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Diskutiere im Thema Probleme mit venlafaxin im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #21
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Probleme mit venlafaxin

    hallöchen,

    genau, bei einer adhs wird es im hochdosisbereich eingesetzt.

    ich befürchte, dass ich mich nicht klar genug ausgedrückt habe . ich erzielte im bezug auf reizbarkeit und impulsivität mit der niedrigen dosierung von 37,5 mg venlafaxin gute erfolge - worauf ich hier gern eindringlich hinweisen möchte -, jedoch stand diese therapie in keinem therapeutisch direkten zusammenhang zu adhs. es diente ursprünglich zur behandlung der genannten generalisierten angststörung/depressionen und hat sich als hilfreich im alltag erwiesen.

    mit dem ritalin adult, welches ich nun bekomme, erübrigt sich nach aktuellem stand die weitere gabe von einem serotonergen wirkstoff. mein behandelnder arzt hatte die kombination lediglich als option in den raum gestellt, sollten die symptome trotz ritalin überhand nehmen.

    gruß
    ama

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Probleme mit venlafaxin

    Achso, ich dachte er meinte Serotonininhibitoren helfen bei ADHS.

  3. #23
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 133

    AW: Probleme mit venlafaxin

    Venlafaxin ist nicht gegen ADHS zugelassen, dementsprechend kann man davon ausgehen, dass es bei ADHS nicht besser als Placebo ist und sich das ganze auch eigentlich sparen.

    Damit du mit Venlafaxin den Dopamintransporter wirksam hemmst, musste über 1 g am Tag nehmen, das kann man vergessen.

    Serotonin ist übrigens auch das "Angsthormon", die 5-HT2-Rezeptoren lösen Angst aus. Die 5-HT1-Rezeptoren sind eher angstlösend. Durch SSRIs sollen erstere irgendwie verringert werden und letztere irgendwie aktiviert werden. Die Rechnung geht halt nicht immer auf.

    Gegen generalisierter Angststörung ist Escitalopram zugelassen, was auch weniger Nebenwirkungen als Venlafaxin hat. Wenn man auf die SSRI-typischen Nebenwirkungen keinen Bock hat oder das sonstwie schlecht verträgt, z.B. den ganzen Tag müde abhängt oder so, kann ich auch Opipramol empfehlen. Das soll bei GAS so gut wie Benzodiazepine wirken ohne dass es groß müde oder abhängig macht.
    Geändert von Björn123 (12.04.2015 um 02:07 Uhr)

  4. #24
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Probleme mit venlafaxin

    Also Venlafaxin ist sehr wohl gegen generalisierte Angststörung zugelassen und zählt hier auch zu den Medikamenten der 1. Wahl.

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Probleme mit venlafaxin

    Hallo Rob,
    wie geht es Dir jetzt mit dem Venlafaxin?
    Ich bekomme zweimal täglich 150 mg davon. Ich hatte schon ein paar Male versucht, es so abzusetzen, aber das ist keinegute Idee. Die Depressivität und Grübeleien haben davon imens zugenommenen und auf der einen Seite war ich erschöpft, auf der anderen Seite ruhelos.

    Wenn Du es noch nimmst, dann reduziere es am Besten schrittweise und nur mit Hilfe des Arztes, eventuell auch mit stationärer Hilfe. Auschleichen geht gut, wenn zeitgleich ein anderes Antidepressivum angesetzt wird.

    Viel Erfolg.

  6. #26
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 133

    AW: Probleme mit venlafaxin

    Moju schreibt:
    Also Venlafaxin ist sehr wohl gegen generalisierte Angststörung zugelassen und zählt hier auch zu den Medikamenten der 1. Wahl.

    Du hast recht, war ein Recherchefehler meinerseits. Hatte nur die Fachinfo eines Generikums gefunden und da stand nur soziale Angststörung, nicht GAS. Sorry! ;-)

  7. #27
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Probleme mit venlafaxin

    Björn123 schreibt:
    Venlafaxin ist nicht gegen ADHS zugelassen, dementsprechend kann man davon ausgehen, dass es bei ADHS nicht besser als Placebo ist und sich das ganze auch eigentlich sparen.
    Da Venlafaxin auch die Noradrenalinwiederaufnahme hemmt, wird es von vielen Ärzten (z.B. auch spezialisierte Ambulanzen) mit als Alternative genutzt. Bei mir sogar schriftlich mit all den gängigen Medikamenten als teils wirksame Methode in der Diagnose unter Empfehlungen mit angegeben.

    " ..... Daneben bestehen positive Evidenzen für den Einsatz von noradrenerg wirkenden Substanzen z.B. ..... Venlafaxin......"


    Ich denke die haben etwas mehr Ahnung von Placebo oder Wirkung als "man"

  8. #28
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 133

    AW: Probleme mit venlafaxin

    Nur weil Venlafaxin in hohen Dosen auch den Noradrenalintransporter hemmt, heißt das nicht, dass es automatisch gegen ADHS wirksam ist. Mehr als 50 % Hemmung bekommt man da nämlich selbst in Maximaldosis nicht hin (Quelle). Nun hemmt aber schon MPH den Noradrenalintransporter um 70-80 %, obwohl das nur zweites Ziel nach dem DAT ist. (Quelle) Atomoxetin hemmt den sogar noch stärker, so um die 80-90 % meine ich mal gelesen zu haben. Mit einer 50 %igen Hemmung von Venlafaxin dürftest du wenig erreichen, da sorgen einfach die Autorezeptoren dafür, dass das weniger freigesetzt wird und dann bekommen die übrigen 50 % an Transportern das locker hin. Bedenke: Bei SSRIs werden über 95 % der Transporter mit klinischen Dosen gehemmt.

    Ich habe lange gesucht auf Pubmed und noch keine "überzeugende Evidenz" gefunden in Form einer randomisiert-kontrollieren Studie. (Möglichst nicht vom Hersteller finanziert, wie bei den ursprünglichen Zulassungsstudien von Venlafaxin (Quelle)). Eine neue doppelblind-kontrollierte Studie zu Venlafaxin und ADHS konnte zeigen, dass Zucker genausogut wirkt: Double-blind controlled trial of venlafaxine for treatment of adults with attention deficit/hyperactivity disorder - Amiri - 2012 - Human Psychopharmacology: Clinical and Experimental - Wiley Online Library

    Also ist das eine nette Überlegung mit dem Noradrenalin und dem Venlafaxin gegen ADHS, aber weder von biochemischer noch von evidenzbasierter Seite untermauert. Vom Gegenteil lasse ich mich gerne überzeugen, aber einzelne "Experten" sind halt leider keine bzw. die schlechteste Instanz der evidenzbasierten Medizin. Denn durch den Placeboeffekt hilft Venlafaxin natürlich bei sehr vielen Patienten super gegen ADHS, nur Zucker hätte das halt auch getan. ;-)

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Probleme mit venlafaxin

    Ich denke schon, das man einem Gründungsmitglied des nationalen ADHS-Kompetenznetzes, Autor zahlreicher Publikationen zu diesem Thema und Sachverständigen des Deutschen Bundestages zum Themenbereich ADHS als Experten (ohne "") ansehen kann.

    Das du nur deinen eigenen Internetrecherchen, und nicht klinischer Erfahrung traust, ist ja ok und absolut deine Sache. Ich wollte ja auch nur einen anderen Aspekt anbringen, der eben auf anderen Erfahrungen basiert.
    Geändert von creatrice (12.04.2015 um 12:47 Uhr)

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 133

    AW: Probleme mit venlafaxin

    Anhand von klinischer Erfahrung ist es einfach prinzipiell unmöglich, einen Kausalzusammenhang zwischen der Therapie und einer Verbesserung herzustellen. Darauf fallen ja auch Homöopathen rein: Deren klinische Erfahrung ist natürlich ebenfalls so, dass ihre Zuckerkügelchen angeblich vielen Patienten geholfen haben, weil es ihnen nach der Einnahme halt besser ging. Bei Psychopharmaka ist der Placebo-Effekt zudem besonders hoch (Quelle).

    Naja, lange Rede, kurzer Sinn. Ein Kausalzusammenhang lässt sich nur durch hochwertige klinische Studien aufzeigen, nicht durch noch so lange klinische Erfahrung - das ist einfach prinzipiell so. Zum Thema Venlafaxin und ADHS gibt es paar eher minderwertige Studien, die einen Nutzen nicht zuverlässig belegen konnten. Gibt also von medizinischer Seite keinen Grund, da eine Empfehlung auszusprechen.

    Warum das die Fachgesellschaften trotzdem machen, ist eigentlich wenig verständlich, wohl weil halt die zugelassenen Medikamente bei vielen eben auch nicht gut wirken und Alternativen rar sind. Wohl auch, weil sich das mit einer effektiven Noradrenalin- oder gar Dopamin-Wiederaufnahmehemmung irgendwie hartnäckig hält. Die Inhibitionskonstante für den Noradrenalintransporter liegt bei 2,5-3 µmol/l bei Menschen, erreicht werden im Gehirn selbst bei Maximaldosen nur 1-2 µmol/l inkl. O-Desmethylvenlafaxin, die NET-Inhibition beträgt also weniger als 50 %. Also ist die pharmakologische Erklärung schon recht mau, warum das jetzt bei ADHS groß helfen soll, wenn man das mit der Potenz der Noradrenalinwiederaufnahmehemm ung vergleicht, die MPH oder Strattera oder Amphetamin bieten.

    Ist ja ähnlich mit Elontril/Bupropion. Wird ja als Dopamin-/Noradrenalinwiederaufnahmehemm er beworben, ist aber keiner. Bindet etwa nur an 25 % der Dopamintransporter und erhöht die Dopaminkonzentration in der Synapse im Menschen wohl nicht (Quelle). Bupropion ist jedoch ein potenter nikotinischer Acetylcholinrezeptorantagonist und scheint eher darüber zu wirken.

    Bzgl. Depression ist Venlafaxin zwar übrigens ein effektives Mittel, aber nicht besser als Escitalopram bei wesentlich mehr Nebenwirkungen als Escitalopram (Quelle).


    Aber wiegesagt, wenn du mir ein paar Links gibst, wo der von dir genannte Experte eine wohlbegründete Erklärung (und eben nicht "das hilft vielen meiner Patienten", das sagt der Homöopath eben auch) anbietet, weshalb er Venlafaxin bei ADHS empfiehlt, wäre ich ehrlich daran sehr interessiert.


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    Geändert von Alex (29.04.2015 um 23:47 Uhr) Grund: s. Edit

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