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Diskutiere im Thema Medikinet Adult. Wie soll die Wirkung sein? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #71
    RobAthlet

    Gast

    AW: Medikinet Adult. Wie soll die Wirkung sein?

    Martin Winkler "kenne" ich übrigens auch.

  2. #72
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Medikinet Adult. Wie soll die Wirkung sein?

    luftkopf33 schreibt:
    @Michi okay.

    Dann bitte ich Dich,mir aufzuzeigen,wo/wie ich Deinen Text missverstanden habe,denn das wäre ja leicht zu berichtigen. Kein Ding.

    Bezüglich der Wirkung von MPH steht sowohl hier,als auch an anderer Stelle im Forum genug von Menschen,die wesentlich mehr Ahnung haben als ich-ich glaube,Fliegerlein hat in einem seiner Texte in diesem Thread sogar einen Dr. zitiert- und zu Gewöhnung an eine Dosis,oder-wenn ich das richtig verstanden habe- besser gesagt,kontinuierliche Dosissteigerung aufgrund nachlassender "Nebenwirkung extreme Müdigkeit" kann ich nur dasselbe sagen.

    Wie gesagt,alles unter der Voraussetzung,dass ich Dich richtig verstanden habe natürlich.
    Mein Luftikus !

    Fühle mich überfordert, weiss nicht, was du meinst.

    Vermute, du meinst wachmachend, im Sinne von nicht müde werden bzw. müde sein zu überwinden, Ja?

    Ja, und so können auch wir MPH benutzen, wenn wir statt schlafen zu gehen,
    MPH einfach weiter nehmen......

    Martin spricht genau davon:
    Wenn man quasi die Erschöpfung / Müdigkeit mit dem "Weckamin" Methylphenidat bekämpft
    und die Dosis immer weiter steigert bzw. die Intervalle verkürzt läuft das früher oder später auf Burnout hinaus.
    Habe diesbezüglich in einem anderen Thread genau auf diese Problematik hingewiesen.

    Das hat aber nichts mit der Nebenwirkung" Müdigkeit zu tun,
    die ich erlebte beim Eindosieren.
    Abends war ich endlich mal entspannt genug im Kopf, um die Müdigkeit nach einem langen Tag wahrzunehmen
    und ich konnte 7-8 Stunden durchschlafen,
    ohne dass ich mich zuvor körperlich verausgaben musste
    oder lange Wachphasen hatte.

    Wenn ich Nachtdienst habe/hatte, dann kam es schon mal vor,
    dass ich innerhalb von 48 Stunden nur mal 4 Stunden geschlafen habe,
    dann konnte/kann ich 7-8 Stunden durchschlafen.

    Diesses Erleben hatte ich nach der Ersteinnahme von MPH 10mg ret.
    Mit der Zeit... ich nehme MPH jetzt seit 12/10 hat sich das wieder gelegt;
    ist wieder so wie früher.

    (Nur bei einem Retreat habe ich noch längere Schlafenszeiten (7-8 Stunden)

    Liegt natürlich auch an meinem beruflich verordneten gestörten Schlaf-, Nachtrhythmus.

    Martin schreibt:

    Das Schlimme daran ist vor allem, dass ADHSler einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus brauchen.
    Sonst brauchen sie auch keine ADHS-Medikamente, weil die dann eher als Coffein-Ersatz bzw. Weckamin
    und nicht als ADHS-Medikament wirksam sind.

    Zum Teil stimme ich ihm zu.
    Wenn ich nicht schlafen kann und ich muss noch eine Nacht dranhängen, dann hilft mir MPH auch,
    wach zu bleiben, sprich nicht müde zu werden, aber oft kann ich dann auch nach Wirkende nicht gut schlafen.
    Ich schlafe nicht gut und das hat nichts mit MPH zu tun....
    dass es mich wach macht im Sinne von nicht müde....

    MPH ist für mich kein Weckamin, sondern ein Hilfsmittel, wacher im Sinne von aufmerksamer, fokussierter zu sein.
    In Meditationskreisen nennen wir diesen Zustand der fokussierten Aufmerksamkeit oder offenen Aufmerksamkeit:
    wach sein..... budd (wach)

    Vielleicht ein Missverständnis der Begrifflichkeit, Luftikus?


    Gruß
    Michi
    Geändert von 'Michi ( 1.06.2015 um 21:57 Uhr)

  3. #73
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Medikinet Adult. Wie soll die Wirkung sein?

    Oh,war mein Edit noch nicht sichtbar? Mist.Hatte da noch eine Entschuldigung eingearbeitet.
    Also nochmal: Bitte entschuldige Michi,ich habe meinen Denkfehler bereits gefunden-Koffein und Nikotin sind NICHT MPH!

    War allein mein Fehler,tut mir leid.

  4. #74
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.925

    AW: Medikinet Adult. Wie soll die Wirkung sein?

    Fliegerlein schreibt:
    Wenn Betroffene später tatsächlich in Antriebslosigkeit fallen, dann aber nicht aufgrund der ADHS, sondern aufgrund der Komorbiditäten, welche z.B. durch ständiges Scheitern verursacht werden.
    Ich darf mal vorsichtig einwerfen, dass auch die "Unterdrückung" des Hyper zu einer gewissen Antriebslosigkeit führen kann? Desweiteren können auch "Schlafprobleme" (die muss man nicht immer unbedingt direkt merken) zu Antriebslosigkeit führen - frei nach Dr. Colla nehmt mal eine Decke oder ein Laken ohne Gummizug und schaut, wo das am Morgen so liegt.

    Eine weitere Frage - äh doch zwei - hätte ich noch .. Wenn ich klarer im Kopf bin, dann kann ich mich doch auch besser konzentrieren- oder nicht? Oder um es mal mit Fliegerleins Worten auszudrücken: Task öffnen, anfangen, dabei bleiben und beenden. Normalerweise wäre ja schon zumindest bei der Hälfte davon die Konzentration weg - was nicht unbedingt heisst, dass sie dann nur umgeleitet wäre, manchmal ist sie ja auch einfach ganz verschwunden ...?

    Fliegerlein schreibt:
    (zur Selbsmedikation gehört übrigens auch Rauchen, mit dem Unterschied, dass Nikotin tatsächlich als Medikation bei ADHS funktioniert, Nikotin behandelt ADHS, es gibt nur aktuell noch kein Präparat auf dieser Basis, ist aber soweit ich weiß, in Entwicklung (Quelle Barkley)
    Fliegerlein, ick könnt dir knutschen! - Keine Angst, ich machs nicht.

    Aber demnach ist mein Ansatz mit MPH-Behandlung das Rauchen aufzugeben vielleicht doch nicht so ganz verkehrt. Ohne Qualm bin ich einfach nicht mal ansatzweise ein Mensch ... Und so würde mir zumindest vielleicht das erspart bleiben ... also vielleicht ...

    Mit MPH kann ich den Antrieb doch aber zielgerichteter einsetzen, oder? Das wäre mir wichtig zu wissen, denn so spart man ja doch etwas Energie ein, als wenn man ständig drum herum wuselt ...

    Eine Frage noch ...
    Sind Schlafstörungen nun "nur" ein weiteres Symptom, eine Begleiterkrankung oder gehören sie schon direkt mit zum AD(H)S. Da sollte eigentlich wohl was geändert werden, weil das wohl lange Zeit einfach unterschätzt, bzw. gar nicht gross beachtet wurde, was sich in der letzten Zeit aber geändert haben soll.

  5. #75
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Medikinet Adult. Wie soll die Wirkung sein?

    Sorry,musste weg,weil:

    ...Fliegerlein hat's perfekt erklärt.
    Geändert von luftkopf33 ( 2.06.2015 um 11:20 Uhr) Grund: neu sortiert

  6. #76
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Medikinet Adult. Wie soll die Wirkung sein?

    ChaosQueeny schreibt:
    Ich darf mal vorsichtig einwerfen, dass auch die "Unterdrückung" des Hyper zu einer gewissen Antriebslosigkeit führen kann?
    Darfst Du auch unvorsichtig einwerfen

    Aber ja, da stimme ich zu.
    Diese Unterdrückung kostet eine Menge Energie, .. wenn nicht sogar eine Unmenge.
    Und diese Energie fehlt dann an anderer Stelle.

    ChaosQueeny schreibt:
    Eine weitere Frage - äh doch zwei - hätte ich noch .. Wenn ich klarer im Kopf bin, dann kann ich mich doch auch besser konzentrieren- oder nicht? Oder um es mal mit Fliegerleins Worten auszudrücken: Task öffnen, anfangen, dabei bleiben und beenden. Normalerweise wäre ja schon zumindest bei der Hälfte davon die Konzentration weg - was nicht unbedingt heisst, dass sie dann nur umgeleitet wäre, manchmal ist sie ja auch einfach ganz verschwunden ...?
    Genau da liegt der Punkt, sehr schön zusammengefasst .
    Auch da zeigt sich wunderbar, dass der Mangel an Konzentration/ Aufmerksamkeit bei ADHS nicht das gleiche ist, wie z.B. bei einer Depression.
    Es ist ja nicht so, dass wir uns nicht konzentrieren können, es bedarf nur einer unglaublich hoheh Reizschwelle, um diesen Zustand zu erreichen.
    Das wäre dann das, was man bei ADHS als "Hyperfokus" bezeichnet, meiner Ansicht nach fälschlicherweise, denn ein Hyperfokus im eigentlichen Sinne ist das nicht, sondern eigentlich das, was man hochkonzentriert nennen müsste, was aber bei einem ADHS'ler schon sowas wie ein "Ausnahmezustand" ist.
    Die Aufmerksamkeit ist nach der Hälfte der Zeit ja nicht wirklich weg, sie geht nur woanders hin, der Vogel am Fenster, die Fliege an der Wand und was wollte ich eigentlich noch einkaufen, wo waren denn nur meine Schlüssel ....
    Sie springt vom Hundertstend ins Tausendste, aber sie ist vorhanden.
    Bei einem Depressiven z.B. ist da nix, der ist lethargisch, leer, ausgebrannt.

    Das Problem bei ADHS ist, dass die Aufmerksamkeit "inkonsistent" ist.
    Es ist nicht so, dass sie nicht da wäre, sie kann nur nicht gesteuert werden und hüpft vom Einen zum Anderen, vom Hundertsten ins Tausendste.
    Das lässt sich auch sehr schön über die neurobioligische Schiene erklären, denn aufgrund der fehlerhaften Impulsübertragung in den Synapsen gibt es keine Prioritäten und mal kommt ein Impuls durch, mal ein anderer und so weiter.
    Es wird auf der Schneefläche kreuz und quer gelaufen, ohne Sinn und Verstand und ohne jedes System und Struktur.
    Unsere Gedankenwelt läuft völlig aus dem Ruder und macht selbstständig was sie will, aber nicht, was wir wollen.

    Erst wenn das Aufmerksamkeitslevel für eine Sache dermaßen hoch ist, dass es alles andere überschreibt, dann können auch wir einer Sache nachhaltig folgen.
    UND, das hat Pilzi schon mal erklärt, wenn diese Sache mit direkten Konsequenzen verbunden ist.
    Deswegen funktionieren z.B. Videospiele so gut bei ADHS-Betroffenen.
    Da kriegt man sofort eins auf die Glocke, wenn man mal kurz weg war und bekommt sofort eine direkte Belohnung, wenn man bei der Sache bleibgt, man kommt weiter, findet einen hilfreichen Gegenstand, besiegt einen Gegner etc.

    'ne Mathearbeit bringt keinerlei Konsquenzen.
    Was schert es einen ADS'ler, dass er dann irgendwann (und in seinem Zeitgefüge ist "irgendwann" schon am nächsten oder übernächten Tag) dafür eine Note bekommt?
    Was schert es ihn, dass er am Ende des Jahres dann gute Zeugnisnoten bekommt und dann noch viel weiter irgendwann studieren und noch viel später einen gutbezahlten Job bekommen kann, nur wenn er diese Matheaufgabe jetzt löst?
    Das ist jenseits jeglicher Vorstellungkraft eines ADS'lers und das reicht nicht, um den Zustand im Gehirn zu erreichen, der für die nötige Aufmerksamkeitsleistung sorgt, diese Aufgabe zu erledigen.

    Wenn man diesen Zustand nun mit MPH normalisiert, dann ist es so (bzw. sollte es so sein), wie es auch bei Normalos ist und wir könnten uns auch auf die Dinge fokussieren und am Ball bleiben, die nicht mit direkten Konsequenzen verbunden sind und die nicht für ihn von höchstem Interesse sind.

    Insofern könnte man das durchaus so beschreiben, dass wir uns besser konzentrieren können.
    Es mag ein wenig Wortklauberei sein, aber besser wäre es sicher, wenn man sagen würde, dass wir unsere, ja durchaus vorhandene, Konzentration, zielgerichtet lenken könnte.

    Denn wenn ein Normalo, also jemand, der das bereits kann, eine Stimulanz einnimmt, dann kann er sich noch besser konzentrieren, selbst wenn er bereits ausgepowert und übermüdet ist.
    Das ist ja auch einer der Gründe dafür, dass MPH unter das BTmG fällt, denn man kann es dafür missbräuchlich nutzen, schadet sich damit aber auch langfristig.
    In Amerika ist das ein großes Problem auf den Hochschulen, denn das wird dort von Studenten zur Leistungssteigerung genutzt.
    Aber das ist der Punkt, die wollen ihre normale Leistung steigern.

    Wir sollen ja erstmal dahin kommen.

    Aber der Punkt ist weniger, dass es uns an Konzentration mangelt und die "angehoben" werden muss, sondern dass sie nicht in alle Richtungen verpufft.

    Wenn an einer Dampflok die Dampfleitungen überall löchrig sind, dann verpufft der Dampf auf dem Weg in den Zylinder in alle Richtungen und am Ende reicht der Druck im Zylinder nicht mehr, um den Zug in Gang zu setzen.
    Der Druck im Kessel stimmt, aber er kommt nicht am Ziel an.
    So ist es auch bei uns:
    Die Konzentrationsleistung an sich ist vorhanden, sie verpufft nur in alle möglichen Richtungen ...

    Menschen, die keine ADHS haben und Stimulanzien nehmen, wollen damit nur den Druck auf dem Kessel erhöhen, um schneller zu fahren (wofür die Lok aber nicht gebaut ist und wofür man über kurz oder lang einen Preis zu zahlen hat, spätestens wenn einem der Kessel um die Ohren fliegt).

    Bei uns geht es darum, dass damit die Löcher geflickt werden und der vorhandene Druck auch zielgerichtet dort hinkommt, wo er gebraucht wird, nämlich im Zylinder.

    Man könnte sich statt Löchern in den Leitungen auch vorstellen, dass wir überall noch viele kleine andere Verbraucher an die Leitungen angeschlossen haben, die wir aber für diese Aufgabe gar nicht brauchen oder für die es bei Normalos eigene Versorgungen gibt.


    ChaosQueeny schreibt:
    Mit MPH kann ich den Antrieb doch aber zielgerichteter einsetzen, oder? Das wäre mir wichtig zu wissen, denn so spart man ja doch etwas Energie ein, als wenn man ständig drum herum wuselt ...
    Ja, genauso würde ich es beschreiben.
    Es ist das vorhandene Potential an Antrieb und Konzentration, welches nun zielgerichtet eingesetzt werden kann.
    ABER, ... leider gehts nicht ganz ohne aber ...
    Das kommt natürlich nicht von selbst mit der Einnahme.
    Wir haben unser Leben lang so getickt, sind also auch regelrecht so konditioniert.
    Wir brauchen daher unbedingt auch jemanden, der uns dabei hilft, das hinzubekommen, einen Thera oder Coach, wie auch Martin Winkler schrieb und viele Andere gechrieben haben.

    ChaosQueeny schreibt:
    Sind Schlafstörungen nun "nur" ein weiteres Symptom, eine Begleiterkrankung oder gehören sie schon direkt mit zum AD(H)S. Da sollte eigentlich wohl was geändert werden, weil das wohl lange Zeit einfach unterschätzt, bzw. gar nicht gross beachtet wurde, was sich in der letzten Zeit aber geändert haben soll.
    Meines Wissens nach sind sie ein direktes Symptom der ADHS, weil ebenfalls bedingt durch die Stoffwechselstörung.
    Martin Winkler hat dazu mal einen sehr interessanten Vortrag gehalten und das schön erklärt und ich glaube, dass er das auch hier im Forum schon mal beschrieben hat.
    Ich müsste aber danach suchen, wann und wo das war.
    Ich schau mal, vielleicht finde ich das wieder.
    Geändert von Fliegerlein ( 2.06.2015 um 11:13 Uhr)

  7. #77
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.925

    AW: Medikinet Adult. Wie soll die Wirkung sein?

    Das würde ja heissen, dass die vielen Interessen und dieses "für alles offen sein" eines AD(H)Slers eigentlich fast eine Art Selbstschutz wäre, um sich auf möglichst viele Sachen vielleicht auch (kurzfristig hoch) konzentrieren zu können. Wobei dieser Schuss dann in dem Moment nach hinten los geht, wo 2 oder mehrere Sachen gleichzeitig anlaufen.

    Gut, das bei mir die Konzentration auch mal - zumindest gefühlt - ganz weg ist, liegt mit Sicherheit auch an der "Kopfsache". Sicherlich ist die Spanne dann so niedrig und die Schmerzen so hoch, dass da einfach nichts mehr zu halten ist.


    Wobei Lufti mit Sicherheit recht hat, diese Antriebslosigkeit durch Unterdrückung eher als "Lähmung" zu beschreiben.

    Interessanterweise mache ich neuerdings die Entdeckung, das es ähnliche Auswirkungen hat, wie bei der Depression beschrieben. Einerseits bin ich zwar noch aktiv, aber andererseits ohne Ziel und Plan, während ich das früher zumindest teilweise besser kanalisieren könnte, scheint das mittlerweile nicht mehr besonders gut zu klappen. Ich bin innerlich völlig "gelähmt" etwas "wirklich" zu tun - oft auch äusserlich, aber wenn es "nur" innerlich ist und ich ansonsten "aufgescheuchtes Huhn spiele", dann belastet mich das sehr schwer.


    Bleibt noch die Frage, wie erklärt man z. B. einfache Matheaufgaben für absolut wichtig, damit am Ende auch das Zeugniss stimmt? - Sicherlich eine Sache, über die ich noch einmal nachdenken sollte und wo eine "Prioritätenverschiebung" durchaus sinnvoll erscheint ... Tipps und Tricks sind dazu herzlich Willkommen - gerne auch per PN.

  8. #78
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Medikinet Adult. Wie soll die Wirkung sein?

    ChaosQueeny schreibt:
    Das würde ja heissen, dass die vielen Interessen und dieses "für alles offen sein" eines AD(H)Slers eigentlich fast eine Art Selbstschutz wäre, um sich auf möglichst viele Sachen vielleicht auch (kurzfristig hoch) konzentrieren zu können. Wobei dieser Schuss dann in dem Moment nach hinten los geht, wo 2 oder mehrere Sachen gleichzeitig anlaufen.
    Interessant, da müsste ich mal drauf rumdenken ... hat was.
    Könnte ich mir vorstellen.

    ChaosQueeny schreibt:
    Gut, das bei mir die Konzentration auch mal - zumindest gefühlt - ganz weg ist, liegt mit Sicherheit auch an der "Kopfsache". Sicherlich ist die Spanne dann so niedrig und die Schmerzen so hoch, dass da einfach nichts mehr zu halten ist.
    Da haste dann schon den "körperlichen Selbstschutz", wenn die Schmerzen beginnen Dich zu dominieren.
    Auch das ist eine Art Selbstschutz, genau wie die Angststörungen bei ADHS.
    Das ist dann schon im Bereich der Komorbidität, ... der Körper beginnt andere Maßnahmen zu ergreifen, um sich vor der Überforderung zu schützen.

    Ich hab z.B. anfangs nicht verstanden, warum ich ausgerechnet eine Amaxophobie, eine Fahrangst bekommen habe, ich bin immer gerne Auto gefahren und es gab keinen Anlass, aufgrund dessen ich Angst vorm Autofahren haben sollte.
    Es war eine Schutzfunktion meines Köprers.
    Es war die Arbeit, die mich zu dem Zeitpunkt fertig gemacht und überfordert hat und ich habe das ignoriert (u.a. haben da auch die AD's eine Rolle gespielt).
    Ich habe dagegen angekämpft, dnn ich wollte das hinbekommen und begab mich damit jeden Tag auf's Neue in einen "ADHS-feindlichen Lebensraum".
    Irgendwann zieht der Körper dann andere Register.
    Neben einer chronischen Schmerzerkrankung, die ich schon seit der Kindheit habe und daher gelernt habe, die zu ignorieren/ auszuhalten, und neben der Angst vor der Arbeit selber, gegen die ich ankämpfte, zog er dann die Angst vorm Autofahren auf, denn so wurde dann verhindert, dass ich überhaupt ins Auto steigen kann, um mich der schädigenden Situation weiter auszusetzen.

    Dein Körper sagt Dir dann in dem Moment, dass es schon viel zu viel geworden ist und die Überforderung nun ein Maß angenommen hat, das nicht mehr tragbar ist.
    Eigentlich eine geniale Methode ... denn ausgerechnet ADS-Betroffene sind ja nicht gerade "Helden der Selbstwahrnehmung" und nehmen die feineren Signale im Vorfeld gar nicht wahr.
    Den Schmerz nehmen wir wahr und diese Art der "Lähmung" wie sie von Lufti beschrieben wurde, ebenfalls.
    Das sind dann schon die ersten komorbiden Zeichen, also schon Folgen der permanenten Überlastung.

    ChaosQueeny schreibt:
    Interessanterweise mache ich neuerdings die Entdeckung, das es ähnliche Auswirkungen hat, wie bei der Depression beschrieben. Einerseits bin ich zwar noch aktiv, aber andererseits ohne Ziel und Plan, während ich das früher zumindest teilweise besser kanalisieren könnte, scheint das mittlerweile nicht mehr besonders gut zu klappen. Ich bin innerlich völlig "gelähmt" etwas "wirklich" zu tun - oft auch äusserlich, aber wenn es "nur" innerlich ist und ich ansonsten "aufgescheuchtes Huhn spiele", dann belastet mich das sehr schwer.
    Das können dann schon ziemliche Alarmzeichen sein ...
    Einerseits kommt mit zunehmendem Alter ohnehin eine geringer werdende Belastbarkeit hinzu.
    Je älter wir werden, desto weniger stressrestistent werden wir.
    Und nicht nur das, wir werden auch vergesslicher .... als wir eh' schon sind.
    Barkley hat das mal ganz wunderbar beschrieben:
    "Mit dem Alter bekommt jeder ein wenig ADHS, Frauen triffts härter als Männer (das liegt an den Wechseljahren), aber so ist es
    Wenn man mit dem Älterwerden immer etwas "tüddeliger" wird, sind das genau einige der Probleme, die eine ADHS mit sich bringt, das z.B. Arbeitsgedächtnis lässt nach.

    Wird man also als ADHS'ler älter, passiert das ebenfalls ... und packt sich hübsch obendrauf.

    Konnten wir also vorher noch einiges irgendwie hinbekommen, wird das zunehmend schwerer und dazu kommt dann, dass wir dann auch noch weniger stressresistent werden und es auch noch schwieriger wird, den Akku wieder aufzuladen ... und das alles in einem System, dessen Energiehaushalt sowieso schon im Bobbes ist.

    Das wäre der "natürliche" Weg.
    Es könnten aber auch die ersten Alarmzeichen des Körpers sein, der gerade kurz davor steht, sich in Richtung Burnout oder Depression zu bewegen.

    Der Vorteil bei einem ADHS'ler mit Medikation:
    Wir nehmen diese Signale nun auch wahr.

    ChaosQueeny schreibt:
    Bleibt noch die Frage, wie erklärt man z. B. einfache Matheaufgaben für absolut wichtig, damit am Ende auch das Zeugniss stimmt? - Sicherlich eine Sache, über die ich noch einmal nachdenken sollte und wo eine "Prioritätenverschiebung" durchaus sinnvoll erscheint ... Tipps und Tricks sind dazu herzlich Willkommen - gerne auch per PN.
    Ich fürchte, da habe auch ich noch keine wirklich gute Idee.

    Ein Normalo kann das einfach ... keine Ahnung wie die das machen ... ich schaue da immer voller Bewunderung auf meine Frau und versteh's nicht.

    Die Medikation hilft dabei ein wenig, aber sie macht eine ADHS a nicht weg.
    Die Probleme in den Exekutiven Funktionen müssen extern gemanaged werden.

    Was ich aber sagen kann ist, dass ich besser arbeiten kann, wenn meine Frau in der Nähe ist.
    Irgendwie kann ich mir das, was ich dazu brauche, von ihr "ausleihen".
    Es reicht, wenn sie da ist und mir gegenüber am Schreibtisch sitzt, dann kann ich recht gut arbeiten.
    Das liest und hört man auch öfter, dass ADHS'ler sich sozusagen von ihrer Umgebung die Gefühle/ die Motivation "ausleihen" können.

    Aber auch das geht nur begrenzt.
    Meine Frau erkennt das sehr gut und weiß, wann ich unterbrechen soll.
    Aber ich brauche immer so einen "externen Signalgeber".

    An einer meiner Arbeitsstellen hatte ich mal Kollegen, die dafür gesorgt haben, dass ich z.B. die Pausen nicht vergesse und all das.
    Die haben mir das einfach nicht übel genommen, sondern in diesen Dingen einfach für mich mitgedacht.
    Das ist natürlich nicht gerade das, was man sich als erwachsener Mensch wünscht, dass andere für einen mitdenken müssen, aber es hat prima funktioniert.

  9. #79
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.925

    AW: Medikinet Adult. Wie soll die Wirkung sein?

    Fliegerlein schreibt:
    Es könnten aber auch die ersten Alarmzeichen des Körpers sein, der gerade kurz davor steht, sich in Richtung Burnout oder Depression zu bewegen.

    Der Vorteil bei einem ADHS'ler mit Medikation:
    Wir nehmen diese Signale nun auch wahr.
    .
    .
    .
    Die Medikation hilft dabei ein wenig, aber sie macht eine ADHS a nicht weg.
    Die Probleme in den Exekutiven Funktionen müssen extern gemanaged werden.
    Naja, Burnout oder Depression wird es nicht, aber ich merke schon, dass ich Energie und Kraft besser einteilen muss. Ich arbeite "nebenbei" an Achtsamkeitsübungen und es gibt durchaus kleine Fortschritte.

    Ein Grund, warum ich endlich zur Diagnostik bin und hoffe, bald Medis zu bekommen ist, dass ich auch die Selbstwahrnehmung diesbezüglich etwas verbessern kann. Ausserdem hoffe ich auf ein besseres "Energiemanagement" - an einigen Stellen einsparen und dafür an anderen Stellen, wo sie eigentlich gebraucht wird, dann rauslassen. Ich denke, da gibt es durchaus noch Möglichkeiten, das etwas mehr zu optimieren.

    Mir ist aber klar, dass das nicht von gleich auf jetzt geht und ich die Trampelpfade erst weiter anlegen muss. Z. T. gehe ich sie ja jetzt schon, aber halt mit sehr viel Mühe und Aufwand. Aber ich denke, ich schaff das und das könnte sogar ohne externe Hilfe klappen ... - Ja, ich weiss, was du davon hälst, aber externe Hilfe ist hier nicht wirklich verfügbar, also muss ich Schwimmen oder Ertrinken und da ist mir Schwimmen dann doch deutlich lieber.


    Äh, ja, schlecht, wenn hier 2 Betroffene sitzen und das irgendwie zusammen hinbekommen müssen. Also extern fällt da aus, das muss doppelt intern gemeistert werden - die doppelte Kür könnte man sagen. Zwischen manchmal und oft bekommen wir das hin, aber eben nicht immer und daran müssen wir arbeiten - oder besser ich. Der stark minderjährige Teil hält sich da noch etwas raus - verständlicherweise.

  10. #80
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Medikinet Adult. Wie soll die Wirkung sein?

    ChaosQueeny schreibt:
    Naja, Burnout oder Depression wird es nicht, aber ich merke schon, dass ich Energie und Kraft besser einteilen muss. Ich arbeite "nebenbei" an Achtsamkeitsübungen und es gibt durchaus kleine Fortschritte.


    Das kann man gar nicht hoch genug bewerten.
    Diese Signale zu erkennen, darauf zu achten und darauf zu reagieren ist schon echt eine Menge wert!

    Es wäre wohl auch besser formuliert, wenn ich geschrieben hätte, dass es diese Signale sind, die den Weg in Depr. oder Burnout zeigen.
    Es müssen nicht gleich schon die ersten Anzeichen sein, aber wenn man sie missachtet oder nicht wahrnimmt, dann kann der Weg dorthin führen.

    ChaosQueeny schreibt:
    Aber ich denke, ich schaff das und das könnte sogar ohne externe Hilfe klappen ... - Ja, ich weiss, was du davon hälst, aber externe Hilfe ist hier nicht wirklich verfügbar,
    Naja ich schreib ja gerne etwas fatalistisch ohne immer wieder hinzuzufügen, dass ADHS eine Spektrumsstörung mit individuellen Ausprägungen und Schweregraden ist.
    Und bedenke, dass allein schon Deine Aktivität z.B. hier Forum, die Unmenge an Wissen um die ADHS, auch eine Art externe Hilfe sein kann.
    Du bist auf das Thema sensibilisiert, bist achtsam und erkennst die Signale und deren Bedeutung ... das ist schon echt eine Menge wert.

    ChaosQueeny schreibt:
    Äh, ja, schlecht, wenn hier 2 Betroffene sitzen und das irgendwie zusammen hinbekommen müssen. Also extern fällt da aus, das muss doppelt intern gemeistert werden - die doppelte Kür könnte man sagen. Zwischen manchmal und oft bekommen wir das hin, aber eben nicht immer und daran müssen wir arbeiten - oder besser ich. Der stark minderjährige Teil hält sich da noch etwas raus - verständlicherweise.
    Klingt ja zunächst mal superlustig, wenn man sich so einen Chaotenhaufen vorstellt ... aber das will nicht mal was heißen und kann ja durchaus auch funktionieren.
    Es gibt ja den Spruch "Was der eine nicht schafft, lässt der andere liegen", aber es kann auch genau umgekehrt unter Chaoten funktionieren und sie ergänzen sich in ihren Fähigkeiten und können sich so gegenseitig prima zur Seite stehen.
    Ich denk schon, dass auch so eine Verbinung Potential hat und naja, manchmal hilft es auch und man braucht gerade einen anderen Chaoten.

    Wo für den Einen ein weiterer Wirbelwind zum Alptraum wird (ich hab das mal so beschrieben, dass ich mich fühle wie eine Bowlingkugel unter lauter Flummies), ist das für einen Anderen der wahre Segen und genau das, was er braucht.
    Was letztlich zählt ist der (langfristige) Erfolg und der gibt Dir recht .

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