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Diskutiere im Thema Wirkungsweise Ritalin im Gehirn (Neurochemie..) im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wirkungsweise Ritalin im Gehirn (Neurochemie..)

    MPH soll ja nicht die Aufnahme an der Postsynapse verhindern,sondern an der Präsynapse. Der Neurotransmitterkreislauf ist nämlich absolut "up to Date" und recycelt.

    Das heißt die Transmitter werden von der Präsynapse in den Spalt gegeben, und da "pingen" sie dann eine Weile hin und her, bis sie entweder an den Andockstellen der Postsynapse kleben bleiben oder an denen der Präsynapse zum recyceln. Wenn die Recyclingstellen nun blockiert sind, pingen die Neurotransmitter etwas länger im Spalt und die Wahrscheinlichkeit das sie auf eine Andockstelle an der Postsynapse treffen ist höher.

    Das ist auch der Unterschied zu z.B. Amphetamin, Amphetamin erhöht die Wahrscheinlichkeit des Andockens an der Postsynapse durch eine Erhöhung der Dopaminkonzentration, MPH blockiert die Wiederaufnahme, erhöht aber nicht allgemein die Dopaminkonzentration. Beides führt aber zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, das Dopamin an der Postsynapse andockt.

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 20
    Forum-Beiträge: 86

    AW: Wirkungsweise Ritalin im Gehirn (Neurochemie..)

    Hi,

    zum grundverständnis:
    Zwei zellen kommunizieren. Dabei wird der neurotrasmitter von zelle 1 ausgesendet, bindet an den rezeptoren der zelle 2 und wird danach von zelle 1 wider aufgenommen.
    Verhindert man nun die wiederaufnahme (blockade an den transportern) resultiert ein größeres signalaufkommen.

    Das ist jetzt natürlich stark vereinfacht erklärt

    Es gibt bei youtube ne 5 teilige arte doku reihe zum thema drogen im gehirn, einfach mal suchen, da wird das super anschaulich erklärt.

    Gesendet von meinem A0001 mit Tapatalk
    Geändert von Mad Bat (13.08.2015 um 20:59 Uhr)

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 31

    AW: Wirkungsweise Ritalin im Gehirn (Neurochemie..)


    @Leees Nein, es gibt keinen bestimmten Grund, meind Hypochondrie scheint sich einfach auf ein weiteres Gebiet ausgebreitet zu haben..

    @Chaotschland, nachdem diese Fragen geklärt sind, habe ich Zeit, mich mit der Neurofeedback-Thematik auseinanderzusetzen

    Hallo liebe Leute,

    vielen Dank, dass ihr euch so sehr bemüht, mir das zu erklären. Ich muss aber nochmal nachfragen, mit konkreten drei Fragen (ich habe leider kein Ritalin hier im Urlaub dabei, vllt ging's dann besser )


    Es findet genau dann eine Signalübertragung statt, wenn ein Neurotransmitter/ Dopamin an den Rezeptor eines eines postsynptischen Dendrits andockt (ein Aktionsppotenzial hat bewirkt, dass Neurotransmitter in den synaptischen Spalt freigegeben werden). Ich vermute, an den Neurotrasmitter ist dann diese Funktion/ dieses Signal gebunden, und da der Neurotransmitter nicht auf die andere Zelle übergeht, löst sich das entsprechende Signal/ die Information am postsynaptischen Spalt und gleitet ohne Neurotransmitter dann ins innere dieser Empfänger-Zelle.

    1. Mir ist nun klar, dass durch Ritalin die Pforte in die präsynaptische Membran (ich stelle mir Membran wie eine Haut der Zelle vor, in die man hineingleiten kann/ eine Art Schnurvorhang) geschlossen wird und sich so mehr Dopamin im synaptischen Spalt befindet (sie ist quasi ausgeschlossen). Dadurch erhöht sich die Chance wiederum, dass Neurotransmitter an die postsyn. Rezeptoren gelangen, was ja mit Signalübertragung gleichgesetzt ist. Nun bin ich mir sehr unsicher: Wird durch Ritalin einfach die Chance erhöht, dass ein Neurotransmitter beim Hin- und Herpinger an einen postsyn. Rezeptor gelangt und somit die Aufgabe des Neurotransmitter erledigt ist, oder kann ein Neurotransmitter, je öfter er von präsyn. zu postsyn. Spalt hin- und herpingt, an mehrere Rezeptoren andocken? Also kurz formuliert: Sicherstellung, dass ein Rezeptor durch Hin- und Herpingen irgendwann mal an einen postsyn. Rezeptor gelangt (eine Signalübertragung) oder gar Möglichkeit, dass er an verschiedene Rezeptoren des postsyn. Spalts andockt (=mehrere Signalübertragungen durch ein Neurotransmitter)(letztlich käme es auf's Gleiche raus, nämlich eine erhöhte Signalübertragung, aber ich bin eben interessiert Ich stell's mir bischen wie beim Golf vor)

    2. Bedeutet es, dass indem durch die erhöhte Konzentration an Neurotransmittern im synaptischen Spalt eine erhöhte Anzahl an aktivierten Rezeptoren in der postsynaptischen Membran resultiert, die Signalübertragungsrate exponentiell (oder zumindest um ein Vielfaches) zunimmt? Schließlich würden meinem Verständnis nach auch bei einer gleichbleibender Anzahl aktivierter Rezeptoren mehr Neurotransmitter an einen Rezeptor gebunden gebunden, einfach weil die Neurotransmitter länger im synaptischen Spalt gehalten werden. Man kann's ja auf die Spitze treiben: Bei Speed (zusätzlich erhöhte Ausschüttung von Neurotransmittern) handelt es sich dann bei einer Funktion zu Signalübertragung um eine Hyper-Exponentialfuktion

    3. Weil es mich jetzt noch interessiert: Alkohol wird ja - im Gegensatz zu Ritalin - noch als Nervengift beschrieben. Warum? Sicherlich nicht aufgrund seiner Eigenschaft als Dopamin-Wiederaufnahmehemmer in den präsynaptischen Spalt (ich bin mir nun dank euch sehr wohl zwischen Wiederaufnahme u. Aufnahme in postsyn. Spalt (=Signalübertragung) bewusst ) - diese Eigenschaft teilt Alkohol schließlich mit Ritalin. Dann müsste man ja folgern, dass unter Alkohol die Signalübertragung erhöht ist: Aber Konzentrationsfähigkeit und die verzehrte Alkoholmenge stehen ja bekanntlich in einem antiproportinalem Verhältnis zueinander. Meine Vermutung: Die erhöhte Dopaminausschüttung duch Alkohol bringt nichts, weil Alkohol außerdem noch Zellen zerstört, was viel gewichtiger/ schlimmer ist. Was bringt schließlich eine Verbesserung der Verbindungsstecker, wenn die verbundenen Geräte zerstört wurden? (Alles reine Spekulation!)

    Vielen Dank, und entschuldigt mein Unwissen

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 20
    Forum-Beiträge: 86

    AW: Wirkungsweise Ritalin im Gehirn (Neurochemie..)

    Hi,

    ich wüsste nicht, das alkohol ein dopamin wideraufnahmehemmer ist.
    Alkohol beeinflusst sehr, sehr viele transmittersysteme.

    Alkohol verstärkt die wirkung von gaba (wichtigster bremsender transmitter)

    Er schwächt die wirkung von glutamat an NMDA und AMPA rezeptoren. (Glutamat ist der wichtigste erregende transmitter, durch diesen effekt wirkt alc Dissoziativ)

    Er verschlechtert die weiterverarbeitung von dopamin zu noradrenalin. (Gesteigertes Glücks empfinden, weniger wachheit und konzentration)

    Er moduliert serotoninrezeptoren.

    Irgendwas war da noch mit opioidrezeptoren.

    Das ist mir jetzt aus dem kopf eingefallen, correct me if i'm wrong.

    Sorry, für die miese rechtschreibung, bin nur am handy.

    Gesendet von meinem A0001 mit Tapatalk
    Geändert von Mad Bat (14.08.2015 um 12:42 Uhr)

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 31

    AW: Wirkungsweise Ritalin im Gehirn (Neurochemie..)

    @ChaotSchland:

    Wie versprochen habe ich mir den Thread zu NFdurchgelesen und schreibe nun meine eigenen Erfahrungen:
    Meine Eltern und ich selbst habe mich einige Wochen nach Beginn des NF anders wahrgenommen, ich habe begonnen, universitäre Aufgaben früher zu beginnen etc. Vor allem jetzt merke ich es gerade, wo ich in der Lage bin, mir Allgemeinwissen (, das ich auch für mein Studienfach brauche und woran ich mich früher nie herangewagt hätte - aus Angst vor Frustration, wenn ich es nicht sofort verstehe) anzueignen. Ich hatte den jeweiligen Stoff schon in der Schule nicht verstanden (habe mich aufgrund der Nebenwirkungen (bspw. "erhöhte Ängstlichkeit" - und das in einer wilden Klasse) immer geweigert, Ritalin einzunehmen, und habe es nur in den Fächern genommen, wo ich ohnehin interessiert war).Und nein, NF ist keine Heilung: Jetzt mich bspw. in die astronomischen Grundlagen der Jahres- und Tageszeiten einzuarbeiten, kostet mich als Naturwissenschaftslaie enormen Aufwand. Unter maximaler Anstrengung schaffe ich es, eine etwas schwächere Konzentration als die unter Ritalin herzustellen. Von Heilung kann keine Rede sein, aber vom Umgang mit AD(H)S im Leben. Es hat sich auch nicht alles gebessert: Auch in den letzten NF-Sitzungen bin ich immer um die 10-15 min zu spät gekommenen und Pünktlichkeit ist auch nach der NF-Therapie ein Problem für mich. Da pflichte ich einer Meinung, die ich hier las, absolut bei: Es ist mitunter das Schwierige, ständig im Alltag diesen Zustand der Konzentration, den ich eigentlich nur zum Lernen zu evozieren versuche, herzustellen (klingt ein wenig nach Hokuspokus, aber mein Gott, ich glaube, es hat mir einiges gebracht..)
    Eine Meinung, die ich auch las, nämlich dass diejenigen Personen, die mit einer solch aufwendigen Studie zurechtkommen (sie setzt sich schließlich aus vielen einzelnen Sitzungen zusammen), kein AD(H)S haben können, halte ich offen gesagt für blanken Unsinn: Auch ich hatte vor allem am Anfang nicht die geringste Lust, immer wieder diese gleiche Prozedur durchzuführen. Meine "Leiterin" hat auch davon berichtet, dass ich immer sehr unruhig auf dem Stuhl saß. Als ich jedoch im letzten Drittel des Studien-Stadiums bemerkt habe, dass sich nach den Sitzungen immer ein Gefühl des Wohlsein und Entspannseins – gepaart mit Konzentration – einstellt (ähnlich wie nach dem Sport), habe ich versucht, mich mit den Strapazen der Studie (die vielen einzelnen Sitzen) zu arrangieren. Übrigens: Nach dieser jeweils anfänglichen Anstrengung („aller Anfang ist schwer“), fällt es leichter, in den folgenden Minuten konzentriert zu bleiben. Ein Vorwurf, dass man sich nicht auf andere Dinge konzentrieren kann, eben weil man sich auf das Konzentriertsein konzentrieren muss, greift nicht. Man könnte es als eine Art Aufwärmphase zum Lernen bezeichnen.

    Und noch zwei weitere Punkte: Ich habe in den ersten 20 Sitzungen das NF für Quatsch gehalten, hätte eigentlich abgebrochen, wenn ich nicht einen gewissen Betrag als Garantie abgegeben hätte. Erst gegen Ende der Studie hatte ich den „Dreh“ raus (ähnlich wie beim Autofahren, viele Dinge erlernt man nur durch langes Üben). Nicht von ungefähr besteht die Studie aus so vielen Sitzungen.
    Zweitens: Der Einwand von creatice, dass man - wie bei jedem Verfahren - nicht pauschalieren kann, gefällt mir sehr gut: Nur weil ein Verfahren bei einer Person nicht wirkt, heißt das noch lange nicht, dass es bei niemandem wirkt (wirkt etwa Ritalin bei jedem in der gleichen Dosis?). Ich habe gerade unter Schmunzeln gelesen, dass jemand aufgrund Libidominderung auf Ritalin verzichte. Bei mir verdreifacht das Mittel (meine ohnehin schon starke) die Libido
    Schade, dass ich erst jetzt ein paar Grundlagen kenne, sonst hätte ich meine Leiterin nach ihrer Auffassung von der Wirkweise des NF gefragt.
    Was ich jetzt aus den von dir zitierten Threads, ChaotSchland, herausgelesen habe: AD(H)S ist neurobiologisch beginnt und folglich kann keine wie auch immer geartete Therapie wirksam sein. Der Vorwurf scheint wohl vergleichbar mit der Kritik an der These zu sein, durch Ritalin einen Lernprozess für die Zeit ohne Medikation herstellen zu können. Im Körper kann demnach einfach aufgrund von Mangel an Stoffen kein Lerneffekt stattfinden (etwa, als ob ein Durstender lernen soll, unter Durstmangel zufrieden zu sein, indem er öfters den Zustand des Nichtdurstigseins kennenlernt).
    Habe ich diese Kritik richtig verstanden? Gibt es für diese Aufaasungsweisen der Therapiebehandlung spezielle Fachausdrücke?

    Und warum (ich Frage aus reinem Unwissen) nennst du Ansätze, die das NF gutheißen, psychosomatisch und tiefenpsycholgosch? Wie erklären deren Vertreter ADHS?:

    Psychosomatik: Ansatz, der davon ausgeht, dass Seele u. Körper in eine unmittelbaren Wechselbeziehungen zueinander stehen; es gibt danach keine von der Seele unabhängige körperliche Erkrankung („Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare“.

    Tiefenpsychologie: Ansatz, der von der Vorstellung geprägt ist, dass die unbewussten Prozesse/ Entscheidungen einen entscheidenden Einfluss auf unsere bewussten haben.

    Dass die Behandlung von ADHS durch Ritalin symptomatisch ist, habe ich insofern verstanden, als dass lediglich die Zeichen der Krankheit, nämlich der Dopaminmangel/ das Aufmerksamkeitsdefizit temporär behoben wird, nicht jedoch die eigentliche Ursachen. Wobei das natürlich etwas abstrakt ist: Ohne dieses Symptom mir es egal, an ADHS zu leiden. Die Krankheit definiert sich ja aus seinem Symptom??! Das Problem scheint zu sein, wenn lediglich symptomatisch behandelt wird, wird die Krankheit, die diese Symptome verursacht, nicht bekämpft.. Wenn man also dieses Verursachende nicht identifizieren kann, was bleibt anderes übrig als Symptombehandlung ? – und sei es durch Sport, dass ja auch Serotonin und Dopamin freischütten soll. Aber das ist dann wohl kein Heilverfahren.. Auch hier im Forum bessere ich mein medizinischen Allgemeinwissen auf

    So, und nun hoffe ich, dass mir im Laufe der nächsten Woche bei meinen 3/ 2 weiter oben geschriebenen Fragen noch weitergeholfen wird.

  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wirkungsweise Ritalin im Gehirn (Neurochemie..)

    Es wird ja auch immer wieder vergessen, das das Hirn sich sehr wohl immer wieder neu strukturieren kann (wenn auch nur in gewissem Umfang). Ein Blinder kann eventuell irgendwann besser hören, jmd nach einem Hirntrauma kann trotz teils irreparabler Schäden Dinge, die andere Regionen übernehmen etc etc.... Bei Neurofeedback ist es wie bei allen Dingen die man lernt...... man schafft neue Bahnen und Verbindungen. Die Hoffnung beruht darauf, das diese ausreichen, um seine Symptome zu verringern. Sicherlich wird das nicht bei jedem sein, genauso wie nicht jedem Therapie, oder Coaching, oder Medikamente helfen. Es ist halt eine weitere Möglichkeit.

    @subverser
    Hast du das Ding irgendwann wirklich steuern können? Ich habe jetzt erst eine Sitzung gehabt, habe 0 verstanden was ich da mache(n soll) und kann mir nicht annähernd vorstellen das ich das jemals kann.
    Gibts einen Trick? Und warst du anfangs auch so fürchterlich fertig danach? (wobei ich nicht mal weiss wovon)

  7. #17
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 31

    AW: Wirkungsweise Ritalin im Gehirn (Neurochemie..)

    Total angestrengt war ich danach immer, sich zu konzentrieren strengt schließlich an. Die ersten 20 Sitzungen habe ich es mit 1x1-Rechnen probiert, was vor allem zum Schluss kontrapruktiv war. Stattdessen habe ich diesen Zustand eher dann erreicht, wenn ich entspannt hätte sein sollen (wohl durch eine die Aufmerksamkeit steigende Angst, dass die Konzentration steigt). Schwer zu beschrieben: Quasi Augen aufreißen udn konzentriert sein, als ob man sein Hirn massiert ;D
    In welchem Bundesland machst du's? Auch Student(in)?

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Wirkungsweise Ritalin im Gehirn (Neurochemie..)

    Hi, Hi, Subversor91, um noch kurz was zu Tiefenpsychologie und Psychosomatik zu sagen. Auch wenn die offizielle und von dir oben genannte Definition korrekt ist, will ich dazu noch hinzufügen. Die psychiatrische Denkschule der Psychosomatik (und letztendlich ist es in der Praxis genau dasselbe wie die Tiefenpsychologie) bekam in Deutschland Auftrieb nach den Schrecken des 3. Reiches. Die rein "naturwissenschaftlich" strukturierte Psychiatrie im Nazi-Regime hatte psychisch kranke ausschließlich als genetisch minderwertig, erbkrank und von Geburt an entsprechend angelegt betrachtet. Die psychisch Kranken wurden damals ähnlich wie die Juden als Untermenschen betrachtet und ähnlich wie die Juden auch massenhaft ermordet (T4-Programm). nach dem krieg wollte man alles besser machen und den psychisch Kranken als durch überwiegend biographische Ereignisse Erkrankten definieren. dabei ist man meiner Meinung in Deutschland etwas über das Ziel hinausgeschossen. USA z.B. ist dann wieder das andere Extrem. ich kann hierbei empfehlen den Film "Side Effects", um ein Gefühl zu bekommen für die kulturellen Differenzen zwischen Europa insgesamt und USA. So, ich muss jetzt schnell weg, ich schreib heute abend noch was dazu.

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wirkungsweise Ritalin im Gehirn (Neurochemie..)

    Ich mach es in Berlin und bin keine Studentin.

    Ich dachte ich war konzentriert Sagt aber irgendwie jeder das es schwer zu beschreiben ist, na ich probier mich mal weiter.....

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 718

    AW: Wirkungsweise Ritalin im Gehirn (Neurochemie..)

    so, jetzt, um daran anzuschließen, wo ich heute nachmittag aufgehört hab: Die psychosomatische bzw. letztendlich tiefenpsychologische Denkschule der Psychiatrie tendiert jeweils deutlich mehr als andere psychiatrische Denkschulen wie z.B. die Verhaltenstherapie-Denkschule dazu, psychische Syndrome und Krankheiten hinsichtlich der Ätiologie (also der Krankheitsursache) als aus der Biographie entstanden einzustufen. Das ist bei vielen psychischen Syndromen und psychischen Störungen durchaus auch nicht falsch. Eine emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Subtyp z.B. wird sich ohne entsprechende biographische Belastungen nicht entwickeln (wobei auch hier wiederum längst erwiesen wurde, dass diesbezüglich eine Disposition vorhanden sein muss, u.a. kann sich bei ungünstigen Umweltbedingungen eine Borderline-Störung auf dem Boden von ADHS entwickeln, man spricht deshalb heute per se vom multifaktoriellen Entsehungsmodell von psychischen Krankheiten, wobei der jeweilige Faktor jeweils unterschiedlich stark ins Gewicht fällt. Die Psychosomatische Denkschule der Psychiatrie deutet überdies auch ADHS falsch in der Annahme, es würde entstehen durch biographische Ereignisse, etwa durch frühkindliche Traumata oder durch Traumata schon im Mutterleib (Alkohol in der Schwangerschaft usw.). Die wissenschaftliche Evidenz zu ADHS zeigt heutzutage längst klasklar in Richtung einer überwiegend genetisch determinierten Ätiologie von ADHS (weswegen auch ganz oft, nein, meistens, die eigenen Eltern und Geschwister zumindest recht ähnliche Persönlichkeiten im Sinne von zumindest einer ADHS-Persönlichkeit oder auch einer manifesten ADHS sind). Insofern ist es auch absolut falsch, eine ADHS allein mit einer tiefenpsychologischen Therapie und entsprechender biographischer Aufarbeitung zu behandeln (Das mag bei z.B. Persönlichkeitsstörungen, die sich auf eine ADHS sekundär draufgesetzt haben, auch nicht falsch sein, bei einer alleinigen ADHS ist es jedoch Vodoo-Medizin). Im Übrigen ist es auffallend, dass, je aufgeklärter und humanistischer bzw. in derpraktischen Politik dann linksliberal z.B. eine Zeitung oder sonstiges Medium ist, desto eher ist die Tendenz, dass sich dieses Medium im Weltbild gegen ADHS positioniert. In Deutschland sind das z.B. die Süddeutsche Zeitung, Der Freitag und einige andere eher "linksliberale" Medien (Frontal 21 als noch so ein Beispiel); in anderen Ländern sind das die New York Times in USA, The Guardian und die BBC in Großbritannien und Le Monde in Frankreich. Und um jetzt konkret zu werden: auch das Neurofeedback entspricht weitgehend jenem an der Biographie orientierten bzw. letztendlich humanistischen Weltbild von ADHS, zumindest indirekt, aber insgesamt sehr weitgehend. Ich will wie gesagt niemandem, der z.B. von Neurofeedback das Gefühl hat, er profitiert davon, dies ausreden. Bei dir ist es ja nun aber zusätzlich der Fall, dass duan einer Hypochondrischen Störung leidest. Ich persönlich ( und ich stelle klar , das ist meine persönliche meinung für deinen Fall) bezweifele, dass z.B. Neurofeedback eine ernst zu nehmende Wirkung gegen deine Hypochondrie hat und erst recht keine nachhaltige. Im Vergleich mit Neurofeedback betrachte ich die Medikation mit Stimulantien als nicht nur wissenschaftlich bezüglich der Wirkung klar belegt, sondern auch bezüglich der Effektstärke deutlich überlegen. Die Medikation mit Stimulantien hat nicht nur eine Wirkung auf die Symptome von ADHS direkt, sondern es wirkt auch gegen die zu ADHS gehörende Affektlabilität und damit die emotionale Instabilität. Eine hypochondrische Störung hat z.B. sehr viel mit dieser emotionalen Instabilität zu tun. Ich persönlich würde dir empfehlen, eine bezüglich der Wirksamkeit belegte medikamentöse Therapie mit Stimulantien der Kristallkugel Neurofeedback vorzuziehen, aber wie gesagt, das nur meine Meinung.

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