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Diskutiere im Thema Vorschnelle medikamentöse Behandlung? im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
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  1. #1
    rob


    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 88

    Vorschnelle medikamentöse Behandlung?

    Hi ....

    ich habe mich Mitte 2014 dazu entschieden wegen meiner "Zappeligkeit", vor allem in der Einschlafphase, zu meinem Hausarzt zu gehen.
    Dieser gab mir eine Überweisung zum Neurologen.

    Termin 1: nach einer gefühlten reichlichen Minute verschrieb er mit neupro, ein Mittel gegen RLS (Restless Legs Syndrom)

    Termin 2 (nach 3wochen): Erhöhung der Dosis und ein neuer Termin in 6-8! Wochen
    Das Medikament hatte Wirkung gezeigt, allerdings nicht in der gewünschten Richtung (Habe wesentlich kürzer geschlafen, dennoch war der schlaf nicht wirklich erholend und die Zappeligkeit war weiterhin gegeben. Habe mir dann aber vorerst keinen neuen Termin geben lassen.

    Termin 3 Vor ein paar Tagen: Habe neben der Zappeligkeit meine "Sozialen" Probleme angesprochen, hatte auch das Gefühl das er etwas mehr auf mich einging. Allerdings war ich auch hier wieder über die Reaktion nach einigen Minuten überrascht. Er meinte "ich werde ihnen vorerst mal was verschreiben (venlafaxin 75 N2) was sie Lockerer macht". Als ich fragte ob es denn ADHS sein könnte meinte er "es geht in die Richtung". Nächster Termin in 6 Wochen.

    Habe mich nun mal ein wenig über das Medikamennt belesen und bin mir nicht sicher ob ich es nehmen sollte nach einer mmn recht vorschnellen Diagnose. Zumal es ja gerade beim Absetzten zu heftigen Nebenwirkungen kommen kann???

    Gruß Rob

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.474

    AW: Vorschnelle medikamentöse Behandlung?

    Hallo Rob,

    vorschnelle Diagnose? Nö, überhaupt keine Diagnose, würde ich sagen.

    Der Arzt ist recht schnell mit dem Verschreiben, deine berechtigte Frage ist ob du das auch willst.

    Wenn du bei dir selbst den Verdacht hast, ADHS zu haben, solltest du eine Diagnose anstreben. Von diesem Arzt wirst du offenbar keine bekommen.

    Denn eine ADHS-Diagnose ist aufwändig. Manche Ärzte machen eine oberflächliche Fragebogenerhebung und meinen dann ADHS bescheinigen zu können, andere nehmen sich einige Stunden Zeit, stellen diese dann aber auch privat in Rechnung. Das ist verständlich, denn von dem was die Kasse zahlt können sie das nicht leisten.

    Ein Antidepressivum kann als Soforthilfe, wenn die Probleme sehr drängend sind, okay sein. Aber hier muss man wie du selbst schreibst die Nebenwirkungen berücksichtigen; und außerdem hat man seine ADHS schon ein Leben lang, so dass es nicht unbedingt auf ein paar Wochen oder Monate ankommt.

    Erkundige dich am Besten bei einer Selbsthilfegruppe nach einem ADHS-Spezialisten oder einer ADHS-Ambulanz. Da musst du eventuell etwas weiter fahren und/oder eine Zeitlang warten, aber das ist es dann auch wert.

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 796

    AW: Vorschnelle medikamentöse Behandlung?

    Ich finde das mehr als inkompetent.

    Wäre ich bei diesem Arzt gelandet, ich hätte mir schleunigst einen anderen gesucht, bzw. auf jeden Fall angesprochen, dass mir das "spanisch" vor kommt was da passiert.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Vorschnelle medikamentöse Behandlung?

    Arzt wechseln, der hat keine Ahnung und macht einfach "trial and error"!

    Ich habe auch ziemlich schnell ein Rezept für Medikinet Retard bekommen, aber bei mir war die Diagnose auch relativ einfach und wir fangen jetzt auch ganz langsam mit einer sehr geringen Dosis (5:5:0) an.

  5. #5
    rob


    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 88

    AW: Vorschnelle medikamentöse Behandlung?

    Danke euch für die Antworten,

    ich habe bisher eigentlich nie mit irgendwelchen Ärzten zu tun gehabt, um so erstaunter war ich.
    Das Wartezimmer war randvoll, die Wartezeit von 30 min. war aber ok denk ich, jedoch scheint es tatsächlich wenig mit individueller tiefgründiger Beratung zu tun.
    Hatte tatsächlich eine Überweisung zum Psychiater erwartet, habe ihn auch darauf angesprochen.
    Darauf meinte er, "man kann das Psychiatrisch Therapien jedoch liegt der preis bei 60.000 EUR und die Erfolgschance bei 10%".
    Ist natürlich in so fern "lustig" das es ja noch keine Diagnose gibt, also was meinte er wohl da therapieren zu wollen .
    Allerdings meinte er auch das ich erst mal die Tabletten nehmen solle und im Anschluss daran weitere Maßnahmen eingeleitet werden können.

    Habe neben den schon langfristigen Sozialen Problemen (welche angesprochen wurden) aktuell ein Familiäres Problem was sich seit ca. 1Jahr zuspitzt (nicht angesprochen).
    Denke halt sehr oft immer wieder über den gleichen Sachverhalt nach, seit Monaten und habe 0 Rückkopplung das zieht in gewissen Phasen schon sehr runter.

    Angesichts dessen werde ich die Tabletten wohl erst mal nehmen und mal schauen ob ich einen anderen Neurologen finde. Könnte von Vorteil sein ich Privat versichert bin (aber nur ein recht "Abgespeckter" Studenten-Tarif).

    Gruß Rob
    Geändert von rob (27.03.2015 um 17:46 Uhr)

  6. #6
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 7.857

    AW: Vorschnelle medikamentöse Behandlung?

    Hallo Rob,

    so als Laie, - ich habe nicht den Eindruck, dass sich der Arzt wirklich mit ADHS auskennt.

    Zappeligkeit in der Einschlafphase? Da hat bei mir Vitamin D3 (Dekristol) Wunder bewirkt.

    Mein Wert war tief im Keller!

    Wurdest du überhaupt körperlich durchgecheckt? Z. B. Schilddrüsenwerte?

    So was hab ich noch nie gehört:

    "man kann das Psychiatrisch Therapien jedoch
    liegt der preis bei 60.000 EUR und die Erfolgschance bei 10%".
    Also ich würde mir einen ADHS-Sepzialisten suchen.
    Einen Hinweis auf Selbsthilfegruppen gab's hier schon.

    Beim ADHS Deutschland e. V. gibt's z. B. auch eine Telefonberatung.
    Vielleicht kannst du Klarheit bekommen über bei deinen längerfristigen
    sozialien Problemen.

    Und vielleicht magst du mal den Link in meiner Signatur lesen, ob da
    was zu dir passt.

    Liebe Grüße
    Gretchen

  7. #7
    rob


    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 88

    AW: Vorschnelle medikamentöse Behandlung?

    Wurdest du überhaupt körperlich durchgecheckt? Z. B. Schilddrüsenwerte?
    Ja, meine Hausärztin hat eine Blutuntersuchung gemacht, war glaube ich, Schilddrüse mit dabei.
    Sie war, nachdem was ich ihr schildertet, darüber überrascht das alle Werte im grünen Bereich sind.
    Die Zappeligkeit ist eben bei weitem nicht nur auf die Einschlafphase beschränkt, generell in Ruhephasen und auch in "Stresssituationen".

    Werde mich nächste Woche mal informieren zwecks Spezialisten/anderen Neurologen.

    Bin halt immer noch verunsichert über das venlafaxin, alleine schon der Spruch "ich gebe ihnen was sie lockerer macht" ...
    naja mal schauen, werde erst mal den Beipackzettel lesen

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.474

    AW: Vorschnelle medikamentöse Behandlung?

    Also ich würde nicht "irgendein" Medikament nehmen, sondern erst eine ordentliche Diagnose machen lassen und dann die "richtigen" Medikamente.

  9. #9
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.532

    AW: Vorschnelle medikamentöse Behandlung?

    Venlafaxin ist ein SNDRI, also ein Serotonin-und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Das Medikament ist okay. Allerdings ist es ein Spiegelmedikament. Das heißt, man muss es einschleichen, bis der Spiegel aufgebaut ist. Dann muss man warten, bis die erwünschte Wirkung einsetzt und die anfänglichen Nebenwirkungen abebben. Später hat man das Problem mit dem Ausschleichen. Ich habe die genannten Punkt mit Citalopram erfahren, was ich aber nicht als extrem unangenehm empfand. Du machst nichts falsch, wenn du Venlafaxin einnimmst.

    Diese Medikation hat aber nichts mit ADHS zu tun.

    Zur Problematik mit dem Arzt empfehle ich dir, wie die Anderen bereits geschrieben haben, einen kompetenten ADHS-Facharzt zu suchen.

    Gesendet von meinem GT-I9300 mit Tapatalk
    Geändert von Steintor (28.03.2015 um 23:53 Uhr) Grund: Tippfehler

  10. #10
    rob


    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 88

    AW: Vorschnelle medikamentöse Behandlung?

    Noch mal danke für die Antworten,

    denke die angegebenen sozialen Probleme (Ängste) haben den Arzt dazu veranlasst venlafaxin zu verschreiben.
    Habe gestern die erste Dosis genommen und vorhin die zweite.
    Hatte Schlafstörungen und heute den ganzen Tag auch schon spürbare Nebenwirkungen, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, aber alles noch im erträglichen Rahmen.
    Was ich so gelesen habe ist das wohl "normal". Habe das Medikament allerdings nicht eingeschlichen, sondern sofort mit 75mg kapseln begonnen.
    Ansonsten bin ich zzt. aufgrund aktueller Familiärer Probleme sehr schlecht drauf, was ich aber nicht angesprochen habe, denke da wird das Medikament auch eher Positiv sein.

    Werde mich kommende Woche dann mal Erkundigen zwecks einem anderen Arzt.

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