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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    Wirksamkeitsbereich von Medikamenten

    Hallo, ich merke immer mehr, dass ich keinen sicheren Maßstab dafür habe, wie schlecht es mir geht, weil ich so viele Jahrzehnte damit gelebt habe ohne Medikamente. So merke ich immer erst, dass ich medikamentös etwas ändern muss, wenn es mir wirklich furchtbar schlecht geht. Wenn es mir dann wieder besser geht, bin ich schockiert, wie ich wieder in die schlechte Verfassung habe rutschen können ohne es richtig zu merken und wie ich wieder viel zu lange darin verharrt habe.
    So bin ich vor Jahren mit depressiven Beschwerden zu einer Ärztin und befürchtete, sie könnte mich für eine Simulantin halten und sie wollte mich sofort in eine Klinik einweisen, weil sie meinte, es handle sich um schwere Depressionen. Mit ADHS geht es mir ähnlich.

    Darum habe ich ein Problem mit dem Ansatz "Dosieren Sie die niedrigste wirksame Dosis." Das tue ich unter ärztlicher Begleitung. Aber ob es mir damit in Wirklichkeit damit noch viel zu schlecht geht, kann ich nicht sicher sagen. Denn natürlich spüre ich eine große Verbesserung mit meinen Medikamenten. Aber wie gesagt kann ich mir damit nicht ganz trauen.

    Zum Beispiel lese ich hier im Forum, dass manche mit Medikamenten hohe Leistungen erbringen können, die ohne nicht möglich sind. Bei mir ist es eher so, dass ich ohne Medikamente viel im Bett liege und sehr unter Überreizung und Depressionen leide und mit Medikamenten, von denen ich meine, dass sie gut wirken, bin ich aktiver, leide nicht mehr ständig, aber bin trotzdem nicht stark belastbar.

    Wie ist das bei euch? LG! Maggy

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Wirksamkeitsbereich von Medikamenten

    Also ich kann meinen lebensstil u.leistungen nicht beliebig steigern durch Medikamente.mir fällt einiges leichter aber trotzdem bin ich auch schnell erschöpft

    meine dosis werde ich sicher nicht steigern,da ich dann mehr Nebenwirkungen habe u.das ganze in ueberaktivitaet bei mir umschlaegt und da folgt dann nur der zusammenbruch.von daher finde ich es wichtig seine natuerlichen grenzen zu beachten.dann ist man halt nicht so leistungsfähig! Ich muss das leider gerade im Sport akzeptieren...

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 197

    AW: Wirksamkeitsbereich von Medikamenten

    Ich bin bzgl. der Langzeitwirksamkeit von Medikamenten skeptisch. Den deutlichsten Effekt spüre ich immer bei der Einstellung, Umstellung oder Hochdosierung. Dabei ist es relativ egal, ob es sich um potentielle Langzeitmedikamente wie Citalopram handelt oder um akute Medikation wie Tavor.

    Ich überlege derzeit, ob ich Citalopram ausschleiche und später nur noch gelegentlich nehme. Quasi als risikoärmere Bedarfsmedikation. Trimipramin habe ich schließlich auch für den Bedarf verschrieben bekommen, obwohl es üblicher ist es dauerhaft einzunehmen.

    Egal wie der Suchtfaktor der einzelnen Substanz fachärztlich eingestuft wird: Wenn man ein Medikament dauerhaft nimmt, wird man irgendwann unweigerlich hochdosieren müssen. Zumindest wenn es um eine spürbare Wirkung geht. Ansonsten pendelt man sich halt wieder im üblichen Status Quo ein, nur mit dem Unterschied, dass man dafür eine Substanz dauerhaft einnehmen muss, die man vorher nicht gebraucht hat.

  4. #4
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Wirksamkeitsbereich von Medikamenten

    Aha, diese "Wunder"geschichten, dass man mit MPH ein ganz anderer Mensch wird und sich Leistungs-Lebensträume endlich erfüllen kann, lese ich bei euch auch nicht raus. Sehe ich genauso. Das, was ich, bevor mein ADHS entdeckt wurde, nicht konnte, wäre im Nachhinein mit MPH und AD auch nicht gut für mich gewesen. Und mir geht es auch so, dass ich mit niedriger dosiert besser klar komme, sobald ich die Dosis habe, die am besten Wirkung zeigt. Höher Dosieren macht mich dann auch nur zappelig. Und auch ich muss nach wie vor Erschöpfung vermeiden. Die Dauererschöpfung ist allerdings mit Medikinet adult weg, das ist ja schon ein Wunder. Auch an diese Wunder, merke ich gerade, kann man sich anscheinend gewöhnen und würdigt sie dann zu wenig.

    Was Citalopram angeht, hörte bei mir die Wirkung auch nach einigen Jahren auf. Ebenso bei Strattera. Oder es hob sich gegenseitig in der Wirkung auf oder die Nebenwirkungen passten nicht zusammen (meinte mein Doc auch, nachdem er es mir jahrelang verschrieben hatte....) oder was auch immer. Jedenfalls, nachdem beides höher dosiert auch nicht gut tat, habe ich nicht noch höher dosiert, sondern vor 1 Jahr mit Zustimmung und Begleitung meines Docs beides abgesetzt und langsam auf andere Medikamente umgestellt, jetzt Venlafaxin und Medikinet adult.

    Wirkt beides gut. Noch? Bin mal gespannt.

    Was mich eben nur nervt, ist, dass, wenn sich etwas zum Negativen ändert, dass mein Inneres, weil leidgewohnt, da anscheinend so eine große Toleranzspanne an Leiden hat, dass ich es erst realisiere, wenn es mir ganz grässlich geht.

    Wenn ich mir mit der MPH-Wirkung nicht mehr sicher bin, brauche ich es nur mal freiwillig oder unfreiwillig eine Zeitlang nicht zu nehmen, dann wird mir der Unterschied schon schnell klar, dann kommt die Dauererschöpfung wieder. Und ohne AD die Extremüberreizung und Depression.

    Citalopram als Bedarfsmedikation, ich glaube, ich weiß, was du meinst, weil ich es Jahrelang genommen habe. Also, ein Teil der Wirkung tritt sofort ein und der Hauptteil aber erst über Wochen und Monate. Aber dieser Teil, der sofort wirkt, macht sich bei mir zunächst als Aktivierung und Beruhigung deutlich. Aber mit dicken Einstellungs-Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit u.a. Und dieser "Einstellungseffekt", mit dem du dir dann vielleicht mal kurzfristig helfen willst, vergeht ja dann auch wieder oder man gewöhnt sich dran. Ob es das wert ist? Und natürlich ist es ärztlicherseits überhaupt nicht so gedacht. Außerdem verträgt es sich sicherlich nicht mit dem AD, das du regelmäßig nehmen musst, damit du keine Depressionen hast. Nee, zu gefährliche Experimente. Es sind ja nun keine Zuckerpillen, lass sowas lieber.
    Geändert von Maggy ( 8.05.2015 um 08:21 Uhr)

  5. #5
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 197

    AW: Wirksamkeitsbereich von Medikamenten

    Ich denke nicht, dass es in meinem Fall gefährlich ist AD auf Bedarfsbasis runterzustufen. Depressionen sind sowieso nicht mein Hauptproblem, sondern innere Anspannung. Insofern profitiere ich am meisten von sedierenden Nebenwirkungen. Drei Medikamente für den Bedarf zu haben und sie abwechselnd zu nehmen, so dass keine Gewöhnung entsteht, halte ich für eine durchaus gute Strategie um Dosiserhöhungen und körperliche Abhängigkeiten zu vermeiden.

  6. #6
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Wirksamkeitsbereich von Medikamenten

    Das kann ich ja nicht beurteilen, sondern du und dein Doc. Aber dass ich das AD auch vor allem wegen der meine Überreizung beruhigenden Wirkung brauche, das ist auch bei mir so. Übrigens ist das bei mir die Hauptwirkung des AD, natürlich auch die Stimmungsaufhellung, die aber erst nach einigen Wochen eintritt. Aber da die ADs bei mir nur im Anfang aktivierend (Placebo?) und dann vor allem beruhigend wirken, nämlich wie Kaffee auch bei mir paradox wirken, brauche ich zur Aktivierung auch Medikinet adult.

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wirksamkeitsbereich von Medikamenten

    Linus78 schreibt:
    Egal wie der Suchtfaktor der einzelnen Substanz fachärztlich eingestuft wird: Wenn man ein Medikament dauerhaft nimmt, wird man irgendwann unweigerlich hochdosieren müssen. Zumindest wenn es um eine spürbare Wirkung geht. Ansonsten pendelt man sich halt wieder im üblichen Status Quo ein, nur mit dem Unterschied, dass man dafür eine Substanz dauerhaft einnehmen muss, die man vorher nicht gebraucht hat.
    Das stimmt eindeutig nicht, wenn man mit der richtigen Diagnose die richtige Stoffgruppe und die richtige Dosis hat.


    Ausgenommen sind eben nachweislich abhängig machende Substanzen wie Tavor. Bei dem Einsteigermodell Citalopram ist es sowieso nachgewiesen, das gerade bei leichten bis mittleren Depressionen das Medikament einem Placebo nicht überlegen ist. Trimipramin wird heutzutage nur noch sehr selten als Dauermedikation eingesetzt, denn die Nebenwirkungen der TZA sind gegenüber anderen Antidepressiva sehr hoch. Es wird wenn dann meistens wegen der sedierenden Wirkung zur Nacht oder bei Unruhezuständen in geringen Dosen verschrieben, die meist über Jahre hinweg gleich bleiben und gleiche Wirkung haben. Viele gehen mit der Zeit eher mit der Dosis runter.

  8. #8
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 197

    AW: Wirksamkeitsbereich von Medikamenten

    Studien haben für mich nur so lange einen Wert, bis sie durch Eigenerfahrung überschrieben werden. Eine Allgemeingültigkeit kann man davon zwar nicht ableiten, jedoch die Tatsache entkräften, dass die Lehrmeinung Allgemeingültigkeit besitzt.

    Ich bin bspw. von Citalopram körperlich abhängig, obwohl dieses angeblich nicht süchtig mache. Bock darauf habe ich seit einem Jahr nicht mehr, aber die Absetzerscheinungen gehen mir so auf die Nerven, dass ich immer wieder auf meine Dosis zurückkome. Für die kurzen Effekte beim einschleichen und hochdosieren ist es super, danach verpufft es und ich bleibe dran kleben.

    Tavor nehme ich wie gesagt als Bedarfsmedikation und habe nach vielen Jahren noch keine körperliche Abhängigkeit entwickelt. Es ist natürlich so, dass man das Medikament im Kopf hat, wenn es einem schlecht geht, aber dem muss man nicht immer nachgeben. Für mich ist es nach wie vor das bislang wertvollste Mittel.

    Einem Freund von mir mit ähnlicher Erkrankung (er hat noch eine bipolare Komponente) geht es ebenso. Er nimmt keine Medikamente auf Langzeitbasis, sondern immer die jeweilige Substanz zum Ausgleich des jeweiligen Problem. Das erfordert einiges an Kenntnis, Erfahrung und Disziplin, aber er hat sich damit ins Gleichgewicht bringen können.

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