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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    Angst vor Medikation

    eigentlich wollte ich mich nochmal kurz vorstellen, aber leider kann ich diese Option nicht mehr nutzen.Habe 2013 kurz nach meiner Diagnose, hier reingeschrieben dann nie wieder. Ich bin eine Frau 60 Jahre alt, zwei gescheiterte Ehen hinter mir und mittlerweile komplett alleine.

    Merkwürdigerweise bin ich gut im Beruf, und verdiene supergutes Geld. Ja wenn ich mit den Steuern (ich bin Selbständig) zurecht käme.

    Es gelingt mir nicht Belege zu ordnen , geschweige denn, sie nur in eine bestimmte Schachtel zu geben. Es endet immer und tagtäglich im Chaos.

    Bürohilfen sind an mir verzweifelt, Steuerberater verstehen mich und die Welt nicht mehr. Meine Bürohilfen und Putzfrauen kündigen regelmäßig - Tenor :"sie sind lieb , aber ihr Chaos treibt uns in den Wahnsinn. "

    Durch diese Machenschaften, zahle ich jährlich Unsummen an die Steuer , da mir ständig irgendwelche Belege fehlen. Ich selber kann deshalb nur so grade leben. Eigenlich müsste ich richtig gut leben können. Aber Strafzettel, die ich vergesse, Fristen die ich nicht Einhalte, und vieles mehr machen bereits einen Outlaw aus mir.

    Mein Arzt rät zur Medikation. Aber ich habe Angst. Für meinen Beruf brauche ich viel Intuiotion, ja und auch verqueres Denken. Was wird passieren wenn ich ruhig gestellt bin.
    Ich habe echt Angst, dass ich dann zwar etwas strukturierter werde, aber eben gerade das, was ich für meinen Beruf brauche nicht mehr habe.?
    Doch so wie es jetzt ist will ich auch nicht mehr weiter leben. Ich denke oft an eine Geschichte aus meiner Jugend. Meine Oma wollte das ich Erbsen ordne. Schlechte vertrocknete in eine Schüssel, die guten in eine andere. Es war mir nicht möglich. Meine Gedanken schweiften ab. So ist es heutzutage mit dem Geschirr, Löffel und Gabeln zu ordnen ein Graus. Und auch Zelttel machen hilft nichts. Finde sie nimmer, kann sie nimmer lesen, werde abgelenkt wenn ich was in ein Buch eintrage. Einfach fürchterlich.

    Wäsche ordnen, Küche aufräumen, alles endet im Chaos. Ich brauche länger als die meisten, und alles ist hinterher nicht so wie ich es wollte. Mein Umfeld auch meine alte Mutter kann das nicht verstehen, ständig werde ich deswegen gemaßregelt, als blöde hingestellt. (meine gute Schulbildung auch mein Studium ist da dann vergessen).
    meine erste Ehe endete schrecklich möchte darüber nicht schreiben. Meine zweite war ein Traum, mein Mann wusste um mein Problem, er half mir soweit zu kommen , das ich Ordnung halten konnte, ja auch Beruflich an die Spitze kam. Alles war vergessen . Dachte mein Problem ist besiegt.

    Nun die Midlife Krise machte meinen Mann unzugänglich. Er warf mir meine Fehler vor, Sie wurden nicht besser, sie wurden furchtbar, so schlimm wie heute war ich noch nie.Ich musste mich von im trennen. Seine Abschiedsworte brannten mich ins Gehirn. "Ich will endlich mal eine normale Frau, ich kann nicht mehr".

    Seit 2 Jahren versuche ich mein Leben alleine. Es klappt nicht. Das Chaos wird immer schlimmer. Keine Freunde mehr. Ich arbeite viel, vergesse oft Dates. Das kreidet man mir an. Man zeiht sich zurück.
    Mein Arzt sag ich solle endlich anfangen wirklich was dagegen zu tun. Auch in meinem Alter ist das noch möglich.
    Jetzt eine Frage an euch.. hat eure Phantasie, eure Intuiton,eure Wahrnehmung von Gefühlen und Schwingungen gelitten ,als ihr Medikamente genommen habt. Dieses brauche ich für meinen Beruf.Der Arzt sagt nein. Ist es so.?
    Kann ich mich auf Medikamente einlassen. ?
    Ich würde ,mich sehr über Antworten freuen. Isfet

  2. #2
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: Angst vor Medikation

    Ich kann deine Angst gut verstehen, aber dennoch würde ich den Versuch der Medikation an deiner Stelle ruhig mal wagen, wenn der Leidensdruck unter dem ADS so schlimm wird, dann ist es das einzigste was dir wirklich helfen kann, auch in der Beziehung. So ist es bei mir auch. Ich hatte ähnliche Ängste wie du, dachte lange ich will keine Medis nehmen, aber ich habe eingesehen das es ohne nicht geht und jetzt bin ich so froh darüber das Methylphenidat zu haben. Es geht mir viel besser. Tatsächlich ist es (glücklicherweise) so, das der Kopf ruhiger wird und runterkommt, aber das ist beabsichtigt, das ist genau das was passieren soll und was den ganzen Druck, die quälende Unruhe, die schlechte Aufmerksamkeit verursacht. Dennoch du wirst durch mph nicht ruhiggestellt, keines Wegs, auch wenn es einem am Anfang in de r Einstellungsphase manchmal so vorkommt. Es wird am Anfang Tage geben wo dir das komisch und ungewohnt vorkommt, die Ruhe im Kopf, doch ist es sehr angenehm. Natürlich kann es die kreative Denkweise etwas hemmen, aber ich denke nicht, das dir das unter dem Medikament, so lange es wirkt, mph z.b. wirkt ja nur eine kurze Zeit, -gänzlich verloren geht. Die ganze Sache mit de r Medikation braucht etwas Zeit und Gewöhnung und man sollte nicht vorschnell aufgeben, aber ich finde es ist es definitiv wert und du wirst endlich mal klar im Kopf und kannst Dinge viel klarer sehen. Und das Intuitive, ich denke das leidet gar nicht darunter. Abends nach de r Arbeit bist du ja auch wieder ganz die alte Chaos Prinzessin und wirst dein Kopfkino wiederhaben zumindest wenn du ein Stimulanz verschrieben kriegen würdest, was kein Spiegelmedikament ist und nur Stundenweise wirkt
    Außerdem macht dich ein Medikament nicht zu einem anderen Menschen, es hilft dir nur etws besser und gesunder mit deinem Leben klarzukommen. Auch die Emotionen leiden nicht darunter, es hemmt zwar etwas die Impulsivität, je nach dem was du nimmst, es wird anfangs vieleicht Tage geben wo du dich etwas gedämpft fühlst, aber das hat (bei mir ) auch sehr schnell nachgelassen.
    Was das Chaotische (das Unordentliche/ desorganiserte) betrifft, das wird meiner Meinung nach alleine durch medikation nicht besser; da müsste man noch lernen wie man sich besser organisieren kann in der ADHS Therapie und was das Vergessliche betrifft, da hilft vor allem Aufschreiben.
    LG cANARY
    Geändert von Canary (25.05.2015 um 15:59 Uhr)

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Angst vor Medikation

    Liebe Isfet,

    du solltest es auf jeden Fall versuchen, denn du hast nichts zu verlieren. Damit will ich sagen: Solltest du feststellen, dass das MPH deine Kreativität mehr einschränkt als du möchtest, lässt du es eben wieder. Dann bist du aber jedenfalls nicht schlechter dran als vorher.

    Denn die "kreativitätseinschränke nde" Wirkung hört ja mit der "strukturierenden" Wirkung des Medikamentes auch wieder auf, da bleibt nichts nach.

    Ich bin auch selbstständig und muss in meinem Beruf auch Gefühle und Schwingungen von Mitmenschen wahrnehmen. Das wird überhaupt nicht weniger nach meiner Erfahrung. Im Gegenteil, ich kann dann auch angemessener reagieren und platze nicht sofort heraus mit meinen Beiträgen oder rede zu weitschweifig ohne es zu merken.

    Die Fantasie, damit will ich sagen die Fähigkeit ganz absurd erscheinende Zusammenhänge herzustellen, leidet schon etwas. Aber die brauche ich in meinem Beruf oder Privatleben auch nicht rund um die Uhr. Abends, wenn das Medikament nachlässt, habe ich manchmal einen anderen Blick und mache mir Notizen.

    Improvisierende Kabarettisten wären diejenigen, denen ich Stimulanzien eher nicht empfehlen würde, weil die die absurden Gedanken und das Um-Fünf-Ecken-Denken zentral brauchen. Denen könnte das Medikament eher schaden als nützen. Aber alle anderen Berufsgruppen brauchen Intuition und Kreativität zwar auch, sind aber doch den allergrößten Teil ihrer Zeit eher damit beschäftigt, diese Ideen strukturiert umzusetzen.

    Für deinen Beruf und vielleicht auch dein Privatleben können die Medikamente eine große Chance sein, auf die du dich einlassen solltest. Eine Zeitlang muss man experimentieren, um seine Dosis und die richtigen Abstände herauszubekommen. Ohne Partner vielleicht etwas schwieriger, weil die sofortige Rückmeldung fehlt. Aber du wirst natürlich auch merken, ob deine Umwelt anders reagiert, und du wirst sie auch anders wahrnehmen.
    Geändert von 4.Kl.konzert (25.05.2015 um 16:04 Uhr)

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 77

    AW: Angst vor Medikation

    Hi Isfet,

    die Auswirkungen bei Ideen / "kreativer Chaos" habe ich bei mir bei zwei Medikamenten erfahren.

    1. Risperdal (atiypischer Neuroleptikum)
    Das habe ich ca. 6 Wochen eingesetzt, um "Ruhe" im Kopf zu bekommen.
    Was eine enorme Erholung ( => Ferien vor dem Denken war), und mir so Zeit gab, meine Gefühlswelt zu stabilisieren.
    Ich setzte das Medikament nach 6 Wochen aber ab, WEIL mir meine chaotische Kreativität fehlte, die mich im Beruf auszeichnete.

    2. Ritalin ( Original)
    MPH führte dazu, dass ich am Morgen nicht mehr 100'000 Ideen hatte, sondern nur noch 1'000.
    Mir verschafft es vor allem auch eine erhöhte Toleranz zu den Menschen.

    Generell musst du wissen, dass Medikamente alleine dir keine Probleme lösen werden.
    Das einzige, was dir Medikamente verschaffen können, sind Chancen / Buffer / Raum in dem du etwas angehen kannst.
    MPH, wirkt nur ca. 4h. (Retard-Produkte ca. 1 Tag) Danach kling die Wirkung ab.
    Spätestens nach 24h ohne Einnahme, ist nicht mehr da.
    Es gibt Tage da nehme ich nichts (z.B. Sonntags oder wenn ich Krank bin)
    Ich denke manchmal, das das Ritalin wie eine Art "Katalysator" wirkt, dass die Schwelle für manche "langweiligen" Tätigkeiten senkt.

    Wichtig ist, dass du bei der Einstellung der richtigen Dosis von einer Fachperson begleitet wirst.

    Gruss Geralt

  5. #5
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Angst vor Medikation

    isfet schreibt:
    Ich bin eine Frau 60 Jahre alt,
    Cool, endlich bin ich mal nicht der Älteste.

    isfet schreibt:
    Merkwürdigerweise bin ich gut im Beruf, und verdiene supergutes Geld.
    Dann ist ja alles gut.

    isfet schreibt:
    Bürohilfen sind an mir verzweifelt, Steuerberater verstehen mich und die Welt nicht mehr. Meine Bürohilfen und Putzfrauen kündigen regelmäßig - Tenor :"sie sind lieb , aber ihr Chaos treibt uns in den Wahnsinn. "
    Jaja, die lieben Anderen!

    isfet schreibt:
    Für meinen Beruf brauche ich viel Intuiotion, ja und auch verqueres Denken. Was wird passieren wenn ich ruhig gestellt bin.

    Ruhig gestellt wirst du nicht sein. Du wirst nur aufmerksamer sein. Aber die Kreativität (unten erläutere ich das näher) kann durchaus unter einer Medikation mit Methylphenidat beeinflusst werden. Mir geht es so. Nun weiß ich nicht, ob das am Methylphenidat oder am Bupropion (ich nehme noch Elontril ein, schleiche das aber derzeit aus) liegt oder an den Problemen, die ich gerade habe und die mein Kopf in Anspruch nehmen (nun kann ich konzentriert an das denken, was ich zuvor gekonnt ignoriert habe).

    isfet schreibt:
    Doch so wie es jetzt ist will ich auch nicht mehr weiter leben. [...] Wäsche ordnen, Küche aufräumen, alles endet im Chaos. Ich brauche länger als die meisten, und alles ist hinterher nicht so wie ich es wollte.
    Ich sehe darin gerade kein großartiges Dilemma. Du hast es doch bislang geschafft. Warum willst du das jetzt ändern? Okay, ich bin seit Beginn der Medikation ordentlicher geworden, ich bin überhaupt ordentlich geworden und erschrecke selbst über meine Veränderung (ich habe mir vor ein paar Tage Chrysanthemen gekauft, um sie auf das Deckchen auf meinem Couch-Tisch mit der regelmäßig geputzten Glasscheibe zu stellen. Vor der Medikation hätte ich nie niemals Chrysanthemen gekauft, um sie auf das Deckchen auf meinem Couch-Tisch mit der regelmäßig geputzten Glasscheibe zu stellen).

    isfet schreibt:
    [...] ständig werde ich deswegen gemaßregelt, als blöde hingestellt.
    Und das ist das große Problem. Bis zum Beginn meiner Therapie (Couching + Medikation) war für mich die Maßregelung Teil meines Alltags. ich habe mich 48 Jahre daran gewöhnt und fand mich selbst wertlos, was zu einer Depression geführt hat. Plötzlich finde ich mich nicht mehr wertlos, weil mir die Vergleiche mit den Anderen, die immer noch besser als ich sind, vollkommen egal sind. Plötzlich wimmere ich nicht mehr, wenn man mich kritisiert und mir vorwirft, dass ich im Leben nicht klar komme. Mir ist das egal und ich sage immer öfters: "Na und?", wenn man mir Chaos vorwirft. Das führte dazu, dass ich aggressiv wirke. Man sieht sogar den Zusammenhang mit den Medikamenten. Ich habe mich aber nicht als aggressiv gesehen. Aber wenn man vorher nur träge und hilflos war, wirkt man aggressiv, wenn man selbstbewusst durch das Leben geht.

    Dieses neue Selbstbewusstsein hat den angenehmen Nebeneffekt, dass meine Arthrose in der Halswirbelsäule, wegen der ich alle 23 Monate zum Orthopäden gehen musste, weg ist. Sie ist einfach weg. Ich habe keine Schmerzen mehr. Der Grund ist, dass ich seit Beginn der Therapie den Kopf hebe und den Rücken nicht mehr beuge. Ich gucke nach oben.

    Das hat den Nachteil, dass ich nun öfters stolpere, weil ich Unebenheiten auf dem Weg nicht rechtzeitig erkenne. Aber lieber Stolpern als HWS-Arthrose.

    isfet schreibt:
    (meine gute Schulbildung auch mein Studium ist da dann vergessen).
    Mir glaubt man mein ADHS auch nicht, da ich studiert habe.

    isfet schreibt:
    "Ich will endlich mal eine normale Frau, ich kann nicht mehr".
    Geht nicht. Normal wird man nicht. Das ist auch gut so. Leider habe ich dieses bewusstsein, auch unnormal gut zu sein, erst seitdem ich die Diagnose habe. Vorher fand ich mich schlecht, weil ich unnormal war. Die Anderen waren hat besser. Sie waren immer besser.

    isfet schreibt:
    Seit 2 Jahren versuche ich mein Leben alleine. Es klappt nicht. Das Chaos wird immer schlimmer. Keine Freunde mehr. Ich arbeite viel, vergesse oft Dates. Das kreidet man mir an. Man zeiht sich zurück.
    Ich bin jetzt 5 Jahre allein. Seit 3 Jahren habe ich die Diagnose. Und ich will gar nicht mehr in Beziehung sein.

    Obwohl, erst vor einer Woche habe ich eine ganz Nette kennen gelernt. Ein richtig gut aussehende 50jährige Schachtel.

    isfet schreibt:
    hat eure Phantasie, eure Intuiton,eure Wahrnehmung von Gefühlen und Schwingungen gelitten ,als ihr Medikamente genommen habt.
    Die Wahrnehmung von Gefühlen ist besser geworden. Aber es kommt ein egal-Effekt hinzu. Früher war ich sensibel, um nicht anzuecken und wieder als unnormal verurteilt zu werden. Heute ecke ich immer noch an und das ist mir nun aber egal. Ich bin ich und ich bin gut. Die Phantasie hat meines Erachtens auch nicht darunter gelitten. Ich schreibe weniger, dafür aber konzentrierter. Deswegen schrieb ich oben, dass die Kreativität gelitten haben könnte. Es kommt am Ende weniger raus, aber nur, weil ich weniger schreibe.

    isfet schreibt:
    Kann ich mich auf Medikamente einlassen. ?
    Ich würde es versuchen. Nur du allein kannst entscheiden, ob dir die Medikamente gut tun. Du hast nämlich mehr negativ-Aspekte des ADHSs aufgezählt als positive Aspekte. Aus diesem rein mathematischen Grund würde ich mit der Medikation beginnen.

  6. #6
    RobAthlet

    Gast

    AW: Angst vor Medikation

    Ich habe mal in irgendeinem Beitrag gelesen,dass manche ADS Ärzte "älteren Menschen" keine Medikamente mehr empfehlen,weil sie dann plötzlich
    mit wachen,klaren Blick ,"alles" (alle Probleme etc) erkennen,verstehen,und dann in eine Art Lebenskrise kommen können.
    Nach dem Motto: Mist ,hätte ich das nur vorher gewusst,gekonnt,verstanden,ges ehen dann wäre mein Leben ganz anders verlaufen.
    So eine Art "Lebensbilanzkrise".

    Ich erwähne das aber nicht um Dich zu verunsichern,oder weil ich Dir von Medikamenten abraten möchte.

    Was mir auch sinnvoll erscheint,dass Du dich mit Psychopharmaka(Wirkmechanismus ) an sich mal beschäftigst bzw beraten lässt.Viele Menschen glauben nämlich,dass würde ihre Persönlichkeit verändern,oder sie an sich "ruhig stellen",etc.Das stimmt so aber nicht.

  7. #7
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: Angst vor Medikation

    Hallo Isfet,

    kannst mich bitte als deinen Coach einstellen!
    Bei anderen Leuten gelingt es mir wunderbar, Ordnung ins Chaos zu bringen.

    Liebe Grüße
    Gretchen

    P.S. Lebe auch in Mittelfranken.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 58

    AW: Angst vor Medikation

    hallo,
    mein Sohn bekam MPH und der war gar nicht ruhig gestellt, er wirkte nur so, weil er sich endlich auf was konzentrieren konnte.
    Das mit dem Ruhigstellen ist ein böses Gerücht, das MPH ist eine STIMULANZ.

    Ich persönlich bin nun in meiner 5. Woche Ritalin adult, von 10 nun auf 20 mg und ich bin nicht ruhig,
    ich habe nur mittlerweile einen Blick für die Struktur und ein merkwürdiges Geüfhl für Getriebenheit. Beispielsweise kann ich es gar nicht erwarten, im Haus klar Schiff zu machen,
    wenn alle weg sind,
    "früher" habe ich den Vormitag vor dem PC verbracht, das kann ich nun gar nicht mehr

    Mein Beruf ist ebenfalls sehr kreativ - Hochschullehrer, das impliziert unglaublich viel Forschung- ich merke keine Probleme diesbezüglich.

    Ich bin seit 20 Jahren verheiratet, noch länger mit ihm zusammen und ehrlich:
    allmählich hat sich meine Antriebslosigkeit + Verplantheit auch auf uns ausgewirkt, obwohl wir sonst eine sehr gute Ehe führen.
    das ist m.a. nach nun auch wieder besser geworden, einfach, weil ich ihn nun nicht mehr so alleine lasse mit dem Haushalt und auch, weil ich ausgeglichener bin,
    da meine Außenfilter besser funktionieren.

    Fang` doch einfach mal an, zwingt Dich doch keiner, es dann weiter zu machen,
    wenn Du Dich nicht damit wohl fühlst.... aber Du wirst es tun....

    lg
    kal
    Geändert von superman (26.05.2015 um 00:02 Uhr)

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.956

    AW: Angst vor Medikation

    Eine kurze Frage oder besser zwei, denn meine Vorschreiber haben ja schon einiges zu der Wirkungsweise bei ihnen geschrieben, aber die ist ja doch immer etwas unterschiedlich:

    Was hast du zu verlieren? Lass dich doch drauf einstellen und probier es aus und wenn du danach mit deinen Erfahrungen sagst, dass es nichts für dich ist, dann ist es das nicht, aber eigentlich kannst du doch nur gewinnen, oder?


    Bei deinem Steuerproblem musste ich dann aber doch grinsen. Würdest du in der Nähe wohnen, hättest du jetzt eine - dann hoffentlich gut bezahlte - Angestellte. Für mich bekomme ich das nicht hin, aber für andere Chaoten hab ich da ein ziemlich dickes Fell und da gelingt es mir dann auch. Komisch, was? Und wenn ich dir ein Shirt überziehen müsste mit dem Aufdruck: "Gebt mir eine Quittung und passt auf, dass ich die in meine Geldbörse stecke!" Ab da ist das dann schon ein kleineres Problem.

    Halt den Kopf hoch, auch das kann nur besser werden, würde ich denken.
    Ich wünsche dir alles Gute!

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 2.056

    AW: Angst vor Medikation

    isfet, wenn du mal auf ein Chaoten-Treffen gehst, wo überwiegend MPH-eingestellte ADSler sind, und du den Haufen gackernder, phantasierender, fröhlicher, aufgedrehter Leute siehst, dann weißt du, daß du mit MPH nicht ruhig gestellt bist.

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