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Diskutiere im Thema Wirkung von mediknet adult *verzweifelt* im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wirkung von mediknet adult *verzweifelt*

    Nyx schreibt:
    Das Medikament löst leider keine Problemen von einen. Es ist mehr so, dass einen das Medikament erst so richtig auf seine Probleme aufmerksam macht und das kann richtig anstrengend sein.

    Oh ja, aber auch sehr aufschlussreich, weil man vieles versteht und nun optimieren kann.

  2. #12
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Wirkung von mediknet adult *verzweifelt*

    Ich finde, dass das Medikament mir ermöglicht, mit ADHS zu leben, was vorher schlicht und einfach zu leidvoll war und damit nicht möglich. Ohne ADHS zu leben steht nicht zur Auswahl. Und so einiges an Problemen sind gar keine, wenn ich nun damit leben kann.

    Wenn ich mich nun nach Jahren der Medikamenten- und Verhaltenseinstellung in guten Momenten zurücklehne und mir die Jahrzehnte meines Lebens ohne ADHS-Diagnose und ohne MPH betrachte, dann sehe ich, dass ich echt in der Bredouille steckte:

    Dieses ewige Gefühl, dass mit mir etwas nicht stimmt, ich aber nicht schuld dran bin und es nicht mal sehe und benennen kann, das war absolut zutreffend.

    In den 60er und 70er Jahren, als psychische Probleme noch Geisteskrankheit und die Kliniken Irrenanstalten genannt wurden, da gab es absolut nicht mal Worte für dieses komische Erleben, das ich heute erst benennen kann, dass nämlich ein Großteil innen drin bei mir dauerverschlafen ohne Medikamente ist und nur ein kleiner völlig überdrehter und adrenalisierter Randbereich außen drum den Alltag schaffen musste.
    Angst, Panik, extreme Überreizung und Nervosität, Gefühle von Alarmiertsein und Bedrohung, Bestrafungsangst, Versagensangst, bleierne Erschöpfungsmomente, ein Cocktail all dieser ja total berechtigter Gefühle kochte dauernd in mir und überreizte seinerseits.

    Und all das führte zu Verzweiflung und Depression. Und doch Schuldgefühlen, wenn ich mich auch nicht als Verursacherin dieses nicht mal sichtbaren und beschreibbaren Dilemmas sah.

    Grausig!

    Und nun hat sich das ganze mehr und mehr entwirrt. Ich kann es betrachten, verstehen, es anderen erklären und akzeptieren und damit umgehen. Das ist soooo viel wert!

    Liebe Grüße! Maggy

  3. #13
    Nyx


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Wirkung von mediknet adult *verzweifelt*

    Hallo Maggy,

    für mich ließt sich das fast so sah, als wären Rückblickend einige dieser Jahre in der Summe für dich durchaus traumatisierend gewesen. Lieg ich da richtig ober ist das eine verfälschte Wahrnehmung von mir? So viele Jahre mit so intensiver Angst zu leben, das hinterlässt seine Spuren im Gehirn.

    Für mich ist das positiv zu lesen, dass Methylphenidat einen so nachhaltig positiven Effekt auf das Leben haben kann. Das belegt, dass die Wirkung von Methylphenidat weit über die akuten Wirkungen hinaus geht und es wichtig zu sein scheint, Methylphenidat auch konstant täglich einzunehmen.

    Für mich war in der Vergangenheit Methylphenidat auch oft ein Medikament, was ich doch gar nicht so richtig brauche. Ist doch mehr so Doping für's Gehirn und dementsprechend hatte ich auch oft ein schlechtes Gefühl so ein Medikament zu nehmen, habe es immer wieder abgesetzt und mich nicht um neue Rezepte bemüht.

    Mich motiviert dein Beitrag, jetzt auch wirklich konsequent die Behandlung mit Methylphenidat fortzuführen.

    Schön, dass es dir durch die Behandlung mittlerweile deutlich besser geht.

    N.

  4. #14
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Wirkung von mediknet adult *verzweifelt*

    Doch, ich habe unendlich viel und tief gelitten und wenn da nicht traumatische Anteile dabei sind, dann aber dicht dran, aber das Leid war nicht pausenlos, erst, als meine Kraft mit Mitte 40 weg war. Vorher gab es immer auch Rückzug und Entspannung und Freude und Lustigkeit, eben auch durch das quirlige Hypiewesen und die Gammelzeit der 70er und 80er Jahre! Nur wenn ich richtig alleine zur Ruhe kam, spürte ich tief in mir, dass etwas ganz und gar falsch war und hielt es mit meinen Emotionen oft nicht aus, fiel schnell in ein Loch, depressiv.

    Dadurch, dass mir Lernen ohne dafür zu arbeiten meist leicht fiel, wurde es erst mit der Berufstätigkeit so, dass ich nicht mehr meinen Defiziten entsprechend ausweichen konnte. Da fiel mir erst auf, dass was nicht stimmte mit meiner Belastbarkeit. Dass ich nur halbe Stellen schaffte. Uvm.

    Bis ich vierzig war und Mutter wurde, hielt ich aber im Mainstream mit, habe mir auch viel aufgebaut, aber mit halber Leistung, für die ich immer 100% Kraft plus Reservekanister brauchte. Je älter ich wurde, desto kaputter war ich natürlich. Und dann die Mutterschaft forderte mich dann in einem Ausmaß, dass es einfach Kräftemäßig nicht mehr zu schaffen war nach den ersten 5 Jahren, wenn ich eine gute Mutter bleiben wollte. Da mussten Medikamente her. Zunächst gegen Depressionen, das half schon sehr, aber die Erschöpfung blieb und der innere Dauerschmerz. Da halt erst die ADHS-Diagnose. Auch alle Verhaltensaspekte zu bedenken und anzupassen.

    Heute, mit klarerem Blick und ruhigerer Psyche durch die Medis sehe ich sooft, dass ich zu dem Normalo-Tempo einfach nicht passe. Das wusste ich doch früher nicht!

    Aber wie es bei dir ist und ob du wie ich unbedingt die Medikamente brauchst, das weiß ich natürlich nicht und das muss auch jeder für sich selber herausbekommen. ADHS ist ja so unterschiedlich ausgeprägt und ich habe erst auch versucht, ob nicht die Änderungen auf der Verhaltensebene schon genug sind, ohne Medikamente. Finde ich logisch, dass man das tut. Alles Gute für deinen Weg, ob mit oder ohne Medikamenten!
    Geändert von Maggy (17.05.2015 um 16:38 Uhr)

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