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Diskutiere im Thema Methylphenidat und Wesensveränderung? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 92

    Methylphenidat und Wesensveränderung?

    Es wurde dazu ja schon viel geschrieben im Forum. Habt ihr das Gefühl,
    es stellt sich eine Wesensveränderung ein, wenn das MPH wirkt?

    Aber es ist schon merkwürdig, die Wirkung von MPH zu erleben. Jahrelang
    kämpft man erfolglos gegen seine Konzentrationsprobleme, Antriebslosigkeit
    und Erfolglosigkeit an. Das Selbstwertgefühl ist total im Keller und Depressionen machen einem zu schaffen.

    Die ganzen Jahre hat man es ausgehalten und jetzt geht es nicht mehr.
    Da kommt der Hoffnungsschimmer MPH und ich stelle fest, dass die Konzentration sich schlagartig verbessert.

    Gleichzeitig steigt jedoch eine Wut und Aggression in mir auf, die ich bislang gar nicht kannte (Hypo)!

    Ob ich die Wirkung gut finde, kann ich noch nicht sagen, da die Eistellungsphase
    jetzt noch andauert. Auf jeden Fall ging es mir ohne MPH zuletzt richtig schlecht.

    Irgendwie bin ich geühlsmäßig ziemlich verunsichert.

    Tommy

  2. #2
    soary

    Gast

    AW: MPH und Wesensveränderung?

    Hallo Tommy,

    schau auch mal unter

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...rung-noch.html

    vielleicht hilft dir das schon weiter.

    LG

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 247

    AW: MPH und Wesensveränderung?

    ich glaub ich bin zu blöd zum posten...

    ich hab dir grad ene ellenlange antwort geschrieben...undjetzt ist sie nicht da...

    mhh..

    jetzt hab ich keine lust mehr das nochma zu schreiben...cielleicht taucht es noch auf..
    sonst schreib ich es später noch mal!


    auf jeden flal bin ich ohne medis defintitv anders!
    meine ganzen kolleginnen merken es sofort, wenn ich mal ohne zur arbeit erscheine, oder die gerade aufhören.

    ich schätze diese veränderung sehr.
    ja, es macht ernst, erwachse, distanzierter.
    aber auch handlungsfähiger.
    und ich bin am wochenende und am abend und im urlaub ohne.

    da dürfen mich meine freunde dann in echtzeit erleben.

    und meine freundin auch.
    mit allen emotionalen abstürzen!

    vielleicht schreib ich den rest zu den aggressionen nachher noch mal

    just

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 92

    AW: MPH und Wesensveränderung?

    @soary

    Danke für den Tipp. Habe ich schon durchgelesen.
    Wie bereis geschrieben. Die aufkommende Aggressivität und Wut macht
    mir Angst. Ich bin sonst eher zurückhaltend!

    @just

    Mir ist eben auch ein Beitrag beim Einstellen abhanden gekommen
    Ich wäre schon an deinen Erfahrungen interssiert.


    Tommy

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 247

    AW: MPH und Wesensveränderung?

    der letzte ist nach dem doppelt schreiben wieder aufgetaucht.
    also falls ich es zweimal schreibe entschuldige ich mich jetzt schon mal im vorraus.

    ich schreibe sowieso vielzu viel hier. :-)
    aber ich freu mich so hier zu sein!!

    also sinngemäß hab ich geschrieben, dass ich am anfang auch oft aggressiv war.

    war ich als kind aber auhc schon.
    ich hatte bis vor zwei jahren ständig wutausbrüche und konnte ziemlich hysterisch werden.
    das war meinem alter wirklich nicht angemessen.
    hat aber zum beispiel meinen eltern immer viel spass gemacht mich da hin zu provozieren.
    besonders peinlich wenn die freundin nebendran steht.

    ich bin hyperaktiv, total! habe aber auch phasen in denen ich ziemlich flegmatisch bin.

    dass ich unter mph oft aggressiv war lag meiner meinung nach daran, dass ich gemerkt habe wie viele grenzen andere ständig bei mir überschritten haben.

    in der arbeit waren die aufgaben von und für kollegen so viel leichter zu erledigen, als die eigenen.
    es bedurfte nicht sehr viel verhandlungsgeschick mich dazu zu bringen dass ich hier schreie und alle smache.
    leider hab ich dabei meine eigenen grenzen massiv missachtet.
    das hieß die eigenen aufgaben wurden erledigt, wenn der akku schon leer ist, im zweifel am wochenende.
    irgendwann hat es mich aggressiv gemacht.
    ich hatte auch keine anderen handlungsstrategien.
    grenzen setzen habe ich mühsam gelernt.
    aggressionen kontrollieren auch!

    heute ist das kein problem mehr.
    aber es war ein langer weg.
    in der VT hab ich techniken dazu erlernt, wie ich die aggressionen runter schraube, um handlungsspielraum zu bekommen.
    im ersten arbeitsjahr hatte ich ständig streit mit meine rchefin.
    wo anders wäre ich vermutlich raus geflogen!
    danach hab ich einen auf ich sag gar nix mehr gemacht und wurde noch wütender, weil ich mich nicht verteidigt habe.

    heute habe ich das mit den grenzen gelernt und bin gelassener.
    aber sehr leicht verletzbar..kritik geht gar nicht.
    aber sie macht mich nicht mehr wütend, sondern eher traurig.

    ich musste eben im den letzten jahren meine ganze vergangenheit mit bewältigen.
    so vieles hätte so viel einfacher sein können.
    so viele schlechte erfahrungen stehen mir noch heute imme rwieder im weg.

    auch das hat wütend gemacht.
    zu sehen, dass ich jahrelang gegen windmühlen gekämpft habe und gar keine chance hatte.
    zu sehen, dass dieses ganze "wenn du nur wolltest.." einfach ungerecht war..
    weil ich eben nicht konnte!
    und ich hatte auch keine adäquate unterstützung, weil ja keiner was wusste.

    ja..es gab erst mal viel zu verarbeiten und viel neues zu lernen.

    und bei dir kommt ja noch dazu, dass du als hypo vermutlich das erste mal in deinem leben hinreichend aktiviert bist, auch wenn gerade keine superspannenden ereignisse eintreten.

    ach ja, und dann kam noch dazu dass ich wie irre gearbeitet habe.
    das tue ich bis heute, aber auf eine andere art.
    cih war so fasziniert, dass plötzlich alles geht.
    und ich wollte mich nicht mit meiner damaligen trennung befassen.
    ich hab mich bis kurz vor den burn out gearbeitet und dann die notbremse gezogen.

    auch sowas kann aggressiv machen, weil du dann angespannt bist.

    versuche falls es daran liegt einen bewegungsausgleich zu finden.

    so, ich hoffe es hat dir geholfen.
    die erste antwort war vermutlich besser, aber meine frustrationstoleranz lies grade mal so zu, dass ich das noch ma geschrieben habe.
    sorry

    grüße just

  6. #6
    Patty

    Gast

    AW: MPH und Wesensveränderung?

    Hallo Tommy,

    mit MPH kann ich Dinge angehen, von denen ich ohne MPH nicht mal ahnte, daß sie überhaupt existieren. Als ob ich vorher blind war und nun sehen kann.

    Täglich widme ich mich nun einem Teil, meines über Jahre angehäuften Chaos.

    Blind war ich vorher auch hinsichtlich meines inneren Chaos. Das gehe ich nun auch an, wobei ich hierbei ungeduldiger bin. Das innerliche Aufräumen geht mir nicht schnell genug.

    Wut und Aggression, die sich vorher hauptsächlich gegen mich selbst gerichtet hat, geht jetzt eher nach außen. Es gefällt mir gar nicht, daß ich phasenweise wütend und aggressiv bin.

    Mit MPH bin ich nicht mehr diejenige, die immer alles schluckt. Das sehe ich eher positiv.

    In den ersten Wochen hatte ich fast täglich das "heulende Elend". Ich vermute, daß es lange zurückgehaltene Tränen waren, die endlich ablaufen konnten (ich nehme MPH gleichzeitig mit einem AD), in Verbindung mit der Erkenntnis über meine Lebenssituation.

    Gefühlsmäßig verunsichert bin ich übrigens auch.

    LG Patty

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 254

    AW: MPH und Wesensveränderung?

    @ justus,

    das mit dem grenzen setzen und grenzüberschreitung finde ich sehr interessant. fällt dir das nun unter mpg auch leichter?
    damit habe ich auch sehr oft probleme.
    finde deine beiträge sehr mutmachend!
    da besteht also auch hoffnung daß das doch mal irgendwann in den griff zu bekommen ist

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 92

    AW: MPH und Wesensveränderung?

    @just

    Danke für deine ausführliche Beschreibung deiner Erfahrungen.
    Wie du richtig vermutest, bin ich jetzt erheblich aktiver als zuvor.
    Das empfinde ich ja auch durchaus als positiv.
    Als Problem sehe ich eher die veränderte Gefühlswelt.

    Lange Jahre habe ich meine Aggressivität nach innen gerichtet.
    Jetzt muss das alles raus. Hoffentlich geht es gut aus.

    @Patty

    Du scheinst ja auch Hypo zu sein. Dann ist es bei dir wahrscheinlich
    ähnlich mit den Emfindungen.

    Tommy

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 247

    AW: MPH und Wesensveränderung?

    ja das geht mit sicherheit gut aus!


    Ich habe bei meinem Vt dazu folgende Technik gelernt:
    (also, es gab mehrere, aber auf die anderen musste ich mich zu sehr konzentrieren)

    wenn du merkst, dass du wütend wirst (dafür musst du vorher in ruhe reflektieren, wo du deine wut als erstes wahr nimmst und wie sich das anfühlt), dann nimmst du dir eine hohe, komplizierte zahl, zb 1000 und rechnest immer -7.
    das kann vermutlich keiner so ganz einfach im kopf.
    falls du es ohne weiteres kannst such dir ne andere strategie:-))

    sinn ist, dass du kurzfristig den kontak zu der person oder dem auslöser deiner aggressionen abbrichst.
    dann kannst du dich sammeln und angemessen(er) reagieren.

    zumindest wenn alles geklappt hat.

    braucht bissl übung, aber geht.

    gegen den hass in mir bin ich eine zeitlang joggen gegangen.
    da hatte ich oft den impuls gegen irgend welche sachen zu treten oder hätte am liebsten laut geschrien.
    hab ich aber nicht.
    also gegen litvassäulen treten kam schon vor...oder gegen mauern oder so.

    jetzt ist es echt besser.

    wütend fühle ich mich sehr selten, nach außen richte ich sie gar nicht mehr.


    grenzen setzen..
    ja, das ist deutlich besser geworden.
    seit ich selber einen besseren überblick über meine zeiteinteilung habe zb kann ich auch eher sagen, wenn etwas nicht möglich ist.
    ich merke schneller, wen mich was überfordert und lehne dann ab.

    ich hab durch die endlich erfhrenen positiven veränderungen vertrauen gefasst selber etwas bewirken zu können.
    das hatte ich vorher nicht.
    ich hatte vorher imme rdas gefühl allem hilflos ausgeliefert zu sein.

    ich musste mich allerdings auch bis zum fast zusammenbruch und in ein paar heftig depressive phasen manövrieren um das zu kapieren!

    und um zu kapieren, dass mph zwar leistungsfähiger machen, deine akku kapazität aber nicht erhöhen!!!
    wenn schluss ist, ist schluss.
    mit oder ohne medis!
    nur mit medis war die zeit bis schluss ist eben erfolgreicher :-)

    mein erklärtes ziel ist allerdings in ein paar jahren ganz ohne medis zu sein.
    bzw nur noch für den notfall, also fortbildungen oder so.

    mein behandelnder arzt meinte dazu allerdings nur:
    mhh..sie sind jetzt 28, das heißt, sie werden so langsam erwachsen..
    für eine zeit ohne medikamente ist es noch ein bisschen zu früh.
    aber auch er meint, es wird kommen.


    grüße just

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 92

    AW: MPH und Wesensveränderung?

    nochmals Danke für deine Tipps.
    Ich habe erst eine PT begonnen ( 2 Termine) und das große Ganze (sehr verkürzt) aufgetischt. Meine TP sagte gleich, dass es länger dauern wird. Sie sagte aber auch
    gleich, dass zurückblicken, nur einen unwesentlichen Teil ausmachen wird. Der Blick
    und die Veränderungen müssen nach vorne gerichtet sein. Ist ja irgendwie auch klar.
    Die Vergangenheit kann man nicht ändern, nur versuchen zu verstehen.

    Ich habe übrigens die 40 überschritten und ohne Med. wirds wohl erstmal nichts.

    Vor allem Glaube ich, dass die PT die bekannten Probleme der ADS nicht alleine
    lösen können. Wahrscheinlich ist wirklich beides notwendig. Wie lange die Med`s
    genommen werden müssen, steht in den Sternen.

    LG,

    Tommy

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