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Diskutiere im Thema Trotz Medikamenten dieselben negativen Verhaltensmuster bzw Anfälligkeiten? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 222

    Trotz Medikamenten dieselben negativen Verhaltensmuster bzw Anfälligkeiten?

    Mich würde mal interessieren, wie das bei anderen so ist. Vorausgesetzt, dass ihr Medikamente nehmt und das Gefühl habt richtig eingestellt zu sein.
    Ist damit bei euch automatisch alles gut und ihr macht dieselben Fehler, die ihr vorher immer gemacht hat nun nicht mehr? Oder seid ihr im Grunde immer
    noch sehr anfällig und die Medikamente machen dabei keinen Unterschied?
    Bei mir ist es so, dass ich, um "produktiv" zu sein und jeden Tag arbeiten zu können eigentlich jegliche Ablenkungen,Aufregungen,Verän derungen vermeiden muss.
    Dann muss jeder Tag so gleich wie möglich ablaufen. Am besten ohne Internet und ohne Fernsehen oder wenn dann nur ne gewisse Zeit zur Ablenkung nen Film
    schauen oder ne Serie.

    Das Problem ist aber, wenn irgendwas passiert, was mich aus so einem einfachen überschaubaren Lebensstil rausreißt zum Beispiel angenommen ich würde mir
    ne Spielkonsole kaufen oder ich bekomm plötzlich 20 neue Sender auf denen überall gute Sachen laufen, oder ich sehe ne Kochsendung und will dann plötzlich
    10 neue Rezepte ausprobieren oder ich bin mit sonst irgendwas konfrontiert was mich aufregt (egal ob negativ oder positiv) dann bin ich sofort draußen und dann
    läuft überhaupt nichts mehr. Das Schlimme ist,dass es wirklich sehr einfach ist. Es braucht nicht viel und ich bin draußen und dann kann es lange dauern, bis ich mich
    überhaupt wieder aufraffen kann wieder anfangen zu arbeiten, weil dann auch das gute Gefühl weg ist, denn man weiß ja, dass man lange nichts gemacht hat und fühlt
    sich dann schlecht.

    Also zumindest bei mir scheint es nicht so zu sein, dass ich einfach ein Mittel nehme und dann ist plötzlich alles anders und ich renne super fokussiert durch die Gegend
    und will nur noch arbeiten wie ein Roboter. Sowas liest man ja auch öfters. Wie ist das bei euch?

  2. #2
    Huiuiui

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 1.761

    AW: Trotz Medikamenten dieselben negativen Verhaltensmuster bzw Anfälligkeiten?

    Lieber xonk
    Ich denke, du hast zu hohe Erwartungen an die Medikamente. Mph(oder nimmst du etwas anderes?) machen aus einem ADHSler keinem superorganisierten, total fokusierten, überhaupt nicht ablenkbaren und sehr zielorientierten Menschen. Sie helfen uns nur, dass wir uns etwas besser konzentrieren können und manchmal werden wir dann auch etwas ruhiger.
    Ich zum Beispiel merke oftmals erst dann, dass das Mph wirkt wenn die Wirkung nachlässt.
    Wenn du das Gefühl hast, nicht richtig eingestellt zu sein, besprich das doch mit deinem Arzt oder Therapeuten.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.935

    AW: Trotz Medikamenten dieselben negativen Verhaltensmuster bzw Anfälligkeiten?

    Ich bin noch in der Einstellung (allerdings nicht zu MPH) und merke momentan hauptsächlich, dass die Anspannungsspitzen etwas gekappt sind. Was ich schon enorm erleichternd finde. Allerdings bin ich auch sehr skeptisch rangegangen und habe nicht erwartet, dass mir das Medi überhaupt gross hilft, obwohl ich grosse Hoffnungen hatte - aber eigentlich in MPH.

    Ansonsten merke ich noch nicht wirklich gravierende Unterschiede, ausser dass ich nun auch öfter mal sichtbar hibbel und mometan etwas mehr Antrieb habe und dadurch tatsächlich ein paar Dinge geregelt bekomme - wenn auch nicht Alles, aber das wäre wohl auch zuviel des Guten. - Ob das so bleibt wird sich zeigen ...

  4. #4
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.858

    AW: Trotz Medikamenten dieselben negativen Verhaltensmuster bzw Anfälligkeiten?

    Die Medikamente verändern dich nicht. Diese Gräuelmärchen bezüglich "Persönlichkeitsveränder ung" sind Quatsch. Die Medikamente bieten dir die basic, also Bereitschaft, dass du dich selbst verändern kannst. Die Veränderung deiner Persönlichkeit kannst nur du allein herbei führen.

    Erst gestern hat Jemand zu mir gesagt, als die Person mein Bewerbungsfoto, das schon 10 Jahre alt ist betrachtete, dass ich heute in mir ruhen würde; damals hätte ich so gehetzt und unsicher ausgesehen.


    Alter Ego: 10 Jahre? Dass du keinen Job bekommst, wundert mich nicht!

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Trotz Medikamenten dieselben negativen Verhaltensmuster bzw Anfälligkeiten?

    Ich bin jetzt auf einer Dosis, bei der es gut sein kann, dass es auch die richtige ist und es bleibt. Und ich muss sagen: Ohne Disziplin geht trotzdem nichts. Es fällt mir nicht einfacher, mit Arbeit zu beginnen, und ein kurzer Blick in Mailpostfach bleibt auch nach wie vor verführerisch. Aber: Wenn ich mich konzentriere, dann ist da auch nur der eine Gedanke im Kopf, dem ich folgen möchte. Und wenn ich mich durchgerungen habe zur Arbeit, dann bleibe ich auch am Ball. Auch finde ich es plötzlich nicht mehr schlimm, weit in die Zukunft zu planen. Und beim Gedanke, das nächste Jahr täglich mehrere Stunden zu arbeiten, fühle ich mich nicht mehr überfordert.

    Kurzum: Von selbst hat sich fast gar nichts geändert. Aber wenn ich etwas machen will, dann kann ich es plötzlich auch. Ich muss nicht ständig vom Stuhl aufstehen, weil mich irgendwas zum Bewegen treibt. Und ich kann Gedanken auch zu Ende denken, ohne dabei gleich zu vergessen, wie sie begonnen haben. Für mich ist Medikinet leider keine Zaubermittel – auch wenn es schön gewesen wäre – aber ich stehe mir auch endlich nicht mehr selbst im Weg.

  6. #6
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: Trotz Medikamenten dieselben negativen Verhaltensmuster bzw Anfälligkeiten?

    Ich sehe es auch wie Tisis. Mph zum Beispiel ist wie eine Krücke auf die du dich stützen kannst, aber gehen musst du alleine.....
    Es gibt keine Wundermittel, der Meinung bin ich persönlich zumindest, auch was das ADHS betrifft, dennoch hat das mph bei mir so viel positives bewirkt, aber wie gesagt, die Veränderung angehen bzw wollen, musst du alleine, das kommt nicht durch ein Medikament, es unterstützt nur dabei, aber ich finde das ist schon enorm wie gut es dabei helfen kann, mal so betrachtet
    Wie gut die Wirkung ist hängt aber eben auch von der passenden Dosis ab bzw vom richtigen Präparat und da muss man manchmal etwas kämpfen und einfach Geduld haben....
    Vielleicht mal mit dem Arzt besprechen....

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Trotz Medikamenten dieselben negativen Verhaltensmuster bzw Anfälligkeiten?

    Medikament ohne begleitende Therapie/coaching in denen man techniken zur Selbststeuerung lernt ist nur du halbe miete...

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 348

    AW: Trotz Medikamenten dieselben negativen Verhaltensmuster bzw Anfälligkeiten?

    sehe das so wie hypie das Medikament ist hier hilfe zur Selbsthilfe weil man es vielmals ohne medis net hinbringt zu planen sich zu organisieren oder "therapierbar" zu sein.

    Die Medikamente helfen sozusagen eine Basis zu schaffen auf welcher man sich organisiert.

    Hab mir nen Bildchen überlegt (Metapherfan^^)

    Stell dir vor du treibst irgendwo auf einem Ozean nirgends land also kannst du wenig machen
    jetzt bekommst du Medis
    Sagen wir du bist immernoch auf dem Mehr aber überall treibt holz und zeug rum

    Davor hattest du keine Möglichkeit dich zu retten jetzt hast du Material aber en Boot bauen und nen Plan machen muss man trotzdem noch selber
    aber man hat jetzt die Möglichkeit dazu


    (wenn des zu kaputt oder daneben war bitte sagen wie aus anderen Threads bekannt renn ich beim schreiben ab und zu frontal gegen eine Wand ohne es zu merkenXD)

  9. #9
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 222

    AW: Trotz Medikamenten dieselben negativen Verhaltensmuster bzw Anfälligkeiten?

    Danke für eure Antworten.
    Ich wollte einfach mal hören wie das so bei anderen ist. Ich persönlich hatte mir schon etwas mehr von Medikamenten versprochen.
    Wenn man trotzdem noch nen "starken Willen" braucht weil sonst dennoch nichts funktioniert woher weiß man dann, ob die Mittel überhaupt irgendwas bringen?
    Dann kann man immer sagen wenn der Wille stark genug ist dann gehts wenn nicht dann war der Wille eben zu schwach.
    Ich dachte dass die Mittel helfen genau die Fehler nicht zu begehen derer man sich zwar bewusst ist aber die man dennoch immer wieder macht.
    Wenn man dann aber immer noch den "starken Willen" braucht wofür braucht man dann Medikamente? Außerdem habe ich keinen starken Willen.
    Eigentlich müssten die Mittel ja dort ansetzen und einem automatisch mehr Motivation usw geben. Wenn jemand zu wenig Dopamin hat oder eine geringe Konzentration
    von Dopaminrezeptoren dann leidet auch die Motivation. So jemand wird dann nicht so viel leisten können wie jemand der normal ist.
    Das hat dann mit Willen auch nicht mehr so viel zu tun. Das sind ja Bereiche die außerhalb des Willens liegen. Wenn man immer nur mit dem WIllen argumentiert kann man
    auch sagen jemand der depressiv ist soll einfach den WIllen aufbringen nicht mehr depressiv zu sein.

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Trotz Medikamenten dieselben negativen Verhaltensmuster bzw Anfälligkeiten?

    Mit den Medikamenten hat man die Möglichkeit den Willen durchzusetzen. Es braucht beide Komponenten, weder die eine allein, noch die andere allein helfen meist. Und trotzdem wird es auch mit Medikamenten immer schwerer sein als bei anderen.

    Die Medis machen dich nicht zur Arbeitsmaschine, sie helfen dir, den Fokus auf Dingen, also auch auf wichtigen und ungeliebten besser halten zu können. Die Dinge bleiben trotzdem langweilig und unbequem. Das ist es aber auch für Gesunde.

    Die Motivation zum Arbeiten muss sich jeder selbst suchen, die liegt bei jedem anders, beim einen ist es das Geld, beim nächsten das Ansehen und ganz wenige haben das Glück das Spaß bei ihrem Arbeitsleben die Motivation ist. MPH gleicht Defizite aus, bringt aber weder Spaß noch Arbeitswut noch Motivation aus dem Nichts.

    Um um bei deinem Beispiel zu bleiben, MPH macht nicht, das dir Arbeiten mehr Spaß macht als die Spielekonsole, es treibt dich auch nicht unsichtbar an zu arbeiten, es hilft aber z.B. Die Spielekonsole nicht als so hochwertige Ablenkung zu sehen, oder davon wieder nach kürzerer Zeit absehen zu können oder sogar gleich, Prioritäten zu setzen etc. Das dranbleiben in Sachen Motivation ist meist weiterhin ein Problem, das ist es aber auch oft bei Nicht-ADHSlern. Uns fällt es oft ungleich schwerer, aber das ist dann Sache des eigenen Willens zur Änderung, nicht des Willens zu der ganz bestimmten Aufgabe.

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