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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6

    Medikation: ja/nein... Wahrnehmung und Persöhnlichkeit? Wir verändern uns.

    Ich nehme Medikinet nun seit einem Jahr und finde länger den mehr das es grosse Schatten abwirft.
    die Gabe Menschen zu sehn.

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 731

    AW: Medikation: ja/nein... Wahrnehmung und Persöhnlichkeit? Wir verändern uns.

    Subjektives Empfinden auf eine objektive Situation.
    Was genau willst du damit denn aussagen?

    Ich nehme MPH seit 2 1/2 Jahren regelmässig, bin so emotional, introvertiert und seltsam wie eh und je - nun ja - mal davon abgesehen dass ich Leuten zuhören, arbeiten erledigen und lernen kann. Auch, wer sich nicht zu ändern in der Lage ist, der bleibt stehen im Wandel der Zeit und das empfinde ich subjektiv als etwas Schlimmes in unserem heutigen, sich wunderbar schnell wandelndem digitalen Informationszeitalter.

  3. #3
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Medikation: ja/nein... Wahrnehmung und Persöhnlichkeit? Wir verändern uns.

    Theonar hat Recht. Man muss sich ändern wollen, ansonsten helfen die Medikamente nicht.

    Und wenn du Renato, der Meinung bist, dass dir die Medikation nicht gut bekommt, dann lass sie doch sein. Dich zwingt Niemand, die Medikamente zu nehmen.

    By the way, ich nehme Medikinet seit 3 Jahren. Ich habe extremst davon profitiert. Seit wenigen Wochen ist Strattera dazu gekommen.

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  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Medikation: ja/nein... Wahrnehmung und Persöhnlichkeit? Wir verändern uns.

    Wenn ich das richtige verstehe sagt du dass die Einnahme von Methylphenidat deine Wahrnehmung auf andere Menschen verändert. Bzw. genauer, dass du den Charakter von anderen Menschen nicht mehr so gut, schnell und facettenreich sehen kannst. Verstehe ich das richtig?

    Ich kann dir da nur zustimmen da ich das auch habe. Es ist für mich ganz klar warum das passiert und es betrifft jetzt nicht nur die Gabe andere Menschen zu sehen. Wenn man lange mit nicht medikamentieren ADHS gelebt (Diagnose im Erwachsenenalter) hat das Auswirkungen auf die Bildung von kognitiven Fähigkeiten und in manchen Fällen kann ADHS Fähigkeiten positiv beeinflussen. Bei manchen bzw. vielen ist es die Fähigkeit andere Menschen höchst facettenreich wahrzunehmen (da man meist viel Umgang mit anderen Menschen hat wird sich sich dies öfters bei ADHSlern ausbilden) das gleiche kann aber auch bei vielen anderen Sachen passieren. Als Beispiel fällt mir ein dass ich sehr schnell Situationen und Beziehungen (z.B auf einer Party oder auf der Straße) unter Zwischenmenschen erkennen kann.

    Wenn z.B. ein normaler Mensch in der Bahn von der Arbeit nach Hause fährt schaut er nach draußen und denkt minutenlang über die Planung und Aufgaben die noch Zuhause anfallen nach.
    Ein ADHSler lässt seinen Augen ständig überall hin und her wandern, seine Gedanken wechseln im Sekundentakt. Sobald etwas ungewöhnliches im Augenwinkel bewegt oder ein unbekanntes oder interessantes Geräusch auftaucht wird dies sofort gesucht und fokussiert. Hört man hinter sich ein ungewöhnliches Patschen dreht man sich und sieht ein Päarchen was nicht redet und still da sitzt. Sofort wird durch die Gesichtausdrücke, Körperhaltung erkannt das etwas ungewöhnliches passiert ist und schlussfolgert aus alles Eindrücken dass der Mann wohl eine Ohrfeige bekommen hat. 5 Sekunden später bestätigt sich Vermutung durch das rote anlaufen der Backe. Der normale Mensch hat von all dem überhaupt nichts mitbekommen.
    Das nächste mal kommt der ADHSler auf eine Party und sieht das eigentlich normale Verhalten von einem Paar. Durch die ständige Erfahrung und Wahrnehmung erkennt er durch das Verhalten des Paares das er hier wohl ordentlich gekracht haben muss.

    Das mit dem Paar ist nur ein Beispiel für jede zwischenmenschliche Interaktion.

    Das gleich gilt für die Gabe Menschen zu sehen. Ein normaler Mensch konzentriert sich zu auf die Unterhaltung mit seinem Gegenüber. Ein ADHSler bekommt nur 30% der Unterhaltung mit, erfasst dafür aber Mimik, Tonlage und Körpersprache viel besser. Da der ADHSler das schon sein Leben lang ungewollt macht und zu diesen Wahrnehmungen gewisse Erfahrungswerte hat kann er sein Gegenüber sehr schnell gut einschätzen.

    Methylphenidat bringt unsere Wahrnehmung auf die eines normalen Menschen und wir verlieren in der Zeit unserer Einnahme teilweise diese Positiven Fähigkeiten.

    Bei der Trade-Off Entscheidung zur Medikamenteneinnahme ist daher natürlich auch zu beachten dass die positiven Eigenschaften von ADHS nicht mehr voll genutzt werden können.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Medikation: ja/nein... Wahrnehmung und Persöhnlichkeit? Wir verändern uns.

    Ich hatte und habe sehr wenig Kontake. Kann durchs ADHS keine Geräusche filtern, wodurch in schon immer zurückgezogen lebe.
    Trotzdem kann ich sehr treffend und zügig mein Gegenüber erkennen. Das hat meiner Meinung nach folgende Gründe.
    1. durch das ADHS reagiere ich unkontrolliert aus den Gesichtssausdruck, oder die Bewegungen des Gegenübers. Ich nehme den Ausdruck wie innerlich an, was ich eigentlich nicht tun will und wenn ich meine Stimulanzien nehme auch nicht derartig tue. Danach fühle ich direkt mit, wie sich jemand dann fühlt.

    Wohl fühle ich mich damit aber nicht. Es stresst erstens. Ebenso tue ich es genauso bei Personen die mich nicht interessieren, oder mit denen ich nichts zu tun haben will. Außerdem kommt man sich damit vor wie Jesus, der jede zwischenmenschliche Spannung besämftigen möchte. Und es ist mir einfach zu primitiv.
    Wer sich damit wohl fühlt und meint sein Mitmenschen duurch die Stimulanzientherapie nicht mehr so facettenreich zu empfinden, dies auch so sehr bedauert hat so wage ich zu sagen nicht gerade unwahrscheinlich eine psychische Störung.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Medikation: ja/nein... Wahrnehmung und Persöhnlichkeit? Wir verändern uns.

    Definition psychische Störung (Wikipedia):
    Eine psychische oder seelische Störung ist eine krankhafte Beeinträchtigung der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens, Verhaltens bzw. der Erlebnisverarbeitung oder der sozialen Beziehungen. Es gehört zum Wesen dieser Störungen, dass sie der willentlichen Steuerung durch den Patienten nicht mehr oder nur zum Teil zugänglich sind.


    Also erstens haben wir alle mit ADHS eine psychische Störung, zumindest laut medizinischer Definition.

    Zweitens halte ich deine Behauptung
    Wer sich damit wohl fühlt und meint sein Mitmenschen duurch die Stimulanzientherapie nicht mehr so facettenreich zu empfinden, dies auch so sehr bedauert hat so wage ich zu sagen nicht gerade unwahrscheinlich eine psychische Störung.
    nur weil du es als negativ und störend empfindest, als unhaltbar.

    Ich empfinde es nicht als Beeinträchtigung oder negativ, nein sogar sehr positiv, förderlich und es macht mich glücklich jemand facettenreich zu sehen. Es ist zwar nur meine subjektive Empfindung jedoch fallen mir auch keine objektiven Widersprüche ein die für eine Beeinträchtigung sprechen. Sprich laut Definition keine Psychische Störung.

    Die Definition für dich auf dieses Thema anzuwenden, spare ich mir hier.

  7. #7
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Medikation: ja/nein... Wahrnehmung und Persöhnlichkeit? Wir verändern uns.

    hi

    Zunächst einmal weiß ich nicht,wie hilfreich hier wikipedia-Definitionen sind,da sie häufig ganz stark vereinfacht sind.

    Dann ist die ADHS eine neurobiologische,nicht eine psychische Störung. Sie wird-noch-so klassifiziert,da viele ihrer Symptome sich auf dieser Ebene zeigen,mehr nicht.

    Zur Wikidef:

    1. ADHS beeinträchtigt nicht die Wahrnehmung,sondern die Art,wie wir auf das Wahrgenommene reagieren.Der Gesunde nimmt das Blatt vor dem Fenster durchaus auch war,aber periphär,wärend wir darauf reagieren,weil Priorisieren schwierig ist.

    2. Eine Denkstörung ist die ADHS nun ganz sicher nicht,das Denken funktioniert-sofern keine Komorbiditäten in dieser Richtung vorliegen hervorragend- beim Handeln klemmt's dann.

    3.auch die Gefühle eines ADHSlers sind nicht pathologisch verändert,es fehlt lediglich die "Bremse".

    Ein Beispiel für eine Erkrankung,an der sich alle 3 Ebenen gut schön beobachten lassen,wäre die paranoide Schizophrenie,aber natürlich nicht nur diese.

    LG

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Medikation: ja/nein... Wahrnehmung und Persöhnlichkeit? Wir verändern uns.

    Wie gesagt laut Definition ist ADHS eine psychische Störung da sie nach ICD-10 und DSM IV klassifiziert wird. Wahrscheinlich wird die psychische Störung ADHS durch angeborene neurobiologische Abweichungen verursacht und ich stimme dir vollkommen zu.

    Die Definition von Wikipedia trifft nach meiner Meinung mit " Beeinträchtigung der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens, Verhaltens bzw. der Erlebnisverarbeitung oder der sozialen Beziehungen" mit jedem Wort der Auflistung sehr gut auf ADHS zu.

    Ich verstehe durchaus deine Punkte, jedoch finde ich das etwas Haarspalterei. Wenn ich meine Aufmerksamkeit nicht bewusst steuern kann bin ich in der Wahrnehmung eingeschränkt. Wenn ich mich gewollt nicht auf eine Sache konzentrieren kann bin ich im denken eingeschränkt.

    Erzähl mal einem dass du nur total ausgerastet bist und am Boden zerstört warst weil du zwar wie ein normaler Mensch das Gefühl erlebt hast aber dich dann einfach nicht zurückhalten konntest. Das Ergebnis ist bei allen drei Punkten das gleiche. Die Reaktion auf ein kleines negatives Gefühl zieht für einen ADHSler oft sehr große negative Konsequenzen und Beeinträchtigungen nach sich. Ob das jetzt von der Bremse kommt oder verstärkter Wahrnehmung ist hier erstmal egal.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 102

    AW: Medikation: ja/nein... Wahrnehmung und Persöhnlichkeit? Wir verändern uns.

    Das facettenreiche Sehen anderer Menschen ist bei mir vergesellschaftet mit dem Scannen der Umwelt nach Aussagen in Bezug auf mich. Das heißt, ich muss andere Menschen sehr gut erkennen, lesen können, damit ich Ihre möglichen Aussagen/Gedanken über mich besser verstehen kann. Es ist deshalb so, wenn ich einen Raum betrete, die Beziehungen der Menschen und diese selbst quasi spüren und sehen kann. Das macht in der Tat glücklich. Die Kehrseite ist, dass z.B. In Gesprächen die Inhalte selbst weniger Platz in der Aufmerksamkeit bekommen, da ja bereits viel Aufmerksamkeit für das äußere Scannen reserviert ist. An der Stelle wird es störend und beeinträchtigend.

    Durch Medikamente verschaffe ich mir dann einen bewussten Trade Off. Weniger scannen, weniger Aufmerksamkeit für das Scannen und damit mehr Raum für Inhalte. Also z.B. Dem Gespräch folgen.

  10. #10
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Medikation: ja/nein... Wahrnehmung und Persöhnlichkeit? Wir verändern uns.

    W Haare spalten wollte ich keineswegs,mit denen kann man sinnvolleres tun.

    Es ging mir lediglich darum,aufzuzeigen,welche Störungen der Wahrnehmungsebenen bei psych. Erkrankungen per definitionem gemeint sind-daher auch mein Beispiel.

    Es ging mitnichten darum,bestehende Schwierigkeiten "wegzureden".

    Und,ja,ADHS ist lt. (noch) gültiger Klassifikation eine psychische Erkrankung,dass allerdings trifft/traf auch schon auf ganz andere Dinge zu,bevor es korrigiert wurde.

    Was jetzt doch leicht OT zu erörtern wäre.

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