hallo Christian 89
    ....Ja, Ja, von falscher Behandlung kann ich auch nur ein Lied singen...und das hört sich nicht nett an
    ....Ich kam zwar in der Schule zumindest was die Noten betrifft noch einigermaßen klar, habe sogar Abitur, meine Hyperfokus-Fächer haben mir immer den A***** gerettet, war zwar absoluter Aussenseiter (obwohl ich eigentlich ein Mensch bin, der immer jemaden zum Reden braucht und nur Probleme mit den meisten Lehrern... Ich war so auffälllig, aber keiner wusste was es war, aber jeder hat geguckt und trotzdem wurde es immer ignoriert...man kannte ADHS damals bei uns in der Kleinstadt nicht, das gabs nicht.....
    Nun gut spätestens nach dem Abi, merkte ich, ich kann nicht, bin völlig überlastet, fühle mich noch nicht so weit, war völlig verplant, ohne überhaupt einen Job zu haben, warf mich in die Musik bis Nachts um 3, 4, 5, hatte 4 Stunden Schlaf, Helfersyndrom Tieren gegenüber exorbitant usw..... Ich hoffte Profi Musiker zu werden, ich tat wirklich viel dafür, hab mich gequält, ich hhatte viel am laufen, der Tag war nicht lang genug, trotzdem hörte ich immer "faul", keiner konnte es verstehen....Ein Jahr nach dem Abi bewarb ich mich um einen Sutdienplatz, wusste aber, das ich nciht weis wie ich das schaffen soll, zumal ich wegen den Noten nicht das studieren konnte was ich wollte, das ganze machte keinen Sinn, ich ging es zwar an, aber wurde depressiv zunehmendst, Führerschein klappte das Lernen auch nicht, heute weis ich es war damals gut so.....
    Ich bemühte mich frühzeitig schon vor dem geplanten Studium um Therapie, ein Bekannter, der Borderline hatte riet mir dazu, ohnehin konnte ich mich mit ihm ganz gut identifizieren, klar, weil er auch ADS hatte....Na ja, dann erst mal Hausarzt, der verschrieb mir scheinbar harmlose Beruhigungsmittel, ich nahm sie in größter Hoffnung, wurde erst mal frech darunter mit der losesten Klappe die man sic hvorstellen kann.....Meine Hoffnung auf Besserung blieb aus, im Gegenteil, der Druck im Inneren wwar stärker, ich fing an mit 24 mich zu ritzenm ich habe es abgeguckt, ich dachte ich hätte sowas wie Borderline und das Ritzen muss ja auch bei was helfen, nämlich beruhigen ode rsowas, wenn meine Haut kaputt geht egal......Ich kam in Therapie bei einer Ambulanz für Psychiatrie, trotz ehrlichen ausführlichen Lebenslaufs mit einem Haufen ADHS Symptomen Diagnose Borderline und "Anorexie" (jaa....."Alles was einen BMI unter 17.5 ist Magersucht!"- wurde mir gesagt als ich protestierte.....(bin extremer schnellstoffwechsler und brauche deshalb sogar leider eine hohe Dosis mph, weil es bei mir nach 3 Std. (retardiert) komplett abgebaut ist)
    Dann ging es weiter mit Medikamenten, alles von Beruhigungsmitteln a la Opipramol bis hin zu Promethazin und Seroquel und Tryzyklische Antidepressiva sowie Schlafmittel wurden mir jahrelang verordnet. Am Schlimmsten waren Neuroleptika, aber das Schalfmittel wirkte bei mir extrem paradox, ich bin schwer abhängig davon geworden und habe es etwas zweckentfremdet.....
    Meine Hoffnung auf Besserung und Entspannung wurden immer herb enttäsucht, alles ging noch mehr den Bach runter, auch das CHAOS und das vergessen waren unter Medis schlimmer noch, ich dachte wenigstens merken sie, das es mir wirklich schlecht geht, das hat mir halt gegeben, für mich wurde letztes Jahr Sozialhifel erstmals beantragt, alles berufliche was ich versucht habe hat nicht geklappt, war einfach nicht möglich, ich habe nur meine 10 Vögel und mein exorbitantes Helfersyndrom was mich immer gerettet hat.Dann stzte ic hdie Medikamente irgendwann einfach ab und merkte es geth mit wieder viel besser, mittlerweile hatte ich ca 200 auffällige Narben, unter den Borderline Medikamenten bin ic hzum Bordeliner geworden, natürlich habe ich mich extrem da reingesteigert, aber das würde wohl jeder in der Situation machen, wenn man auch wirklpich nicht weis was man hat..... Nur da s Schlafmittel blieb, davon war ich abhängig und richtig geil drauf, als ein Neuer Psychiate rkam nahm er es mir nach 5 Jahren Einnahme, ich bekam schwerste Entzugserscheinungen, verlor komplett mein Hunge rund Durstgefühl und mir war 24 Stunden am Tag soooooo Übel, ich dachte ich werde sterben und verhungern und bin durch meinen Stoffwechsel und der extremen Hyperaktivivät ein Hemd das eh nur ca 43-45 kg wiegt... Ich dachte ich sterbe.... Dann gings los, mir wurden wieder die typischen Borderline Medkamente verschreiben gegen die Entzugsersceinungen und jedes Mal wurde es schlimmer, ich drehte noch mehr ab, ic hwurde wahnsinnig, war nicht mehr zu halten, dann bekam ic H Valium und das brachte mich sogar in die Klinik, ich bin abgedreht, da gabs TAVOR, das wirkte zwar gegen die Angstzustände die ich hatte, aber ich habe keine Sekunde gessessen und das vie l auf, aber keiner wusste was das war.... Dann bekam ich wieder Seroquel und es ging mir wieder schlechter mit jeder Einnahme, ich heulte rum und flehte an mir anderes zu verschrieben, man reit mir sogar eine 3. Einnahme Seroquel, dann ging ich eine 2. Meinung einholen bei einem anderen Arzt und der gab mir ein Substitutionsmedikament, was aber auch bei mir nicht ganz so wirkte wie es sollte, irgendwie schaffte ich den ENTZUG ganz alleine, ic hkonnte in keine Klinik ode rARZT MEHR GEHEN, mir konnte ja keiner helfen, es wurde imme rnur schlimmer gemacht, 9 Monate habe ich Entzug gehabt, meine EX Therapeuten gaben mir die Schuld, ic hwürde mir nicht helfen lassen wollen, sie verstanden nicht, das sie mir nicht helfen konnten, von de rSubstitution und 2 Meinung sagte ic hnix erstmal, 1000 mal sagte ich, ic h habe keine Magersucht, die haben mir nicht geglaubt, nicht mal meinen Verwandten, die es klar stellen wollten...... Irgendwann platze mir de rKragen, ich erzählte von der 2 Meinung und de rSubtitution, ich konnte nicht die THERPIE zu dem Zeitpunkt abbrechen, da ic hgrade in de r Erwerbsminderungsfeststellung steckte und finanziell abhängig war von denen, jedoch schmissen sie mic h dann per Nnetten BRIEF aus de r Therapie raus, während lAufender Erwerbsminderungsfestellung und Entzug... Soviel zu unseren Menschlichen Terapeuten.... Ich informierte mich über paradoxe MeDikamenten Wirkungen und woher das kommt und da siteß ic h wieder auf ADHS welches von meiner Psychologin zwar vermutet wurde, jedoch der nicht ADHS Kundige Psychiater der selbigen Institusambulanz ablehnte... Und so kam ich zur Diagnose... stehe da.... 8 Jahre ohne Beruf nach Abitur, 200 Narben, Angststörung durch Entzug und das Trauma das ich in der THERAPIE erlitten habe......
    Jetzt bekomme ich mph und zum ersten Mal wird mir alles Klar, endlich weis ich was ich habe und ic h bin heilfroh, die Diagnose stimmt un dich komme damit klAR ADHS zu haben ,ich liebe es sogar, obwohl ich immer drunter leiden musste in der Schule und der fAMILIE und in der Therapie, aber es war das an mir womit ich sehr sehr früh versucht habe klar zu kommen und es zu akzeptieren.... ich mag mich wie ich bin, ich bin wieder sehr glücklich, will mein LEBEN in den Griff kriegen und unabhängig werden und mein eigenes Geld verdienen, aber ic h muss mich von ganz ganz viel erholen und das dauert sehr lange...

    LG CANARY
    Geändert von Canary (18.08.2015 um 16:19 Uhr)

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 49

    AW: ADHS + Fehldiagnose + Falsche Behandlung. Folgen?

    Die Folgen mit denen ich zu kämpfen habe, sind noch geringere Möglichkeiten sich zu konzentrieren.
    Aufgrund der Schlafmedikamente habe ich meinen Schlafrhytmus zerstört, und aufgrund der Neuroleptika ist mein Restless Leg unerträglich geworden.

    Auch wurde eine Miterkrankung zum ADHS und Restless Legs diagnostiziert ( Fibromyalgie ), die nun nicht entsprechend der Richtlinien behandelt werden kann, da es zu einer Abhängigkeit bei einem anderen Vorgängermedi gegeben hat...

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 275

    AW: ADHS + Fehldiagnose + Falsche Behandlung. Folgen?

    Es sind nicht nur die Ärzte sondern auch viele Psychotherapeuten, denen häufig der Blick
    für erwachsenen ADHS fehlt.

    Ein Prof. schloß vor 2 Jahren bei mir sogar ADHS aus und attestierte mir eine Anpassungstörung mit
    schwerer depressiver Verstimmung, einem nicht gelösten Vaterkonflikt und empfahl Analyse oder
    tiefenspychologisch fundierte Therapie, am Besten mit Start in ner Klinik. Dies obwohl die Cut-offs der
    Fragebögen alle deutlich überschritten waren und meine depressiven Verhaltensweisen aus der Biografie
    den maximalen Zeitraum einer Anpassungstörung von 2 Jahren längst überschritten. Dies nur weil ich
    Abi, Jurastudium, Jägerprüfung und HP Psych-Prüfung dank hohem IQ schaffte.
    Ich könne ich unmöglich ADHS haben.
    (Halowell und Ratey sind sogar Professoren und sind der Ansicht an ADHS zu leiden).
    Also MPH bekäm ich von ihm nicht. mir gings eigentlich nur darum keine falschen Wege einzuschlagen,

    Wollte ja nicht hypochondrisch sein und akzeptierte die Diagnose. Nun zwei Jahre später nach 5 Wochen Klinik
    verschiedenen tiefenpsychologischen Therapeuten und einem 6 monatigen Praktikum in einer Klinik wurde deutlich, daß ich häufig Aufmerksamkeitsspannen nicht
    halten konnte, teilweise unpassend einschlief (wie so häufig in meinem Berufsleben früher auch
    und mein Geist immer schon zwei Themen weiter war. Nun machte ich ein neues Screening und eine
    vertiefte Diagnose woanders und es kommt klare erwachsenen ADHS mit Hochintelligenz zum Vorschein.

    Gut was ich die beiden Jahre gelernt habe war nicht unspannend, aber eigentlich könnte ich heute
    schon wieder wo völlig anders stehen, denn seit nun vier Jahren verdien ich nichts mehr.

    In dieser ganzen Zeit haben alle mich behandelnden weiteren Therapeuten in meiner sehr typischen
    Biografie nicht mehr den ADHS Finger gehoben sondern sich auf die Ausschlußdiagnose verlassen.
    Ich habe dadurch noch mehr den Glauben ans Gesundheitssystem verloren.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: ADHS + Fehldiagnose + Falsche Behandlung. Folgen?

    Ehem. Mitglied schreibt:
    Meine Frage richtet sich an Leute, die auch eine sehr lange Zeit FALSCH therapiert wurden ( also ohne MPH ) . Was waren die Folgen von der falschen Medikation/Therapie? Was hat das bei euch ausgelöst? Und was sollte man ADHS´lern auf keinen Fall verordnen und warum?
    Mehrere widersprüchliche Diagnosen.

    "Betäubung" durch diverse dämpfende Medikamente, also Neuroleptika oder Antidepressiva hochdosiert. Ein Jahrzehnt lang.

    Im Nachhinein ganz un-hilfreich.


    Allerdings hatte ich von einem Antidepressivum (Venlafaxin) in sehr hoher Dosis eine stark lähmende, hinderliche Wirkung - und jetzt in deutlich geringerer Dosis und zusammen mit MPH einen guten Effekt.


    Und viel Frust in der Psychotherapie, auf beiden Seiten!

    Weil die üblichen bei Depressionen angewendeten Interventionen einfach nicht greifen wollen. Therapeut fühlt sich schlecht und Patient auch..

  9. #9
    rob


    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 88

    AW: ADHS + Fehldiagnose + Falsche Behandlung. Folgen?

    Ist ja echt grausig was man hier liest.
    Aber genau dadurch bin Ich der Fehlbehandlung noch mal von der Schippe gesprungen.

    Bin bei einem "Massenabfertigungs-Neurologen" gelandet. In einem Jahr Behandlung sah ich ihn effektiv ~20 min.
    Nur widersprüchliche Aussagen, keine Diagnose (einmal viel das Wort "Macke").
    Anfänglich gab´s Neupropflaster gegen RLS, dann Venlafaxin. Zuerst um mich "lockerer" zu machen dann um mich zu beruhigen

    Das Venla half aber nicht gegen meine extrem unruhige Einschlafphase. Zeigte ihm sogar ein Video auf meinen Laptop von einem ähnlichen Fall der mal im TV gezeigt wurde.
    Da meinte er nur "...wieso ich wüsste wie ich mich im Schlaf verhalte..." Da ging mir die Kinnlade runter. Hatte ihm das Problem mehrfach geschildert das ich sobal ich liege extrem unrhig werde, also noch in der Wachphase. Regt mich das noch im Nachhinein auf!!!
    Fragte ihn auch mehrfach obs vlt. ADHS sein könnte, darauf meinte er "...die Wahrscheinlichkeit besteht zu maximal! 10%..."

    Das Venla half vielleicht im Alltag etwas, die Schlafprobleme verschlimmerte es aber noch.
    Die Gewöhnungsphase war der Hammer (er verschrieb gleich 75mg abends).
    Da verschrieb er zusätzlich noch Neuroleptika und Benzodiazepin, ein "schöner" Coctail wie ich finde .

    Hab die Medis nicht genommen und stattdessen eine ADHS Test auf eigne Tasche machen lassen, ua. durch Ratschläge hier aus dem Forum.
    Mit dem sehr positiven Ergebnis und der Empfehlung mit mph zu medikamentieren bin ich dann wieder zu ihn.

    Er meinte dann nur "...Ok, Diagnose akzeptiere ich, aber die Behandlung steht noch auf einem Blatt. MPH gibts von mir auf keinen Fall!!..."
    Erzählte ihm das ich gerade meine Masterthesis schreibe und danach dann einen neuen Job suchen werden und es super wäre wenn ich dann schon Medikamentös eingestellt wäre. Daraufhin unterstellte er mir unterschwellig ich wolle mich "Dopen ".
    Fragte ihm wie es statddessen seiner Meinung nach weiter gehen solle.

    Er sagte sinngemäß genau das was /dev/random schon schrieb "..."Betäubung" durch diverse dämpfende Medikamente..."
    Als er merkte das ich danit höchst unzufrieden bin drängte mich sogar förmich dazu einen anderen Arzt zu suchen mit dem Hinweis das sein Wartezimmer voll wäre.
    Mich ärgert es doch sehr das ich den angestauten Frust ihm gegenüber ihn nicht spüren lassen habe, aber naja, man ist ja viel zu nett.
    Mir blieb nur übrig ihm Online entsprechende Bewertungen zu geben. Ich reihe mich da übrigens bei den Schlechten Bewertungen ein.... .

    Nächste Woche Montag fange ich eine völlig neue Arbeit an und bin noch immer weit von irgendeiner Therapi/Behandlung entfernt.
    Geändert von rob (27.10.2015 um 17:43 Uhr)

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 405

    AW: ADHS + Fehldiagnose + Falsche Behandlung. Folgen?

    @ rob

    Es gibt wirklich Ärzte die meinen selbst bei diagnostizierter ADHS bestehe die Behandlung in "Ruhigstellung". Zitat: "... gibt man Neuroleptika die werden dann ganz friedlich!".

    Das ist natürlich irgendwie noch grausiger als das ADHS nicht zu erkennen.


    Wiederum sind tatsächlich Nicht-Schwerpunktpraxen der Stimulanzienverschreibung manchmal abgeneigt. Oder sie haben z.B. keine BtM-Rezepte (möglich beim Psychiater, bei Neurologen bzw. beiden Facharztbezeichnungen kann ichs mir weniger vorstellen). Wenn dann wenigstens stattdessen Strattera verordnet würde..


    Ich finde es gut, dass du dich aus eigener Initiative um die Diagnose gekümmert hast.

    Aber du brauchst jetzt dringend eine Schwerpunktpraxis, die sich um die Medikation kümmert. Bei deinem bestehenden Arzt wird das wohl eher nichts.


    Unter..

    Fachleute - PLZ 0

    ..sind einige Anlaufstellen in deinem PLZ-Bereich gelistet. Kennst du die schon?

    Außerdem soll es eine Erwachsenen-Selbsthilfegruppe geben.

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