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Diskutiere im Thema Medikamente ohne "richtige" Diagnose? Wie kann das sein? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADS / ADHS - Medikamente, wie Ritalin, Concerta, Medikinet, Equasym und Strattera, sowie Medikamente bei Komorbiditäten, wie Antidepressiva, Neuroleptika, Benzodiazepine, andere Psychopharmaka und sonstige Medikamente
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 796

    Medikamente ohne "richtige" Diagnose? Wie kann das sein?

    Hallo,

    immer öfter hört man ja davon, dass Kinderärzte aber auch Neurologen, Hausärzte usw. vermehrt Ritalin "auf Verdacht" verschreiben, ohne dass je eine richtige Diagnose gestellt wurde.
    Was meine ich mit richtig?

    Gute Frage...so wie man das halt kennt iwie. Man sollte zu einem Facharzt (ich meine nicht nur die auf ADHS spezialisierten Ärzte, da kann man sich ja dumm und dämlich warten..) z.B. Neurologen o.ä. und dann werden die entsprechenden Tests durchgeführt. Ich denke ihr wisst was ich meine oder?

    Wie kann es sein, dass wenn MPH, Ritalin etc. doch BTM (!) Medikamente sind, diese einfach auf Verdacht verschrieben werden dürfen? Ich dachte immer Ärzte dürfen speziell die ADHS Medikamente nur verschreiben wenn eine entsprechende Diagnose gestellt wurde? Ich spreche jetzt NICHT von Schmerzmitteln o.ä., dass das was anderes ist ist mir klar, aber auch die werden ja nur verschrieben wenn entsprechende Diagnosen vorliegen.

    Kann mir das evtl einer erklären?

    Danke

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 22
    Forum-Beiträge: 163

    AW: Medikamente ohne "richtige" Diagnose? Wie kann das sein?

    Der Arzt muss trotzdem eine gesicherte Diagnose abrechnen, sonst bekommt er kein Geld von der GKV. Also wäre es im Prinzip keine Verordnung auf Verdacht. Das gilt für sämtliche Medikamente.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 796

    AW: Medikamente ohne "richtige" Diagnose? Wie kann das sein?

    Aber es ist ja zum Teil bekannt, dass Ärzte keine "richtige" Diagnose gemacht haben.
    Also können die einfach flunkern und so tun als ob und dann passt das?

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 22
    Forum-Beiträge: 163

    AW: Medikamente ohne "richtige" Diagnose? Wie kann das sein?

    Einige Ärzte nehmen das eben nicht ganz so genau und da AD(H)S eben eine klinische Diagnose ist, also wie die Depression hauptsächlich aufgrund der Ergebnisse in Gesprächen gestellt wird, lässt sich das auch nicht so einfach überprüfen. Das ist so im Bereich der psychischen Störungen. Auch ein AD(H)S Spezialist kann durchaus auch ein paar Patienten haben, bei denen die Diagnose falsch ist. Es lässt sich hier nicht alles 100% sichern. Das ist bei körperlichen Erkrankungen ja manchmal sogar schon extrem schwierig.

    Die Ursachen für AD(H)S sind auch noch nicht gänzlich geklärt, genauso wie bei Depressionen und so weiter. Also ist man auf einen Arzt angewiesen, welcher die Störung kennt und in der Lage ist diese richtig zu erkennen.

    Aber generell sind viele Ärzte bei adultem AD(H)S eher sehr skeptisch und MPH wird eher lange Zeit verweigert.

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Medikamente ohne "richtige" Diagnose? Wie kann das sein?

    Hallo Ayapap,

    was meinst du mit "immer öfter hört man ja davon" oder "es ist ja zum Teil bekannt"? Kennst du Leute bei denen es so ist? Oder beziehst du dich auf Beiträge in diesem Forum?

    Die Realität sieht soweit ich weiß anders aus, die allermeisten Ärzte nehmen es sehr genau damit.

    Abgesehen davon spricht aber nichts dagegen nach meiner Meinung, Kindern oder Erwachsenen als Soforthilfe etwas zu verschreiben, wenn ein hinreichender Verdacht besteht. Das ersetzt natürlich die Diagnose nicht, die schnellstmöglich nachgeholt werden sollte.

    Bei Antidepressiva ist es sehr verbreitet, diese auch ohne genaue Depressionsdiagnose auf Verdacht zu verschreiben. Das ist in den Foren immer wieder zu lesen. Die sind aber keineswegs harmloser als Stimulanzien.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 796

    AW: Medikamente ohne "richtige" Diagnose? Wie kann das sein?

    Naja ich spreche z.B. von diesen "tollen" Tests von Journalisten bei Ärzten, die dnan mal schwuppdiwupp mit einigen Aussagen Medikamente bekamen.

    Auch weiß ich aus meiner Arbeit, dass einige Kinder ohne entsprechende Tests nur nach Aussagen der Eltern von ihren Ärzten Medikamente bekommen. Ich find das gruselig.

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    Und ich finde es auch nicht gut etwas als Soforthilfe zu verschreiben, eben weil es zB Studenten o.ä. gibt die es nur als Aufputschmittel haben möchten. Die können ihren Ärzten ja auch das blaue vom Himmel erzählen.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.726

    AW: Medikamente ohne "richtige" Diagnose? Wie kann das sein?

    In diesem Bereich gibt es so viele unseriöse Artikel. Wir haben beide nicht daneben gesessen, wenn die Journalisten ihre "Selbstversuche" machten.

    Klar können "Studenten" ihren Ärzten das Blaue vom Himmel erzählen. Aber einer der zum ersten Mal kommt und wo die Geschichte Plausibilitätslücken hat, kriegt dann auch von den wenigsten Ärzten Medis.

    Das mit der Soforthilfe wäre ja auch am Ehesten angebracht bei Kindern wo die Versetzung schon gefährdet ist und die nur noch von ihren Klassenkameraden ausgegrenzt werden wegen ihres sonderbaren Verhaltens usw. Erwachsene, die schon Jahrzehnte mit ihrer Störung rumlaufen, können auch mal ein paar Monate warten.

    Die Erfahrung in Foren ist eher, dass die Ärzte zurückhaltend sind, teilweise zu zurückhaltend.

    Aber natürlich gibt es bedenkenlose oder naive Ärzte. Die Welt geht aber auch nicht unter wenn mal unberechtigt Stimulanzien verschrieben werden. Wenn sie nicht wirken merkt man das ja schnell. Neuroleptika sind gefährlicher, und da wundere ich mich schon wie schnell sie mitunter verschrieben und vor allem auch ohne Rückfrage lange beibehalten werden.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Medikamente ohne "richtige" Diagnose? Wie kann das sein?

    Das Stimulanzien bei allen wirken, ( bis auf Non-Responder) ist aber eigentlich hinreichend bekannt. Nicht umsonst werden ja diese Medikamente und auch artverwandte Dinge zur Leistungssteigerung missbraucht.
    Das jmd, egal ob Kind oder Erwachsener damit subjektiv konzentrierter und wacher ist, ist nicht auf ADHS zurückzuführen, von daher finde ich auch eine ausreichende Diagnostik an den Leitlinien orientiert, sehr sehr wichtig, bevor man jmd stigmatisiert, weil ein Stimulanz stimuliert.

    Da die Eindosierung sich sehr oft als schwierig gestaltet, verstehe ich das Argument mit der Soforthilfe auch nicht ganz. Wenn die Versetzung gefährdet ist z.B. Werden auftretende Nebenwirkungen das wohl auch nicht sofort umkehren.

    Das Neuroltika gefährlicher sind, kann ich auch nicht gerade sagen, beide Substanzen haben ihre nicht unerheblichen Nebenwirkungen, der Unterschied ist eher, das von Stimulanzien sehr sehr viele profitieren, auch wenn die Diagnose falsch ist.


    Ob Stimulanzien verschrieben werden ohne hinreichende Diagnostik ist mir ehrlich gesagt ziemlich schnuppe, mich stört es viel mehr, das ADHS, oder zumindest das, was man heute darunter versteht, durch die Diagnosen ohne objektive Parameter, so aufgeweicht wird, das die, die eigentlich die Kriterien voll erfüllen, mittlerweile als schwere Fälle gelten, und das Ausmaß der Erkrankung sehr verschoben wird.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 796

    AW: Medikamente ohne "richtige" Diagnose? Wie kann das sein?

    Danke creatrice du sprichst mir aus der Seele...

    ...auch geht es mir darum, dass jemandem, der denkt er habe ADHS, es aber eig gar nicht hat, dann auch nicht die entsprechende Hilfe zukommt, die er EIGENTLICH benötigt, anstelle von MPH usw.

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: Medikamente ohne "richtige" Diagnose? Wie kann das sein?

    Hm... ich hab mal im entfernen Bekanntenkreis ne kleine Familie kennengelernt:
    Also quasi: Vater, Mutter (schwanger) und zweijähriges Kind. Die meinten das Kind hat ADHS, und haben gesagt, dass es dagegen Globuli kriegt.

    Letztenendes war es ne kleine Gartenfeier und ja, das Kind war durchaus sehr aufgeweckt.
    Ich hab aber eher vermutet, dass es was mit dem Verhalten der Eltern zu tun hat als wirklich mit dem Kind.

    (Zudem hab ich mich gewundert, dass die Mutter trotz Schwangerschaft raucht. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich mit ADHS nicht beschäftigt, wusste aber noch dunkel im Hintergrund, dass rauchen während der Schwangerschaft ADHS beeinflussen kann.)


    Okay, lange Rede, kurzer Sinn: Ich kann mir vorstellen dass es Menschen gibt, die darauf drängen dass ihr Kind ADHS hat und doch bitte vom Arzt was verschrieben bekommt. Das sind unter umständen Menschen, die das Wort Ritalin nie gehört haben, und glauben dann das es ja Ritalin gewesen sein muss, was dem Kind verschrieben wird. Oder sie halten das für Globuli.
    (Ich weiß, damit degradier ich Menschen ab. Aber genau genommen denkt man sich doch auch jedes Mal "wer glaubt denn was in der Bild steht/bei RTL läuft" und trotzdem bilden sich immer wieder Mobs, die das sehr ernst nehmen)

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